Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt

Diskutiere Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen, ich bin "Neuling" hier im Forum und schreibe somit meine ersten Zeilen hier. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt...
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #1
Donsiox

Donsiox

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Hallo zusammen,

ich bin "Neuling" hier im Forum und schreibe somit meine ersten Zeilen hier.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt, das Thema zu lesen und mir ein paar Tipps geben könnt.
Zuerst kommt die Vorgeschichte, weiter unten das Problem - für die Lesefaulen :)

Im Juni 2017 brachten in der elterlichen Scheune zwei bis drei Katzen sehr zeitnah ihre Jungen zur Welt. Mit Hilfe einer Freiwilligen eines Tierheims konnten die Mütter nach einer Weile kastriert werden und die meisten der kleinen Katzen konnten vermittelt werden. Zwei blieben übrig: eine Katze ging in die Verwandtschaft und wir nahmen uns dem kleinsten und schwächsten Kater an. Wir hatten leider keine Ahnung von Katzenhaltung und mussten uns hier und da ein wenig einlesen.

Leider wussten wir auch nicht, dass bei Wohnungskatern, wie er einer ist, eine zweite Katze da sein sollte. Das machte er uns, vor allem nach unserem Umzug in eine größere Stadt im Januar 2018, mit dem wiederholten Kratzen an Möbeln schnell klar. Wir haben daher im März 2018 "Ria" aus dem Tierheim zu uns aufgenommen. Uns wurde versichert, dass sie mit anderen Tieren gut zurechtkäme und auch groß und stark genug sei, um sich durchzusetzen - unser kleiner Zögling war mittlerweile zu einem mächtigen Kater herangewachsen.

Ria ist drei Jahre alt und verbrachte auch knapp drei Jahre im Tierheim: dass sie sich sehr scheu verhalten würde, war uns klar. Wie empfohlen ließen wir Ria erst einmal zwei Wochen in einem eigenen Raum, um anzukommen. Dann öffneten wir die Türe und ließen unsere beiden Katzen sich kennenlernen.

Alles schien zu funktionieren: Ria versteckte sich zwar viel in Höhlen und kam auch nach einigen Wochen nur ganz vorsichtig heraus. Sobald wir uns bewegten, verschwand sie sofort. Ende April/Anfang Mai verstanden sich die beiden aber besser: sie lagen gemeinsam auf dem Kratzbaum oder der Couch (ohne uns, natürlich), aßen gemeinsam aus den Trockenfutter-Näpfen, liefen zusammen umher. Alles nur stellenweise und oft war auch mehrere Tage kein Katzenduo zu sehen, was für uns aber kein Problem war.

Ende Juni/Anfang Juli bzw. schleichend in den Wochen davor muss jedoch irgendetwas zwischen den beiden vorgefallen sein, was wir weder rekonstruieren noch uns daran erinnern können: Ria verkroch sich nun mehr und mehr im Kratzbaum und unser Kater, der übrigens Voldemort heißt, "lauerte" davor, schlich um sie herum und sprang auch los, um sie dann zu schlagen - Ria brummte in ihrer Höhle vor sich hin, schlug aber nicht zurück und wehrte sich nicht weiter. Unser Kater ließ sie nicht mehr zum Futter und ein, zwei Mal auch nicht mehr auf das Katzenklo, was wir an stark riechenden Sofakissen erfahren mussten. Im Tierheim wurde uns gesagt, das Brummen und ihr Verhalten seien ganz normal, Ria sei genervt von Voldemort, der ja noch viel jünger sei, das würde sich legen.

Das tat es leider nicht und wir mussten sogar soweit gehen, die beiden in der Wohnung zu trennen. Zu sehr haben wir uns um Rias Gesundheit Sorgen gemacht, wenn wir die beiden alleine ließen. Auch nach mehreren Anläufen und Versuchen seitdem konnten wir die beiden nicht mehr über längere Zeit zusammenlassen, was uns große Schmerzen bereitet: statt zwei Katzen haben wir zwei einzelne Katzen in der Wohnung, was für die Tiere natürlich nicht gut sein kann.

