Katzen zur Zusammenführung alleine in einen Raum stecken?!

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marthe2305

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Hallo ihr Lieben,

Wir haben eine ca 3-jährige freigänger Katze namens Mally. Vor 3 Tagen haben wir spontan einen einjährigen Kater ( auch freigänger) dazugeholt, den wir über einen Kontakt von Bekannten bekommen haben. Seine alte Familie muss aus Krankheitsgründen nach Österreich ziehen und der Kater kann leider nicht mit. Da sie nur noch 2 Tage bis zum Umzug hatten und sich sonst niemand gefunden hat, haben wir uns dazu entschieden, es mal mit ihm zu probieren. Leider ist der Kater weder Kastriert, noch geimpft noch gechipt.
Als wir also mit ihm nach Hause kamen, haben wir ihn in seinem Korb gelassen und wollten erstmal sehen wie unsere Katze auf ihn reagiert. Anstatt ihn aber zu beschnuppern hat sie ihn nur aus einer gewissen Entfernung misstrauisch beäugt, ihren Schwanz aufgeplustert und den Rückzug angetreten. Danach haben wir ihn in den Flur gesetzt und ihn raus gelassen, Mally haben wir im Wohnzimmer gelassen. Für die Tür zum Flur haben
wir ein Gitter gebastelt, damit sie sich erstmal nur sehen. Der Kater hat allerdings keine Zeichen von Schüchternheit gezeigt, und alles wo er ran kam mit dem Kopf markiert, ohne Mally zu beachten, die noch immer extrem misstrauisch in der hintersten Ecke des Wohnzimmers hockte. Weil wir es nicht schlau fanden, ihn das Haus alleine zu beschnüffeln lassen, ohne das Mally etwas dagegen tun konnte, dachten wir uns es sei eine gute Idee die Türen zu öffene und sie zusammen zu lassen, damit Mally eine Chance hat ihr Revier zu vertreidigen. Leider stellte sich das als eine schlechte Entscheidung heraus. Der Kater markierte also fröhlich die Küche und als er Mally sah, kam er schnurstrackt mit aufgerichtetem Schwanz auf sie zumarschiert. Mally reagierte indem sie sich ganz klein machte, ihr Fell und ihren Schwanz dick auplusterte, ihn anfauchte und laut keifte. Er ging weiterhin auf sie zu, miaute zwischen durch und machte ein schmatzendes Geräusch (?) ( dazu muss gesagt werden dass der Kater mit seiner Schwester zusammen aufgewachsen ist und auch dort der Chef war; Mally hat diese Art von Verhalten auch schon gegenüber unseres Nachbarkaters gezeigt, allerdings kann man nicht sagen, dass sie unsozial ist, denn sie hat draußen auch ein paar Katzenfreunde.) Dann trat sie die Flucht an und wollte durch die Katzenklappe verschwinden, die aber nicht schnell genug ausgelöst hat. Also trenten wir die beiden wieder. Der Kater hat nun als Übergang den Dachboden für sich wo wir ihn oft besuchen und mit ihm kuscheln und spielen. Er ist wirklich sehr lieb und verschmust. Mally traut sich seit diesen Ereignissen nicht mal mehr die Treppe in der ersten Stock hoch und schläft wenn wir nicht da sind, auf einem Schrank.
Uns ist es wirklich wichtig dass sich Mally in ihrem Zuhause wohl fühlt und wir haben furchtbare Angst, dass sie abhauen könnte, wir wollen sie aber auch nicht einsperren weil wir so wenig wir möglich ihre Gewohnheiten einschränken möchten.
Gestern waren wir mit dem Kater bei der Tierärztin. Sie war erstmal sehr verwundert, dass wir dachten Mally könnte sich über einen Spielkameraden freuen, wo Katzen doch eher Einzelgänger sind und sie bisher sehr gut ohne eine andere Katze auskam und ihre sozialen Kontakte auf ihren Streifzügen stattfanden. Das stimmt natürlich aber wir würden auch gerne mal in den Urlaub fahren ohne uns Sorgen machen zu müssen, dass unsere Katze einsam ist oder abhauen könnte und sich ein neues Zuhause sucht. Die Tierärztin meinte außerdem, sie hielte nichts von dieser gefühlsduseligen Zusammenführung, von wegen die Katzen in getrennten Zimmern halten und nach und nach aneinander gewöhenen. Sie sagt wir sollen die beiden einfach zusammen für eine Stunde alleine in ein Zimmer setzen und das unter sich ausmachen lassen.
Was haltet ihr davon? Ich würde mich wirklich über ein paar Erfahrungsberichte und Meinungen freuen!

