Dachte gestern schon, dass ich nach über vier Wochen den ersten Tag ohne Weinen erleben würde.... doch beim Abendessen kamen mir dann doch die Tränen.
Ich hatte während des Essens plötzlich die Erinnerung daran, wie Mika manchmal auf dem Stuhl neben mir saß und mich beobachtete.
Je nach dem, was ich auf dem Teller hatte, bekam er natürlich etwas ab. Wenn es etwas war, das ihm gut schmeckte, verlangte er mehr, indem er sein Pfötchen auf meinen rechten Arm legte, oder mich vorsichtig mit der Pfote anstupste....
Die Erinnerung an sich war/ist wunderbar, aber die Tatsache, dass dies nie wieder passieren wird, brachte mich zum Weinen - ich stand also auf, ging ins Bad und ließ den Tränen ihren Lauf.
Ich wollte nicht schon wieder vor meinem Lebensgefährten rumheulen - ich habe den Eindruck, dass niemand versteht, wie sehr ich Mika vermisse und wie stark ich nach wie vor trauere.
Heute morgen galt mein erster Gedanke wieder meinem Mika.
Wie sehr ich es doch vermisse, ihn morgens neben mir auf dem Bett sitzen zu sehen! Was würde ich dafür geben, ihn füttern und in den Garten lassen zu können!!!
Doch stattdessen husche ich morgens über die Terrasse durch den Schneeregen und schalte die Laterne auf seinem Grab aus!
Die ganze Situation ist immer noch surreal. Etwas in mir weigert sich strikt dagegen zu akzeptieren, dass Mika nicht mehr bei mir ist - und auch nie wieder zurückkehrt.
Die Momente, in denen mir dann doch irgendwie kurz bewusst wird, dass mein Schlumpf für immer fort ist, sind so emotional und tief traurig.
Ich blicke zum Fenster - immer noch in der Hoffnung, dass Mika auf der Fensterbank sitzt - doch dort steht nur ein Foto von ihm neben einer Kerze und der Schmerz kehrt zurück und wieder kullern Tränen über mein Gesicht.
Meine Kopfschmerzen und Nackenverspannungen plagen mich nun seit Tagen. Es fühlt sich an, als würde ich jede Nacht stark mit den Zähnen knirschen und unruhig schlafen - tagsüber fühle ich mich hin und wieder ziemlich erschöpft.
Mika, mein kleines Bärchen, ich vermisse Dich so sehr!!
Immer wieder frage ich mich, warum Du so früh von mir gehen musstest und finde keine Antwort!
Warum hatte das Schicksal solch eine fürchterliche Krankheit für dich vorgesehen? Wieso habe ich denn nicht viel früher gemerkt, dass Du krank bist?
Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und Dich rechtzeitig behandeln lassen - damit wir noch weitere, glückliche Jahre zusammen erleben könnten!
Diese Hilflosigkeit ist furchtbar - die Ohmacht grausam! Du hast das nicht verdient, mein Schatz! Du warst immer so lieb!
Ich verstehe es einfach nicht!
Zweifel und Selbstvorwürfe machen sich in den letzten Tagen bemerkbar.... Ich denke manchmal sogar immer noch, dass Mika keinen Tumor hatte, sondern vielleicht nur einen Abszess....dass man ihn hätte behandeln können und ich es versäumt habe, eine zweite Meinung einzuholen.
Doch dann denke ich zurück an den Tag der Diagnose und die Tatsache, dass die Tierärztin auch Wucherungen im Rachenraum und einen geschwollenen Lymphknoten festgestellt hat - wodurch ich mir dann wiederum vorwerfe, nicht viel früher gemerkt zu haben, dass Mika krank ist.
An manchen Tage zweifle ich an, dass meine Entscheidung, Mika gehen zu lassen, zum richtigen Zeitpunkt getroffen worden ist.
War es zu früh - oder vielleicht sogar viel zu spät?
Habe ich voreilig gehandelt oder habe ich ihn zu lange leiden lassen?
Besonders schlimm ist mittlerweile die Tatsache, dass ich in Mikas letzten Minuten nicht bei ihm war...
Auch, wenn ich denke, die Situation wäre für mich unerträglich gewesen und meine Tränen und mein Schmerz hätten Mika verunsichert, so glaube ich doch, dass ich ihm den Beistand schuldig gewesen wäre.
Doch es ist nun zu spät - ich kann das nie wieder gutmachen und hoffe inständig, dass Mika mir verzeihen konnte!
All das macht mir so sehr zu schaffen.
Es ist nicht länger "nur" der Schmerz über den Verlust, der mich bedrückt - sondern auch Fehler, die von mir gemacht wurden und nie wieder zu korrigieren sind!