Unser Kater fängt mittlerweile wieder an, die Stühle im Wohnzimmer zu zerkratzen: genau das tat er, als er ganz alleine war und sich einsam fühlte.

Wir haben beide Katzen tief in unsere Herzen geschlossen und möchten uns nicht vorstellen, Ria noch einen Tag mehr zu ihren drei Jahren Tierheim zumuten zu müssen.
Dennoch müssen wir eine Lösung finden, bevor wir beide Katzen nur noch weiter belasten.

Ich danke euch für eure Hinweise und Tipps - und bitte nicht nur Belehrungen, die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, aber die Zukunft gestalten :)

Viele Grüße
Jan

Rahmenbedingungen:
Zwei-Personen-Haushalt,
je 35-40h Arbeitswoche, dadurch mindestens 6 Stunden am Tag außer Haus,
70qm Wohnung mit vier Kratzbäumen, vielen Liegeflächen und Balkon mit Katzennetz,
Katzen sind Wohnungskatzen, da die Hauptstraße angrenzt.
 

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  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #2
Hallo Donsiox,
Herzlich Willkommen im Forum, schön dass du dich angemeldet hast.
Leider kann ich dir bei deinem Problem nicht so wirklich helfen.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass beide Katzen kastriert sind (sorry falls ich es überlesen haben sollte).
Wir haben hier jemanden im Forum, der sich ziemlich gut mit Verhaltensproblemen und Vergesellschaften auskennt.
Ich denke das @Geek dir sicher weiterhelfen kann.

LG
Tina
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #3
Hallo Tina,

danke für deine Antwort - das wollte ich gerade noch ergänzen. Beide Katzen sind kastriert worden, Voldemort über uns, Ria über das Tierheim.

Für sich sind beide Fellnasen ganz tolle Mitbewohner:
Voldemort übertreibt beim Spielen leider manchmal, wodurch die Arme hin und wieder aussehen, als wäre man in einen Dornenbusch gefallen. Dafür ist er unheimlich verschmust und folgt einem, fast wie ein Hund, auf Schritt und Tritt.

Ria ist schüchtern, aber sehr neugierig: sie beschnuppert alles, was in die Wohnung hineinkommt - außer Menschen :)
Ohne unseren Kater im Raum darf man sie beim Leckerli-geben auch an Kopf und Rücken streicheln. Ohne Sticks als Gegenleistung lässt sie das aber nicht zu :) Sie ist sehr vorsichtig, macht sich immer einen Fluchtweg frei, bevor sie etwas erkundet und miaut in sehr hoher Stimmlage.

Danke fürs Weiterverlinken :)

Gruß
Jan
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #4
Herzlich willkommen hier im Club der Katzenfreunde oder Katzenverliebten!
Och Mensch, das liest sich gar nicht gut. Aber Tina hat ja schon einen guten Geist gerufen.
Ich drück euch die Daumen das euch jemand einen guten Rat an die Hand geben kann
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #5
Hi,
bin schon da, super ein Video :) und ich finde das gar nicht so schlimm.
Der Sprung in die Höhle sieht zwar recht heftig aus, aber das ist mehr stänkern und eine Aufforderung zum Raufen, als ein ernsthafter Angriff.

Ihr habt das typische Kater/Katzen Problem: Kater will Kräfte messen und raufen, Katze findet das megaschlimm.
... und die typisch Lösung dafür ist: Ein zweiter Kater, mit dem sich Voldemort prügeln kann und Ria somit viel mehr Ruhe bekommt, da sie längst nicht mehr so interessant ist.
Hier ist das wunderbar beschrieben:

Sollte ein zweiter Kater nicht gehen, oder ihr wollt das nicht, dann hilft nur noch lebenslange Erziehung der beiden.
Voldemort muss ausgebremst werden, wenn er auf Ria losgeht und Ria muss auch gebremst werden, wenn sie grundlos Voldemort anfaucht (passiert bestimmt schon, wenn er nur in die Nähe kommt)

Das geht sehr gut mit dieser Methode:


Lest euch mal die Links gut durch, etwas einwirken lassen, dann nochmals lesen und dann gerne weitere Fragen stellen.
Ergänzung ()

