Gewöhnung an Nachbars Kater

  • Autor des Themas marielaurin
  • Erstellungsdatum
marielaurin

marielaurin

90
1
Hallo zusammen,

ich habe eine vermutlich nicht ganz häufige Frage.

Also: Unsere Katze Mausi ist 14 Jahre alt, wohnt seit 3 Jahren bei uns, kam aus dem Tierheim unbekannter Herkunft. Sie bleibt mit den Nachbarskatzen auf großem Abstand und hin und wieder gibt es auch ordentlich Keilerei.

Unsere Urlaubsbetreuung ist eine Nachbarsfamilie. Die drei kümmern sich in unserer Abwesenheit supertoll um Mausi und die anderen Tiere, so dass Mausi vor zirka 2 Jahren irgendwann mit ihnen in ihr Haus gegangen ist. Anfangs wurde sie dort stundenweise "geduldet", dann hat sie während unseres Urlaubs auch gerne dort geschlafen. Wir fanden es toll, dass Mausi noch eine weitere Anlaufstelle hat, wo sie geliebt wird und willkommen ist.

Nun wollte diese Familie gerne eine eigene Katze und so zog im Januar der Kleine ein. Wir wünschen uns eine wechselseitige Urlaubsbetreuung, was auch prima zu funktionieren scheint. Nun kam irgendwann unsere Mausi mit
rüber und dann standen sich die beiden gegenüber in einem Zuhause, das Mausi bisher für sich hatte. Sie guckte ein wenig erschrocken aus der Wäsche. Der Kleine war total interessiert an ihr. Es passierte nichts viel außer Fauchen auf zwei Etagen. Der Kleine hielt Abstand und unterwarf sich sofort.

Dann durfte der Kleine irgendwann nach draußen und hatte schnell rausbekommen wo Mausi wohnt. Er sucht den Kontakt täglich und wir möchten ihm das auch nicht verwehren. Er ist erst 5 Monate alt. Er ist hier herzlich willkommen und seine Familie hat auch nichts dagegen.

Seit einigen Wochen "treffen" sie sich täglich bei uns und nähern sich an. Mittlerweile darf erst Mausi fressen, dann schaut er ob sie was übrig gelassen hat und darf da auch ran, sie liegen mit ungefähr einem Meter Abstand, er möchte näher, aber sie zeigt ihm noch die Grenzen indem sie krallenfrei kurz schlägt. Er ist brav und hält sich dran. Sie ist eigentlich tiefenentspannt, legt sich vor ihm ausgestreckt hin und duldet ihn. Sie ist auch nicht völlig fixiert auf ihn, lässt ihn in unserem Haus machen wie er will, solange er ihr nicht zu nah kommt.

Mir tut das so leid, ich würde ihn gerne behalten für immer. Immer diese Trennungen finde ich fürchterlich. Nun sehen wir aber, dass es immer näher und immer ruhiger wird zwischen den beiden. Sie geht leider nicht freiwillig rüber zu ihm. Er steht immer bei uns vor der Tür und bittet lautstark um Einlass.

Wenn sie die Faxen dicke hat von dem kleinen actiongeladenen Kerl geht sie nach oben und legt sich in eins ihrer vielen Kissen und schläft/ruht. Wenn er ihr nachgeht, schaut er kurz wo sie ist lässt sie aber in Ruhe und sucht sich im Haus ein neues Abenteuer.
Heute war er sogar auf ihrem Klo und sie war danach drauf, aaaaah.
Gestern sind sie zusammen raus und haben auch nah zusammen auf unserer Terrasse im Vorgarten gesessen und sind hinterher unters Auto umgezogen.

Machen wir hier ganz großen Mist oder haben die beiden eine Chance, sich stundenweise immer mal hier zu treffen und gut miteinander auszukommen, so dass sie bei uns wohnen könnten wenn sie wollten, wenn die Nachbarn im Urlaub sind und andersrum genauso? Ist es sinnvoll, das nur hier zu machen oder müssen wir Mausi dazu bekommen, mit rüber zu gehen, dass sie sich dort auch näher kommen?

Wäre das eine "richtige" Vergesellschaftung hätte ich die Ruhe weg, weil dann wäre für mich alles in Ordnung, wobei ich noch keine Katzen-VG mitgemacht habe. Aber dieses stundenweise macht mich schon nachdenklich. Machen wir hier ganz großen Katzenmist?

Für eine kleine Einschätzung bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße,
marielaurin
 
14.04.2019
#1
A

Anzeige

Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
claudiskatzis

claudiskatzis

8.306
370
Können beide raus und rein wie sie wollen?
Wenn dem so ist , würde ich es so weiter laufen lassen. Nicht nur eure Nachbarn und ihr profitiert von dieser Situation. 😉 sondern offensichtlich auch beide Katzen.
 
marielaurin

marielaurin

90
1
Wenn er hier ist, lassen wir grundsätzlich eine Tür offen, dass es einen Fluchtweg gibt. Den nutzt er nicht, braucht er auch nicht, weil Mausi wirklich viel zulässt und ihn nicht jagt. Wenn ihr was zu viel wird, zeigt sie das und dann reichen ihr ein paar Zentimeter mehr Abstand, den hält er brav ein. Sie bewegt sich dann völlig normal wohin auch immer sie möchte. Angespannt sieht glaub ich anders aus.

Gestern war das erste Mal, dass sie zusammen raus sind, sonst mussten wir ihn irgendwann raustragen, von alleine geht er nicht.

