Meine Erfahrungen,Meinung erbeten :)

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Blackmoon

Blackmoon

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Wenn ich hier falsch bin,bitte verschieben.
Ich wollte mal meine Erfahrungen mit dem Tierschutz mit euch teilen. Hier sind ja selbst einige aktiv Pflegestelle/in der Vermittlung usw.
Vorsicht,längerer Text.

Also wir haben bisher alle unsere Fellhintern aus dem Tierschutz und inzwischen durchwachsene Erfahrungen damit. Leider. Auch meine Hündin die ich als Kind hatte,stammte aus dem Tierheim.
Zunächst waren da Sam und Julchen die heute nicht mehr da sind. Sam hatte ich aus dem Tierheim,er wurde mir -rückblickend- zu jung gegeben (seine Augen waren noch blau,Mutter allerdings nicht mehr vorhanden) als Kätzin gegeben und Einzelkatze. Es wurd zwar gefragt ob ich nicht gleich eine zweite dazu nehmen wolle,aber ich sagte damals "eine reicht mir erst einmal" Gut,ich schloss eine zweite nicht ganz aus,aber ich dachte,das es mehr Arbeit wäre etc.pp Schlecht informiert,nicht richtig mit der Haltung auseinandergesetzt etc. Fehler die wohl einige hier am Anfang auch gemacht haben. Aber er war gesund und munter und auch ich stellte nach zwei Wochen selber fest,es ist kein Mädel *schmunzel*

Ein Jahr später zog Julchen ein. Aus einer Notfallstelle. Da gleich als Zweitkatze angegeben,das Alter passte (sie war etwa 12 Wochen,wenn auch etwas klein .. das blieb sie auch) Sie hatte Milben und Würmer wie ich zu Hause feststellte,worauf sie gleich zum Doc wanderte und behandelt wurde. Lebte sich aber super schnell ein,verstand sich mit Sam ansich zunächst sehr gut. Im Schutzvertrag war festgehalten das/wo sie kastriert werden sollte und die Kosten mit der Schutzgebühr gleich gedeckt.
Das Milben und Würmer im Vorfeld angeblich nicht festgestellt wurden,machte mit erst rückblickend etwas stutzig. Denn ansich machte der kleine Verein einen guten Eindruck.
5 Jahre später holten mein Mann und ich dann zusammen Momo. Da die Beziehung zwischen Sam und Jule etwas ruppig geworden war (von wegen Kater,anderes Spielverhalten) ausserdem mussten wir ihn in der Wohnung halten und er durfte nicht mehr raus. Und wir dachten,wenn wir einen zweiten Kater dazu nehmen,hat Julchen mehr Ruhe und Sam ist besser ausgelastet,vermisst den Freigang auch nicht mehr so. Und so war es auch.
Momo saß in der Nachbarstadt auf einer Pflegestelle vom örtlichen Tierheim. 16 Wochen altes Wus,mit Mama ... Geschwister alle bereits vermittelt. Die Frau machte einen super netten und kompetenten Eindruck,alles sah sauber aus,im Vorfeld sehr netten und informativen Kontakt,alles gut. Wir besuchten in 2-3 Mal bis wir ihn mit nach Hause nehmen durften/konnten und hätten ihn auch wiederbringen können,wenn das mit Sam nicht geklappt hätte. Aber es funktionierte von Sekunde 1 an perfekt. Die zwei Jungs waren wie Topf und Deckel. Trotz des Altersunterschiedes.
Auch da,im Nachgang keine Probleme,gesundheitlichen Schwierigkeiten,keine Milben,Flöhe,Infekte was auch immer. Er wurd mit 5 Monaten kastriert und damit war´s erledigt. Durchgeimpft war er bereits.

