Entweder Tablette per Hand direkt in den Rachen werfen, bedarf eben etwas Übung. Mache ich immer so. Dieser Tabletteneingeber, den habe ich auch mal gekauft, aber der ist irgendwie keine große Hilfe, damit geht es schlechter als mit der Hand. Nach der Tabletteneingabe sofort einen kleinen Kleks Vitaminpaste (den man schon bei der Tabletteneingabe am Mittelfinger oder auf dem Handrücken der linken Hand platziert, die den Kopf hält, sodass man sofort auf die Paste zugreifen kann um einen Kleks an den Gaumen zu schmieren, sodass der Schluckreflex ausgelöst wird und die Tablette mit runter rutscht..
In schwierigen Fällen, lege ich mir eine kleine Spritze nebendran mit einen Schluck warmem Wasser oder warmem Schleckfutter (sehr praktisch) und kann dann direkt nach der Spritze etwas Flüssiges nachdrücken, sodass die Tablettengabe selbst bei schwierigen Fällen klappt.
Ich muss aufgrund vieler Patienten, sehr häufig Tabletten geben und mit etwas Übung klappt es ohne, dass man das Tier stressen muss. Platziere die Katze so vor dir, dass sie leicht schräg sitzt und ihre rechte Gesichtshälfte zu dir zeigt. Mit der linken Hand greifst Du dann um den Kopf und fixierst sozusagen selbigen mit deiner Hand, während du mit dem Zeigefinger der linken Hand dann die obere Zahnreihe hältst, währen du zeitgleich mit der rechten Hand das Unterkiefer nach unten ziehst. Dies alles sollte so locker und schnell wie möglich passieren, sodass die Katze im besten Fall garnicht realisiert, was gerade passiert ist, weil es dann schon vorbei ist.
In dem Moment, wo Du den Unterkiefer runterziehst, und der Kiefer schön offen ist, wird die Tablette oder Tablettenteil (je nach Größe muss man die Prozedur zweimal machen, wenn Tabletten zu groß sind. Aber kleine Tabletten können im Ganzen gegeben werden) auf den hinteren Teil der Zunge, möglichst weit hinten, genau mittig des Rachens auf die Zunge geworfen. Die genaue Platzierung der Tablette ist sehr wichtig, damit die Katze die Tablette nicht sofort durch Bewegung der Zunge herauskatapulitieren kann. Sofort wenn die Tablette drin ist, gibt man Vitaminpaste, Katzenleberwurst an den Gaumen (Pasten sind wegen ihrer Konsitenz dafür sehr gut geeignet, alternativ eben Wasser oder cremiges Schleckfutter, welches flüssiger ist wie die Leberwurst, aber auch gut geeignet, wenn man sie in eine 10ml Spritze einfüllt und dann sofort einen Spritzer schräg in die Backe spritz, sodass die Katze automatisch losschleckt und abschluckt. Danach den Kopf noch etwas nach oben halten, damit sie auch wirklich schluckt.
Wenn man Katzen hat, die sich wie wild gebärden oder es einfach nicht klappt mit den Tabletten, dann gibt es einen Tablettenmörser für Tiere
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mit dem zermörsere ich gerne Tabletten. Anschliessend fülle ich etwas Schleckfutter in eine Spritze und gebe darauf das Pulver, obendrauf nochmals etwas Schleckfutter. Anschliessend gehe ich genauso vor wie bei der Tablettengabe oben, halte den Kopf von vorne etwas schräg fest, fixiere den oberen Fang mit der linken und gehe dann mit der rechten Hand mit der Spritzenspitze in die vom Tier aus gesehen linke Maulseite der Katze rein (von dir aus rechte Maulseite) und spritze die Masse nach links hinten (also vom Tier aus gesehen knapp vorbei am Schlund, auf die rechte Seite. So kann sich das Tier nicht verschlucken, aber die Masse trifft nahe am Schlund auf, sodass es in der Regel sofort abgeschluckt wird. Ich mache immer kleine Mengen, die ich reindrücke, warte kurz, bis es abgeschluckt wird und dann gehts weiter. Am schluss, wenn noch Pulver in der Spritze bleiben sollte, gebe ich nochmal etwas mit Wasser verdünntes Schleckfutter (wenig) dazu und kann dann auch noch die Krümel ins Tier bringen.
Man muss sich für beide Varianten viel Zeit lassen und darf nie schnell schnell machen wollen. Man muss alle Zeit der Welt haben und sich selbst keinen Stress machen und möglichst locker an die Sache rangehen. Man kann das Vorgehen auch vorher erstmal an einem Plüschtier üben. Je besser man die Handhaltung und die Eingabe der Pillen vorher trainiert, desto besser wird es gelingen und es ist wenn man weiß wie, nur noch eine Sache von Sekunden.
Nach der Tabletteneingabe habe ich in Greifnähe schon einen Teller mit etwas leckerem stehen, zB. Thunfisch, gewolftes Rohfleisch oä, welches die Katze danach dann gleich bekommt, sodass die Tabletteneingabe, die bei mir inzwischen fast immer problemlos klappt, noch mit etwas ganz leckerem gekrönt wird. So ist die Tablettengeschichte grundsätzlich am Ende mit etwas fürs Tier schönem verbunden.
Es ist ganz wichtig, dass die Tabletteneingabe gut geplant wird und gut funktioniert und nie im Kampf endet, jeglicher Stress fürs Tier sollte man vermeiden und es der Katze so angenehm wie möglich machen. lg, Suzan
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