• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Wie sag ichs meinem Kinde...?

Schnuppe67

Schnuppe67

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Hallo,

ich bin neu hier und weiß nicht so recht, ob das der richtige Platz ist zum Posten...

Wir (mein Mann, unsere Tochter und ich) haben 2 Katzen, Geschwister, jetzt 12 Jahre, reine Wohnungskatzen und dementsprechend auf uns fixiert (und umgekehrt).
Bei unserem Kater hat man nun ein Adenokarzinom festgestellt, er wird am Donnerstag operiert, um festzustellen, ob man da überhaupt
noch etwas machen kann...

Unsere Tochter ist 8 Jahre alt und liebt den Kater natürlich abgöttisch. Sie hat wohl mitbekommen, dass er nun ein paar Tage in der Tierklinik ist, dass er nochmal operiert werden muss, aber wir haben ihr noch nichts von dem Krebs gesagt, da wir das selbst erst seit ein paar Tagen wissen.

Wir sind selbst noch so sehr von unserer Traurigkeit übermannt, dass wir momentan gar nicht wissen, wie wir diese Tatsache unserer Tochter schonend, aber schon ehrlich beibringen sollen.
Wir möchten gern, dass sie bewusst von unserem Liebling Abschied nehmen kann, aber wir wissen nicht so recht, WANN der richtige Zeitpunkt dafür ist. Wenn uns der Arzt sagt, dass wir noch einige Monate haben, dann fragen wir uns halt, wie und wann wir das unserer Tochter beibringen können.

Hat jemand eine Idee oder einen Tip, wie man das kindgerecht machen kann? Sie ist ein sehr ruhiges, sensibles Kind, an sich schon sehr verständig, aber bei so einem heiklen Thema....

Ich weiß eigentlich überhaupt nicht mehr weiter... und bin nur traurig.

Viele Grüße
Schnuppe
 
25.10.2005
#1
A

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Aiur

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Erstmal- Es tut mir sehr leid für euch und den Kater.

Das ihr ehrlich damit umgehen wollt finde ich sehr gut.
Irgendwann im Leben wird man immer das erste Mal mit dem Tod konfrontiert, es ist nunmal leider natürlich.

Wenn der Kater jetzt vielleicht noch Monate gut Leben kann, würde ich ihr persönlich noch nichts erzählen.

Vielleicht erzählt ihr ihr, das der Kater krank ist, und auch nicht wieder ganz gesund werden wird.
Sicher wird sie später merken, das es ihm schlechter geht, und bestimmt wird sie auch Fragen stellen.
Und wenn es dann soweit ist, dann würde ich ihr diese Fragen auch beantworten. Sie hat dann selbst schon gemerkt, das es ihm schlechter geht und er vielleicht nur noch seine Ruhe haben möchte.

Sicher ist es dann einfacher, zu verstehen, das die Zeit des Abschieds gekommen ist, weil es ihm so schlecht geht, und ihr ihm ersparen wollt, das es noch schlechter wird. So etwas kann ein 8 jähriges Kind sicher verstehen, auch wenn es das erstmal nicht zeigen kann und wird.

Naja, so würde ich es machen.
Wir haben zwar keinen wirklich 100 %igen Vergleich, aber als unser Rattenmann Bo letztes Jahr im Frühling gestorben ist, haben wir es ähnlich gemacht.
Er war schon sehr, sehr alt und liebte es, abends mit allen zusammen auf dem Sofa zu sitzen, ab und an ein Leckerli zugesteckt zu bekommen, oder auch mal einen Chip etc.

Martins Sohn war zu der Zeit 6 Jahre alt, und er wird schon gemerkt haben, das er immer und immer ruhiger wurde.
Leider hatten wir dann einen sehr schnellen Abschied, wie das bei Ratten so ist, er hatte einen Tumor im Bauchraum der in die Lunge gestreut hatte, ich lies ihn einschläfern.
Wir haben ihn dann zusammen vor der wohnung begraben, und später ausführlich darüber gesprochen.