Als wir Sam im Dezember 2012 mit gerade mal nicht ganz 12 Jahren an Kieferkrebs plötzlich verloren war Weltuntergang. Sowohl bei uns als auch bei Momo.
Ein halbes Jahr später zog
unser Ian ein. Er kam aus dem gleichen Tierheim wo Momo´s Pflegestelle für tätig war. Und damit fing quasie das "Elend" an. Er war krank von Minute eins ... was im Tierheim selbst noch nicht einmal auffiel. Im Schutzvertrag war vermerkt,wenn was sein sollte werden in der Praxis XY die Kosten noch vom Tierheim getragen.
Zu Hause fiel uns halt auf das er Schnupfen hatte,was einem erst einmal nicht verdächtig vorkommt,von wegen Umzugsstress. Da kann es schließlich passieren das plötzlich Infekte oder kleinere Dinge auftreten. Es hieß,er hätte 2 Wochen zuvor Reiniger oder Säure oder irgendwas in die Richtung (ich weiß es jetzt nicht mehr ganz genau) gesoffen. Er wurde behandelt,benötigte aber noch Nachsorge.
Ende vom Lied war,chronisch krank,als Asthmatierchen diagnostiziert,X Infekte,die ersten 3 Jahre NUR beim Tierarzt mit ihm gewesen. Zu Anfang quasie alle 2-3 Wochen. Und am Ende doch letztes Jahr verloren,Lungenfibrose hochgradig,einschläfern -.- Und das mit gerad mal 6 Jahren.
Wir sind uns beide bis heute nicht sicher,was wurde uns vom Tierheim wissendlich verschwiegen oder war es wirklich "unschuldige" Unwissenheit. Es muss doch aufgefallen sein das er Lungenprobleme hatte ?! Oder ob es eine Folge des Reinigersaufens war,die nicht abzusehen war ?! Denn er muss diese Fibrose bereits gehabt haben als wir ihn mit 1 Jahr bekamen. Er hat sie symptomatisch nie verändert,bzw eher verbessert/stabilisert mit der Zeit.
Natürlich,bei der Anzahl an Tieren geht mal etwas unter,das ist völlig logisch. So viel Zeit ist schließlich nicht für jedes einzelne Tier. Aber wenn eine Katze SO auffällig ist,wie Ian war. Das kann
mir niemand erzählen das es nicht aufgefallen ist.


Nun jetzt die beiden Zwerge Rufus und Samu.
Mein Mann wollte keinen Tierschutz mehr,ich nicht von unbekannt privat (von wegen Vermehrer,lassen ihre Katzen nicht kastrieren etc.) Züchter fiel raus,da wir beide nicht zwingend ein Rassetier wollten.
Private Pflegestelle,wie der Zufall es wollte.
Im Vorfeld versuchte ich mich schlau zu machen ob ich irgendwo was negatives über besagte Pflegestelle fand,hatte gleichzeitig regen und engen Kontakt zu der Dame. Alles machte einen sehr guten Eindruck. Sie schien extrem um die Gesundheit ihrer Schützlinge besorgt,was mich beruhigte. Die beiden seien mehrfach ärztlich gecheckt,FIV und FeLv negativ getestet,geimpft und es stand noch der letzte Impftermin aus,nachdem würden sie vermittelt werden.
Was noch sehr sympatisch war,nur gegen Vor/Nachkontrolle. Wer meinen Thread verfolgt hat,hat vllt noch im Kopf das wir mit dem Vorkontrolltermin ein elendes Theater hatten,da uns die Person die uns kontrollieren sollte,auf gut deutsch gesagt,nur verarsch.... hat.
Endlich stand der Abholtermin 02.12. um 14 Uhr. Soweit so gut. Mein Mann fuhr hier um kurz vor eins los,da es etwa eine Stunde brauchte,je nach Verkehrslage. Ich musste noch arbeiten,konnte leider nicht mit. Um 14 Uhr erhielt in eine Nachricht von der Dame,ob wir denn überhaupt unterwegs seien,Rufus wäre schon in der Box und wartete (den wollte sie vorher schon "eintüten" da er nicht handzahm war) Ich antwortete,das mein Mann jeden Moment da sein müsste. Sie drohte uns 10 Minuten später die Katzen nicht mehr zu geben,würde jetzt noch 10 Minuten warten,das wäre es dann Oo Ich dachte "was ist denn bitte jetzt los ?!" Gab ihr die Handynr. von meinem Mann,das sie ggf. da mal durchruft ob er im Stau stehen würde/Baustellen oder what ever.
Halb drei war er allerdings da,sagte mir kurz bescheid und musste sich dann noch da anpampen lassen. Ebenso sollte er das Auto umparken. Er stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite und sollte mit den Boxen nicht über die Straße (die Boxen mussten mit Decken abgehängt werden,damit sie sich nix einfangen Oo)
Er rief mich dann völlig aufgelöst von unterwegs aus an,das die Frau ja total gruslig gewesen wäre,er jetzt die Decken von den Boxen nehmen würde,weil die Kater sich nicht mal sehen konnten und und und. Ich versuchte ihn zu beruhigen und meinte das ich nur netten Kontakt bis vor einer Stunde zu ihr gehabt hätte,sie vllt überbesorgt wäre um die zwei (so konnt ich´s mir nur erklären)

