Mein armer Schatz, warum musstest du dich so quälen

  • Autor des Themas Puppi2004
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P

Puppi2004

202
24
Ihr Lieben,

Anfang Oktober verstarb unser Katerchen ganz plötzlich und qualvoll - und ich werde die Bilder der letzten Stunden nicht los. Ich denke schon länger, vielleicht hilft es mir, wenn ich mir einmal alles von der Seele schreibe. Also versuche ich das jetzt. Ihr müsst es nicht lesen, aber ich habe das Gefühl, ich muss das alles nochmal irgendwie loswerden. Ich weiss immerhin, dass IHR nicht denkt "Es ist ja nur eine Katze".

Geboren wurde er im Oktober 2004 und wir holten ihn 2005 aus dem Tierheim. Er war ein schlaksiger Jungspund, der zwischen all den süßen Babys kaum Chancen auf Vermittlung hatte. Er kletterte auf einen Kratzbaum, der neben mir stand und "gab Köpfchen", da war die Entscheidung gefallen.
In den ersten Tagen saß er noch in einem Karton unter dem Küchentisch, traute sich aber bald heraus und irgendwann hörten wir sein erstes Schnurren.
Seitdem war er unser Familienmitglied und Freund; wir bauten eine Katzenklappe ein und so konnte er rein oder raus, wann immer er wollte. Natürlich brachte er Tiere mit - Mäuse, Vögel, Hasenkinder. Manchmal tot, manchmal quicklebendig. Auch gab es Zankereien mit den Katzen und Katern aus der Nachbarschaft. Verschiedene Verletzungen. Oft Fieber, dann bekam er Antibiotika und ein paar Tage "Hausarrest". Einmal hatte er sich einen Stachel in sein Auge gerammt; damit mussten wir in die Tierklinik - er hat alles mitgemacht, auch die wochenlangen Behandlungen mit Augensalbe, Augentropfen, Tabletten. Ich brauchte keinen Helfer und musste ihn auch nicht in ein Handtuch wickeln. Ich kam immer alleine mit ihm zurecht, er hat immer mitgespielt und mich nie gekratzt oder gar gebissen. Wenn wir zum Tierarzt mussten, musste ich ihn natürlich überraschen, dann guuuut festhalten und ihn fix in seine Box setzen - aber auch da hat er sich nie richtig gewehrt, höchstens hat er versucht, abzuhauen.
Eines Tages hatte er auch eine gebrochene Schwanzspitze, seitdem hatte sein Schwanz einen ganz leichten Knick.
Also in den 14 Jahren hatten wir oft Sorgen und mussten nicht gerade selten zum Tierarzt.
Ich habe alles gemacht; wenn er sich komisch verhielt, habe ich ihn untersuchen lassen. Ich habe ihn impfen lassen, entfloht und entwurmt. Er fing an, sich viel zu kratzen und sich etwas Fell auszureissen, also habe ich sein Futter umgestellt. Vor zwei Jahren wurde ihm Zahnstein entfernt, wir liessen bei der Gelegenheit (Narkose) auch ein Ultraschall vom Bauch machen und ein grosses Blutbild. Nichts war besonders aufflällig.

Wir waren immer lieb zu
ihm, also war er auch immer lieb zu uns. Mit zunehmendem Alter wurde er NOCH anhänglicher, als er es sowieso schon immer war. Er kam häufig auf meinen Schoß, im Winter durfte er mit im Bett schlafen - er lag immer am Fussende auf der Bettdecke meines Mannes. Er weckte uns erst, nachdem der Wecker sowieso schon angesprungen war. Er holte uns in den Garten zum spielen. Wir spielten fangen und verstecken. Wenn wir spazieren gingen, lief er uns nach und rief, bis wir auf ihn warteten und dann ging er mit.
Wenn ich mich abends aufs Sofa legte, wartete er es kaum ab, bis ich mich zugedeckt hatte (ich musste immer ganz schnell sein). Dann kletterte er auf mich rauf und legte sich an meine Schulter.
Auf dem Weg zum Tierarzt versuchte er sich unsichtbar zu machen; auf dem Rückweg miaute er ungeduldig. Wenn ich von der Arbeit kam, wartete er auf einer Decke vor der Haustür.
In den letzten zwei Jahren machte ich Klickertraining mit ihm. Er konnte High-five und Guten Tag (also gib Pfötchen). Er liebte seine Leckerchen, war also auch bestechlich. Oft saß er in der Küche und ich stand in der Tür und wir "diskutierten", weil er nichts mehr bekommen sollte, aber gern noch etwas hätte. Irgendwann gab er grummelnd nach. Manchmal auch ich.
Einmal lag er neben dem Haus im Feld und antwortete, als ich ihn rief, kam aber nicht. Ich bekam einen grossen Schreck, aber damals hatte er nur ein verknackstes Bein.
Meine grösste Angst war immer, dass ich ihn eines Tages über- oder angefahren auf der Straße finden würde. Oder dass er einfach nicht mehr heimkommt.

