Djuke hat seine letzte Ruhestätte gefunden. Er liegt an einem wunderschönen Platz, umgeben von Weinbergen. Acht Schneckenhäuser habe ich ihm aufs Grab gelegt für acht gemeinsame Jahre.
Zuhause hat sich das Leben ohne ihn verändert. Elvis ist wie ausgewechselt. Da sich mein Pärchen nicht gegenseitig bei der Toilettenbenutzung behindert, genügen zwei Katzenklos, die beide wieder im Bad stehen. Seit Djuki nicht mehr bei uns ist, habe ich keinen Haufen mehr wegmachen müssen, Elvis kackt brav ins Klo.
Meine Trauer um den Opi überschattet noch die Erleichterung über die entspannte Situation. Elvis vermisst Djuke kein Stück, was ich ihm nicht verübeln kann. Als Entlastung möchte ich seinen Tod jedoch nicht empfinden, das wäre nicht fair - er hat sich seine Erkrankungen schließlich nicht ausgesucht.
Madamchen ist jedoch still und zieht sich zurück, ich glaube, sie trauert. Sie hat Djuke offensichtlich gesucht, ist überall herumgeschlichen. Dann hat sie sich wieder in ihr stilles Eckchen verzogen und sagt keinen Ton.
Elvis sieht sich als Herr im Haus, ist sehr anhänglich, er übertreibt schon beinahe. Zudem stolziert er herum wie ein aufgeblasener Truthahn, spielt und tobt, von Schüchternheit keine Spur. Schreckhaft ist er noch immer, aber sein Selbstbewusstsein wächst. Ich muss nur das Mädel im Auge behalten, damit sie nicht zu kurz kommt.