Irgendwie machte das meinen so positiven Eindruck den ich wochenlang hatte,gänzlich zunichte. Oben drauf wurd ich relativ schnell skeptisch das mit dem Poop der Zwerge was nicht stimmte. Schob es zunächst noch auf Stress. Den hatten beide definitiv. Ausserdem hatten wir ja den Futterzirkus und ich hab schneller als gewollt anderes Futter gegeben.
Nun wissen wir das sie Giardien mitgebracht haben.
Bei mir heißt es zwar im Zweifel immer für den Angeklagten,aber ich bin der Meinung,der Poop hätte auffallen MÜSSEN. Und den hatten sie definitiv schon BEVOR sie hier eingezogen sind.
Ich benachrichtigte die Frau,die das alles nicht so dramatisch sah,würde sich ja gut behandeln lassen. Ja super ... aber das damit dann auch Momo und Merle reingezogen wurde,was so überhaupt nicht nötig gewesen wäre,wenn sie im Vorfeld da mal drauf geachtet hätte ...
Bin der Meinung,auch wenn man mehrere Katzen hat,wenn da jemand so ein Höllenpoop hat,das fällt auf. Und dann würde zumindest ich,da nachgucken lassen nach spätestens 2 Tagen. Mal ein Stinker,passiert,mal Dünnfiff auch ... aber wenn sich das nach 2-3 Tagen nicht bessert,sitz ich da und hab nen Proberöhrchen/tütchen.
Im Nachgang wurden noch 2 Katzen im Abstand von einer Woche vermittelt. Und ich weiß nicht ob sie die Neubesitzer darüber informiert hat oder ob sie die Katzen behandelt hat. Denn wenn zwei die Biester haben,kann man davon ausgehen das der Rest auch.

Ich dachte wirklich wir hätten auf sämtliches geachtet. Aber nun hab ich den Eindruck das man sich Tierarztrechnungen vorlegen lassen sollte und im Vorfeld noch Sammelkottests (zur Not auf eigene Kosten) verlangen sollte/müsste.
Hätte am liebsten die beiden schnellstens zur Blutabnahme und großem Blutbild zur Tierarzt geschlürt,aber Rufus bekomm ich zur Zeit noch nicht in die Box. Er hat zwar riesen Fortschritte gemacht,in der kurzen Zeit,aber er ist noch nicht so,das ich ihn da reinbekommen würde. Einfach um checken zu lassen ob die zwei noch andere Baustellen haben. Vertrauen ist ganz hin und Misstrauen geweckt.
Andererseits denke ich,wenn man ein/zwei Tier(e) aufnehmen möchte,man spaziert doch nicht zur Pflegestelle/Tierheim oder Züchter und verlangt sofort erst einmal sämtliche Tierarztunterlagen und Kottests Oo

