Inkontinenz, lahme Hinterhand, frisst & kuschelt noch; was tun?

  • Autor des Themas Jen Sh
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Jen Sh

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Hallo liebe Forenmitglieder,

mein Britisch Kurzhaarkater ist 17, 5 Jahre alt und hat Spondylose, aufgrund dieser lahmt er mit den Hinterbeinen seit einigen Jahren. Das störte ihn damals soweit nicht, er lief nur langsamer, nahm aber am Leben teil, spielte, schmuste, nutzte die Toilette; ein normales Katzenleben.
Nach 3 Blasenentzündungen innerhalb kurzer Zeit diesen Jahres, baute er nach jeder Infektion ein Stückchen weiter ab. (Es wurde alles mittels Blut- und Urinuntersuchung vom TA abgeklärt, "nur"
leicht erhöhte Nierenwerte.) Seit ca. November nässt er sich allerdings in 90 % der Fälle ein, auf seinen Liegeplätzen, in seiner Höhle im Kratzbaum, einmal sogar beim Fressen merkte er nicht, dass es lief. Es liegt sicherlich an der Spondylose, die die Nervenfunktion einschränkt und somit zum Kontrollverlust über die Blasenmuskulatur führt. Zudem ist seine Lahmheit schlimm geworden, er fällt oft mit der Hinterhand um und läuft dann nur mit den Vorderbeinen weiter. Eigentlich hätte ich ihn schon längst einschläfern lassen, wenn da nicht seine andere Seite wäre. Er hat diesen extremen Willen: er geht fressen, (ist schon immer sehr verfressen), er kommt zu mir zum kuscheln, "läuft" durch die Wohnung, ist aufmerksam, zieht sich nicht zurück.
Ich bin nun etwas ratlos. Ich bin niemand, der auf Biegen und Brechen ein Tier bei sich behalten möchte, ich möchte dem Tier zu Liebe handeln. Das musste ich leider dieses Jahr schon mit einem anderen Kater, der krank wurde und 7 Tage später eingeschläfert wurde, da weitere Behandlungen wenig Erfolg versprachen.
Ich weiß, dass mir diese Entscheidung niemand abnehmen kann, jedoch erhoffe ich mir hier andere Sichtweisen, die mir bei einer Lösung helfen könnten. Denn ich habe Angst davor zu früh oder zu spät meinen Dicken gehen zu lassen und es später zu bereuen, Leid verlängert zu haben oder Lebenszeit verkürzt.
Vielen Dank für's Lesen.
 
21.12.2019
#1
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WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

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Hallo Jens,

Ja es ist eine verdammt schwere Entscheidung und ich kann verstehen, dass die andere positive Seite, dass verlieren des Urins schlägt. Katzen sind ja von Natur aus reinliche Wesen.

Tierwelt – Katzen in Windeln
lese Dir das mal durch. Ich würde es so halten, dass wenn der Kater das mitmacht ich das nutzen würde. Gibst du Nahrungsmittelzusätze wie Grünmuschelextrakte um die Gelenke zu unterstützen. Ich würde einen Physiotherapeuten mit ins Boot holen und die Schmerzmedikation optimieren um zu unterstützen.

lg
Verena
 
mennemaus

mennemaus

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Hallo und herzlich willkommen hier im Forum!

Die Situation mit deinem Kater ist wirklich nicht einfach. Man merkt an dem, was du schreibst, dass sowohl für ihn als auch für dich einige Einschränkungen und Probleme mit der Spondylose und der Inkontinenz des Katers verbunden sind.

Die Anregungen, die Verena dir gegeben hat, sind sicherlich einen Versuch wert, insbesondere das Grünmuschelextrakt kannst du versuchen, es schadet auf keinen Fall, eventuell auch eine Physiotherapie und auf alle Fälle eine optimale Einstellung der Schmerzmedikamente.

Den Artikel über die Windeln fand ich interessant, ich habe aber meine Zweifel daran, ob ein Tier im Alter von 17 Jahren das noch akzeptiert. Versuchen kannst du das, aber wenn du merkst, dass ihm das zuviel ist, würde ich ihn nicht damit quälen.

In dieser Phase mit hohem Lebensalter, körperlichen Einschränkungen, sich wiederholenden Infektionen (vermutlich treten diese Blasenentzündungen so häufig auf, weil die Blase nicht mehr richtig entleert wird), Inkontinenz, die für euch aber auch für den Kater eine Geruchsbelästigung darstellt und dem gegenüber die Freude am Fressen, der enge Bezug zu dir, Kuscheln wollen, Interesse an der Umgebung zeigen, sollte man immer genau hinschauen, ob das Tier wirklich noch eine gute Lebensqualität hat. Das machst du mit viel Liebe und genauso viel Realismus, man merkt genau, dass es dir um das Wohl des Katers geht.

Dein Kater hat sicherlich noch Lebensfreude, und solange die da ist, ist es sicherlich einen Versuch wert, seine Situation durch die von Verena vorgeschlagenen Dinge zu verbessern. Du wirst merken, wann für deinen Kater der Punkt gekommen ist, wo er nicht mehr kämpfen will und wo du ihm nur noch helfen kannst, in dem du ihn sanft erlösen lässt. Ich hoffe für euch, dass euch bis dahin noch einige Zeit bleibt die ihr gemeinsam genießen könnt.
 
