Zusammenführung von einer 4 Jahre alten Einzelkatze und einem 3 Monate jungem Katerchen

Lisa305

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Hallo Zusammen,
Ich habe meine erste Katze (Sushi) als Kitten aus dem Tierheim geholt und lebte damals in einer kleinen Wohnung, weshalb ich nur eine wollte. Ich muss gestehen, dass ich dem Mythos erlag, dass Katzen Einzelgänger sind. Sie war extrem schreckhaft, taute mit der Zeit aber auf. Sie kuschelt auch sehr gerne, wenn sie den Zeitpukt bestimmt. Nun bin ich mit meiner Freundin in eine größere Wohnung gezogen und wir dachen uns, dass eine zweite Katze ja eigentlich schön sei. Sushi ist jetzt 4 Jahre alt und wir wohnen seit November hier, sie hat sich gut eingelebt. Ich hatte gelesen, dass eine Zusammenführung mit jüngeren Katzen besser funktioniert, also haben wir uns einen 3 Monate jungen Kater geholt. Die erste Nacht letzten Freitag schlief meine Freundin mit ihm im Schlafzimmer. Er erkundete alles sehr mutig und Sushi schien nicht allzu beunruhigt, auch nicht, als ich ihr was von ihm zum beschnuppern gab und andersherum. Nun haben wir sie sich am Samstagnachmittag durch einen Türspalt beschnuppern lassen und Sushi hat ihn angefaucht. Fanden wir aber normal. Beide wirkten nicht extrem beunruhigt, der kleine hat allerdings gejammert sobald er alleine war und Sushi wollte zu ihm. Sonntagmittag haben wir sie dann zusammengelassen. Meine Mutter war zu Besuch und ich habe Sushi kurz ins Arbeitszimmer gebracht. Sie hat dann mit ihm gespielt und ich habe die Tür aufgemacht. Sie hat ihn erstmal aus der Ferne beobachtet und so blieb es fast eine halbe Stunde. Dann wollte Sushi zu ihm und er hat sie angeknurrt und angefaucht, was sie nicht so gut fand. Letztlich haben sich beide bedroht, Sushi hat sich groß gemacht, der kleine hat sich zwar geduckt, machte aber einen Katzenbuckel, er hat gefaucht, sehr laut geknurrt und beide haben gejammert. Solche Konfrontationen gab es auch mit Tatzenhieben und sie hat ihn manchmal so lange bedrängt bis er gekackt oder gepinkelt hat (ansonsten ist er nicht unrein). Manchmal fixiert sie ihn auch und bleibt einfach auf Abstand. Um uns allen eine ruhige Nacht zu gönnen habe ich gestern eine Gittertür gebaut. Sind wir damit zu vorsichtig? Sollen wir sie einfach machen lassen? Ich habe ein wenig die Sorge, dass sie nicht richtig kommunizieren können, weil Sushi ja ein paar Jahre alleine war. Wenn der kleine Sushi nicht anknurrt, ist es ruhig, beide fressen und sind nicht unrein geworden. Das ist unsere erste Zusammenführung, weshalb wir ein wenig unsicher sind :D. Für ein paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar!
Liebe Grüße
 
Geek

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Hi,
sorry aber ich muss sagen, dass das sehr schlecht klingt.

"Solche Konfrontationen gab es auch mit Tatzenhieben und sie hat ihn manchmal so lange bedrängt bis er gekackt oder gepinkelt hat"

Ich würde dir ernsthaft empfehlen die Zusammenführung abzubrechen.
Wenn der Kleine sich schon mehrmals aus Angst entleert hat, dann ist es zu 99% zu spät und die Zusammenführung "verbrannt".
Genau solche Situationen bleiben leider bei den Katzen im Gedächnis. Einmal bekommt man vielleicht noch verdrängt oder beeinflusst, aber das "manchmal" heißt ja min. zweimal, das hat sich dauerhaft eingeprägt.

Der Gedanke mit der Gittertür ist genau richtig, aber kommt zu spät.
Für eine 2jährige Katze ist eine webliche Katze gleichen Alters wesentlich geeigneter als ein kleines männliches Kitten.
Der kleine Kerl macht gerade die schlimmste Zeit seines Lebens durch, weg von Mama und Geschwistern, kein anderes Kitten zum Spielen und nur ein böse Furie (so denkt er) da, die ihn fressen will.
 