Bislang war ich immer von der Idee des Tierschutzes überzeugt. Gerade bei solchen Vorgeschichten wie sie Ian hatte und jetzt auch Rufus und Samu. Ian war z.B ein Mülleimerwurf. Er wurd mit Geschwistern weggeschmissen auf einem Rastplatz in der Gegend wo wir vorher wohnten. Rufus und Samu wurden neben der vergifteten Mama und Geschwistern in Griechenland gefunden.
Da ist man dankbar das Menschen nicht weggeschaut,sich gekümmert,sie gepäppelt und umsorgt haben und das sie nun da sein dürfen so wie sie sind.
Aber andererseits bin ich geneigt zu sagen,das waren die letzten Tierschutztiere.

Meine Mama sagte schon,warum wir sie überhaupt behalten haben ... also Samu und Rufus. Sie hätte sie wieder zurückgebracht.
Ja super,damit wäre keinem geholfen,am wenigstens den zwei Zwergen ! Die zwei sind angekommen (merkt man insbesondere an Rufus) gerade am auftauen,fühlen sich super wohl hier ... die können letztendlich am wenigsten dafür. Giardien hätten wir jetzt so oder so an der Backe,ob ich da 2 Tieren oder 4ren hinterher mache ist letztendlich egal. Die Schutzgebühren für beide hätten wir nicht mehr wiedergesehen,Tierarzt/Streu/Tabletten/Darmaufbau hätte uns trotzdem keiner bezahlt.
Rufus hat sich super gemacht. Wenn ich daran denke das er erst einmal den Eindruck eines kompletten Wildlings machte. Heute kommt er angegurrt,schmeißt sich an die Beine,gibt Köpfchen und Nase,lässt sich gerne streicheln (zumindest von mir ^^) auch ganz kurz hochnehmen (wir trainieren) verteilt Augenblinzler ohne Ende etc.
Selbst mein Mann sagte die Tage so "gut das ihr zwei jetzt hier seit und nicht mehr bei der komischen Pflegestelle" Und das will was heißen. Er hätte ja beinahe noch spontan den einen Waldkater eingepackt der schnurrrrstracks auf ihn zukam und mit wollte Oo

Entschuldigt bitte den irre langen Text,aber ich musste das jetzt mal loswerden.
Vielleicht tu ich der Pflegestellenfrau auch furchbar unrecht und sie hat´s tatsächlich -warum auch immer- nicht bemerkt. Ich bin immer noch ziemlich verärgert wie das alles gelaufen ist und das wir jetzt statt einer ruhigen Eingewöhnungs/Kennenlernenphase nur Stress und Zeug am Hals haben,was zusätzlich Unruhe reinbringt. Hätte mir eine normale Zusammenführung der vier gewünscht und nicht zusätzliche Unruhefaktoren.
Da war ich auch noch froh die letzten 2-3 Jahre mit Ian stabil geworden zu sein,das er nicht mehr ständig zu Arzt musste und dann stirbt er uns spontan unter den Händen weg in so jungem Alter,was auch einfach nur dramatisch war. Ansich hat man ja keinen Liebling oder zumindest wir nicht,aber das Pumpkin war irgendwie was besonderes und ganz ganz einzigartig/wunderbar (ja ich weiß,das sagt jeder von seiner Katze *schmunzel*) Und nu ist man wieder nur mit Sorgen und Tierärzten beschäftigt -.-
 
22.01.2019
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
G

GigaSet

2.316
43
Die klassische Geschichte/Erfahrungen,die ich seit Jahren so oder so ähnlich immer wieder lese/höre......TS/TH hier ist bei mir auf Grund sehr übler Erlebnisse gar kein Thema mehr. Wir schauen zu,dass Tiere gar nicht erst im TH landen,das haben wir in den letzten Jahrzehnten einige Male so gemacht. Beim letzten Skandal Sommer 2018 wird mir jetzt noch schlecht....
 