Mein erster kontakt mit dem Thema "Tod" war mein 4 Jahre alter Meerschweinchenbock, der stundenlang um sein Leben röchelte und von Krampfanfällen geschüttelt wurde, weil meine Eltern das einschläfern nicht bezahlen wollten.
So etwas wünsche ich keinem Kind.
 
S

sylvie

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Ich denke, es wie von Aiur empfohlen zu machen, ist am sinnvollsten.

Ich habe einen Neffen (7) und er hat im Januar seine Mietz verloren. Es war zwar ein plötzlicher Tod und nicht wie bei Euch "schleichend", doch das Ergebnis war dasselbe. Meine Schwester hat ihm gesagt, daß Winni ganz doll krank ist und sterben wird (vom einschläfern hat sie nichts erzählt, da das für Kinder schwer verständlich ist und sie dann leicht denken, daß man sie auch einschläfern könnte, wenn sie böse sind...ich weiß, klingt verrückt, aber KInder sind so extrem, ich dachte uach schon mal meine Mutter will mich vergiften, weil sie mir Saft von einer Pflanze zu trinken gab udn sonst hieß es immer, daß ich keine Pflanzen essen darf, also habe ich geheult und Papa gefragt und ich war ein völlig normales Kind)

Das wichtige am Tod ist auch für das Kind der Abschied, in Form der Beerdigung, die sollte ruhig mit Blumen und Erinnerungssteinchen stattfinden, so, wie man nunmal einen Freund verabschiedet und nicht ein Tier...

Ich wünsche Euch trotzdem noch alles Gute für Euren Kater und hoffe, daß es nicht so schlimm um ihn steht, wie es sich anhört.

Liebe Grüße, Sylvie
 
Schnuppe67

Schnuppe67

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Danke für eure Antworten

Hallo,

vielen Dank für eure ausführlichen Antworten.
Ja, wir hatten es uns eigentlich auch genauso vorgenommen, wie ihr gesagt habt, das erschien uns auch die beste Lösung.
Selbstverständlich bekommt der Kater irgendwann dann auch einmal bei uns im Garten seinen Platz und wir werden auch das zusammen durchstehen, auch wenn es uns als Eltern dann dreimal soviel Kraft kostet. Die Tatsache an sich ist schon schrecklich genug, aber schließlich müssen wir ja für unsere Tochter auch eine Art Seelentröster und Beistand sein... Oh Mann, ich darf gar nicht dran denken.

Hmm, aber eine Sache haben wir noch nicht geklärt: Wenn es denn so sein muss, dass wir eines Tages entscheiden müssen, dass wir unseren Kater einschläfern lassen müssen - und ich gehe davon aus, DASS dieser Fall eintreten wird; ich glaube kaum, dass das Schicksal uns und dem Kater so gnädig sein wird, und ihn von selbst erlöst - wie würdet ihr das machen? Sollten wir unserem Kind das sagen? Das bricht mir das Herz, wenn ich daran denke. Ich hatte schon überlegt, ob wir ihr nicht lieber erzählen sollten, dass er einfach morgens gestorben ist???? Aber dann wiederum hab ich ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken, dass mein Mann und ich uns bewusst von ihm verabschieden durften, unsere Tochter aber nicht....

Mensch, mir kommen schon wieder die Tränen beim Schreiben, so sehr nimmt mich das mit...

Was verkraftet ein Kinderherz besser: Das Bewusstsein, dass es den Kater zum letzten Mal sieht, oder eine normale Verabschiedung morgens zur Schulzeit und nachmittags liegt der Kater friedlich eingeschlafen daheim? Ich tendiere eigentlich eher zu letzterem, das erscheint mir weniger grausam.

Könnt ihr mir hierzu noch etwas raten? Ich bin um jede Meinung dankbar...