Tinaho

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Huhu und herzlich Willkommen im Forum.
Normalerweise lautet die Faustregel gleiches Geschlecht, gleiches Alter und ähnlicher Charakter...
Kater haben ein anderes Spielverhalten als Katzen.
Frage: ist der Kater kastriert?
Normalerweise hätte ich dir @Geek geschickt. Ich lese aber gerade dass er sich bereits gemeldet hat und möchte mich ihm anschließen.
 
Lisa305

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Danke für die Rückmeldung.
Also besteht keine Chance, dass das wieder wird? Er wirkt sonst nicht verängstigt.. bei den letzten Aufeinandertreffen, bevor wir sie getrennt haben, hat der kleine das nicht mehr gemacht. Wegen des Alters ist er noch nicht kastriert. Sie haben auch schon im selben Raum geschlafen und er frisst auch wenn beide ca. 2 Meter entfernt voneinander fressen.
 
Tinaho

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Keine Chance würde ich nicht sagen. Ihr braucht allerdings sehr viel Geduld.
Oder was meinst du @Geek ?
 
Geek

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Hi,
wenn du bereit bist wochen- bzw. monatelang mit der Gittertür zu arbeiten UND für den Kleinen einen weiteren kleinen Kerl in seinem Alter dazusetzt, dann könnte das was werden.
Schnell geht das nicht und allein separiert ist für ein Kitten fürchterlich.
 
Ilvy

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Uh, da wünsche ich allen das Beste!

Vielleicht gibt es zeitnah einen kleinen Kumpel für das Kerlchen?
Es muss ja furchtbar traurig sein so allein für so ein Kleinchen.
Einzelkind halt ohne Kontakt zu anderen Kindern.
Ansonsten nahen dann die nächsten Themen, wenn der Kleine ( verspieltes Kind) später einfach raufen, toben mag und eure sensible Sushi davon angep..... sein wird als " erwachsene " Katze..
Verschiedene Bedürfnisse halt.
Alles Gute euch!!
 
Patentante

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Hallo,
selbst wenn die Zusammenführung irgendwie doch noch so einigermaßen funktionieren würde (was, wie schon geschrieben wurde für den Kleinen fast zwangsläufig schwere Verhaltensstörungen aufgrund der Einzelhaft bedeuten würde) würden sie sich auf Dauer vermutlich nicht verstehen weil Geschlecht und Alter einfach nicht passen. Natürlich gibt es immer mal wieder Ausnahmen wo sowas gut geht. Das sind dann aber meist größere Katzengruppen. Einzig erkennbare Lösung wäre wohl tatsächlich sehr schnell (innerhalb von Tagen) ein super sozialisiertes gleichaltriges Katerkitten dazuzusetzen.
 
Noira

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Ich möchte auch meine Erfahrungen dazu schreiben, da ich vor Jahren eine ähnliche Situation hatte.
Mein damaliger Kater starb völlig unerwartet und seine ca 3 J alte Freundin blieb zurück. Sie verzog sich dann und hatte sich so exzellent versteckt zum Trauern, daß ich noch nicht mal wußte wo... sie fraß nicht, trank nicht und Klo blieb unbenutzt.
Also habe ich meinen Kummer hintenangestellt und nach einem neuen Kumpel gesucht und mir kam damals auch keine Kätzin gleichen Alters in den Sinn.
Der Kleine kam an, erkundete sofort ganz keck das Terrain, marschierte zum Futter und fraß sich in aller Seelenruhe voll.
Und oh Wunder... beim Geräusch des Schmatzens tauchte wie aus dem Nichts meine Katze auf, gesellte sich dazu und fraß... ich hab fast geheult vor Erleichterung.
Anfangs war sie für ihn wie Mama oder Tante, hat ihn umsorgt, geputzt usw, später war er dann ihr bester Freund.
Soll heißen, es kann also durchaus funktionieren, allerdings hatten wir den Vorteil, daß beide Tiere sozial waren.

