Neue Katzenmami leicht überfordert

Diskutiere Neue Katzenmami leicht überfordert im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo ihr Lieben! Wie der Titel schon verrät bin ich frische Katzenmami und hoffe von euch vielleicht ein paar Tipps zu bekommen. Ich beginne am...
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #1
Phii

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Hallo ihr Lieben!

Wie der Titel schon verrät bin ich frische Katzenmami und hoffe von euch vielleicht ein paar Tipps zu bekommen. Ich beginne am besten mal mit der Vorgeschichte meines Kleinen. Vor knapp 1 1/2 Monaten bin ich nach vielerlei Recherche im Internet und in örtlichen Tierheimen auf die Anzeige meines Henry gestoßen. Die Vorbesitzerin klagte, dass sie ihren 2 1/2 Jahre alten Ragdollkater abgeben müssen, da er sich mit dem anderen Kater nicht versteht. Bei den Bildern der kleinen Flauschkugel habe ich mich absolut schockverliebt und die Tage darauf gleich einen Besuch abgestattet. Dort stellte sich heraus, dass der Kleine nicht wie von mir angenommen ein paar Wochen/Monate mit dem alten Kater zusammenlebte sondern bereits seit er 10 Wochen alt war.
Er wurde von dem anderen Kater nie toleriert und kam immer nur wenn er sich sicher und unbeobachtet fühlte heraus, um zu fressen und sich ein paar Streicheleinheiten zu holen, da der Alte ihn immer durchs Haus jagte und attackierte. Es brach mir das Herz und ich konnte ihn nicht dort lassen.

Bei mir Zuhause angekommen verfiel er natürlich in Schockstarre, musste sich erstmal zurechtfinden und verkroch sich wenn ich da war nur unter Sofa und Küche. Ich ließ ihn komplett in Ruhe und nach knapp 2 Wochen "traf" ich ihn auf der Toilette hinter der er sich verkrochen hatte. Nach vorsichtigem Annähern ließ er sich auch streicheln, woraufhin ich mich regelmäßig zu ihm unter die Couch quetschte um ihn zu kraulen, was er auch sichtlich genießt (Köpfchen geben, Milchtreten, etc) Im übrigen ist er auch mit absolut nichts bestechlich, um ihn hervorzulocken. Weder Leckerlis noch Spielzeug.
Nachdem er allerdings immer noch nur Nachts oder wenn ich nicht da bin rauskommt wurde mir von einer Freundin geraten ihn "einfach mal rauszuholen" aus seinem Versteck und ihm zu zeigen, dass er nichts zu befürchten hat, wenn ich da bin und er sich vor keinem Feind verstecken braucht. Vor 2 Wochen musste ich ihn auch schon 2x einfangen wegen Tierarzt checkups & Impfungen, deswegen dachte ich, er würde es mir langsam nicht mehr so übel nehmen. Falsch gedacht. Scheinbar war das Hervorholen ein solcher Vertrauensbruch für ihn, dass er seitdem wenn er mich nur sieht faucht im nächsten Moment fängt er an zu schnurren und blinzelt mich an. Ich habe mir viel zur Katzensprache durchgelesen und bin wegen der widersprüchlichen Signale ziemlich verwirrt.. Er lässt sich auch streicheln, genießt es, dreht mir dann aber plötzlich den Rücken zu, legt die Ohren an und faucht. Gestern hat er sogar angefangen mich anzuknurren und zu jaulen. Ich weiß einfach nicht was ich mit ihm machen soll. Wenn ich ihn ganz in Ruhe lasse hab ich das Gefühl er lernt, dass er damit durchkommt und das solls ja auch nicht sein..