Und ihr soltet natürlich auch versuchen Voldemort so gut wie möglich auszupowern.
Wenn ihr verkratzte Arme habt, dann macht ihr das momentan etwas suboptimal. ;)

Zum Raufen ist z.B. so etwas viel besser geeignet:


Mit etwas Glück reicht ihm das schon um seine Rauflust auszuleben und bringt Besserung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #6
Hallo Claudi und Geek,

danke für eure Beiträge und Links, ich werde mir jene einmal genauer durchlesen und melde mich wieder.
als ein ernsthafter Angriff.
Den hatten wir bisher zwei Mal - als Ria "frei" in der Wohnung saß und Voldemort sie ungestört angreifen konnte - danach lagen dann auch ein paar Büschel schwarze Haare auf dem Boden :cry:

und Ria muss auch gebremst werden, wenn sie grundlos Voldemort anfaucht
Sie faucht sehr selten - eigentlich ausschließlich nach den Angriffen. Wenn wir ihr zur falschen Zeit zu nahe kamen hat sie zu Beginn gefaucht, das hat stark nachgelassen. Ria brummt eher, wenn sie Voldemort sieht - auch nicht besser...

Viele Grüße
Jan
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #7
Ein paar Büschel Haare sind vollkommen normal.
Wenn ihr nach einem "Angriff" zum Tierarzt müßt, dann war das ernsthaft.
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #8
Danke dir für die Einschätzung - Ria hat es uns dabei etwas übel genommen und fiel erst einmal circa eine Woche in den Status nach Aufnahme im März zurück...

Ich habe den ersten Text nun durch (Regeln) und ja, einiges davon haben wir nicht so umgesetzt. Anderes haben wir tatsächlich mit der Zeit so entwickelt, wie du es auch schreibst (z.B. aus dem Zimmer jagen, nicht tragen).

Zu der Option eines zweiten Katers hätte ich eine Frage:
in einer "normalen" Wohnung (kein ausgewiesenes Katzenparadies) ohne Freigang, klappt das platzmäßig mit drei Katzen? Denn 3+1 Katzenklos bekomme ich dann langsam aber sicher nicht mehr unter... Und generell: wo "findet" man Wohnungskatzen zum Aufnehmen? Wir waren damals bei mehreren Tierheimen und alle Katzen wurden nur an Freigängerhaushalte vergeben, selbst wenn die Katze in ihrem Leben nicht eine Woche auf Achse war.

Viele Grüße
Jan
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #9
Also ich denke schon das 70qm ausreichen, man kann ja auch versuchen, in die Höhe zu bauen z.B. mit Catwalks, Schränken, etc.
Auch wenn man sagt immer ein Klo mehr als Katzen ist das nicht zwingend notwendig. Meinen Beiden würde z.B. auch ein Klo reichen (in ihrem "Urlaubsdomizil" müssen sie sich auch eins teilen), kommt halt immer auf die Katzen an.

Falls ihr euch für eine ritte Katze entscheidet könntet ihr z.B. Taskali oder Anjuli hier im Forum anschreiben. Überhaupt würde ich euch weniger zu einem Tierheim und mehr zu einer guten Pflegestelle raten, die können ihre Katzen oft besser einschätzen.
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #10
Hallo, herzlich willkommen!
Bei uns hat die dritte Mieze richtig Entspannung gebracht, da unser Kater- ein Superschaf, aber schmuse- und spielwild- unausgelastet war und unserer Etepetete- Königinmutter immer wieder lieb, aber aufdringlich auf den Keks ging.
Eingezogen ist dann als Dritte eine wilde Hummel, die sich nix sagen lässt, gerne mal mit dem Kater wild rauft, aber Beide ständig zusammen rumziehen. Und alle sind begeistert. Königinmutter mischt mit, wenn sie will und hat ansonsten ihre Ruhe.
Die beiden Miezen der PS sind super Katzenverträglich; da lernt unsere Ziege auch noch täglich dazu. Es mit dem Kater und dieser Katze zu versuchen lag an der tollen Einschätzung der PS, die die Tiere sehr gut kannte, sonst hätten wir uns nicht getraut..LG
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #11
Hallo Ilvy,

danke für deine Eindrücke!