Am Ende kam es beinahe noch schrecklicher.
Morgens war noch alles in Ordnung, er fraß etwas zum Frühstück und legte sich dann vor die Haustür in die Sonne. An diesem Tag hatten wir frei und wurstelten im Haus vor uns hin. Der Kater lag noch lange auf seiner Decke und lief dann ein bisschen draussen herum. Gegen abend dann lag er plötzlich im Flur auf der Fussmatte und atmete schwer. Er hielt ein Vorderpfötchen sehr komisch und so dachte ich mit Schrecken, das Bein sei verdreht, gebrochen oder sonstwas. Ich telefonierte mit der Tierärztin, die mir riet, ihm ein Schmerzmittel zu geben und etwas abzuwarten. Er legte sich in sein Katzenbett, ich versperrte die Katzenklappe und gab ihm das Schmerzmittel, was wir wegen diverser Zipperlein für den Notfall immer im Haus hatten. Ich setzte mich zu meinem Mann ins Arbeitszimmer, als ich den Kater plötzlich schreien hörte. Als ich nachsah, lag er wieder auf der Matte vor der Katzenklappe. Plötzlich legte er sich flach auf die Seite, rang nach Luft und schrie. In Panik rief ich nochmal die Tierärztin an, ich dachte er stirbt mir in diesem Moment. Wir sollten vorbei kommen.
Also holte ich den Katzenkorb und stellte ihn direkt neben den Kater. Normalerweise wäre er jetzt stiften gegangen, aber er blieb einfach liegen und sah mich an. Immer, wenn ich ihn anheben wollte, schrie er furchtbar vor Schmerzen. Ich stand heulend über dem Kater und erklärte ihm, dass ich ihn jetzt in den Korb heben müsse, weil wir zum Tierarzt müssen. Ich tat es so schnell wie möglich und fuhr mit ihm los. Unterwegs schrie und hechelte er. Kurz vor dem Tierarzt rang er plötzlich wieder nach Luft, schrie und übergab sich dann sehr angestrengt. Ich sprang quasi aus dem fahrenden Auto, drückte der Tierärztin den Katzenkorb in die Hand und lief dann nochmal raus, um mein Auto zu parken.
Die TÄ spritzte dem Kater etwas und setzte ihn auf den Boden, um ihn zu untersuchen und sein Laufverhalten zu überprüfen. Sie konnte nur feststellen, dass die Knochen offensichtlich heil waren, aber der Bauch war sehr schmerzempfindlich. Der Kater wurde etwas ruhiger und sie empfahl mir, ihn in die Tierklinik zu bringen. Die ist etwa 1 Stunde Autofahrt entfernt.
Ich rief meinen Mann zuhause an, holte ihn ab und wir fuhren auf die Autobahn. Mein Mann saß mit dem Handy als Navigationsgerät auf der Rückbank, neben mir auf dem Beifahrersitz rang mein Kater im Transportkorb um sein Leben. Die Fahrt kam mir endlos vor. Zwischendurch musste der Kater sich immer wieder übergeben, er schrie und steckte ein Pfötchen durch das Gitter. Ich werde dieses Bild nie vergessen.
Endlich in der Klinik angekommen sollten wir noch einen Moment auf die TÄ warten, aber dann flippte der Kater im Transportkorb völlig aus, also rief ich um Hilfe und die Tierarzthelferin entriss mir den Korb und verschwand mit dem Kater im Behandlungsraum.
Nach einer gefühlten Ewigkeit rief die Ärztin uns hinein. Sie hatten den Kater geröntgt, konnten aber nichts aussergewöhnliches erkennen. Ein Ultraschall hätte er in dem Moment nicht überlebt, also hatten sie ihn zur Stabilisierung mit einer Infusion, Sauerstoff und einer Wärmelampe versorgt. Die Ärtzin sagte uns, der Kater sei "mehr tot als lebendig", aber wenn er die Nacht überstünde, wollten sie ein Ultraschall machen.
Wir fuhren also ohne Katerchen die lange Strecke zurück. Morgens kurz nach dem Wecker klingelte dann auch das Telefon, unser Kater war am Morgen verstorben.
Ein nachträglicher Ultraschall zeigte, dass er ein oder mehrere Tumore im Bauch hatte. Einer davon war am Abend geplatzt. Mein Katerchen ist vor meinen Augen innerlich verblutet.
Ich war nicht bei ihm, als er starb.

