Nasse Pfoten bis zur Schnauze, überall gematschtes Laub, wohin ich meine empfindlichen Pfoten auch setze.
Wenn ich nun über die grau melierte Wiese blicke, kann ich die Kühe auf der Weide sehen.
Ich weiß gar nicht, warum meine Freundin meint, dass ich eine Kuhkatze bin. Weder kann ich diese Fremdsprache, noch bin ich beige und habe Hörner am Kopf.
Aber sie haben so flauschiges Fell, das wird die Ähnlichkeit sein.
Der Fritz behauptet, dass es die figürliche Ähnlichkeit sei, die Kuh mit mir verbindet. Ob der wohl spinnt?
Der mit ohne Schwanz, ph, soll mal an sich runter gucken...
Gut für ihn, dass ich nicht allzu nachtragend bin. Das zu verfolgen, würde zuviel Energie kosten.
Ich liege ganz flauschig aufgeplustert wie ein Legehühnchen in meiner Kuschelecke und meditiere so vor mich hin. Ich finde, dass es die richtige Zeit dafür ist. Draußen ist es ruhig, die sommerliche Geschäftigkeit pausiert.
Wir muckeln uns ein. Es wird so früh dunkel und mein Fell kann die Feuchtigkeit, die in der Luft liegt, nicht so gut vertragen. Da putz ich mir ´nen Wolf.
Im Moment haben wir Vollmond, den ich mir so gerne anschaue. Wie einriesiger Leuchtkeks strahlt er mich an. Und ganz ehrlich; Da ist eine unverkennbare Ähnlichkeit, das Strahlen von innen heraus, so weiß und rund- so wie ich eben. Unnahbar und alleine.
So wie ich es gerne wäre- Einzelkatze.
Aber da predige ich ins Leere, das verstehen die Zweipfotigen nie und nimmer.
Für diese Art von Großmut hätte ich einen Bambi verdient. Einen von diesen kleinen gold glänzenden niedlichen Rehleins.
Ein Tier, mit dem ich persönlich gewisse Ähnlichkeiten verbinde...
So fange ich an, darüber nachzudenken, wer bei uns im Rudel Bambi- würdig scheint, außer meiner Wenigkeit.
Nun, der Fritz bekommt ein Rehlein von mir, weil er trotz seiner Behinderung und mit Stummelschwanz ein vorzüglich virtuoser Kletterer ist. Der Fritz macht der Bezeichnung „Dachhase“ alle Ehre. Seine Vorliebe auf dem steilen Dach hoch und runter zu klettern, ohne herunter zu kugeln, ist schon erstaunlich.
Die Nikki bekommt ein Bambi von mir, für ihre lautlose Schnelligkeit, sie ist die „Supercat“ unter uns. Sie ist das weibliche verkatzte Gegenstück zu James Bond. Sie ist unsere lautlose Killerelite, gepaart mit einem Engelsgleichen Aussehen und einem Fell, so flauschig weich und duftend, wie ich es noch niemals gesehen habe.
Sie ist unberührbar und wenn sie jemand berühren will, bekommt er gnadenlos ihre Krallen zu spüren.
Wenn es für Größenwahn ein kleines goldenes Tier gäbe, stände es dem Finni zu.
Immer der Erste, der Verfressenste, der der immer Recht hat und der der immer die größte Beute mit nach Hause bringt.
Ein katziger Elefant im Porzellanladen, ein Brecher, ein Knochenbrecher mit einem Herz aus Liebenswürdigkeit und Liebe.
So eine Herzsorte hat auch der kleinste. Titus der Feurige, ein liebenswerter Schelm, immer gutgelaunt und abenteuerlustig. Keine Angst vor nassen Pfoten.
Der Bambi für den „roten kleinen Ritter aus Leidenschaft“.
Unsere Zweipfotigen will ich auch nicht vergessen. Ist ja nicht so, als wenn ich für die Beiden kein Goldtier hätte.
Unser Zweipfotiger bekommt einen Bambi, weil er ein Retter und Beschützer ist. Er schützt mich vor dem Finni, wenn der so übermütig ist. Er rettet auch mal ein Stück Wurst vor ihm, was ich bekomme.
Meine Freundin, das ist so eine Sache, die bekommt den Ehrenbambi für das unermüdliche Kümmern, entwurmen, impfen und abknutschen.
Beide bekommen auch noch einen Sonderbambi: Die besten Türöffner der Welt.
Ist ja nicht so, als wenn wir kein Entertainment bieten würden...