Katzen mit Hund vergesellschaften // Kater greift an

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Cy92

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Hallo zusammen,

ich besitze zwei Kater und würde mir nun gerne einen Hund aus dem Tierschutz holen.

Kater 1 ist 16 Jahre alt und mit 12 Wochen zu mir gekommen. Zuvor lebte er beim Züchter mit mehreren Katzen und drei großen Schäferhunden zusammen. In jüngeren Jahren hatte er weder Probleme mit anderen Katzen noch mit Hunden und hat diese in der Regel immer ausführlich beschnuppert und dann beobachtet, wenn diese zu Besuch da waren.
Seit der zweite Kater bei uns ist (er war damals 5 Jahre, der andere 6 Wochen alt), ist er allerdings nicht mehr so gastfreundlich. Mittlerweile ist es so, dass er andere Katzen zwar nicht so toll findet, diese aber trotzdem relativ friedlich, dafür aber sehr aufdringlich beschnuppert. Bei Hunden sieht die Sache aber schon ganz anders aus: Sobald ein Hund die Wohnung betritt, miaut er und rückt auch dem Hund auf die Pelle und beschnuppert ihn sehr aufdringlich. Ist dem Hund das zu viel und möchte
er sich zurück ziehen oder wenn der Hund sehr hibbelig, gibt es von dem Kater gerne mal eine Übergebraten. Gerne mit Krallen und auch mal auf die Nase. Wenn ich zwischen ihm und einem Hund bin, hält er sich zurück und warten, bis ich nicht in der Nähe bin, bevor er einen Angriff startet, sind aber andere Person dabei, interessiert er sich für diese absolut nicht und lässt sich von diese auch i.d.R. nicht oder nur schwer zurückhalten.

Kater 2 ist 11 Jahre alt und mit 6 Wochen zu mir gekommen. Zuvor lebte er bei einer Privatperson, dessen Katze versehentlich geworfen hatte, mit seiner Mutter, den Geschwistern und einem kleineren Hund zusammen. Fremde Katzen mag er gar nicht und ich vermute, dass er diese auch ernsthaft angreifen würde, wenn er könnte. Bei Hunden ist er schon zurückhaltender und verzieht sich in der Regel. Wenn er den Hund allerdings einige Male gesehen und sich an diesen gewöhnt hat, setzt er sich auch schon mal demonstrativ in den Türrahmen, sodass sich die Hunde nicht wirklich vorbei trauen. Einen Angriff von ihm habe ich bisher noch nicht erlebt und wenn ein Hund ihm zu nah kommt, knurrt er nur und geht dem Hund dann aus dem Weg.

Der Hund ist knapp ein Jahr als und lebte bei seiner ersten Pflegefamilie mit Katzen zusammen. Für sein Alter ist er recht entspannt und geduldig. Kater 1 durfte ihn beim ersten Treffen ausgiebig beschnuppern und auch als die Katzen anschließend mit ihrem Katzenminze-Kissen beschäftigt waren, blieb er ruhig liegen und lies die Katzen in Ruhe. Das zweite Treffen lief schon weniger entspannt ab: Hund war wie immer tiefenentspannt und Kater 1 kam direkt auf ihn zu und beschnupperte ihn wieder. Dieses Mal hat er dem Hund aber sofort eine auf die Nase gegeben. Daraufhin habe ich den Kater hochgenommen und der Hund ist ein paar Schritte weggegangen, ohne hektisch oder aggressiv etc. zu reagieren. Er hat jetzt zwar mehr Respekt vor dem Kater, lässt ihn aber trotzdem an ihn ran.
Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, saß ich mit den beiden auf der Couch mit mir als Puffer zwischen Hund und Katze und habe mich ausschließlich um meinen Kater gekümmert und mit ihm geschmust, damit er die Situation mit etwas Positives verbindet. Als der Hund und ich nach einiger Zeit allerdings aufgestanden sind, damit ich ihn zur Pflegestelle zurückbringen konnte, ging mein Kater sofort wieder in den Angriffsmodus über.