Morgens ist noch alles in Ordnung, aber heimlich ist da innerhalb von wenigen Monaten im Bauch etwas gewachsen.... niemand konnte es wissen. Aber warum musste es platzen? Warum musste er sich so furchtbar quälen?
Ich habe unseren Kater am selben Tag aus der Tierklinik nach hause geholt und wir haben ihn im Garten an einem seiner Lieblingsplätze begraben. Bis heute zündet mein Mann jeden Abend auf seinem Grab ein Windlicht an.
Wir trauern immer noch sehr, er fehlt natürlich überall. Wenn wir aufstehen, wenn wir ins Bett gehen, wenn wir in der Küche sind, im Garten, wenn wir nach hause kommen, wenn wir im Wohnzimmer sitzen..... immer.
Die Impulse, zur Tür zu gehen und zu gucken, ob der Kater da ist, werden seltener. Auch das Weinen wird etwas weniger. Manchmal liegt die Decke komisch auf dem Sofa und dann erschrecke ich kurz. Oder ich höre ein Geräusch in der Küche.
ABER: diese letzten Bilder, wie der Kater sich gequält hat, das Übergeben, das Schreien, und das Pfötchen, was durch das Gitter des Transportkorbs nach mir getastet hat... das holt mich wie ein böser Film immer wieder ein. Beinahe täglich, immer überraschend, wenn ich irgendetwas tue oder an etwas völlig anderes denke... abends im Bett liege und lese.... plötzlich sind sie wieder da, diese Bilder und Geräusche. Dann muss ich weinen, springe auf, versuche mich abzulenken und die Bilder loszuwerden.
Manchmal frage ich mich, ob mir das jemals gelingen wird.
Hätte ich gewusst oder auch nur geahnt, was los ist, hätte ich ihn bereits bei unserer Tierärztin erlösen lassen. Der arme, arme kleine Kerl.

Ich entschuldige mich für diesen langen Beitrag und bedanke mich bei denen, die es bis hier her durchgehalten haben. Aber auch wenn es keiner liest - vielleicht hilft es, all das einfach mal niedergeschrieben zu haben. Ich bin schon wieder in Tränen aufgelöst.
Ich habe oft dieses Forum zu Rate gezogen bei allen möglichen Krankheiten meines Katerchens und möchte mich bei euch dafür bedanken.

Unser Katerchen war übrigens ein grauer Tiger namens Findus.
 
Zuletzt bearbeitet:
14.11.2018
#1
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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
claudiskatzis

claudiskatzis

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Hallo puppi,
Es tut mir sehr leid das Findus gehen musste. Ihr konntet nicht Ahnen das es ihm so schlecht ging und habt alles versucht um ihm zu helfen. Mach dir keine Vorwürfe.

Irgendwann trennen sich Wege, aber irgendwann kommen alle ans Ziel und sind wieder bei einander.

Run free Findus
 
Frau Flausch

Frau Flausch

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Auch von mir mein herzliches Beileid.
Weder ihr noch eure Tierärztin konnten wissen, wie schlimm es schon um ihn bestellt war. Macht euch daher bitte keine Vorwürfe, dass ihr noch in die Tierklinik aufgebrochen seid.
Alles Gute für dich!
 
Elvira B.

Elvira B.

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Für Findus
es tut mir sehr leid und ich kann dich gut verstehen, meine kleine Geli, Zwergpudeldame, hatte auch einen geplatzten, man kann es ihnen leider nicht ansehen:(
 
Tinaho

Tinaho

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Hallo Puppi,
tut mir unendlich leid um Findus.
Katzen sind Meister darin Schmerzen zu verbergen.
Ihr konntet nicht ahnen, dass Findus mehrere Tumore hatte.
Ihr habt ihn in der Tierklinik gelassen mit der Hoffnung, dass man ihm dort helfen kann und seid dafür eine lange Strecke gefahren.
Obwohl ihr nicht bei ihm ward hat Findus bestimmt gewusst wie sehr er geliebt wurde.

