Neue Katze "attackiert" Kleinkind

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Kanksi

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Hallo liebes Forum,

seit sehr langer Zeit melde ich mich mal wieder mit einer Frage hier.

Seit einem Jahr wohnen wir im heißersehnten Eigenheim im Grünen. Da wir unsere letzte Katze vor Jahren schweren Herzens zu einer Bekannten vermittlelt haben, nachdem klar war, dass sie unbedingt Freigang möchte und wir damals noch in einer Mietwohnung mitten in der Stadt gewohnt haben, wollten wir erst wieder in die Katzenhaltung einsteigen, wenn das Tier auch raus kann.

Vor eineinhalb Wochen waren wir dann einfach mal im Tierheim. Wir waren sehr ehrlich, haben auch unseren zweijährigen Sohn dabei gehabt, um zu schauen, ob es in dieser Situation überhaupt einen passenden tierischen Gefährten für uns gibt. Eine Pflegerin war sehr engagiert und hat uns eine Katze vorgeschlagen, die wir letztlich auch adoptiert haben. Sie ist eineinhalb Jahre alt, sollte lieber in die Einzelhaltung mit der Option auf Freigang und wurde als schmusig und lieb beschrieben. Die Probe mit unserem Kleinen funktionierte auch und die ersten Tage zuhause lief alles recht gut. Wir achten sehr streng darauf, dass der Kleine die Katze nicht ärgert und schenken ihr viel Aufmerksamkeit. Natürlich will er aber auch mal streicheln und generell geht es in einem Haushalt mit Kindern nie wirklich ruhig zu... Ich arbeite zwei Wochentage von zuhause und seit letzter Woche ist mein Partner sowieso im Urlaub und viel da. Unser Kind ist tagsüber bei der Tagesmutter. Wir dachten, das würde die Eingewöhnungszeit gut überbrücken, bis sie eingewöhnt genug für draußen ist.

Seit gestern verhält es sich aber so, dass die Katze einigermaßen gereizt auf unseren Kleinen reagiert und ihn heute morgen nach dem Aufstehen sogar "attackiert" hat. Sie hat seine Beine gekrallt und dann leicht zugebissen. Das ganze wiederholte sich dreimal, trotzdem wir dazwischen geganen sind und sie auch erstmal abgelassen hatte. Vorgefallen war in dieser Situation vorher nichts, es kam unvorhergesehen. Danach saßen sie auch wieder zusammen an ihrem Spielbrett, aber man merkt, dass ihr das Kind nicht geheuer ist und sie da mittlerweile auch wirklich gestresst reagiert. Wenn er nicht da ist, ist sie entspannt, schmust und spielt mit uns und scheint glücklich. Sobald er aber kommt - aufsteht, von der Kita kommt, Mittagsschlaf vorbei... - ist sie im Stress. Zudem merkt man auch, dass sie gern raus möchte und anfängt, gefrustet zu sein.

Langer Rede kurzer Sinn: Meine Sorge ist nun, dass sich ihr Frust weiter steigert, sie wirklich unzufrieden wird und dann sowohl sie als auch unser Kind darunter leiden. Hat jemand mit solch einer Situation Erfahrung? Kann das so überhaupt funktionieren?

Ich würde mich sehr über Eure Einschätzung freuen und bedanke mich im Vorfeld!

VG Kerstin
 
Emil

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Hallo,

warum sollte denn die Katze lieber in Einzelhaltung ? Gab es dafür spezielle Gründe ?
Wenn nicht könnte vielleicht eine altersmäßig passende Kumpeline Abhilfe schaffen.
Dann könnten die Beiden miteinander spielen, raufen etc. und Dein kleiner Sohn müsste nicht mehr als Blitzableiter herhalten. Ist nur eine Idee, da ich noch nie in einer solchen Situation war.
Ich weiß nur, dass meine Kater auf Kinderbesuch ( habe 5 Großneffen und 1 Großnichte ) auch gestresst reagieren und weglaufen, sobald die Kinder sich nähern. Meine Jungs sind es aber natürlich auch im normalen Alltag nicht gewöhnt und daher wohl etwas schreckhaft.