Isis Bastet

Isis Bastet

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Solange das 'frisst & kuschelt' noch klappt, wäre es für mich keine Frage. Nicht optimal, aber ansonsten altersgerecht. Inkontinenz wie auch das temporäre Versagen der Muskulatur ist lästig, aber damit lässt sich leben. Wäre so, als wenn man menschliche Senioren mit ansonsten positivem Erscheinungsbild ‚abschaffen‘ wollte.
 
Ilvy

Ilvy

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Hallo,
du schreibst sehr liebevoll und verantwortungsbewusst über deinen " Dicken".
Mein Gefühl- wenn er noch kuscheln mag und fressen- bleibt euch noch eine gute Zeit gemeinsam.
Die hilft sicher, sich auf die nächsten Schritte dann später einzustellen.
Wahnsinnig schwer.. Wann es dann so ist.
Aber ich bin zuversichtlich, dass er dir das zeigen wird.
Mir klemmt es Alles zu, daran zu denken, wie es hier mal sein wird, wenn..
Und du liest hier die inneren Kämpfe/ Unsicherheiten vieler TN, so eine Entscheidung bewusst treffen zu müssen.
Vielleicht hilft das etwas; nicht allein zu sein und komplett verstanden zu werden.
Hast du ein Foto von deinem Kater?
Alles Gute euch erstmal einfach nur..
 
J

Jen Sh

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Vielen lieben Dank für die Antworten! Ja, es ist schwer und arbeitsreich, aber das hat er verdient. Er ist/war immer ein treuer Begleiter, der nur mich als seinen Menschen akzeptierte. 😊 Zudem hat er ja auch dieses Jahr seinen Kumpel verloren (siehe mein Profilbild) und ich habe gemerkt, dass er trauert! Ich habe alle seine Plätze präpariert, überall Folie unter Decken und Kissen, damit nix auf Holz oder Couch durchgeht; mit Babytüchern wird er auch tgl. gereinigt, weil ich ihm eine Dusche wirklich ersparen möchte. Windeln würde er leider nicht akzeptieren, da er ein sehr großer Dickkopf ist!
Den neuen Kater toleriert er nur, was ich mir schon dachte bei seinem Alter, aber ich wusste, dass es geht, denn mit Katzen ist er sehr verträglich; er ist ein ruhiger, ausgeglichener.
Aufgrund eurer Anregungen werde ich dann weiter so mit ihm umgehen und schauen, wann er mir zeigt, dass er gehen möchte. 😓
Hier noch ein Foto und nochmals vielen Dank!
IMG_20191216_134459.jpg
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

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Hast du denn die Windel mal probiert? Wenn er dir vertraut und er merkt, das er dennoch entspannt sein kann! Versuchen würde ich das....

lg
Verena
 
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Jen Sh

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Das funktioniert leider gar nicht mit Windeln. 😣 Typisch Katze ist er da, nicht hochheben, nicht an mir rum manipulieren usw. Leider auch etwas meine Schuld, da ich ihn nie trug, weil ich dachte: "Ist ein Lebewesen, kein Kuscheltier, kann selbst laufen." Das rächt sich jetzt. Aber ne Zicke und Mimose war er schon immer, aber charmant. 😁 Er ist mein erster Kater, ich war damals 18, ich habe sicher einiges falsch gemacht, aber er hat es mir nicht übel genommen, er war/ist ein stattlicher, ruhiger, anschmiegsamer Kater, der geht, wenn es ihm zu viel wird, ihn kann nix wirklich erschüttern. Ich war und bin immer wieder begeistert über sein Gemüt!
Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten mit euren Fellbomben und -bömbchen!😘
 
J

Jen Sh

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Es ist leider sehr schnell sehr viel schlechter geworden. Er läuft fast gar nicht mehr, er mauzt dann nach mir, ich gehe zu ihm, er krabbelt auf mich und möchte zum Napf getragen werden. Ich werde leider am 27. (meinem Geburtstag) den letzten Schritt mit ihm gehen müssen, denn ich empfinde ein solches Leben für ein Tier, das sich nicht mehr selbstständig fortbewegen kann, nicht mehr lebenswert und eine Qual.
Ich danke euch nochmals sehr für eure offenen Ohren bzw. Augen!
Allerliebste Grüße, Jen.
 
Ilvy

Ilvy

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Das ist traurig und ich fühle sehr mit dir.:cry:
Viel Kraft für diesen Schritt, der erneut deine Liebe zu deinem Kater zeigt..
Liebe Grüße..
 
mennemaus

mennemaus

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Ich habe deine letzten beiden Beiträge gerade erst gesehen. Der erste scheint noch hoffnungsvoll und zeigt deutlich, wie sehr du deinen Kater liebst und wie gut du ihn kennst und in seinen ganzen Eigenarten schätzt und akzeptierst.

Der zweite zeigt leider, wie schnell die Realität unsere Wünsche und Hoffnungen überholt. So schwer diese Zeit auch für dich ist, es gibt jetzt wenigstens Klarheit für dich, du hast noch einmal versucht, ob du ihm helfen kannst und er zeigt dir jetzt deutlich, dass seine Kräfte zu Ende sind.

Diese letzte Entscheidung zu treffen, ist ein sehr schwerer Schritt. Er macht dir diesen Schritt etwas leichter und er wird dankbar sein, wenn er im Beisein des Menschen, der ihn liebt und den er liebt und mit dem er sein ganzes Leben verbracht hat, liebevoll begleitet sanft einschlafen darf.

Es tut mir sehr leid für dich, dass keine andere Möglichkeit mehr besteht und dass das nun auch gerade direkt nach Weihnachten an deinem Geburtstag passieren wird. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diesen letzten Schritt.
 

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was tun gegen lahmen in hinterhand

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