Es ist noch früh und sehr still.
Der Schnee der letzten Tage ist pünktlich zu Weihnachten wieder geschmolzen - draußen ist es grün, eher mild und etwas windig.
Ich bin sehr niedergeschlagen und fürchte mich vor dem Tag - besonders vor dem späten Nachmittag.
Schon gestern habe ich sehr viel geweint.
Statt Mika, wie sonst am Heilig Abend, etwas Thunfisch und ein Geschenk in Form von Spielzeug zu geben, werde ich heute, bei Einbruch der Dämmerung, auf seinem Grab eine weiße Kerze anzünden - mehr kann ich meinem Bärchen nicht mehr schenken...
Schon der Gedanke daran lässt mich wieder in Tränen ausbrechen.
Am liebsten würde ich davonlaufen und mich irgendwo vor meiner Trauer verstecken.
Die letzen Monate waren so unwirklich, sehr anstrengend, so traurig und vollkommen anders - ich will irgendwie immer noch nicht wahrhaben, was mit Mika geschehen ist.
An manchen Tagen kann ich es einfach nicht begreifen.
Das "Warum?" quält mich sehr! Die Vorstellung, ich hätte doch noch etwas tun können, um Mika zu retten, zermürbt mich...
Für Mika:
Im Mondlicht glitzert der schneebedeckte Wald,
ach - wäre mir nur nicht ums Herz so kalt!
Ich erblicke Weihnachtszauber in der Ferne
ach - wärst Du nur hier, das hätt' ich so gerne!
Der Heilige Abend ohne Dich, mein geliebter Freund,
ist einsam und leer - scheint nur geträumt!
Und wenn auch ringsherum Weihnachtslichter strahlen,
Augen leuchten und Kerzen glüh'n,
Ach - ich weine, bis wir uns eines Tages wiederseh'n!
Ich vermisse Dich!!!