Zugelaufenes Kätzchen verhält sich nach Unfall distanziert

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herrgatuso

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Liebes Forum,

zunächst möchte ich mich kurz vorstellen und vorab allen Danken, die sich die Mühe machen mir zu antworten.
Vor ein paar Jahren hatte ich mit unserem lieben zugelaufenen Kater Herr Gatuso viel Hilfe und Ermutigung aus dem Forum erfahren.
Nachdem Gattuso 2015 im Alter von 12 Jahren eingeschläfert werden musste (Nieren). Wollten wir aktiv keine neue Katze mehr.
Wir hatten soviel unerwartete Freude mit ihm und der Verlust war/ ist immer noch schwer.

Ich habe aber meiner Tochter und meiner Frau versprochen, dass falls eine Katze in Not ist / oder uns ein zweiter Streuner zuläuft, wir diesen auf jeden Fall aufnehmen. Aber ich wollte immer nur eine Katze, die sich uns ausgesucht hat.
Quasi als Vermächtnis von Gatuso. Vor 4 Monaten dann gingen meine beiden Damen spazieren und ihnen ist ein junges Kätzchen bis nach Hause gefolgt, da es unbedingt rein wollte haben wir es reingelassen sind aber am nächsten Tag zum TA, um zu sehen, ob er
gechipt ist, da er weder schlecht ernährt noch verwildert aussah. Tatsächlich gehörte er einer Familie aus der Nachbarstraße, deren Garten an den unseres Hauses grenzt. Wir haben uns dann bei Tasso gemeldet und unseren "Fund" gemeldet. Nach 3 Tagen bekam
ich dann einen Anruf, dass die Familie im Urlaub ist und erst in ein paar Tagen zurückkommt. Wir haben ihn dann solange bei uns gehabt bis die Familie aus dem Urlaub zurück gekommen ist. (Ach ja. Chico ist ein British-Kurzhaar-Kater und jetzt 1 Jahr und
2 Monate alt).Sein Verhalten war freundlich, etwas reserviert. Er hatte schnell ein paar Lieblingsplätze und ist Nachts irgendwann ins Bett gesprungen. Nachdem er abgeholt wurde haben wir ihn trotz der Nähe ca. 50 Meter durch zwei Gärten zu seinem Zuhause für 2 1/2 Wochen nicht mehr gesehen. Dann war er plötzlich wieder da und wollte rein. Die Besitzer hatten uns erzählt, dass Sie oft im Urlaub seien und Chico schon viele Problem mit Weglaufen gemacht hat. Als er bei uns war, war er allerdings pünktlich in seinen Freigangszeiten und Rückkehrzeiten. Meine Interpretation war, dass er zu oft alleine gelassen wurde und die kleine Tochter ihn zu sehr bedrängt hat, wodurch er zu viel Stress hatte. Soweit meine Ferndiagnose.

Nun zum traurigen Teil der Geschichte. Vor 6 Wochen war er auf unserer Terrasse aufgetaucht, wo er geschlafen hatte am morgen haben wir festgestellt, dass er angefahren wurde. Daraufhin bin ich zu den Nachbarn und wir waren beim TA. Dieser sagte, dass er so schwer verletzt war, dass er in eine Tierklinik zur Operation muss. Ich bin dann mitgefahren. Um es kurz zu machen. Die Besitzer waren nicht bereit die knapp 3000 Euro für die Operation (Magenabriss und Beckenbruch an zwei Stellen, einer mit Schraube fixiert) auszugeben, sodass wir eingesprungen sind und das liebe Kätzchen übernommen haben, damit es nicht eingeschläfert werden muss. Die Operation verlief so weit gut und er läuft auch schon wieder ganz passabel. Wir waren am Freitag beim TA zur Kontrolle soweit sollte erst mal alles gut sein. Wir mussten in 6 Wochen in sehr eingeschränkter Käfighaltung halten (50x70 cm). Die ersten 2 Wochen war er müde und wollte sich auch nicht viel bewegen, dann wurde es schwieriger und wir haben ihn dann nach 3 Wochen für kurze Zeit in unseren kleinen Flur gelassen wo er sich dann richtig strecken und ein paar Meter gehen konnte. Anfangs war das in Ordnung, aber jetzt ist er so fit, dass er natürlich in die ganze Wohnung will. Da er die 6 Wochen rum hat haben wir jetzt probiert ihn ins Wohnzimmer und in Schlafzimmer/Büro zu lassen. Teilweise ist er aber recht wild, sodass wir den Wohnungszugang zeitlich begrenzen und er noch ein paar Tage im Käfig schlafen muss. Leider wirkt er bei seinen "Ausflügen" unruhig und findet, trotz vieler Angebote Kartons, Höhlen und Spieltunnel und anderen Angeboten, keinen Platz, an dem er sich wirklich wohl fühlt.