Tinaho

Tinaho

14.298
360
Ich habe auch unterschiedliche Erfahrungen mit dem Tierschutz gemacht.
Zuletzt eine sehr positive im Oktober letzten Jahres als Justus zu uns kam.
Ich habe immer noch Kontakt zu diesem Verein und die freuen sich sehr wenn ich Fotos/E-Mails schicke und ein Update gebe.

Du hast versucht dich im Vorfelde schlau gemacht und Alles getan. Wie gut, dass Samu und Rufus jetzt bei euch sind.
 
T

Taskali

4.438
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Es gibt im Tierschutz wie bei Züchtern wie überall im Leben Leute, die ehrlich sind und Leute, die unehrlich sind - das wird es immer geben, aber deshalb sollte man nie alles über einen Kamm scheren.

Das Problem was ich als langjährige Einzelkämpferin im Tierschutz sehe ist, dass man als Vermittlungsstelle 2 gegensätzliche Probleme hat. Das eine Problem ist, dass Tiere mit gesundheitlichen Problemen oft Langzeitinsassen werden, ihr Leben auf wenigen Qm frissten, während haufenweise Interessenten ablehnen ob der zu erwartenden Probleme - und zeitgleich aber die Notfälle nicht abreißen und man keinen Platz hat um sie aufzunehmen. Wenn dann ein toller Interessent kommt und kurz vorher kam der Anruf, man muß eine neue Katze aufnehmen und weiß nicht wohin, dann fangen viele irgendwann an zu verschweigen, zu lügen, um eben im Sinne der Tiere zu handeln. Ich kann das nicht gutheißen - aber es ist durchaus nachvollziehbar wie es dazu kommt. ..
Was ich teilweise für Anspruchsdenken bei Interessenten erlebe, das läßt einen dann schon verzweifeln. Denn: Tierschutztiere haben in den seltensten Fällen bisher ein gutes Leben gehabt - wer sich also für ein Tierschutztier entscheidet sollte sich im Klaren sein, dass das Tier eine unschöne Vorgeschichte hat, die man physisch und psychisch nunmal merkt. Man kann nicht erwarten z.B. einen alten verzauselten und zerrupft aussehenden Streuner mit dem eben deshalb tollem Streunercharme zu bekommen, der Gesundheitlich aber blütenweiß ist wie ein Zuchtkitten - und das bitte am besten geschenkt bzw. für einen geringen Tierschutzpreis, denn schließlich muß man ja froh sein, das Tier loszuwerden (würde der Tierschutz genauso wie ein Züchter die Kosten pro Tier umschlagen wären die Schutzgebühren auch in entsprechender Höhe wie bei einem Zuchttier anzusetzen). Wer einen Oldtimer mit entsprechender Patina kauft, kann auch keinen technischen Neuwagen erwarten - das schließt sich nunmal aus - aber genau dieses Anspruchsdenken erlebe ich desöfteren. Man möchte ein armes Tier retten - ist aber nicht bereit die Konsequenzen dafür zu tragen - das soll der Tierschutz (wer ist das überhaupt??) ausbügeln - und hat er das nicht geschafft, dann ist der Tierschutz böse.

