Jetzt bin ich die letzten Tage gut zurechtgekommen. Ich war kaum noch traurig (?)
Heute konnte ich mich wieder ganz gut auf meine Arbeit konzentrieren, aber egal ob ich dabei etwas Musik höre oder nicht, es tut wieder weh. Ich denke daran, ob es nicht doch zu früh war, ob sie die Nacht doch noch überlebt hätte, ob ich zu selten zu Hause war bzw. nicht lange genug. Dies und das hätte ich besser machen können...
Ganz besonders ärgere ich mich, weil ich einem Menschen, der es nicht mal verdient hat, eine Zeit lang mehr Aufmerksamkeit geschenkt habe als Annie. Ich bin abends mal spontan zu ihr gefahren (eine "Freundin"), weil es ihr sehr schlecht ging. Das Ende vom Lied war, dass man nichts und wieder nichts zurückbekam. Den Kontakt habe ich mittlerweile abgebrochen. Sowas braucht kein Mensch! Und für so eine blöde Person habe ich meine Annie über nacht ein paar Mal alleine gelassen (waren zum Glück nur wenige Male und zudem ging es ihr da noch blendend). Aber über so etwas ärgere ich mich heute grün und
blau. Ich will gar nicht mehr über solche Personen nachdenken - die sind es nicht im geringsten wert! Manchmal setzt man seine Prioritäten einfach falsch! Es war ja glücklicherweise keine lange Zeit!
Dafür hatte Annie in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit von mir!
Gestern war ich im Tierheim und habe wieder gemerkt, dass ich noch nicht bereit bin für eine neue Katze. Obwohl die potentiellen Kandidaten (älter, leicht krank bzw. mit schlechten Vermittlungschancen) sehr schmusig und zutraulich waren, auch die, für die sich sonst für niemanden interessiert

Vor allem die Verantwortung und die Anstrengung in der Anfangszeit traue ich mir gerade emotional einfach nicht zu. Alles Mist!
Das mit Annie fühlt sich immer noch komisch an. Die Wohnung ist irgendwie leblos. Langweilig irgendwie. Ich habe das Gefühl, es ist schon so lange her. Und auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, sie ist anwesend. Gestern Abend war auf ihrer Decke (sie andere Seite vom Bett, wo sie immer schlief), in der Ecke unter dem Kopfkissen eine Kuhle. Ich kann mich nicht erinnern, mich dorthin gesetzt zu haben oder sonstiges. Heute Nacht ist dann ihr Bild abgefallen, das ich hinter einen Rahmen, der an der Wand hängt, gesteckt habe. Hmmmm...
8 Monate war sie da und hinterlässt dennoch so eine große Lücke. Sie war die bisher anhänglichste und (ich traue mich kaum ,das zu schreiben) liebste Katze von allen :-/ Gut erzogen, sehr schmusebedürftig, vertrauensvoll und eben unfassbar lieb.
Ich glaube irgendwie kaum, dass es nochmal so eine liebe Mieze geben wird. Aber nach Mimi war ich ja auch untröstlich. Annie war irgendwie auf einer besonderen Ebene mit mir verbunden. Mimi zwar auch, aber Mimi war Freigängerin und die Bidnung war nicht so eng, wie zu Annie - wahrscheinlich weil sie eine Wohnungskatze war, die einfach kaum etwas anderes interessiert hat, als das Zusammensein mit ihrem Menschen. Auch die Natur interessierte sie nicht - zumindest wollte sie keinen Freigang, als wir es ihr anboten. Nur aus dem Fenster geschaut hat sie ab und zu gerne. Sonst lag sie immer bei einem - in der Nähe oder auf einem drauf. Kaum verließ man ein Zimmer und ging auch nur ins Bad oder in die Küche, folgte sie einem. Wahrscheinlich hatte sie Angst, (nochmal) allein gelassen zu werden. In der letzten Woche (die erste Februarwoche) blieb sie meist liegen und wartete, bis man wiederkam.
Ich weiß nicht, wie sie im Tierheim direkt vor dem Gitter saß und ganz traurig nach unten blickte. Sie sah sehr krank und strubbelig aus. Ich war nur ein paar Minuten da und sie griff schon die andere Katze in dem Zimmer an (sie mochte ihre Artgenossen überhaupt nicht). Die Pflegerin rief ganz laut "Annie, för auf! Annniiieee!", versuchte die beiden auseinanderzubringen und nahm die andere Katze, die sich in einem kleinen Häuschen verkrochen hatte samt diesem hoch und trug sie in ein anderes Zimmer mit den Worten "jetzt kratz' du mich bitte nicht".
Mir war das egal, ich wollte Annie. Ich bin sie an dem Tag das erste Mal besuchen gefahren (ich glaube, das war ein Montag) und wollte sie 1 oder 2 Tage später mitnehmen. Man sagte mir an einem Dienstag am Telefon, ich müsse erst mit der TÄ gesprochen haben. Das tat ich am Mittwoch und holte Annie daraufhin am Donnerstag ab.
Eben bin ich mit einer schweren Einkaufstüte nach Hause gekommen. Normalerweise saß Annie mmer neben mir und hat geguckt, was es neues zu essen gibt.
Ich vermisse sie sehr! Ich kann mir gar nicht vorstellen, ohne sie zu sein. Aber es ist jetzt ja nun mal so. Das heißt, ich habe es bis heute wohl noch nicht ganz begriffen. Ich fasse es einfach noch nicht, dass sie nie mehr wiederkommt. Ich würde sie gerne nur noch einmal streicheln und in den Arm nehmen können, meinen Annie-Bär :-(
Zwar gewöhne ich mich an die derzeitige Wohnsituation, aber es ist gewiss nicht dasselbe. Es ist nichtmal so, dass ich mich einsam fühle, aber sie fehlt, ihre Nähe fehlt, ihre Anwesenheit, ihr Schnurren, ihr schönes Fell (das war am Anfang ganz schön strubbelig, aber mit viel Liebe haben wir es hier wieer hinbekommen). Und auch wenn ich mich immer an die Worte der TÄ erinnere "Sie können sich sicher sein, dass diese Katze im Tierheim gestroben wäre, hätten Sie sie nicht rausgeholt...", ist es manchmal ein schwacher Trost und dennoch der einzige. Ich fasse es einfach nicht.