Anbei ein etwas älteres Bild unseres Katers, einfach weil es so schön ist :giggle:

Viele Grüße
Jan
 

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  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #12
Ich sehe noch etwas mehr als Geek. Für Katzen ist Anstarren sehr unhöflich und kann auch als Aggressivität gewertet werden.
Und der Kater starrt eindeutig. Wahscheinlich verhält er sich auch sonst so.

Wie alt war denn der Kater, als er zu euch kam? Und wie lange war er dann allein bei euch?
Mir scheint, hier fehlt die Sozialisation.

Die Wahl von Ria war leider nicht so glücklich. Eine Katze, dazu noch eine scheue, über deren Vergangenheit man wahrscheinlich nichts weiß.
Aber wie Geek schreibt, die Lösung ist ein weiterer Kater.
Diesmal aber ein Kater, der gut sozialisiert ist. Ich würde zu einem Kastraten aus einer Zucht raten. Diese sind alle gut sozialisiert und man kann gut einschätzen, ob es passt. Ich würde dieses Mal auf jeden Fall auf Nummer Sicher gehen.

Erziehung ist bei euch notwendig, da der Kater Grenzen kennenlernen muss. Starren müsst ihr unbedingt unterbinden. Und Klo- bzw. Futtermobbing.
Aber das wird das Kratzproblem nicht lösen. Der Kater braucht einen anderen Kater zum Raufen.
Bei mir leben 4 Katzen auf 60 qm. Die vier haben 3 Klos, bei mir klappt da gut.
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #13
Hallo Frigida,

Für Katzen ist Anstarren sehr unhöflich und kann auch als Aggressivität gewertet werden.
Und der Kater starrt eindeutig.
Da hast du leider recht - ich habe jetzt nach den Tipps in den Links weiter oben damit begonnen, ihn immer mit Namen zu ermahnen, wenn er zu starren beginnt. Wenn er weiterstarrt, werde ich lauter und wenn er sich dann noch annähert, wird er für eine halbe Stunde aus dem Raum rausgejagt.

Wie alt war denn der Kater, als er zu euch kam? Und wie lange war er dann allein bei euch?
Mir scheint, hier fehlt die Sozialisation.
Auch hier hast du leider absolut Recht. Er war wenige Wochen alt und schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel bei seiner Mutter, welche sich zurückgezogen hatte. Er war knapp ein halbes Jahr, bis auf gelegentliche Kontakte mit dem Hund des Elternhauses, ganz allein....

Die Wahl von Ria war leider nicht so glücklich.
Ja, leider....

die Lösung ist ein weiterer Kater.
Das werde ich mit meiner Freundin besprechen, ob wir das in Betracht ziehen können.
Im Mietvertrag steht leider EINE Katze, wir haben schon zwei - bei dreien wird das irgendwann heikel...

Erziehung ist bei euch notwendig, da der Kater Grenzen kennenlernen muss.
Wir werden unser bestes geben - wenn ihr ergänzend zu den Links und anhand meiner Beschreibungen weitere Tipps habt, würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Jan
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #14
Mein Vermieter wusste nur von 2 Katzen, hat aber ganz locker reagiert, das es inzwischen 4 sind.
Bei mir musste auch noch ein Kater her, so ganz unbekannt ist mir das Problem nicht. Ich habe mich nicht getraut, meinen Vermieter zu fragen, aber der Kater war unbedingt notwendig.
Hat hier die Lage auch gut entspannt. Imano war ein Glücksgriff und kam prima mit Mailo und Milka zurecht.
Inzwischen trietzt er Milka öfter als Mailo, der sie kaum noch jagt. Aber die beiden spielen auch miteinander, also ist alles gut.

Probier es aus, schau wie es läuft und berichte weiter. ?
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #15
Das Thema einer dritten Katze bzw. eines zweiten Katers können wir leider erst ab Mai 2019 ernsthaft überdenken, denn bis dahin bin ich im Ausland und möchte meiner Freundin diese neue Aufgabe nicht alleine zumuten.