Schnuppe
 
Daniela

Daniela

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Hallo Schnuppe,

schwierige Entscheidung, wenn Ihr meint, sie würde verstehen, dass der Tierarzt dem Kater mit dem Einschläfern sozusagen nur Schmerzen ersparen will, dann würde ich es ihr sagen. Wenn Ihr meint, es wird alles zu viel für sie, dann denke ich, wäre die Notlüge auch nicht verwerflich.

Als ich 8 Jahre alt war, wurde unser Hund eingeschläfert, an dem ich auch sehr hing. Ich erfuhr es erst eine Woche später, weil der Hund meinem Vater gehörte und ich zu dem Zeitpunkt mit meiner Mutter im Urlaub war (meine Eltern sind geschieden). Mein Vater hat mir erklärt, dass der Hund große Schmerzen hatte und dass er auch ohne Einschläfern nur noch ein paar Tage gelebt hätte. Ich habe das durchaus verstanden damals.

Vielleicht habt Ihr auch "Glück" (blödes Wort in dem Zusammenhang) und der Kater schläft von alleine irgendwann ein.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft, das alles durchzustehen.

Liebe Grüße Daniela
 
I

idefix--211

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Hallo Schnuppe,

Was verkraftet ein Kinderherz besser: Das Bewusstsein, dass es den Kater zum letzten Mal sieht, oder eine normale Verabschiedung morgens zur Schulzeit und nachmittags liegt der Kater friedlich eingeschlafen daheim?

ich will dir jetzt keinen Tipp in die eine oder andere Richtung geben, sondern einfach erzählen, wie es mir ergangen ist, als mein Kater an Knochenkrebs starb:

Ich war zu der Zeit etwa 14, also etwas älter als deine Tochter.
Unser Kater Mike war 17, zunächst merkte man ihm gar nichts an, später konnte man in der Rippengegend einen Tumor ertasten und zu der Zeit war es laut TA schon zu spät, lauter Metastasen. Der TA empfahl, ihn sofort einschläfern zu lassen, was mein Vater aber ablehnte, da Mike immernoch gut fraß und gerne und viel spielte, also sich in unseren Augen wohl fühlte. Ein paar Wochen danach mussten wir dennoch Abschied nehmen, da unser Mike nicht mehr aufstehen konnte (Hinterbeine gelähmt). Ich hatte es seit dem ersten TA-Besuch gewusst, dass dieser Tag kommen würde, und habe mich sehr ausführlich von ihm verabschiedet. Das war auch sehr wichtig für mich. Für mich wäre eine Welt zusammengebrochen, wenn er einfach plötzlich tot gewesen wäre.

Nun, deine Tochter ist doch noch etwas jünger, aber ich bin der Meinung, dass man den Tod nur verstehen kann, wenn man sich damit auseinandersetzt, dazu ist sie doch alt genug. Und Kinder fühlen es meist, wenn man sie bei solch wichtigen Dingen anlügt.

Diese Entscheidung musst du aber selbst treffen. Ich hoffe, dass euer Kater noch eine schöne möglichst lange Zeit vor sich hat und dass ihr den richtigen Weg für euch findet um über den Verlust, der euch bevorsteht, hinwegzukommen.

Liebe Grüße,
Evi
 
Schnuppe67

Schnuppe67

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Hallo nochmal,

ach, es ist tröstlich, dass ihr euch so lieb damit auseinander setzt, das hilft schon ein bisschen weiter.

Zu Evi nochmal: Vielleicht ist das ein Missverständnis; wir werden unserer Tochter auf jeden Fall sagen, wie es um den Kater steht, d. h. wir werden ihr auch erklären, dass er eben sehr, sehr krank ist und dass man nicht weiß ob er wieder gesund wird, etc. Ich denke, da haben wir ja auch noch ein kleines Weilchen - auch wenn es nur noch Wochen wären...