Vom Charakter her scheint der Hund gut herein zu passen, da er halt so ein ruhiger Kerl ist, der die Katzen auch in Ruhe lässt. Ich befürchte nur, dass bei meinem Kater auch eine große Portion für sein Verhalten verantwortlich ist, da er sehr menschenbezogen ist und er daher auch sehr auf seine Menschen fixiert ist.
Hättet ihr vielleicht ein paar Tipps, wie ich die Katzen an den Hund gewöhnen kann?

Liebe Grüße ,
Cy
 
10.09.2019
#1
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claudiskatzis

claudiskatzis

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Hi Cy,
deine Kater haben ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ich weiß nicht, ob ein Hund in dieser Konstellation gut ist. Ich schick dir mal @mennemaus
und
@Schaefchen
 
mennemaus

mennemaus

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Hallo Cy,
es ist schwierig zu sagen, ob deine Katzen, die nicht mehr ganz jung sind, sich jetzt noch an einen Hund als Mitbewohner gewöhnen werden. Dass die beiden bevor sie zu dir kamen in den ersten Lebenswochen mit Hunden Kontakt hatten, heißt nicht, dass sie einen Hund in ihrem eigenen Revier akzeptieren werden. Ich würde mir daher wirklich gut überlegen, ob ich zu den 16 und 11 Jahre alten Katzen einen Hund aufnehme.

Wenn du dich doch dazu entscheiden solltest, ist es wichtig, dass die Eingewöhnung immer von dir begleitet wird, denn es soll ja keiner zu Schaden kommen. Die Katzen müssen Rückzugmöglichkeiten haben, so dass sie sich in Sicherheit bringen können, aber auch der Hund muss einen geschützten Bereich haben, in den er sich zurückziehen kann.

Für die Katzen wären höhere Kratzbäume und Räume, die durch eine Katzenklappe erreichbar sind, durch die der Hund nicht hindurch passt, oder ein Schutzgitter, durch das nur die Katzen passen, sinnvoll. Für den Hund wäre eine Hütte oder eine Transportbox zumindest für die erste Zeit, bevor er richtig von den Katzen akzeptiert wird, sinnvoll. Die Fressplätze sollten so liegen, dass die Katzen ungestört von dem Hund fressen können - bei uns stehen die Katzennäpfe auf einem Küchenschränkchen oberhalb des Futterplatzes für den Hund.

Die ersten Kontakte waren, so wie du es beschrieben hast, eher ein ruhiges Kennenlernen beim ersten Besuch und ein Aufzeigen von Grenzen beim zweiten Besuch. Dass der Hund ruhig geblieben ist, ist gut, insofern könnte dieser Hund wirklich zu euch passen.

Es ist wichtig, dass deine Katzen spüren, dass sie für dich genauso wichtig sind wie vorher, dass sie gestreichelt werden und dass du dir Zeit für sie nimmst. Hilfreich wäre es, wenn während der Eingewöhnungszeit eine weitere Person dabei ist, die sich dem Hund widmen kann, ihn streichelt und beruhigt, denn er soll sich ja auch wohl fühlen und merken, dass es dazu gehört.

Bei uns hat es meist nur ein paar Tage gedauert, bis Katze und Hund bzw. Katzen und Hunde sich aneinander gewöhnt hatten, aber entweder waren die Katzen noch sehr jung (3 Monate alt), oder es waren Katzen, die vorher schon mit unseren anderen Hunden zusammengelebt hatten.