Lügen, betrügen, verschweigen um diese Diskrepanz zwischen Anspruchsdenken der Interessenten und nunmal zwangsläufig "vorgeschädigter Ware" zu lösen ist der falsche Weg. Da gibt es nicht dran zu rütteln.
Mein Weg ist eben die Probleme die das Tier hat zu kommunizieren und eben auf die Vorgeschichte hinzuweisen und so die Leute um Umdenken zu bewegen.
Genauso wie wir Menschen haben auch Tiere ihre Wehwechen - jedes ein anderes. Zu erwarten, dass wir unsere Zipperlein haben dürfen, das Tier aber nicht, wäre wohl arg vermessen. Und gerade mit Vorgeschichte wird es das schlichtweg nicht geben, da gibt es nichts und Punkt. Das sollte man sich einfach mal klar machen.
Als Pflegestelle versucht man nun eben diese Probleme herauszufinden und so gut wie möglich zu beseitigen. Nicht immer gelingt das aber. Mal entdeckt man Dinge nicht, mal hat der TA geschlampt, mal sind auch die verabreichten Mittel wirkungslos gewesen... So gibt es mittlerweile bezüglich der Parasitenmittel diverse Stämme von Flöhen oder auch Würmern, die gegen gängige Mittel resistent sind. Also verabreicht man guten Gefühls die Mittel, vermittelt das Tier mit gutem Gewissen - und es hat trotzdem Flöhe und/oder Würmer. Nicht immer schafft man auch alles zu beseitigen. Denn man kann nicht alles gleichzeitig verabreichen, sonst klappt das Tier unter der Menge an Chemie zusammen. Also staffelt man - erst die Kastra und ein Parasiten Spot On, dann die Impfung, dann nochmal Parasiten, dann die Zweitimpfung, dann nochmal Parasiten - alles im Abstand von 2 Wochen, dann hauts hin. Aber: schwächelt das Tier zwischendurch z.B. nach der ersten Impfung, kann man nicht gleich die 2. Parasitenbehandlung draufhauen, dann würde es wieder kippen - also läßt man die sein, päppelt, rechtzeitig zur 2. Impfung ist Mietz wieder fit - es gibt die 2. Impfung und wieder damit verbunden nen Einbruch - also fällt auch die nächste Parasitenbehandlung aus. Nun sitzt bereits der Interessent mit ungeduldig stampfenden Füßen wartend da - Mietz ist wieder fit - Parasitenbehandlung zeitgleich mit Umzug? Kann nach hinten losgehen... wartet der Interessent nochmal 2 Wochen? Nee - er will unbedingt jetzt, da er jetzt Urlaub zur Eingewöhnung hat - sonst springt er ab. Was also tun? Soll man der Mietz wegen einer eventuell möglichen Verwurmung das Zuhause versauen? Wie würdet ihr handeln?
Dies nur mal als kleiner Gedankengang aus der Sicht einer Pflegestelle und wie sehr man zwischen den Dingen zerrieben wird, die von einem erwartet werden.
Wie gesagt - ich gutheiße das nicht wenn verschwiegen, gelogen oder betrogen wird und ich gehe den Weg die von mir festgestellten Probleme zu kommunzieren und fahre damit gut. Aber geht mal in euch selbst, ob die Erwartung - sowohl an das Tier als auch an das, was der Tierschutz leisten soll kann und muß nicht doch etwas arg hoch gegriffen ist.
 
Noira

Noira

1.758
67
Kann dem nur zustimmen, zumal Taskali ja auch immer sehr gute Infos zum Tier mitgibt, so daß man gut einschätzen kann, worauf man sich ggf einläßt.
 
J

Julia01

2.269
81
Ich weiß nicht, ob ich dazu überhaupt etwas sagen sollte, immerhin hab ich mich für die unkomplizierten Kitten von lavendlechn und gegen die Katerchen von Taskali entschieden, weil ich etwas Angst davor hatte, den beiden Katern als Neuling nicht gerecht zu werden.
ABER: Auch ich werde in Zukunft nach Möglichkeit auf Stellen wie Anjuli oder Taskali setzen, bzw, auf Pflegestellen die in den Foren bekannt sind. Einfach deshalb, weil ich da ein besserer Gefühl habe und mit Tierheimen selbst eher negative Erfahrungen.
Darum steht für mich fest: Sollte ich irgendwann ein "neues" Zweittier brauchen oder es soll eine dritte Katze einziehen schaue ich zuallererst ob Taskali noch aktiv ist. Da finde ich die Transparenz toll und die Beratung auch. Das hab ich in sämtlichen Tierheimen oder -vereinen nicht erlebt, zumindets nicht in dem Maße.
 