Es ging mir eigentlich mehr um den Moment an sich: Wenn wir zum TA müssen, zu diesem letzten Schritt, dann weiß ich halt nicht, ob ich ihr das vorher sagen soll, dass das eben heute und jetzt passiert, so dass sie ganz bewusst "Tschüss" sagen kann. Ich stell mir vor, dass das für sie einfach zu schlimm sein wird. Das ist ja für uns Erwachsene schon kaum auszuhalten.
Ich hatte eher daran gedacht, wenn das bevor steht, dass wir uns eben jeden Tag morgens vom Kater ganz lieb verabschieden und das ein paar Tage lang. Ich würde ihr sagen, dass es wohl nicht mehr lange gehen wird, etc. So könnte man es vielleicht sanfter angehen. Ich würde schon dafür sorgen, dass sie eben an jenem bewussten Tag ihm morgens vielleicht noch einmal ein Leckerli gibt, etwas mehr Zeit hat, etc., aber OHNE dieses drohende Damoklesschwert in ihren Gedanken.

Aber so ganz sicher bin ich mir da eben auch nicht.

Jetzt drückt uns bitte noch einmal für morgen die Daumen. Zwischen 12 und 16 Uhr wird der Kater operiert, dabei wird dann entschieden, ob man einfach wieder zumacht oder ob es sich lohnt, Magenteile zu entfernen. Das ist dann schon einmal eine erste Entscheidung. Danach wissen wir hoffentlich mehr.
Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ganz liebe Grüße
Schnuppe
 
Mr.Spock

Mr.Spock

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Hallo

Das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema und letztendlich kommt es immer auf euer Kind an. Das könnt ihr am besten Abschätzen. Manchmal glaube ich aber, wir versuchen die Kinder vor etwas zu schützen, was sie schon sehr gut verstehen. Ich arbeite im Moment in einer Kita. Die Kinder sind zwischen 3 und 6 Jahren. Vor einigen Tagen war ich ziemlich erstaunt. Das Kaninchen von einem 4 Jahre alten Jungen war sehr krank und musste eingeschläfert werden. Wir haben dann darüber gesprochen und man sollte nicht glauben, wie gut sie teilweise Bescheid wissen und auch damit umgehen können. Ich habe bei meiner Tochter nie ein Geheimniss gemacht. Man sollte mit dem Kind reden und die Situation erklären. Schwer ist es immer. Ihr werdet euren Weg finden.

Viele Grüße Simone + Rasselbande
 
M

Muna

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meine Meinung steht meist außen vor, aber falls sie hier interessiert ...

Ich würde es dem Kind nicht so direkt sagen, weil es sonst tagein tagaus mit dem Gedanken lebt, dass das Tier stirbt. Der Gedanke wird das Kind nicht mehr los lassen und das ist schlimmer, als wenn es den plötzlichen Tod sieht. Kinder gehen ganz anders mit allem um, sie haben noch Instinkte, die den Erwachsenen durch zu viel Nachdenken verloren gegangen sind. Wenn das Tier vom Tierarzt nicht mehr nach Hause kommt, würde ich mit dem Kind dorthin gehen, damit es sich vom verstorbenen Tier verabschieden kann.

Es reicht jetzt, wenn das Kind weiß, dass das Tier unheilbar krank ist und bald sterben muss, dass aber niemand weiß, wann das sein wird. Diese dauernde Verabschiederei ist für das Kind nervenaufreibend.
 
S

sylvie

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ich sehe es auch wie muna, die kindheit sollte sorglos sein und wenn sie es a) zu früh weiß, daß wirklich keine hoffnung mehr besteht, ist sie jeden tag traurig, wenn der kater also noch ein halbes jahr lebt, dann war sie ein halbes jahr voller sorge und das ist für ein kind eine lange zeit.

und b) würde ich sie auch nicht mit zur einschläferung nehmen, ich denke nicht, daß sie einen großen unterschied macht, ob sie ihm in seinen letzten minuten eine gute reise wünscht oder ihn nach seinem tod verabschiedet. ich finde das zu viel für ein kleines kind. gerade einschläfern ist heikel, sie wird darüber nachdenken und euch versuchen zu überreden es nicht zu tun, denn kinder glauben noch an wunder und auf eine somitige heilung, vielleicht wird sie der meinung sein, ihr habt ihn umgebracht...das würde ich nicht riskieren.
 