Ich hoffe auch sehr, dass sie beide davon profitieren. Wenn ich das so sehe, würde ich sofort für Mausi eine Partnerkatze holen, hätte wegen der Erfahrungen und der Kloppereien draußen nie gedacht, dass sie so gechillt auf eine junge Katze reagiert, daher war das hier nie Thema. Und jetzt sehe ich das so und finde das eigentlich soooo schön. Ich würde mich so freuen für die beiden, wenn das eine Freundschaft werden würde.
Ich frag mich halt nur ob das sinnvoll ist so stundenweise. Ändern kann ich es jetzt eh nicht, also lass ich es wohl laufen.

 
claudiskatzis

claudiskatzis

8.306
370
Wichtig ist, das die Nachbarn einverstanden sind das er viel bei euch ist.
Wie wärs mit ner Katzenklappe?
 
Patentante

Patentante

27.122
192
In den meisten Situationen ist es tatsächlich nicht sinnvoll Katzen stundenweise zusammenzulassen. So wie ich das verstehe entscheiden die Beiden ja aber jederzeit eigenständig. Und, wie Du schon selbst sagtest: Du könntest es eh kaum ändern. Ich seh aber eigentlich auch kein Problem. Die Nachbarn scheinen ja einverstanden,, den Katzen tuts gut.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.670
205
Hallo und herzlich willkommen,

istbder junge Mann kastriert? Da er ja schon ein Freigänger ist, sonst könnte es schnell passieren dass er sein Revier also eure Wohnung markiert. Das könnte sonst ein Problem werden, nicht nur für euch sondern auch für eure Maus.

Mir tut das so leid, ich würde ihn gerne behalten für immer. Immer diese Trennungen finde ich fürchterlich. Nun sehen wir aber, dass es immer näher und immer ruhiger wird zwischen den beiden. Sie geht leider nicht freiwillig rüber zu ihm. Er steht immer bei uns vor der Tür und bittet lautstark um Einlass.
Solche Gedanken sind nicht gut, denn es ist nun mal der Nachbarskater. Ich glaube nicht, dass es eure Nachbarn gut finden, wenn du ihn sozusagen abwirbst... Das haben ja deine Nachbarn auch nicht gemacht wie eure dort immer verweilt haben.

lg
Verena
 
marielaurin

marielaurin

90
1
istbder junge Mann kastriert? Da er ja schon ein Freigänger ist, sonst könnte es schnell passieren dass er sein Revier also eure Wohnung markiert. Das könnte sonst ein Problem werden, nicht nur für euch sondern auch für eure Maus.
Nein, er ist nach Rücksprache mit dem Tierarzt noch nicht kastriert, offenbar wird das im Juni gemacht, darüber haben wir heute noch gesprochen. Markieren ... darüber hab ich jetzt noch nicht nachgedacht, ich achte drauf.

Solche Gedanken sind nicht gut, denn es ist nun mal der Nachbarskater. Ich glaube nicht, dass es eure Nachbarn gut finden, wenn du ihn sozusagen abwirbst... Das haben ja deine Nachbarn auch nicht gemacht wie eure dort immer verweilt haben.
Oh nein nein nein, ich glaub ich hab mich falsch ausgedrückt, ist aber auch schwer :rolleyes:
Ich meinte nicht dass wir ihn "abwerben", um Gottes Willen, ich dachte nur dass es für beide viel schöner wäre, wenn sie sich dauerhaft aneinander gewöhnen könnten und nicht immer dieses stundenweise haben. Aber sie könnten, wenn man das weiter spinnt, ja auch entscheiden, ob sie beim anderen bleiben wollen würden, da haben beide alle Freiheiten.

Ich sehe aber auch, dass Mausi nicht abgeneigt ist und beide vielleicht mal gemeinsame Zeiten genießen können. Und nun bekomme ich schon wieder ein schlechtes Gewissen Mausi gegenüber, dass wir ihr ein Partnertier verwehrt haben, weil wir immer dachten, sie hat keinen Bock auf andere Katzen, weil sie draußen mit den anderen Katzen überhaupt nix am Hut hat.

Ich bin gerade voll hin- und hergerissen zwischen wir lassen das alles so laufen und wir brauchen ein Partnertier für Mausi und bringen dann erstmal richtig Verwirrung hier rein :eek:

Da isser schon wieder ...

Morgen fahren wir in den Urlaub. Vielleicht nutzt Mausi dann mal die Gelegenheit und geht mit den Nachbarn rüber ...
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

8.670
205
Also wenn ihr aus dem Urlaub kommt, wäre es sinnvoll mal mit den Nachbarn zu reden. Wenn der Kater jückelig wird, folgt er unkastriert seinen Trieb und macht er sich auf den Weg. Einmal den Duft einer rolligen Kätzin in der Nase, folgt er ihrer Spur. Er kann nun kilometerweit vom Haus weglaufen, ist auf seiner Suche unachtsam und läuft schnell Gefahr überfahren zu werden. Katerkämpfe werden nicht mehr so glimpflich ablaufen und die Gefahr sich mit einer Katzenkrankheit zu infizieren ist groß.

In Deutschland werden jährlich über 300.000 Katzen auf den Straßen überfahren!

Kein unkastriertes Tier sollte Freigang bekommen, wir haben schon Elend genug.

Schönen Urlaub und erholt euch gut!

lg
Verena
 

Ähnliche Themen