Jetzt zu meinem Problem/Frage ich arbeite von zu Hause und bin immer in Sichtweite wir alle geben uns alle Mühe, aber das liebe Kätzchen scheint sich immer weiter von uns zu distanzieren und ich mache mir Sorgen, ob er sich außer dem Umstand, dass die notwendige Käfighaltung, natürlich kein Grund zur Freude ist, nicht wohl bei uns fühlt. Streicheln lässt er sich nur ganz selten und kurz, was völlig O.K. ist, dass war vorher auch nicht so häufig der Fall. Aber es scheint, dass er sich nicht wohl fühlt in unserer Gegenwart. Das besorgt nicht natürlich schon. Ich frage mich daher, ob das eine normales Verhalten ist und ob sich diese Distanz wieder abbauen lässt, wenn er ganz in die Wohnung darf. Ich habe keine Idee mehr, wie ich unaufdringlich eine bessere Beziehung aufbauen kann, sodass er sich wohlfühlen kann. Dies macht mir auch deshalb Sorgen, da wir ihn in ca. 6 Wochen wieder rauslassen wollen, wenn der TA grünes Licht gegeben hat und er dann vielleicht nicht mehr zurückkommen möchte. Ich setze mich zu ihm, wenn er ruft und rede ruhig mit ihm, mache seine Toilette immer sofort sauber und streichele ihn nur dann wenn er es zulässt. Leider wirkt er bei seinen "Ausflügen" unruhig ins Wohnzimmer/Schlafzimmer und findet, trotz vieler Angebote Kartons, Höhlen und Spieltunnel keinen Platz, an dem er sich wirklich wohl fühlt und putze oder entspannt lieben bleibt. Im Käfig tut er dass dann schon. Leider bin ich etwas ratlos, da ich Chicos Verhalten nicht richtig deuten kann bzw. welchen Anteil die Situation "Gefängnis" daran hat. Wenn er miaut, kann ich häufig den Grund nicht einschätzen (Langeweile, Nicht-Wohlfühlen ....).

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit solchen Situationen oder einfach nur gute Ideen hat, wie man es anstellen könnte, dass er sich wohl fühlt oder wie man ihn sanft beschäftigen kann. Vielleicht hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht. Ebenso würde interessieren welche Erfahrungen ihr mit Hüftbrüchen gemacht habt, die nicht fixiert wurden.
 
19.01.2020
#1
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anne53

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Letztes Jahr musste mein Lui für 6 Wochen in Käfighaltung. Er hat sich danach auch wochenlang ganz eigenartig verhalten. Wenn er auf dem Sofa gelegen hat und ich wollte mich dazusetzten, ist aufgesprungen und weggelaufen. Ich brauchte nur die Hand nach ihm ausstrecken, dann ist er vor mir geflüchtet. Vorher hat er immer mit im Bett geschlafen, er ist nicht mal mit nach oben gekommen. Es hat schon einige Wochen gedauert, bis er wieder ganz der Alte war.
Denke, das wird sich bei eurem Katerchen auch wieder einpendeln. Lasst ihm noch Zeit, er wird von ganz allein wieder auf euch zukommen. Rauslassen würde ich ihn aber in dieser Phase nicht.
 
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herrgatuso

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Liebe Anne, vielen Dank! Zeit geben wir ihm gerne und raus darf er natürlich auch erst dann, wenn er ganz fit ist. Wir sind nur manchmal etwas hilflos, wie wir am besten den Ausgleich zwischen Beschäftigung und Bewegungseinschränkung schaffen. Wir haben ihn gestern ins Wohnzimmer gelassen und dort ist er schon einigermaßen herumgetobt und man kann auch nicht jedes Mal verhindern, dass er irgendwo hochspringt. Selbst wenn man überall Treppchen und Absperrungen installiert. Was hatte denn dein Kätzchen und wie hast du die Situation gemeistert. Hast du ihn wirklich 6 Wochen im Käfig halten können?
Liebe Grüße: Fritz
 