cella

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Wir haben in diesem Sommer unsere Katze überraschend einschläfern lassen müssen. Unsere Kinder (11 & 6.5 Jahre alt) wurden von mir informiert. Ich fuhr alleine los. Unser Hund hat das auch irgendwie gespürt. Hat sich von der Katze (obwohl sie sich nicht mochten) auch verabschiedet.

Ich fuhr dann alleine los. Als ich nach Hause kam, sahen mich meine Kinder an. Beide wuchsen mit der Katze auf, kannten also kein Leben ohne unserer Katze. Ich kam heim und sah die Kinder erwartungsvoll am Tisch sitzen. So nach dem Motto: Hast du es jetzt doch nicht gemacht?

Dann erzählte ich, dass es ganz schnell ging und mir schossen die Tränen in die Augen. Tochter weinte auch und mein kleiner Sohn, der sass einfach nur stumm da.

Als ich mich wieder beruhigte, fuhren wir weg und unternahmen etwas. Aber immer wieder kreisten die Gedanken um unsere Katze.

Wir sprachen darüber, dass es ihr jetzt besser ginge und sie nicht mehr leiden musste.

Ich würde halt auch offen mit dem Kind darüber reden. Erzählen, dass Kater krank ist. Dass alles untersucht wird. Die Kinder mit einbeziehen. Traurig ist dieses Thema immer. Aber sie wollen ja häufig auch schon richtig erwachsen sein. Und so fühlen sich die Kids auch ernst genommen. Ich finde es schlimmer, wenn die Kinder es erst gegen Schluss mitbekommen sollen.
So ging es mir mit meinem Opa. Ist zwar nicht dasselbe. Aber ich verzeihe das Oma noch immer nicht, dass man schon ein halbes Jahr vorher wusste, dass er unheilbar verkrebst ist. Für mich kam sein Tod überraschend. Ich fühlte mich, und das heute noch, sehr vera.....

Es gibt auch ein Bilderbuch, wo der Tod ganz toll beschrieben wird und sehr kindlich erklärt wurde. Das habe ich sogar meiner Tochter noch vorgelesen, als bei ihr vor 3 Jahren der Hamster überraschend gestorben ist.
Das Buch heisst: Abschied von der kleine Raupe von Heike Saalfrank und Eva Goede.
 
lisbonlioness

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Oh Gott, was für ein trauriges Thema... an dieser Stelle mein Beileid- aber NOCH ist der Kater ja da, und es geht ihm soweit gut.

Was ich jetzt sage, ist kein Ratschlag, nur das, was ich tun würde.
Ich würde mir das Kind in ein paar Monaten schnappen, wenn ein Ende absehbar ist. Und dann ganz offen und ehrlich sein. Mäusel, es geht zuende, und das gehört ebenso zum Leben wie geboren werden, wachsen usw. Wir haben die Chance, unserem Tier einen schmerzfreien, liebevollen Abschied zu ermöglichen; er schläft einfach ein und wacht in einer besseren Welt hinter der Regenbogenbrücke wieder auf; dort wird er auf uns warten...

Naja, so in dem Stil.

Die Uroma meines Patenkindes starb, als das Kind 7 oder 8 war, und wir haben ein Gespräch in dieser Art geführt, leider erst nach Uromas Tod. Das Kind konnte mit dem Konzept Tod grob etwas anfangen; sie wusste, was Sterben ist, und dass es bedeutet, einen Verlust zu erleiden. Aber die Nummer mit der Brücke (und ich hab ihr gesagt, dass dort auch unsere geliebten Menschen warten, gemeinsam mit den Tieren) hat ihr etwas in die Hand gegeben, woran sie sich festhalten konnte.