Freue mich über alle Anregungen und Tipps, danke im Voraus!!
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #2
Hi,
Oft ist es besser sich einfach in Geduld zu üben und die Katze auf sich zukommen zu lassen. Sprech mit ihm, blinzel mit ihm , les ihm was vor , und/oder du kannst Leckerli auslegen und abwarten ob und wann er sie sich holt. Ihn an seinem Safeplatz zu bedrängen und da sogar raus zu zerren ist eher kontraproduktiv.
Gesundheitlich war aber alles OK?
ich schick dir mal @Geek vielleicht weiß er noch einen Rat
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #3
Hi,
viel fällt mit nicht ein, außer sehr viel Geduld haben.
Der Kleine hat 2,5 Jahre quasi unsozialisiert in Angst und Schrecken gelebt, das prägt nun mal.
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #4
Hallo, das wird Geduld brauchen.
Schmerzen ( Zähne etc.) sind ausgeschlossen?
Unserem Ludwig aus schlechter Haltung haben wir nach 1 Woche" unter dem Bett leben" andere Verstecke gegeben, an die man aber besser rankommt im Zweifel und vorlesen, spielen - ( bei uns gab die Reitgerte den Durchbruch)besser geht -
Ein lieber, gut sozialisierter Kumpel wäre dann irgendwann bestimmt gut zum Spielen und zum Sicherheit bekommen. Denke ich.
Liebe Grüße, hast du Fotos?
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #5
Ich würde ihn einfach weiterhin ganz in Ruhe lassen. Also zumindest nicht aus seinem Versteck holen, wenn er nicht freiwillig raus kommt.
Futtert er und benutzt sein Klo ? Bei unserem Emil hat es sehr lange gedauert bis er einigermaßen Vertrauen gefasst hatte, obwohl er im Tierheim absolut nicht ängstlich oder scheu wirkte. Anfassen lag erst mal gar nicht drin, während sein Bruder in der zweiten Nacht bereits unter der Bettdecke meine Füße untersuchte:love: Hab Geduld und gib Henry die Zeit, die er benötigt. Nach seiner Vorgeschichte kann es sicherlich noch einige Zeit dauern.
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #6
Ich würde ihn in seinem Tempo machen lassen. Das fällt schwer,ich kann´s nachvollziehen.
Wir hatten einen sehr scheuen Kater aufgenommen bzw. 2 Brüder. Rufus war der,der extrem scheu war und auf mich den Eindruck machte,das er noch nie Kontakt zu Menschen hatte (beide waren zu dem Zeitpunkt 1 1/2 Jahre alt) Sie kamen von einer Pflegestelle wo sie länger gesessen haben und waren eigentlich seit sie 3-4 Wochen alt waren,in menschlicher Obhut (Mutter und Geschwister vergiftet)

Sein Bruder war sehr zugänglich,aber Rufus eben der absolute Angstkater. Dabei machte er den Eindruck,das er eigentlich ganz anders sein wollte und ganz dringen menschliche Nähe wollte.
Anfassen war gar nicht,angucken war nicht,spielen ja ... fressen nur unter dem Sofa im Wohnzimmer zu Anfang. Er kam auch zunächst nur am Abend und in der Nacht raus,wenn wir im Bett waren.
Ich hab ihn erst ignoriert ... also sein Angstverhalten und auch sonst eher links liegen gelassen,nicht auf ihn zugegangen o.ä Klar,er bekam sein Futter und er wurde genau wie die drei anderen bespielt und bespaßt (da vergaß er öfters sogar mal das er eigentlich scheu ist) Aber sonst bekam er nur Aufmerksamkeit bzw. Augenkontakt,wenn er ihn von selbst suchte. Und dann hieß es blinzeln wie die Weltmeister ;)
Es brauchte ein paar Wochen,aber nach und nach konnte ich ihm beim Futterschälchen hinstellen über den Rücken streichen. Er wich nicht aus,er zuckte nicht zusammen o.ä Irgendwann kam er dann von sich aus. War auch etwas "fies" und benutzte seinen Bruder um ihn aus der Reserve zu locken etwas. Sobald er sah das ich Samu auf dem Arm hatte oder kraulte,kam er nach und nach immer näher und strich mir dann um die Beine.
Seine Entwicklung dauert bis heute an und die zwei sind jetzt im Dezember 1 Jahr bei uns. Inzwischen ist er fast ein normaler,total verkuschelter und verschmuster Kerl geworden. Hände sind auch nicht mehr gruselig. Im Gegenteil,nun weiß er das sie nur kraulen und Futter geben und nichts anderes tun. Er lässt sich auch kurz auf den Arm nehmen (reicht mir ... ich muss in der Lage sein ihn auch mal in eine Box zu setzen ... darum ging es mir) ohne das er Angst bekommt oder Stress hat. Was er nicht mag ist,wenn man mit Handtüchern zu Gange ist. Weiß nicht ob man ihn damit eingefangen hat oder so. Die findet er halt nicht toll oder auch fremde Leute. Da gehen aber auch beide auf Abstand. Das ist aber völlig in Ordnung.
Ich hab ihm zu Anfang auch den "Safespot" Wohnzimmer gelassen mit dem Sofa. War erst am überlegen ob ich das Sofa unten drunter zustellen soll,das er oder auch beide da nicht mehr drunter können. Aber entschloss mich dann doch dazu es erst noch zu belassen. Es wurd mit der Zeit immer weniger genutzt und die anderen Angebote von Kratzbäumen und Höhlen wurden bevorzugt ;)