Findus ist bestimmt gut über die Regenbogenbrücke gekommen. Dort gibt es keine Schmerzen mehr.
Er ist jetzt ein Sternenkater der seinen Platz immer in euren Herzen haben wird.

Findus run free!

Traurige Grüße
Tina
 
Sylle

Sylle

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Es tut mir so unendlich Leid, das es so schlimm enden musste. Mein tiefstes Mitgefühl und ganz viel Kraft. Mache Dir bitte keine Vorwürfe. Ich konntet es nicht ahnen und habt alles, Euch mögliche, getan um ihm zu helfen. Ich muss grad wieder so weinen. Fühlt Euch lieb gedrückt.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

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216
Ja es ist wirklich schrecklich und man fühlt sich so hilflos. Es wird auch noch eine Zeit dauern, bis die Bilder verschwinden.... Aber du kannst nichts dafür, selbst wenn du Tage vorher beim TA gewesen bist, können Tumore wie aus dem Nichts wachsen.

Jetzt hat er keine Schmerzen mehr und ist in einem anderen Leben bei Euch. Im Leben der Erinnerungen, an die Freude die Findus in der gemeinsamen Zeit euch hinterlassen hat. Diese Tür wird sich öffnen und auch wenn man zur Zeit es noch nicht wahrhaben kann, weil man so traurig ist..werden die schönen Erinnerungen einen bereichern.

lg
Verena
 
Basije

Basije

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Es tut mir so leid dass ihr euren lieben Findus verloren habt. Ich fühle mit euch denn ich weiß wie weh es tut. Ich wünsche euch viel Kraft für die schwere Zeit der Trauer.
Lebe wohl kleiner Findus und grüße bitte meine 6 Sternchen von mir.
Traurige Grüße Kathi.
 
Blackmoon

Blackmoon

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10
Komm gut rüber Findus ! Und du fühl dich gedrückt.
Ich kann dich seeehr gut verstehen. Wir haben unseren Ian vor kurzen gehen lassen müssen. Lungenfibrose,akut. Hardere auch gerade noch mit ähnlichen Gedanken wie du. Hätte,könnte usw .... geh immer wieder seine letzten Tage durch. Aber wie bei Findus,es war vorher nichts zu merken,im Gegenteil.
Aber ihr habt alles getan,es konnte keiner ahnen und das wichtigste,Findus wurde geliebt von euch.

Ich wünsch euch ganz viel Kraft und irgendwann wirst du mit einem Lächeln wieder an ihn denken können.
 
rina2102

rina2102

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57
Auch von uns unser tiefes Mitgefühl . Ihr habt alles mögliche für Findus getan . Er ist für immer in euren Herzen.
Traurige grüße
MArina, Loona und Nala
Lieber Findus grüße bitte Miezi von uns
Run free
 
mennemaus

mennemaus

Ehren-Mitglied
7.757
55
Es tut mir so leid, dass ihr euren geliebten Kater Findus unter so schrecklichen Umständen vrloren habt. Mir standen die Tränen in den Augen, als ich gelesen habe, wie sein letzter Tag mit euch verlaufen ist. Trotz der schlimmen Umstände hat Findus die ganze Zeit gespürt, dass ihr alles versucht, um ihm zu helfen. So schwer es ist, dass ihr den Grund für seine Schmerzen nicht frühzeitig erkannt habt, und so sehr euch die Hilflosigkeit bedrückt, so war es trotzdem für Findus eine Beruhigung, dass er an diesem Tag nicht allein zuhause war. Ihr wart fast die ganze Zeit bei ihm und später wurde er in der Tierklinik mit Medikamenten versorgt und fachmännisch betreut.

Ich hoffe, dass die Erinnerungen an diesen letzten Tag irgenwann verblassen und all die schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Findus wieder im Vordergrund stehen. Findus hatte ein Leben voller Liebe und Fürsorge, er hat euer Herz vom ersten Moment an erobert und er wird für immer einen Platz in eurem Herzen behalten.
 
catsong

catsong

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Hallo Puppi,

ich habe es mir durchgelesen, und mir kamen auch die Tränen, es tut mir sehr leid.