Im Prinzip ist das ein billiger Betrug, klar. Erzähl eine schöne Geschichte und hoffe, dass die fester hängenbleibt als die Nachtgespenster, die den Tod begleiten. Aber meinem Mädchen hat es geholfen, ihre Trauer unterzubringen.

Wäre es meine Tochter, so nähme ich sie vermutlich mit zum Tierarzt, aber ob das das Richtige ist- keine Ahnung. Ist nur mein Gefühl.

Ich wünsche Euch alles Gute und dem Kater ein so schönes Leben, wie er es nur eben haben kann!

LG,
Steffi
 
Schnuppe67

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Hier ein aktueller Zwischenbericht

Für euch alle, die ihr uns hier so lieb beisteht:

Gestern wurde Satchmo operiert. Der Chef der Klinik hat sich nach dem Öffnen und der Ansicht des Magens wohl sehr lang überlegt, ob er es machen soll oder nicht, aber letzten Endes hat er gut 2/3 des Magens entfernt, denn es war die einzige Chance, die wir hatten. Satchmos Befinden ist von Dienstag auf Mittwoch schlagartig so schlecht geworden, das hätte max. noch zwei Tage gut gehen können und dann wäre es das gewesen.
Nun, es war eine sehr schwere OP, der Kater hat viel Blut verloren und er war gestern Abend in einem überaus kritischen Zustand. Wir haben dann unsere andere Katze noch von zu Hause geholt zum Blutspenden. Doch das bisschen Blut, das man von ihr bekommen hat (über die ganze Nacht verteilt immer wieder mal ein bisschen - die arme Ginger), hat nicht genügt. Der Kater hat die Nacht überlebt, war aber heute morgen sehr, sehr schwach. Deshalb haben sie heute morgen 40 ml Blut von einer Katze aus dem Tierheim genommen und es Satchmo verabreicht.

Gestern Abend waren wir auf Anraten des Tierarztes also alle zusammen in der Klinik, haben dort unserer Tochter -nachdem sie den Kater gesehen hatte- auch erklärt, dass es sein kann, dass er die Nacht nicht überlebt. Das Drama kann man sich in etwa vorstellen.... Es war natürlich für unsere Tochter unsagbar traurig, unsagbar schwer, von dort dann fortzugehen, aber irgendwie haben wir es gepackt. Sie durfte dann mit mir zusammen in unserem Bett schlafen, dort haben wir noch einmal fest gebetet und sind dann auch vor Erschöpfung relativ schnell eingeschlafen.

Wir hatten mit den Ärzten vereinbart, dass wir um jede Uhrzeit angerufen werden möchten, sollte sich der Zustand von Satchmo verschlechtern. Sie haben NICHT angerufen... Gott sei Dank.

Heute morgen hab ich um 8 Uhr angerufen, da hieß es, er ist schlapp, aber er bekommt heute eine Bluttransfusion.
Meine Tochter und ich waren vorhin dort, da ging es ihm wohl schon etwas besser. Er liegt halt da, ist fix und fertig von der OP, aber der Doc meint, es sei schon ein bisschen besser als gestern - und wenn er jetzt noch das Blut bekommt, könnte es wirklich gut gehen. Der Doc hat auch nicht mehr ganz so sorgenvoll geblickt wie gestern, das macht uns wieder Mut.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass er trotzdem dann noch lange nicht überm Berg ist. Wenn Satchmo diese OP übersteht und genesen ist, dann haben wir wirklich gute Chancen, dass er uns noch eine gute Weile erhalten bleibt. Der Doc ist sich ziemlich sicher, dass er beim Herausschneiden alles erwischt hat; was noch in den Lymphen drin ist, das kann er natürlich nicht wissen. Es könnte deshalb natürlich auch gut möglich sein, dass man sich in 1 oder 2 Jahren wieder trifft.