anne53

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Mein Lui hatte einen gebrochenen Fuss. Beim Menschen würde ich sagen, 4 Finger gebrochen.
Ja, er war wirklich 6 Wochen im Käfig. Hab extra einen großen Kleintierkäfig von 160x60 cm gekauft.
Mit dem Trichter kam er darin überhaupt nicht klar und hat deswegen einen Spezialverband und Babysöckchen
bekommen. Nach 4 Wochen hab ich ihn dann schon für kurze Zeit mal rausgenommen. Allerdings nur unter Aufsicht damit er nicht rumspringen konnte.
Die Zeit war schon sehr anstrengend. 2x täglich musste ich ihn in eine Box packen, damit ich den Käfig saubermachen konnte. Er konnte wegen der Verletzung ja nicht richtig buddeln und so war das ganze Streu im Käfig verteilt.
Als der Käfig dann weg war, hatte er regelrecht Angst vor mir. Ob es am Käfig lag oder an den etlichen TA Besuchen ( es wurde ihm auch noch ein Krebsknoten weggemacht ), weiß ich nicht. Inzwischen ist er wieder ganz der Alte.
 
Frigida

Frigida

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Ich hatte meinen Imi wegen eines Oberschenkelbruchs auch im Kleintierkäfig. Ebenfalls für 6 Wochen.
Die ersten zwei Wochen ging das wunderbar, danach hat er immer versucht dem Käfig zu entkommen.
Er wollte dann am liebsten mit den anderen schmusen, aber auch rennen und springen, was er gar nicht durfte.
Wir haben die 6 Wochen durchgestanden. Imi ist immer noch ein Huschi, der manchmal vor mir Reißaus nimmt, aber das war er vorher auch. Er kommt aber oft zum Kraulen, er hat da so seine Rituale.

Ich muss sagen, ich finde es ganz toll, dass ihr die hohen Kosten auf euch genommen habt.
Bei meinem Imi hat es insgesamt etwa 1.500 Euro gekostet und die Ärztin in der Tierklinik erzählte mir von einem ähnlichem Fall, bei dem die Besitzer wollten, dass das Kätzchen eingeschläfert werden sollte, weil sie sich die OP nicht leisten konnten oder wollten. Die Klinik hat dann auf eigene Kosten operiert und eine der Angestellten hat das Kätzchen übernommen. Schreckliche Vorstellung ein Tier einzuschläfern, dass problemlos gerettet werden kann.
Da heutzutage gerade in der Kleintiermedizin viel möglich ist, empfehle ich euch eine Tierkrankenversicherung. Dann seid ihr für die Zukunft gewappnet. Ohne Deckelung in den ersten Jahren und die Übernahme aller GOT-Sätze.
Meine sind leider schon fast zu alt für so eine Versicherung.

Er ist ja noch nicht lange bei euch, aber es ist doch ein ganz junger Kater. Habt ihr schon mal über ein Zweittier nachgedacht? Ich denke, dass würde ihm jetzt wirklich helfen. Ich denke ihm fehlt jetzt jemand, mit dem er spielen und schmusen kann.
 
goya

goya

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Toll das ihr dem Kater das Leben gerettet habt. Ich hoffe ihr habt alles mit den ursprünglichen Besitzern schriftlich festgehalten, nicht das sie doch irgendwann wieder Lust auf ihren Kater bekommen und ihn zurück haben wollen.

Zu der Beschäftigt möchte ich fragen wie ihr den Kater geistig auslastet. Macht ihr Futtersuchspiele oder Clickern?
 
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herrgatuso

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Liebes Forrum ganz lieben Dank für Alls die infos und guten Gedanken. Bin heute etwas im Stress und melde mich dann am WE.

Eine Zweitkatze kommt eher nicht in Frage, aber wir werden unser Bestes geben, damit er sich wohl fühlt und hier ein schönes Zuhause findet.

Wenn am Ende alles Gut wird und sich wohlfühlen, dann hat sich ja alles gelohnt. Die Vorbesitzer sind eher froh ein Problem weniger zu haben und wollen ihn nicht zurück.

Ich habe heute von einer Nachbarin erfahren, dass er zuerst bei einer Familie war, bei der sich dann rausgestellt hatte, dass die Frau eine Katzenhaarallergie hat und die letzten Besitzer ihn deshalb übernommen hatten. Er ist erst 1 1/3 und wir sind jetzt die dritte Familie. Ich glaube, dass er da schon einen Knacks weg hat und es ihm nich so leicht fällt eine Bindung aufzubauen.
Ich hoffe nur, dass wir das hinbekommen, damit er sich wohlfühlen. Er ist wirklich ein sehr liebes Tier.

Einstweilen liebe Grüße: Fritz
 

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