LG

Bea
 
Sternenreiterin

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Ich denke, dass sie eher in deinem Sohn einen Spielkameraden sucht, als dass es sich tatsächlich um Angriffe handelt, die gegen seine Person gerichtet sind. Mit anderthalb Jahren ist die Katze jung genug, um mit einer anderen Katze vergesellschaftet zu werden mit der sie sich artgerecht austoben kann. Im Tierheim verhalten sich Tiere oft anders als in einem Zuhause. Wie die Pflegerin zu der Aussage kommt, eine so junge Katze möge lieber in Einzelhaltung gehalten werden wird wohl auf immer ihr Geheimnis bleiben. Der Katze hat sie damit jedenfalls keinen Gefallen getan. Ich würde mich an deiner Stelle so schnell wie möglich noch nach einer Freundin für sie umsehen. Dann werden sich die Probleme mit deinen Sohn auch in Luft auflösen :).
 
Kanksi

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Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten.
Tja, so genau haben sie das nicht dargelegt. Nur, dass sie bisher nicht mit anderen Katzen ausgekommen ist. Mir ist bewusst, dass man bei einer so jungen Katze noch nicht alle Segel streichen sollte in dieser Hinsicht. Aber sie wurde definitiv nur allein vermittelt. Für uns kam es aber ganz passend, da sie dann eh auch raus soll. Und mein Partner findet, wenn sie raus kann, braucht sie keinen Partner. Im Tierheim wurde das noch von den Pflegern bestärkt und sie scheint anderen Katzen gegenüber wohl sehr dominant.
Was den Alltag betrifft habe ich jetzt halt Befürchtungen. Im Tierheim zeigte sie sich äußerst nervenstark (es war an dem Tag, an dem wir sie dann letztlich abgeholt haben sehr sehr voll und bestimmt 6 Leute standen vor ihrer Glastür und erzählten und gestikulierten, und sie stand direkt da und schaute sich alles an), bei unserer Ankunft zuhause hatten wir ihr extra noch den Dachboden hergerichtet, aber sie setzt sich direkt zu uns, als wäre nie etwas gewesen. Wenn nur wir Erwachsenen da sind, folgt sie uns eigentlich auf Schritt und Tritt überall hin, wenn der Kleine da ist, bleibt sie meist auch im Raum, manchmal kommt sie näher, manchmal bleibt sie auf Abstand. Aber wie gesagt ist sie seit gestern Abend plötzlich etwas dünnhäutiger. Und das macht mir schon arge Sorgen.
Ich muss auch gestehen, dass ich jetzt vor einer Vergesellschaftung Angst hätte, wenn das nicht klappt bzw. sich hinzieht. Ich muss dazu sagen, ich bin ein gebranntes Kind in der Hinsicht. Wir hatten damals auch zwei Katzen und das massive Mobbing sorgte dafür, dass der Verein, über den wir die Katzen adoptiert hatten, getrennt hat. Eine wurde vom Verein weitervermittelt, die andere durch mich in den Freigang zu einer Bekannten. Es war eine sehr schlimme Situation.
Tut mir leid, wenn da jetzt ein bisschen Heulerei und Panikmache bei ist, aber man wünscht sich halt immer, dass alles klappt... :confused:
 
claudiskatzis

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Ich seh das auch so:
Dein Kind ist tobe und rauf Partner...
 
Kanksi

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Ok, das wäre per se jetzt nicht schlimm. Uns knabbert sie halt auch an, sie steigert sich total ins Schmusen rein - dann auch gern irgendwann mit Zähnen. Sie hat diese Liebesbisse direkt vom ersten Tag an gemacht. Es ist jetzt halt eine neue Situation für uns mit dem Kind und der Katze. Früher waren es ja nur wir Erwachsenen - da hat man noch stärker das Bedürfnis alles richtig zu machen!
 
Sternenreiterin

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Ja, ich kann verstehen wenn man nach so einer Erfahrung vorsichtig wird :(. Aber die Meinung deines Partners, als Freigänger brauche eine Katze keinen Kumpel stimmt so leider auch nicht. Draußen entwickeln sich in der Regel keine Freundschaften und Putz- und Schmusepartnerschaften, da geht es meistens um Revierabsteckung. Es herrscht ja leider auch der Irrglauben, man bräuchte eine Freigängerkatze im Haus nicht mehr zu bespaßen. Spielt ihr denn aktuell viel mit ihr, sodass sie einigermaßen ausgelastet ist? Bis sie raus kann, vergeht ja noch ein Weilchen. Mich würde aber die Einschätzung von @Geek noch interessieren.
 
