Ich würde ihn in seinem Tempo machen lassen. Das fällt schwer,ich kann´s nachvollziehen.
Wir hatten einen sehr scheuen Kater aufgenommen bzw. 2 Brüder.
Rufus war der,der extrem scheu war und auf mich den Eindruck machte,das er noch nie Kontakt zu Menschen hatte (beide waren zu dem Zeitpunkt 1 1/2 Jahre alt) Sie kamen von einer Pflegestelle wo sie länger gesessen haben und waren eigentlich seit sie 3-4 Wochen alt waren,in menschlicher Obhut (Mutter und Geschwister vergiftet)
Sein Bruder war sehr zugänglich,aber
Rufus eben der absolute Angstkater. Dabei machte er den Eindruck,das er eigentlich ganz anders sein wollte und ganz dringen menschliche Nähe wollte.
Anfassen war gar nicht,angucken war nicht,spielen ja ... fressen nur unter dem Sofa im Wohnzimmer zu Anfang. Er kam auch zunächst nur am Abend und in der Nacht raus,wenn wir im Bett waren.
Ich hab ihn erst ignoriert ... also sein Angstverhalten und auch sonst eher links liegen gelassen,nicht auf ihn zugegangen o.ä Klar,er bekam sein Futter und er wurde genau wie die drei anderen bespielt und bespaßt (da vergaß er öfters sogar mal das er eigentlich scheu ist) Aber sonst bekam er nur Aufmerksamkeit bzw. Augenkontakt,wenn er ihn von selbst suchte. Und dann hieß es blinzeln wie die Weltmeister
Es brauchte ein paar Wochen,aber nach und nach konnte ich ihm beim Futterschälchen hinstellen über den Rücken streichen. Er wich nicht aus,er zuckte nicht zusammen o.ä Irgendwann kam er dann von sich aus. War auch etwas "fies" und benutzte seinen Bruder um ihn aus der Reserve zu locken etwas. Sobald er sah das ich Samu auf dem Arm hatte oder kraulte,kam er nach und nach immer näher und strich mir dann um die Beine.
Seine Entwicklung dauert bis heute an und die zwei sind jetzt im Dezember 1 Jahr bei uns. Inzwischen ist er fast ein normaler,total verkuschelter und verschmuster Kerl geworden. Hände sind auch nicht mehr gruselig. Im Gegenteil,nun weiß er das sie nur kraulen und Futter geben und nichts anderes tun. Er lässt sich auch kurz auf den Arm nehmen (reicht mir ... ich muss in der Lage sein ihn auch mal in eine Box zu setzen ... darum ging es mir) ohne das er Angst bekommt oder Stress hat. Was er nicht mag ist,wenn man mit Handtüchern zu Gange ist. Weiß nicht ob man ihn damit eingefangen hat oder so. Die findet er halt nicht toll oder auch fremde Leute. Da gehen aber auch beide auf Abstand. Das ist aber völlig in Ordnung.
Ich hab ihm zu Anfang auch den "Safespot" Wohnzimmer gelassen mit dem Sofa. War erst am überlegen ob ich das Sofa unten drunter zustellen soll,das er oder auch beide da nicht mehr drunter können. Aber entschloss mich dann doch dazu es erst noch zu belassen. Es wurd mit der Zeit immer weniger genutzt und die anderen Angebote von Kratzbäumen und Höhlen wurden bevorzugt
Es ist natürlich extrem schade das euer Kerlchen so schlechte Erfahrung mit einem Artgenossen gemacht hat. Ich glaube dann würde es auch schneller gehen mit dem Eingewöhnen. Er könnte die andere

Katze

beobachten und lernen das nichts schlimmes passiert. Den Vorteil hatten wir mit
Rufus,dadurch das zum einen sein Bruder nicht scheu war und das wir noch 2 weitere haben.
So musst du extreeeem Geduld haben und ihn wirklich lassen.
Was hast du für Spielzeug probiert ? Bei manchen dauert es das passende zu finden. Bei so einem Scheuchen ist natürlich "Fernspielzeug" wie Angel oder auch Laserpointer (ich weiß ... wird oft für Mist befunden,für scheue Katzen halte ich persönlich das aber für völlig in Ordnung) von Vorteil. Du musst dich ihm nicht extrem nähern und er hat auch erst einmal keine Hände vor der Nase,trotzdem spielst du mit ihm und er beschäftigt sich nicht alleine. So kann er auch da bestimmen wie nahe er dir kommt oder auch nicht. Und viele Katzen vergessen im Spiel eben ihre Ängste.