Ich notierte bereits gestern Abend:
"Morgen werde ich mit der Vogel-Auffangstation telefonieren. Es muss was passieren, das arme Tier dreht mir in Gefangenschaft durch. Als ich den Käfig auf dem Balkon an die Wand hängte, flatterte Drosselchen nur noch herum, versuchte verzweifelt, der Gefangenschaft zu entkommen. Sie kam erst zur Ruhe, als ich sie reinholte. Es geht nicht mehr, Drosselchen tut mir sooo leid... das ist kein Dauerzustand."
Drosselchen ist frei. Mir blieb keine andere Wahl. Ich habe im Wildpark Mainz-Gonsenheim niemanden erreicht. Dafür hat Drosselchen den ganzen Morgen gepiepst und ist wie irre durch den Käfig geschossen. Ich habe sie im Garten aus dem Käfig gelassen. Die ersten Flugversuche waren eine Katastrophe. Immer wieder ist sie abgestürzt. Vielleicht war das alles auch nur Trainingssache nach dem Aufprall und sie muss sich neu koordinieren. Anschließend ist sie auf das Mäuerchen geflattert und im Nachbargarten verschwunden. Ich hoffe, ich habe das Richtige getan. Drosselchen ist ein Wildtier, sie ist für das harte Leben in der Natur bestimmt. Ich kann nichts mehr für sie tun, außer ihr alles Gute wünschen, dass sie es schafft, zu überleben.