Es kommt alles hoch, der Tierarztbesuch, alles... Mimi auch noch... Ich weiß gerade nicht, ob ich es schaffe, jemals wieder so etwas erleben zu müssen. Ich möchte ja irgendwann wieder einen neuen, armen Schmusetiger aus dem Tierheim.
Es tut gerade so weh...
Ich will keine Katze mehr einschläfern lassen müssen. Keines der Male war es so, dass ich dachte, es sei wirklich richtig. Es gab nur keine Alternative.
Das einzige, was mich wirklich für ein paar Stunden über alle shinwegtröstet, ist, wenn ich im Tierheim die armen Katzen streicheln gehe. Aber da ich gerade eh das Gefühl habe, ich habe zu vieles falsch gemacht, weiß ich nicht, ob man das einer neuen Katze antun kann. Vielleicht steigere ich mich auch einfach nur rein. Meine Gedanken kreisen. Ich bin seit Tagen wieder richtig am weinen. Vorher waren es einzelne Tränen. Aber so stark wie jetzt, war es seit Tagen nicht mehr.
Habe ich sie zu früh einschläfern lassen? Aber sie hat doch kaum noch Luft bekommen. Allerdings hat sie sich bei der ersten Spritze durch den Tierarzt auch noch wehren können, war das ein Zeichen? Das einzige, was mich in der leisen Annahme bestätigt, es war richtig, war die Aussage der TÄ meines Vertrauens. Sie sagte, es wäre soweit und mein Gefühl, vor allem mein Gehör, bei der Überprüfung von Annie's Atemgeräusch sagten mir, es ist soweit. Mein Freund war auch dabei und sagte: "Sie sie dir an, sie will nicht mehr. Ihre Augen sind ganz trüb." Ich überprüfte noch in der Praxis weiterhin, bestimmt alle 2 Minuten ihre Atmung, sie war immer noch schlecht, wenn gar nicht noch schlechter gerworden. Aber warum wurde sie beim fremden Tierarzt und der ersten Spritze wieder aktiv? Das beschäftigt mich. Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn es zu früh gewesen wäre, obwohl es jetzt auch nichts mehr ändert. Aber ich versuche, mir zu sagen: "Du hattest selbst das Gefühl, es geht nicht mehr, du kanntest deine Katze und warst bereits bei der eigentlichen TÄ gewesen, die dir deine Vermutung bestätigt hat. Es war nicht mal sicher, dass sie die Nacht nicht erstickt. Das Kortison hat nichts besser gemacht. Nach Rückkehr in die Wohnung, bereute ich es, sie leiden zu lassen und wusste, es geht nicht mehr lange gut. Alle Zeichen waren da." Eigentlich hätte es bei mir stattfinden sollen, aber dafür war keine Zeit mehr. Hätte ich mal eher nach ihr geguckt, werfe ich mir wieder vor. Aber sage mir dann: "Wer weiß, ob du etwas bemerkt hättest. Vielleicht wäre es ihr da noch gut gegangen und es hätte denselben Ausgang genommen."