Wir haben nun beim Fachhändler das System Feliway Friends gekauft und installiert und sind gespannt, ob wir damit Änderungen bemerken können. Das zeitweise Zusammenführen der beiden klappt auf jeden Fall immer ein wenig länger :)
Allerdings muss man beide immer beobachten und reagieren können, deshalb ist das komplette "Öffnen der Grenzen" noch nicht möglich...

Zudem habe ich im Forum ein paar Tipps zur Futterzusammensetzung der Katzen gelesen. Bisher gab es immer ein Schälchen Nassfutter am Morgen und den restlichen Tag haben beide Trockenfutter gegessen. Wenn ich es richtig verstanden hatte, sollte der Nassfutter-Anteil überwiegen und Trockenfutter nicht immer unbegrenzt, sondern nur in Maßen zur Verfügung stehen. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege ;)
Daher gibt es nun 100g Morgens und 100g Abends pro Katze und in der Zwischenzeit steht ein kleines Schälchen Trockenfutter zur Verfügung. Passt das?

Unsere Ria lässt sich mit dem Nassfutter immer sehr viel Zeit, während unser Kater sofort darüber herfällt und alles auf einen Schlag vernichtet. Ria isst eher Trockenfutter, sogar wenn das Nassfutter noch daneben steht. Was meint ihr dazu? Passt ihr "nur" das Futter nicht oder habt ihr auch Katzen, die lieber Trockenfutter essen?

Viele Grüße
Jan
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #16
Trockenfutter am besten ganz weglassen :) Nur als LEckerchen oder z.B. fürs Fummelbrett nutzen, dass ist ungesund und macht fett. Wie Süßigkeiten. Darum fressen es Katzen auch lieber, auch, weil da viele Zusatz- bzw. Lockstoffe drin sind. Ich persönlich empfehle immer hochwertiges Nassfutter und das rund um die Uhr (ad libitum). solange die Katte (Ria?) zumindest ein bisschen frisst ist das ok, nur gar nichts fressen geht überhaupt nicht. Und das sie lieber Trockenfutter frisst ist klar, wenn du einem Kind Bonbons und Gemüse zur Auswahl bietest, wird das Kind in der Regel auch die Bonbons bevorzugen :D

Ich würde das Trockenfutter einfach mal weglassen und (hochwertiges!!) Nassfutter hinstellen und stehen lassen. Wenn leer ist auffüllen., auch wenn der Kater in der ersten Zeit alles vernichten wird. Normalerweise entwickeln Katzen mit der Zeit ein normales Sättigungsgefühl und so alt ist der Kater ja glaube ich noch nicht?

Und 200g Nassfutter sind je nach Katze und Futter nicht unbedingt viel ;) So viel hat meine kleine zierliche Pflegekatze damals am Tag gefressen und sie war eher eine schlechte Esserin :D Da kann es gut sein, das euer Kater einfach Kohldampf schiebt^^
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #17
wenn du einem Kind Bonbons und Gemüse zur Auswahl bietest, wird das Kind in der Regel auch die Bonbons bevorzugen
Hallo Julia, interessant, dass du das so beschreibst. Unser Kater würde nie auch nur auf die Idee kommen, Trockenfutter dem Nassfutter vorzuziehen :oops:

Wobei in Trockenfutter ja deutlich mehr "Gemüse" enthalten ist als in Nassfutter, oder :D

Ich finde die Fütterungsempfehlungen auf Dosen/Packungen nicht immer wirklich hilfreich. So gab es nur einen einzigen Hersteller, der auf eine Kombinationsfütterung eingegangen ist. Der Rest gibt z.B. 300g Nassfutter für eine 5 Kilo Katze oder XY-Gramm Trockenfutter an - nicht, wie viel bei welcher Kombination, das ist etwas schade.
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #18
Die Empfehlungen sind auch überhaupt nicht hilfreich, da jede Katze andere BEdarfswerte hat. Auf die würde ich gar nichts geben. Eine Katze mit gutem Sättigungsgefühl frisst so viel wie sie braucht ;) Und mag sein das mehr "GEmüse" enthalten nur leider sind Katzen Fleisch-und keine Gemüsefresser. Außerdem sind Katzen von Natur aus Wüstentiere und trinken von sich aus wenig, nehmen Flüssigkeit stattdessen übers Futter auf. Die ideale Nahrung wäre (außer Mäuse und Co.) demnach möglichst viel Fleisch, ein paar Ballaststoffe und viel Flüssigkeit. Im Idealfall hat ein gutes Nassfutter also viel (Muskel)Fleisch, ein paar Ballaststoffe (maximal 5%) und viel Feuchtigkeit.