Vorwürfe darfst du dir keine machen, ihr habt alles versucht. Auch dass ihr noch in die Tierklinik geschickt wurdet, da die TÄ die Ursache nicht erkennen konnte.

Euer Findus ist von seinen grausamen Schmerzen befreit, er wird für immer in euren Herzen bleiben, er hat gespürt, dass ihr alles für ihn tun wolltet und getan habt, er weiß sich von euch geliebt.

Traurige, mitfühlende Grüsse
 
S

Shakiramaus

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Liebe Puppi,
ich kann Dich soooo gut verstehen!!! Aus zweierlei Gründen antworte ich: 1. Freunde hatten einen Kater, der auch Findus hieß und der vor 2 Jahren mit 17 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen mußte und 2. was viel schlimmer ist, wir haben unser Herzblatt Shakira am 06.11. mit nur 9 Jahren auch gehen lassen müssen! Sie, die so eine wundervolle, liebevolle, verschmuste, zickenhafte Weggefährtin war, ließen wir nicht mehr aufwachen, als sich auf dem OP Tisch herausstellte, dass unsere über alles geliebte Kätzin einen Darmkrebs mit auffgeplatztem Tumor hatte. Ihr war ABSOLUT nicht mehr zu helfen! Wir, mein Mann und ich durften entscheiden: sollte Shakira wieder zugenäht werden und wir nehmen Sie wieder mit nach Hause (mit der Gewissheit, die Schmerzen kommen und wir müssen sie in ein paar Tagen trotzdem gehen lassen) oder wir lassen ihre eine weitere Spritze geben, mit der sie über die Regenbogenbrücke gehen darf. Shakira durfte gegen!!! Sie hatte nie Schmerzen, war bis eine Woche vor ihrem Tod noch fast die Alte. Wir hatten ja 2 Wochen vorher noch das große Blutbild machen lassen, weil ihr Appetit zusehends schwand, Röntgen lassen - alles war bestens UND DANN DAS???? UNFASSBAR!!! Auch ich habe ständig Zweifel, alles richtig und im Sinne meiner kleinen Zicke getan zu haben. Die TÄ tröstete uns jedoch mit den Worten: dass Sie Shakira haben gehen lassen, war der größte Liebesbeweis, den Sie Ihrer Shakira haben geben können! Sie waren bis zum Schluß (ausser im OP Saal!) bei ihr und sie litt zu keinem Zeitpunkt unter Schmerzen. Liebe Puppi, Ihr habt alles versucht, leider vergebens! Wenn es Dich etwas tröstet, mir geht es wie Dir, Shakira ist IMMER bei mir, egal was ich tue, meine Gedanken sind fast nur bei ihr und mir fehlt sie so sehr, das können wirklich nur Menschen verstehen, die Tiere lieben!!
In der Hoffnung, dass der Schmerz irgendwann nach läßt drücke ich Dich von Herzen!
Liebe Grüße Iris
 
P

Puppi2004

202
24
Ich danke euch allen für die mitfühlenden Worte, auch das hilft schon ein bisschen.
Ich werde bald 50 und habe schon ein paar tierische Familienmitglieder erlösen lassen müssen. Auch das war sehr traurig, aber friedlicher, so dass ich besser damit klar kommen konnte.
Und nun, ausgerechnet dieses mir am meisten ans Herz gewachsene Tier konnte ich nicht in den letzten Minuten streichelnd auf seinem Weg begleiten.
Manches mal dachte ich, wäre doch wenigstens mein Mann gefahren, ich hätte den Transportkorb auf dem Schoß halten können. Aber dann hätte ich ihn womöglich irgendwann geöffnet und dann wäre Findus in einer seiner furchtbaren Panikattacken ins Auto entkommen... es hätte eine Katastrophe gegeben.
Auch hatte ich offensichtlich das Gefühl, selber fahren zu müssen. So schnell wie möglich dafür sorgen, dass Findus Hilfe bekommt.
Aber hat er es verstanden? Ich werde es nicht erfahren und im Grunde ändert es nichts. Zuhause wäre er vor unseren Augen (sorry) elendig krepiert.
Nein, es gab keine andere Möglichkeit.
Und wäre ich in der Klinik bei ihm geblieben (wäre so etwas überhaupt möglich?), dann hätte er mich angesehen und ich hätte ihm nicht helfen können.
Ich kann es drehen und wenden wie ich will, es bringt weder ihm noch mir noch irgendetwas.