Doch so weit denken wir momentan noch nicht. Wir gehen nun Stück für Stück weiter. Primär ist nun mal, dass Satchmo so viel Kraft hat, dass er die OP überlebt. Davon hängt alles weitere ab.
Heute Nachmittag fahre ich nochmal in die Klinik und heute Abend fahren mein Mann und meine Tochter nochmal hin.

Meiner Tochter geht es jetzt einigermaßen gut, sie hat gesehen, dass der Kater momentan nicht leiden muss, sie hat natürlich auch wieder etwas Hoffnung gescchöpft - wie wir alle. Und heute nachmittag ist sie auf einem Halloween-Kindergeburtstag eingeladen, da möchte sie gerne hin und das finde ich auch gut so. Etwas Ablenkung ist sicherlich gut.

Ich denke, wir haben es wohl richtig gemacht. Genau wissen kann man das nie, aber letzten Endes mussten wir nun ganz schnell entscheiden wie wir das machen.

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden, wenn es euch interessiert.

Viele liebe Grüße
Schnuppe
 
Claus

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Hallo,

was für ein Drama, mir sind während dem Lesen die Tränen in die Augen gestiegen...Klar interessiert uns wie es weitergeht...

Immerhin, es klingt ja ganz hoffnungsvoll, ich drücke euch und eurem Tigerchen mal ganz doll die Daumen, dass alles gut wird.

Liebe Grüße,

Claus
 
lisbonlioness

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Hey...

ja, tatsächlich ein Drama, aber ich schliesse mich Claus an. (wie so oft)
Ihr habt alles nur Mögliche getan, und Kinder verarbeiten so etwas auf ihre eigene Weise.
Ich weiss noch, wie damals meine Mama ihren Schäferhund erlösen musste, als ich nicht daheim war; ich war mit meiner Oma im Urlaub, und Mama hat mir einen Brief geschrieben, dessen wichtigsten Satz ich bis heute wörtlich zitieren kann. Mann, was hab ich geheult; noch heute hängt mir die Story nach, aber schon damals war es eher ein Gefühl, das immer bei mir war als eine akute, nagende Trauer. Kann's nicht richtig formulieren, sorry. Ganz doof und platt gesagt: Für Deine Tochter wird es nicht das Ende der Welt sein, aber vergessen wird sie es auch nie. Vor manchem Schei* kann mann Kinder leider nicht beschützen, aber die meisten Kids sind viel tougher, als wir glauben.

Ich freue mich, dass Satchmo eine chance bekommen hat und auch darüber, dass die Kurze damit umgehen kann.

Tröstegrüsse von
Steffi
 
cella

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Klar, intressiert mich das alles genau so. Mir ging ein kalter Schauer über den Rücken. Ich hoffe mit euch, dass es Satchmo schafft und die Chance die ihr ihm geben konntet, auch ausnützen kann.

Deine Tochter geht im Moment sehr gut mit allem um. Hut ab. Ihr habt das bis jetzt prima hingekriegt. Macht weiter so. Und wir freuen uns auch immer wieder über News von euch.
 
M

Muna

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und ich frage mich, wem ihr bei der ganzen Geschichte geholfen habt ... ein Kater mit einem Drittel seines Magens ... die ganzen Qualen, die er ausstehen muss, das arme Tier kann ich nur sagen. Und da erzählt irgendjemand wir sind nicht Gott ... in dem Fall sind wir es, denn die Natur hätte den kleinen Kerl sein Recht bekommen lassen und es würde ihm dann wirklich gut gehen.

Jetzt lebt er, weil der Mensch es so will, denn er selber kann nicht entscheiden. Oder meint hier jemand, dass der Kater sich für das Leben entschieden hätte, wenn er wüsste, was ihn demnächst noch erwartet ...

Ich hoffe für mich inständigst, dass ich immer über mein Leben selber entscheiden kann und niemals von irgendwelchen Maschinen am Leben erhalten werde, nur weil es keine Sterbehilfe gibt. Ich hoffe, ich kann den Stecker dann selber ziehen!