Es ist natürlich extrem schade das euer Kerlchen so schlechte Erfahrung mit einem Artgenossen gemacht hat. Ich glaube dann würde es auch schneller gehen mit dem Eingewöhnen. Er könnte die andere(n) Katze(n) beobachten und lernen das nichts schlimmes passiert. Den Vorteil hatten wir mit Rufus,dadurch das zum einen sein Bruder nicht scheu war und das wir noch 2 weitere haben.
So musst du extreeeem Geduld haben und ihn wirklich lassen.
Was hast du für Spielzeug probiert ? Bei manchen dauert es das passende zu finden. Bei so einem Scheuchen ist natürlich "Fernspielzeug" wie Angel oder auch Laserpointer (ich weiß ... wird oft für Mist befunden,für scheue Katzen halte ich persönlich das aber für völlig in Ordnung) von Vorteil. Du musst dich ihm nicht extrem nähern und er hat auch erst einmal keine Hände vor der Nase,trotzdem spielst du mit ihm und er beschäftigt sich nicht alleine. So kann er auch da bestimmen wie nahe er dir kommt oder auch nicht. Und viele Katzen vergessen im Spiel eben ihre Ängste.
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #7
Danke euch allen für die lieben Antworten! :)

Zu den Fragen bzgl der Gesundheit:
Henry hatte Parasiten, vermutlich angeschleppt durch den anderen Kater, der Freigänger war und daraus resultierendes Fieber. Beides wurde behandelt und ich bekomme morgen Bescheid, ob die Kotproben, die ich die letzten Tage gesammelt habe jetzt ok sind. Deshalb zog er sich anfangs bei mir wohl erst recht zurück, weil es ihm einfach auch gesundheitlich nicht gut ging.
Schmerzen, Zahnprobleme etc wurden vom Tierarzt ausgeschloßen - fressen tut er brav, allerdings ist er eine kleine Diva was das Nassfutter betrifft und sehr wählerisch :LOL: Kisterl benutzt er seit Tag eins eigentlich ohne Probleme.

Was Spielzeug betrifft hab ich von Bällchen mit Glocken drin (was vorher angeblich sein liebstes Spielzeug war) über Spielangel bis zur Gerte (die er nur panisch anfaucht) alles probiert - er schaut mich bei allem nur mit großen Augen an - Laserpointer werde ich jetzt noch probieren, danke für den Tipp :)

Ich dachte mir schon von Anfang an, dass es mit ihm ein Weilchen dauern würde, irgendwo war halt die Hoffnung, dass sobald er sich "in Sicherheit" befindet er merkt, dass er keine Angst haben braucht. Vor allem, weil ja eigentlich nur Probleme mit dem Kater hatte und per se nicht mit Menschen, aber natürlich muss er sich erst an mich gewöhnen.

Meine Überlegung war eben auch schon ihm einen Kameraden zu holen, der ihm zeigt, dass Menschen gar nicht so doof sind und der ihn ein wenig sozialisiert, aber ich weiß eben nicht, wie er darauf reagieren würde.. Vielleicht wenn dann ein Kitten, das er nicht als Bedrohung sieht? Bei einer etwa gleich alten oder älteren Katze hätte ich die Befürchtung, dass es wieder auf einen Territorialkampf hinausläuft :unsure:
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #8
Ich bin mir nicht sicher ob ein Kitten wirklich das richtige ist. Ich könnte mir eher eine/ n gut sozialisierte Katze die nicht dominant ist vorstellen.
Aber davon hab ich nicht genug Ahnung, deswegen würde ich dir empfehlen hier im Forum mal Taskali oder Cats Andros anzuschreiben ob sie evtl eine/n passende Katze haben. Da beide ihre Pflegis kennen und einschätzen können, wäre das sicher eine sehr gute Hilfe. Noch dazu vermitteln sie D weit. Also die Entfernung spielt dann keine große Rolle- Hauptsache es ist die richtige Katz.😉
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #9
Meine Überlegung war eben auch schon ihm einen Kameraden zu holen, der ihm zeigt, dass Menschen gar nicht so doof sind und der ihn ein wenig sozialisiert, aber ich weiß eben nicht, wie er darauf reagieren würde.. Vielleicht wenn dann ein Kitten, das er nicht als Bedrohung sieht? Bei einer etwa gleich alten oder älteren Katze hätte ich die Befürchtung, dass es wieder auf einen Territorialkampf hinausläuft :unsure:

Hi,
diese Überlegung ist sehr gut, das könnte wirklich etwas bringen.
Allerdings ist ein Kitten die falsche Wahl, bei so Kleinteilen weißt du nie, wie die sich entwickeln und dein Kater könnte komplett durch ein quirliges Energiebündel überfordert sein.
Du solltest einen jungen Kater suchen, der sehr sozial ist und von den Pflegern als "Sozialarbeiter" eingestuft wird, d.h. einen der von sich aus sehr behutsam den Kontakt zu anderen Katzen aufbaut.
 
  • Neue Katzenmami leicht überfordert Beitrag #10
Ich würde allerdings jetzt noch so lange warten, bis der Kater sich endgültig eingewöhnt und seine restliche Angst abgelegt hat und auch die endgültigen Untersuchungsergebnisse vorliegen.
 
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