Blackmoon

Blackmoon

573
10
Ich stimme dir zu Taskali bzw kann deinen Standpunkt absolut nachvollziehen.

Kann jetzt auch nur von mir bzw uns sprechen. Wie du schon sagtest,viele haben falsche Ansprüche/Erwartungen und Kommunikation ist wichtig.
Würde zumindest uns jetzt nicht so einschätzen und kann dir nur sagen wie wir denken. Unser einziger Anspruch ist Ehrlichkeit.
Wenn uns bei Ian damals jemand gesagt hätte,der hat was an der Lunge,das muss ggf. noch genau diagnostiziert werden,hätten wir ihn trotzdem genommen. Das stand völlig ausser Frage. Er wollte mit,gehörte gleich zu uns (schon im Tierheim) ihn da lassen wäre keine Option für uns gewesen.
Er hatte zusätzlich eine eher milde Ausprägung von Pica. Wurde uns auch nicht gesagt. Haben wir aber mit Zeit und Geduld in den Griff bekommen und etwas umgelenkt bekommen. Auch das wäre kein Hindernis gewesen.
Bei ihm geht es mir darum,wenn das mit der Lunge bekannt gewesen sein sollte,wenn wir es gleich gewusst hätten,hätte er von Anfang an mit Cortison behandelt werden müssen/können und es hätte ihm warscheinlich etwas mehr Zeit verschafft und ein paar Tierarztbesuche erspart.

Ich habe auch schon ein Tier abgelehnt,ja. Aber mit dem Hintergrund,das ich wusste,das es hier untereinander nicht funktioniert. Nicht weil die Katze ein körperliches Handycap hatte. Es ging um eine junge Britisch Kurzhaar. Diese war amputiert an einer Pfote. Was für mich/uns aber keine Rolle spielte. Sie war eine ganz süße Zaubermaus. Allerdings wusste ich,das sie aufgrund ihres eher "lustigen" Ganges hier Mobbing ausgesetzt sein würde. Und das bringt letztendlich nichts. Denke da wirst du mir recht geben.

Wenn ein Tier in der Vermittlung ist,was jetzt z.B ein Infekt hat,Parasiten o.ä Was erst kuriert werden muss/sollte,dann wartet man. Zur Not wird auch ein Urlaub verschoben wenn möglich. Irgendwie ist es ja oft möglich bei zwei Personen es so zu organisieren,das einer umstrukturieren kann.
Konkret bei den Zwergen wusste ich das sie vorher nicht auf Verdacht entwurmt wurden. Ich hab gesagt,das ist völlig in Ordnung,ich werd ein Auge drauf haben,zur Not gibt es Milbemax für alle. Das wäre auch nicht das Problem gewesen. Auch wenn die beiden jetzt spontan eine Erkältung o.ä bekommen hätten. Umzugsstress,das passiert sowas evtl mal.
Nur Giardien find ich jetzt eine Nummer dicker. Wenn im Vorfeld komischer Kot bemerkt wurde und uns nicht gesagt wurde,aus z.B von dir genanntem Grund,das Angst bestand,wir springen ab,haben keine Geduld o.ä Hätte ich mir folgende Reaktion gewünscht und zwar,pass auf,hier ist komischer Poop im Klo ich sammel und lass untersuchen,ich sag bescheid. Ok,Giardien gefunden,ich behandel sie und kann sie euch jetzt noch nicht geben....
Dann wäre das ganze soooo kein Thema gewesen und in meinen Augen verantwortlicher als so. Wenn ich jetzt von dem Fall ausgehe das es im Vorfeld bemerkt wurde. So wurde nämlich in Kauf genommen das zwei gesunde Katzen sich anstecken. Und das find ich fahrlässig.