Das Tier tut mir einfach nur leid ... sehr leid und ich hoffe, dass es sich in der Zukunft nicht allzu sehr quälen muss und sterben darf, wenn ihm danach zu mute ist und dass dann nicht wieder Menschen dazwischen fuschen, nur weil sie sich nicht trennen können.

Eine Katze, mit einem Drittel ihres Magens, nur damit sie vielleicht --- Betonung VIELLEICHT --- noch ein halbes Jahr lebt ...

Ich könnte heulen ... ja ... aber nicht um die Traurigkeit der Sache, sondern aus Mitleid mit dem Tier.

Nachtrag ... ich werde es vermeiden dieses Thema weiter zu lesen, für mich ist das hier Tierquälerei ... bye.
 
S

Surnia

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Na, vielleicht kannst du es ja doch nicht vermeiden und ließt weiter, liebe Muna.

Ja, ich gebe dir Recht, ich halte das auch für eine sehr grenzwertige Entscheidung. Ich hüte mich, sie gut oder schlecht zu finden, denn auch ich habe schon Tiere gerettet, die ich vielleicht besser hätte sterben lassen sollen, aber das war zu dem Zeitpunkt ihrer Rettung nicht absehbar. Ich kann nicht in die Zukunft blicken, leider.

Ja, ich wünsche dir auch, dass du den Stecker ziehen kannst, selbstbestimmt. Oder von mir aus vom Balkon springst, wie meine arme Großtante es leider getan hat. Wünsche ich mir auch, das selbstbestimmte Ableben. Aber glaub mir, ich würde erst SEHR spät den Stecker ziehen, denn solange ich noch irgendwas zu schaffen habe, will ich weitermachen. Und diesen Selbsterhaltungstrieb haben auch Tiere. Denen macht es nichts aus, wenn sie nur 3 Beine, 1 Auge oder einen halben Magen haben. Die Tiere in menschlicher Obhut müssen sich ja nicht in freier Natur behaupten. Das bedeutet nicht, dass man jeden Firlefanz mit ihnen machen darf, nur um sie mit Gewalt am Leben zu erhalten. Aber andererseits sind die Grenzen damit auch ein wenig weiter gesteckt und Heilmethoden erlaubt, die ein freilebendes Tier nicht erhalten wird, auch nicht braucht.

Wer sagt dir, dass die Katze ab sofort ein schlechtes Leben haben wird und mit Sicherheit in wenigen Monaten, wenn nicht schonganz bald, qualvoll verenden wird? Wenn es so eintritt, ja, dann wird es bitter sein und man wird sich fragen müssen, ob es sein musste. Aber vielleicht wird er sich auch erholen und noch 5 oder 10, vielleicht auch länger gut leben.

Die Entscheidung ist gefallen. Die Dosis haben operieren lassen, du würdest das Tier einschläfern. Beides bedeutet, Gott zu spielen. Denn das einzig wahre und natürliche wäre es gewesen, nichts zu machen. Aber dann wäre der Kater wahrscheinlich qualvoll verreckt.
Ihm wurde eine Chance gegeben, du hättest ihn erlöst. Ganz ehrlich Muna, ICH weiß nicht, welche die bessere oder schlechtere Lösung ist. Ich finde beide richtig.
 
S

Surnia

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PS: Da die Situation so ist, wie sie nun mal ist, hoffe ich sehr, dass dem Tierchen noch ein langes und gute Leben gegönnt ist. Ich drücke euch die Daumen!
 
Claus

Claus

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Hallo,

es ist immer eine Grenzentscheidung...ich möchte Surnia zustimmen. Vielleicht erholt sich der Kater ja und hat wirklich noch einige sehr schöne Monate oder vielleicht sogar Jahre...was ich ihm und seinen Dosis von Herzen wünsche...

Ich drücke auf jeden Fall ganz doll die Daumen.

Liebe Grüße,

Claus
 

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