Als Beispiel kann ich dir mal erzählen wies bei uns läuft: MEine zwei "Kleinen" (Kampfgewicht je 4 Kilo "klein xD ) sind Anfang April geboren, also knapp 9 Monate und kamen mit 3,5 Monaten zu mir. Es gab genau 2 Wochen Nassfutter und seitdem Barf mit ab und zu Dosenfutter. Vorher lebten sie draußen und auf der Pflegestelle gabs auch nur Nassfutter soweit ich weiß. Meine beiden kämen auch nie auf die Idee, Trockenfutter als Hauptnahrung zu fressen. Sie kennens nicht. Im Gegenteil, ganz oft gehen sie sogar weg wenn es Trockenfutter als Leckerchen gibt und futtern lieber ihr Barf. Die verzichten freiwillig auf Leckerchen. Und Wasser trinken sie nur ganz selten zusätzlich, meistens nur, wenn es einen Tag viel LEckerchen in Trockenfutterform gab. Sonst nehmen sie fast ihre ganze Nahrung übers Nassfutter bzw. Barf auf.

Also vielleicht ist es bei eurem Kater einfach "Gewohnheitssache" das er kein Trockenfutter frisst. Meine Pflegekatze hat auch NUR Trockenfutter gewollt, weil sie es nicht anders kannte. Selbst als ich sie dann ans Nassfutter gewöhnt hatte, Trockenfutter war immer Nr. 1. Kann natürlich auch Geschmackssache sein. Trotzdem: Trockenfutter ist im VErgleich zum Nassfutter einfach kein gutes Futter. Es ist weder artgerecht (wobei man bei Wohnungskatzen über artgerechtes Futter eh streiten kann^^), noch hat es (in der Regel) eine gute Zusammensetzung und es macht halt dick und steht im VErdacht viele Krankheiten z.B. an den Nieren zu begünstigen.

Aber das ist nur meine MEinung, wie gesagt ich würde auf ein gutes Nassfutter umstellen und Trockenfutter nur als Leckerle.
Ergänzung ()

Achja vielleicht ergänzend: In ihren Hochzeiten haben meine zusammen knapp über nen Kilo Barf am Tag verdrückt, allerdings sind sie auch noch Kitten im Wachstum^^ Aber so viel dann zu 200-300g am Tag xDDD
 
  • Der Starke und die Scheue - Gewalt im Katzenhaushalt Beitrag #19
Hi zusammen,

gibt es noch Ratschläge zur Katzenfütterung oder müsste ich dafür ein neues Thema im passenden Unterforum eröffnen?
Ich möchte auch keine riesige Diskussion um Inhaltsstoffe etc. anfeuern, nur einige Tipps zur "Dosierung".
Unser Voldemort putzt die 200g Nassfutter (2x100g) in wenigen Minuten weg, während bei Ria die 100g Schüssel einen ganzen Tag reicht - und ggf. sogar etwas übrig bleibt :oops: Dafür kann es bei ihr schon einmal vorkommen, das habe ich in den letzten Wochen und Monaten beobachten können, dass sie dann an einem Tag geschätzt 250g Trockenfutter vernichtet :D. Allerdings trinkt sie dann auch viel aus den diversen Näpfen, um die Flüssigkeitsaufnahme auszugleichen. Bei Sticks als Leckerlis, Knuspertaschen oder Schleck-Snacks sind beide immer voll dabei - egal ob aus der Hand oder aus dem Katzenspielzeug.

Viele Grüße
Jan
 
Thema:

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