Kannst du meinen Standpunkt nachvollziehen ?
Ich sag nichts gegen die Leute im TS die ehrlich und offen Dinge kommunizieren. Sowas schätze ich im Allgemein sehr ... nicht nur wenn es um Tiere geht *schmunzel* Ich hab nur auch eine Verantwortung hier und will und kann nicht die Gesundheit vorhandener Tiere riskieren,nur weil wir gerne eine weitere Katze aufnehmen würden.

Ich weiß das Leute durchaus abspringen wenn sie hören Tier hat ein seelisches oder körperlich chronisches Problem. Das sind dann aber auch die falschen Leute. Klar,als Pflegestelle oder Tierheim hat man dann die armen Seelchen ewig und wenig Chance auf Vermittlung unter Umständen. Das dies nicht einfach,frustrierend werde/sein kann,kann ich völlig verstehen.
Auch wenn ich persönlich es nicht verstehen kann,wenn man sich von etwas abschrecken lassen kann. Es sei denn man weiß man kann dem nicht gerecht werden. Dann sollte man sich das im Sinne aller eingestehen und weiter suchen.
 
T

Taskali

4.438
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Da gehe ich absolut mit dir konform - gerade der Punkt mit dem Thema der rechtzeitigen Behandlung finde ich sehr wichtig und ebenso das Thema Ansteckung, denn bei ersterem gefährdet man das eigene Pflegetier durch das in kauf nehmen von unbehandelten Krankheiten ja selbst und beim Thema Ansteckung geht es um die Gefährdung der anderen Katzen im Haushalt - da darf ich das Glück meines Pflegetieres nicht über das Glück der anderen Katzen im Haushalt stellen - und genau das passiert aber, wenn man Dinge verschweigt oder bewußt nicht testet (in vielen TH wird bewußt nicht auf Fiv und Felv getestet mit der Begründung: wo sollten wir dann mit den positiven Tieren hin?? - da kriege ich Wutanfälle wenn ich das höre..). Und mir persönlich sind auch Menschen lieber, die ihre Grenzen kennen und entsprechend sagen, dass sie sich ein chronisch krankes Tier nicht zutrauen. Denn dem Tier ist auch nicht geholfen, wenn die Leute dann überfordert sind, im besten Fall das Tier deshalb zurückkommt oder im schlimmsten Fall es sogar einschläfern lasse oder unbehandelt lassen aus ihrer Überforderung heraus. Das macht keinen Sinn. Deshalb verstehe ich dieses verschweigen nicht.

Was ich schwierig finde ist das Thema Uninformiertheit der Leute in punkto Krankheiten - Thema Fiv z.B. - da wird gern überdramatisiert und das Tier stigmatisiert - nicht weil die Krankheit so gefährlich ist, sondern weil Ängste geschürt werden, die nicht nötig sind. Das finde ich dann immer schade, wenn deshalb einem Tier ein schönes Zuhause verwehrt wird, weil die Leute nicht oder falsch informiert sind und wären sie aber richtig informiert wäre das gar kein Thema...

Giardien ist ein Thema, was leider wirklich nicht ganz einfach ist, da sich die Biester in die Gallengänge zurückziehen können - und irgendwann später kommen sie dann wieder vor - z.B. bei Streß. Ich habe das leider auch schon gehabt, dass ich Katzen mit perfekten Kot bzw. negativ getestet vermittelt hab - und im neuen Zuhause stellte sich dann raus, sie haben Giardien. Daraufhin hab ich die übrigen Kumpels aus der Gruppe getestet: alle negativ... Sprich: bei mir hatte das Tier definitiv keine Giardien im Kot - aber im neuen Zuhause dann, weil sie dann erst vorgekommen sind. Da ist man machtlos.
Ist halt in deinem Fall die Frage: wußte die Pflegestelle, dass der Kot nicht ok ist und wollte nicht testen? Oder war dort noch alles ok und erst bei euch dann kam es raus? Das kann man schwer sagen..
 

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