Hallo zusammen,
ich bin "Neuling" hier im Forum und schreibe somit meine ersten Zeilen hier.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt, das Thema zu lesen und mir ein paar Tipps geben könnt.
Zuerst kommt die Vorgeschichte, weiter unten das Problem - für die Lesefaulen
Im Juni 2017 brachten in der elterlichen Scheune zwei bis drei Katzen sehr zeitnah ihre Jungen zur Welt. Mit Hilfe einer Freiwilligen eines Tierheims konnten die Mütter nach einer Weile kastriert werden und die meisten der kleinen Katzen konnten vermittelt werden. Zwei blieben übrig: eine Katze ging in die Verwandtschaft und wir nahmen uns dem kleinsten und schwächsten Kater an. Wir hatten leider keine Ahnung von Katzenhaltung und mussten uns hier und da ein wenig einlesen.
Leider wussten wir auch nicht, dass bei Wohnungskatern, wie er einer ist, eine zweite Katze da sein sollte. Das machte er uns, vor allem nach unserem Umzug in eine größere Stadt im Januar 2018, mit dem wiederholten Kratzen an Möbeln schnell klar. Wir haben daher im März 2018 "Ria" aus dem Tierheim zu uns aufgenommen. Uns wurde versichert, dass sie mit anderen Tieren gut zurechtkäme und auch groß und stark genug sei, um sich durchzusetzen - unser kleiner Zögling war mittlerweile zu einem mächtigen Kater herangewachsen.
Ria ist drei Jahre alt und verbrachte auch knapp drei Jahre im Tierheim: dass sie sich sehr scheu verhalten würde, war uns klar. Wie empfohlen ließen wir Ria erst einmal zwei Wochen in einem eigenen Raum, um anzukommen. Dann öffneten wir die Türe und ließen unsere beiden Katzen sich kennenlernen.
Alles schien zu funktionieren: Ria versteckte sich zwar viel in Höhlen und kam auch nach einigen Wochen nur ganz vorsichtig heraus. Sobald wir uns bewegten, verschwand sie sofort. Ende April/Anfang Mai verstanden sich die beiden aber besser: sie lagen gemeinsam auf dem Kratzbaum oder der Couch (ohne uns, natürlich), aßen gemeinsam aus den Trockenfutter-Näpfen, liefen zusammen umher. Alles nur stellenweise und oft war auch mehrere Tage kein Katzenduo zu sehen, was für uns aber kein Problem war.
Ende Juni/Anfang Juli bzw. schleichend in den Wochen davor muss jedoch irgendetwas zwischen den beiden vorgefallen sein, was wir weder rekonstruieren noch uns daran erinnern können: Ria verkroch sich nun mehr und mehr im Kratzbaum und unser Kater, der übrigens Voldemort heißt, "lauerte" davor, schlich um sie herum und sprang auch los, um sie dann zu schlagen - Ria brummte in ihrer Höhle vor sich hin, schlug aber nicht zurück und wehrte sich nicht weiter. Unser Kater ließ sie nicht mehr zum Futter und ein, zwei Mal auch nicht mehr auf das Katzenklo, was wir an stark riechenden Sofakissen erfahren mussten. Im Tierheim wurde uns gesagt, das Brummen und ihr Verhalten seien ganz normal, Ria sei genervt von Voldemort, der ja noch viel jünger sei, das würde sich legen.
Das tat es leider nicht und wir mussten sogar soweit gehen, die beiden in der Wohnung zu trennen. Zu sehr haben wir uns um Rias Gesundheit Sorgen gemacht, wenn wir die beiden alleine ließen. Auch nach mehreren Anläufen und Versuchen seitdem konnten wir die beiden nicht mehr über längere Zeit zusammenlassen, was uns große Schmerzen bereitet: statt zwei Katzen haben wir zwei einzelne Katzen in der Wohnung, was für die Tiere natürlich nicht gut sein kann.
Unser Kater fängt mittlerweile wieder an, die Stühle im Wohnzimmer zu zerkratzen: genau das tat er, als er ganz alleine war und sich einsam fühlte.
Wir haben beide Katzen tief in unsere Herzen geschlossen und möchten uns nicht vorstellen, Ria noch einen Tag mehr zu ihren drei Jahren Tierheim zumuten zu müssen.
Dennoch müssen wir eine Lösung finden, bevor wir beide Katzen nur noch weiter belasten.
Ich danke euch für eure Hinweise und Tipps - und bitte nicht nur Belehrungen, die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, aber die Zukunft gestalten
Viele Grüße
Jan
Rahmenbedingungen:
Zwei-Personen-Haushalt,
je 35-40h Arbeitswoche, dadurch mindestens 6 Stunden am Tag außer Haus,
70qm Wohnung mit vier Kratzbäumen, vielen Liegeflächen und Balkon mit Katzennetz,
Katzen sind Wohnungskatzen, da die Hauptstraße angrenzt.