Liebe Grüße Marthe :)
 
04.01.2019
#1
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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
Geek

Geek

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Hi,
erstmal hör nicht auf deine TÄ.
Nach der Beschreibung würde nach 1 Stunde "Zwangszusammenführung" deine Mally ein Nervenbündel sein und im eigenen Urin sitzen.
Dann würde ich dem Kater kastrieren lassen, am besten gestern und egal was auch immer noch passieren wird.

Generell klingt diese Spontanvergrößerung suboptimal.
Der Kater ist selbstbewußt, mit 1 Jahr ein Energiebündel und sucht Kontakt.
Mally ist eine Einzelkatze (soziale Kontakte im Freigang zählen nicht), mistrauisch gegenüber ihm, hat Angst und würde sich dem Ganzen am Liebsten durch Freigang entziehen.
Ich würde weiter mit Gittertür arbeiten, bis Mally ihre Angst vor den Kerl verloren hat.
Natürlich sehr blöd für den Kater, der ja Katzengesellschaft bevorzugt.
Ist eine dritte Katze ein Option? Ich denke an seine Schwester, was ist mit der passiert?
 
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marthe2305

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Hey
Erstmal danke für die schnelle Antwort!
Eine dritte Katze ist keine Option. Abgesehen davon wurde die Schwester schon an ein neues Zuhause vermittelt bevor wir den Kater abgeholt haben.
Mittlerweile geht Mally schon gar nicht mehr raus sondern verbringt ihre Zeit im Wohnzimmer. Ab und zu geht sie in den Flur und wagt sich ein paar Stufen nach oben, tritt dann aber wieder den Rückzug an. Vorhin bin ich mit ihr EIN Stockwerk nach oben gegangen, sie hat aber sofort wieder die Flucht ergriffen.
Das mit dem Gitter scheint auch problematisch. Bei alternative A: Gitter zwischen Wohnzimmer und Flur hätte Mally nur das Wohnzimmer und die Küche und der Kater weitaus mehr vom Haus, nämlich den Flur und Teile des oberen Stockwerks und Mally hätte keine freie minute mehr und könnte sich gar nicht mehr entspannen. Alternative B wäre dass das Gitter zwischen Dachboden und Rest der Hauses kommt, jedoch meidet Mally es ja jetzt schon nach oben zu gehen. Wahrscheinlich wird sie einfach ignorieren dass er da oben ist.
 
Geek

Geek

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Hi,
du denkst da falsch und willst Mally "schonen".
Wenn du dein Mindset nicht auf "Zwei Katzen leben jetzt im Haus, zwei Katzen bleiben im Haus, zwei Katzen werden sich auch vertragen, keine Katze hat Sonderrechte" umstellst, kannst du ganz brutal gesprochen das Ganze gleich wieder abblasen.
Denk mal darüber etwas nach, solange du Mally schützen willst, verstärkst du nur ihre Angst: "Ohh, Dosi ist besorgt und tröstet mich, dann habe ich recht und der neuen Kater will mich wirklich fressen"

Und lass den Kater kastrieren!
 
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marthe2305

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Natürlich wird der Kater kastrieren! Nur wollten wir nicht so viel Geld investieren solange wir nicht sicher sind ob das mit den beiden klappt. Die Tierärztin hat allerdings angeboten, sie würde die Kosten erstmal übernehmen und dann ggf. von neuen Besitzern wieder einholen. Evtl. würde sich sogar etwas im Umgang mit den Beiden ändern wenn er erstmal kastriert ist. Was meinst du?
 
Geek

Geek

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Ja, durch Kastration kann sich vieles ändern.
Das ändert aber nichts daran, dass du dich zuerst entscheiden musst, ob du wirklich viel Mühe in beide Katzen stecken willst.
Niemand kann jetzt eine Prognose geben, ob das mit den beiden "klappt".
Auch durch die Kastration werden die nicht sofort Freunde, aber nach Wochen/Monaten mit aktiver Hilfe durch dich, sollte ein harmonisches Miteinander entstehen.
 

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