Unser derzeitiger Hund (der jetzt 14 Monate alt ist), kam als Welpe zu unseren beiden erwachsenen Katzen, nachdem der vorherige Hund verstorben war. Nach dem überraschenden Tod des älteren Katers kam dann ein dreimonatiger Kater zu dem verbliebenen Kater und dem Hundewelpen. Dieser kleine Kater war aber schon bei der Züchterin mit einem anderen Hund groß geworden. Auch bei so einer Konstellation braucht es ein paar Tage, bis die Tiere sich aneinander gewöhnt haben. (Wobei der kleine Kater bei uns schon direkt nach der Ankunft mit dem völlig überraschten Hund geschmust hat. :) )

Da in deinem Fall die beiden Katzen schon älter sind und sie bei dir bisher nicht mit Hunden zusammengelebt haben, solltest du auf alle Fälle vereinbaren, dass der Hund auch noch zurückgegeben werden kann, wenn es doch nicht gut geht. Es sollte für die Katzen in ihrem Alter kein Dauerstress werden und es sollte für den Hund natürlich nicht gefährlich werden oder so sein, dass er sich ängstlich verhält oder dauerhaft zurückzieht. Wenn auch nach ein paar Tagen keine Verbesserung im Verhalten der Katzen zu erkennen ist, solltest du doch lieber auf einen Hund verzichten, solange du diese beiden Katzen hast.
 
Schaefchen2310

Schaefchen2310

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Guten Morgen @Cy92

ehrlich gesagt klingt das für mich nicht nach den besten Voraussetzungen :(

Bei uns ist Ende letzten Jahres ein Welpe (Rhodesian Ridgeback) eingezogen. Meine Katzen sind 9 Jahre alt, sehr ruhig, sehr zurückhaltend aber doch auch neugierig und manchmal etwas dreist, jedoch niemals aggressiv. Sie kannten Hunde nur von einigen Besuchen unserer Freunde, haben sich da aber immer in die erste Etage verkrümelt, weil es ihnen nicht geheuer war.

Wir haben einige Rückzugsmöglichkeiten geschaffen, wie zum Beispiel Wandbettchen im Wohnzimmer, Futterplatz in der ersten Etage, Treppenschutzgitter mit Katzenklappe vor dem Zugang in den Keller und in die erste Etage, etc. So können die Katzen jederzeit wenn es ihnen zu viel wird einen "Safe place" aufsuchen, von dem aus sie den Hund beobachten können aber der Hund ihnen nicht zu nah kommen kann. Das wurde sehr gut angenommen. Ansonsten haben wir an unserem Tagesablauf nichts geändert, die Katzen werden betüddelt, bekommen natürlich zuerst Futter, wenn sie in der Küche auf ihr Futter warten muss der Hund brav auf seinem Kissen liegen etc.

Bei uns ist nie etwas passiert. Unsere Hündin putzt die Katzen, die finden das nicht wirklich gut aber machen auch nichts. Es werden auch regelmäßig mal Ohrfeigen verteilt, wenn Jumi zu stürmisch ist aber IMMER ohne Krallen. Jumi würde draußen jede Katze jagen und vielleicht sogar verletzen, Bubbles und Ben gehören zum Rudel, die würde sie verteidigen. Also es kann auch mit älteren Katzen funktionieren aber bei uns waren es deutlich andere Voraussetzungen als bei dir.

Wie möchtest du das managen, wenn du zur Arbeit musst? Sollen die Tiere allein zuhause bleiben? Was ist es für ein Hund? Ist bekannt ob er Jagdtrieb besitzt? Gerade Rüden sind da etwas später und kommen meist mit 12-18 Monaten in eine schwierige Phase...
Wie soll es nachts laufen? Willst du sie separieren?

Es klingt gut, dass der Hund recht ruhig ist, jedoch würde ich mich darauf nicht verlassen wollen, wenn die Katzen ihm auf die Pelle rücken. Ein Hund, der in die Enge getrieben wird, kann auch ganz schnell ungemütlich werden... Und Katzenkrallen können auf empfindlichen Hundenasen und Augen erheblichen Schaden anrichten :(

Ich würde es den Katzen in dem Alter nicht mehr zumuten wollen, denn so eine Vergesellschaftung bedeutet schon recht viel Stress für beide Seiten. Wenn du es doch probieren möchtest würde ich wie Sabine schon schrieb zusehen, dass du anfangs immer anwesend bist.

Liebe Grüße
 

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