Geek

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sie scheint anderen Katzen gegenüber wohl sehr dominant
Hi,
das reicht mir als Grund dir zu raten, die Katze wieder abzugeben.
Sie will wohl ihren Willen durchsetzen und sieht euren Sohn anscheinend als "Spielzeug" an, nicht immer aber, aber auch einmal ist zu viel.
Sorry für die Katze, aber hier hat der Sohnemann Priorität.
Eine zweite Katze könnte Linderung bringen, aber auch hier meine Einschätzung, dass du dir damit noch mehr Stress einhandelst.
 
Kanksi

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Ich bedanke mich auch weiterhin für die rege Teilnahme am Thema! Es ist gut zu wissen, dass man mit seinen Fragen irgendwohin kann. :)

Bisher hatte ich immer nur Erfahrung mit Wohnungskatzen und da war es immer klar, dass eine allein nicht sein darf! Offensichtlich ist aber mein Wissen über Freigänger weniger gut, wie ich merke. Ich habe mich da jetzt auch vom Tierheim inspirieren lassen und zudem einen Vertrag zuhause, dass ich erstmal ohne das Heim nicht viel machen darf. Hm.

Spielen tun wir mit ihr, wenn sie mag. Ich teile das auf zwischen Laserpointer, Federwedel und Intelligenzspiel. Schmusen dann dazwischen. Und wenn sie gehen will, kann sie das auch - wir haben Platz.

das reicht mir als Grund dir zu raten, die Katze wieder abzugeben.
Sie will wohl ihren Willen durchsetzen und sieht euren Sohn anscheinend als "Spielzeug" an, nicht immer aber, aber auch einmal ist zu viel.
Sorry für die Katze, aber hier hat der Sohnemann Priorität.
Eine zweite Katze könnte Linderung bringen, aber auch hier meine Einschätzung, dass du dir damit noch mehr Stress einhandelst.

Habe ich erst gelesen, nachdem ich schojn den Rest geschrieben hatte. Danke für deine Antwort. Das mit dem zusätzlichen Stress würde ich auch befürchten. Aber eine Katze abzugeben tut natürlich arg weh, zumal es ja damals schon vorgekommen ist (und ich sie wirklich sehr lieb hatte und mich für ihr Wohl von ihr getrennt habe) und man nichts dagegen tun kann, als sich einfach nur als schlechten Menschen zu sehen... Aber ich werde mir das durch den Kopf gehen lassen. Sie nehmen die Katze im Tierheim jederzeit zurück und selbstverständlich hat mein Sohn generell Vorrang.
Ich werde in mich gehen... :cry:
 
Geek

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Ich brösele das nochmal etwas mehr auf.
Wenn eine Katze als "dominant" beschrieben wird, heißt das für mich prinzipiell nur, dass sie situativ mit Aggressionen statt mit Flucht handelt.
Das zeigt sich dann typischweise, wenn eine fremde Katze auftaucht.
Die "dominaten" Katzis gehen auf Aggro, die "devoten" ziehen sich zurück.
Wenn du jetzt "andere Katze" durch "ungewohnte Situation" ersetzt, hast du eine für mich plausible Erklärung für deine Situation.
Dein Sohnemann ist etwas, was sie unheimlich findet. Zuerst ist sie vorsichtig aber dann schlägt das in Aggro um.
Dabei ist es egal, ob das jetzt ein spielerisches Raufen war oder eher ein Vertreibungsversuch.

... und irgendeinen Grund muss es gegeben haben, wenn ein TH eine Katze separiert hält ;)
 
Emil

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Unser Tierheim hat ja auch öfter Katzen, die sich absolut nicht mit Artgenossen verstehen und deshalb separiert werden müssen und dann als Einzelkatze vermittelt werden. Diese werden dann aber grundsätzlich nicht an Familien mit Kleinkindern vermittelt, was ich persönlich auch für vernünftig halte.
 