Viele stellten mir in der letzten Zeit die Frage "Und, holt ihr euch wieder eine Katze?"
Das ist sicherlich gut gemeint, dennoch bin ich wie vor den Kopf geschlagen. Wenn ein Freund oder ein Familienmitglied stirbt, "holt" man sich doch auch nicht einfach so nach kurzer Zeit einen Ersatz. Und das wäre es, ein Ersatz. Denn wir wollen doch nur unseren Findus wiederhaben.
Wenn es doch nur irgendwelche Anzeichen gegeben hätte, so dass wir die Zeit und die Möglichkeit gehabt hätten, uns von ihm zu verabschieden.
Aber so ist wohl das Leben.

Noch in seiner vorletzten Nacht schlief er in unserem Bett und stand morgens mit uns auf. Es ging ihm offensichtlich gut, das tröstet mich ein wenig.
 
rina2102

rina2102

2.124
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Ich bin mir sicher das Findus euch ein neues “Familienmitglied in Form einet Katze“ schicken wird wenn die Zeit dafür gekommen ist. Lasst euch Zeit zum trauern. Und eins steht fest, der kater oder die katze die irgendwann euren weg begleitet ist kein Ersatz für euren Findus.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.738
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Ich kann es verstehen, wenn so ein Seelentier geht, meint man es gibt keinen Platz für ein anderes Tier. Doch eines Tages gibt es diesen Moment auch wenn man nicht sucht..... es fehlt etwas. Wie lange es dauert kann man nie so beantworten.

Vielleicht wäre es doch tröstend, sich als private Pflegestelle bereitzustellen und Zaubermäusen einen schönen Start in ein Katzen/Menschenleben zu ermöglichen. Dann habt ihr zeitweise Samtpfoten im Haus, wo ihr die Verantwortung mittragt.

Wir gehen jeden Abend zu unseren Tieren, weil der Platz so gewählt wurde, dass man bei der Abendrunde mit Emma Es sehen kann. Es sieht auch schön aus, wenn unsere Mietzen uns heimleuchten und wenn wir daran vorbeigehen, fällt uns immer eine kleine Anekdote ein.

Trauern gehört dazu, denn die Tiere wachsen ja in den Familienverbund und sie werden zu einem wichtigen Teil.
 
claudiskatzis

claudiskatzis

8.775
409
Es wird nie einen Ersatz geben, aber vielleicht einen anderen Freund an der Seite, der einen Lächeln lässt , wenn man in ihm etwas „ bekanntes“ sieht.
Wer weiß? Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Tierchen in euer Haus und dann stellst du fest, das dein Herz doch noch ein eckchen frei hat .
Fühl dich gedrückt
 
Tinaho

Tinaho

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Kennst du "Testament einer Katze"?

Testament einer Katze
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.


Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.
(Margaret Trowton)
 
Janine-

Janine-

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Mein herzliches Beileid. Ich habe diesen Sommer im Juni auch meinen Seelenkater gehen lassen müssen. Und mir wurde auch schon mehrmals genau diese Frage gestellt. Eine Person sogar gerade einen Tag später, da war ich geschockt über die Taktlosigkeit.

Na ja jedenfalls schau ich zur Zeit auch mal hier und da und hab mich auch schon im Tierheim umgeguckt. Die Katzen wo mich ansprachen, wurden dann kurz vorher vermittelt. Und andere waren zwar auch süss und lieb, aber nicht passend.Es sollte einfach noch nicht sein. Von daher verstehe ich Sie nur zu gut. Mein Schatz ist immer noch so präsent auch wenn er körperlich nicht mehr da ist. Rede jeden Tag mit ihm und hab abends seine Kuscheldecke auf dem Sofa. Für viele mag das vielleicht komisch klingen, aber ich brauch das irgendwie als Trost. Mein Kater war auch ein vollwertiges Familienmitglied und deshalb kann ich mit jedem mitfühlen, der auch seinen Seelengefährten verloren hat.

Ich hoffe auch, dass unsere Felltiger wissen, dass wir nur das Beste für sie wollten. Aber so schlau wie sie sind, wissen sie das ganz bestimmt.
 

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