Kanksi

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Was ihr sagt, ergibt Sinn!
Ich hätte das vielleicht auch einfach selber einschätzen müssen. 😕 Wir waren uns vorher sehr einig, dass wir komplett mit offenen Karten spielen und unsere Situation genauso darlegen, wie sie ist. Wäre nichts passendes dabei gewesen, wäre es auch in Ordnung gewesen.
Letzenendes und blöderweise ist das Tierheim natürlich eíne Ausnahmesituation für Tiere und es ist klar, dass man erst im Alltag einen genauen Blick bekommt. Aber ich bin traurig darüber, wie es jetzt läuft und auch irgendwie sauer auf mich...
Heute muss sie erstmal noch geimpft werden und dann schaue ich mal.
 
yodetta

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Hallo! :)

Grundsätzlich schließe ich mich Geek an.

Wenn Du heute aber eh beim TA bist, lasse sie nochmal ganz genau checken.
Vielleicht tut ihr auch was weh und sie reagiert deshalb manchmal so "aggro".
Manche Katzen drücken so ihre Schmerzen aus.

Eigentlich spricht dagegen, dass sie das nur bei Eurem Sohn macht, aber dass wäre mein letzter Hoffnungsschimmer.

Und bevor sie wieder zurück ins Tierheim muss, würde ich persönlich den Versuch mit einer passenden Zweitkatze wagen.
Oder evtl einem Kater?
Jedenfalls sollte das Zweittier einen ähnlich starken Charakter haben.

Alles Liebe !
Melanie
 
Kanksi

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Gesundheitstechnisch sollte eigentlich alles ok sein, sie wurde ja vor der Abgabe im Tierheim ärtzlich durchgeckt. Aber natürlich spreche ich es an.

Für mich selber wäre es nicht problematisch, es mit einer Zweitkatze zu probieren. Aber ich muss zugeben, nach euren bisherigen Einschätzungen zu ihr ginge mir da schon der A**** auf Grundeis, wenn ich unter Umständen zwei zankende Katzen, ein Kleinkind, das zwischen die Fronten gerät, und wenn es schlecht läuft gleich zwei Abgaben habe. :oops:

Ich werde sehen, was die Tierärztin so sagt. Ich kenne sie durch meine Kaninchen und finde sie so kompetent, dass sie da sicherlich was zu sagen kann; auch bezüglich eventueller Schmerzen oder so...

Vielen Dank euch allen!
 
yodetta

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Ja, ich könnte auch nachvollziehen, wenn Du den Schritt der Vergesellschaftung nicht wagen möchtest.

Was die Schmerzen betrifft, können sie ja auch plötzlich auftreten. Oder auch erst durch den Umzug zum Ausdruck kommen.

Halte uns doch bitte auf dem Laufenden.

Liebe Grüße
Melanie
 
WinstonvonWensin

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Hallo, eine ziemlich verzwickte Situation. Was wisst ihr über die Herkunft der Maus. Für mich liest es sich, als wäre sie sehr schlecht sozialisiert zu sein.

Das heißt zu früh vom Muttertier und seinen Geschwistern getrennt.
Habt ihr darüber eine Info erhalten und ist sie eventuell auch aus zweiter Hand?

lg
Verena
 
Kanksi

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Das wissen wir nicht genau. Der Grund fürs Tierheim war "Nachlass". Und wurde gesagt, dass kann Umzug, Heim, Gefängnis etc sein. Sie hat auf jeden Fall noch Babys bekommen und ist erst im Heim kastriert und erstgeimpft worden...
 
WinstonvonWensin

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Ich würde einen guten Tierpsychologen mit zur Rate ziehen, es sei du sagst nein....dann würde ich die Maus zurückgeben noch ist sie nicht lange bei euch. Läuft euer Kleiner wenn sie ihn angreift oder einfach so.

lg
Verena
 
Kanksi

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Gerade zurück von der Ärztin, sie fand sie sehr freundlich und meinte, dass sie sehr viel Energie hat und wohl wirklich raus muss.
Als sie meinen Kleinen heute attackiert hat, stand er und schaute sich seinen Adventskalender an...:confused:
Tierpsychologe ist generell kein Problem, das hatte ich damals bei meinem Mobbing-Paar auch (auch wenn es letztlich nichts geholfen hat). Ich mache mich mal schlau.
 

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