Drücke Euch die Daumen 👍
 
Emil

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Ich kann auch nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es durchaus funktionieren kann.
Mein Sternchen Joschi ( vier Jahre lang Einzelprinz ) bekam nach dem Umzug in eine größere Wohnung mehr aus Zufall einen kleinen Katerkumpel dazu . Rambo damals ca. 14 Wochen alt und von einem Bauernhof. Er war gar nicht geplant, da wir eigentlich nur für eine Bekannte einen Kater abholen wollten. Nun waren da aber zwei Brüder als Einzige übrig ( die Mama war überfahren worden ) und der Bauer wollte denjenigen, der übrig blieb töten :mad: So kam Rambo zu uns. Joschi war zuerst überhaupt nicht begeistert und hat heftig gefaucht, als er den Kleinen sah. Dem war das aber völlig schnuppe, vermutlich weil er stocktaub war, was wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wussten. Das ging ca. 1 Woche so, in der Rambo leider auch überall seine Geschäfte erledigte ( nur nicht im Katzenklo ) Allerdings war es bei ihm definitiv nicht aus Angst, sondern weil er es einfach noch nicht gelernt hatte. Wir hatten die Beiden am Anfang auch getrennt und nur zusammengelassen, wenn wir dabei waren. Und urplötzlich sprang Joschi zum Kleinen aufs Sofa und fing an ihn ausgiebig zu putzen. Ab da war das Eis gebrochen und Joschi hat zuerst die Mamarolle und später die des besten Kumpels übernommen. Die Beiden blieben dies auch ihr gesamtes Leben, wobei ich mir sicher bin, dass Rambo außer seinen Ziehpapa keine andere Katze geduldet hätte. Er war da ziemlich eigen :LOL:
( es sind die Beiden in meinem Avatar zusammen mit Hündin Sherry ) Leider sind Alle bereits verstorben. Joschi ist der Schwarze und Rambo der Weiße im Hintergrund.
 
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Das stimmt zwar alles, aber wenn aus Angst unter sich gemacht wird und ein Kitten separiert aufwachsen muss finde ich, dass ziemlich "Schluss mit lustig" ist. Das hat mit einer normalen Zusammenführung dann echt nichts mehr zu tun.
 
Emil

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Das stimmt zwar alles, aber wenn aus Angst unter sich gemacht wird und ein Kitten separiert aufwachsen muss finde ich, dass ziemlich "Schluss mit lustig" ist. Das hat mit einer normalen Zusammenführung dann echt nichts mehr zu tun.
In Post 4 steht aber auch, dass der Kleine nicht verängstigt wirkt und vor der Trennung mit Gittertür auch bei den letzten Aufeinandertreffen nicht mehr unter sich gemacht hätte und die Beiden auch zusammen in einem Raum gefressen und sogar geschlafen haben.
Eine Dauerseparierung soll das ja wohl auch hoffentlich nicht werden. Ich sehe da durchaus noch Chancen, dass es funktionieren kann. Ansonsten würde ich ebenfalls zu einem zweiten Kitten raten.
 
Lisa305

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Vielen Dank für die vielen Antworten!
Sushi ist zwar sensibel und schreckhaft, aber sehr ruppig und ausdauernd beim Spielen, weshalb wir dachten, dass sie jemanden braucht, der sich nicht ständig unterbuttern lässt. Es war wahrscheinlich keine gute Idee ein Kitten zu holen und wir wollen dem Kleinen auch fair gegenüber bleiben. Eine Dauerseparierung kommt nicht in Frage. Ich schlafe derzeit mit Sushi im Wohnzimmer und meine Freundin mit Titus im Schlafzimmer. Er ist selten länger als 2 Stunden alleine und schläft dann in der Regel. Natürlich sind Menschen keine Katzenkameraden, aber er ist nicht die ganze Zeit alleine. Sushi hat ihr Verhalten uns gegenüber nicht verändert, sie bewegt sich frei und entspannt. Titus tapst genauso mutig durch Schlafzimmer, Flur und Badezimmer, wie von dem Moment, als wir ihn aus der Box gelassen haben. Wir haben heute noch viel mit den beiden an der Tür gespielt, sie für gutes Verhalten belohnt und sie können sich durchaus auf bis zu einem halben Meter nähern, solange sie ihn nicht mit großen Augen anvisiert. Dann knurrt und faucht er wieder und macht einen Buckel, Sushi macht sich mal groß, mal klein und jammert dann. Ihre Ohren zeigen nach vorn. Ein weiteres Kitten ist leider nicht möglich...
 
Emil

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Ganz ehrlich ? Ich sehe zur Zeit noch keine Eile für ein zweites Kitten. Mit 4 Jahren ist Sushi zumindest meiner Meinung nach noch nicht zu alt ( Joschi war damals auch vier Jahre )
und wenn die Beiden sich annähern sollten werden sie bestimmt auch später zusammen spielen.
Wenn ich das richtig verstehe geht die Ablehnung ja zur Zeit eher von dem Kleinen aus ?
Oder faucht und knurrt Sushi, wenn sie sich ihm nähert ?
 
Lisa305

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Sie faucht manchmal, wenn er knurrt oder faucht. Sie knurrt aber nicht, wenn sie zu ihm geht. Sie schleicht sich schon manchmal an die Gittertür oder fixiert ihn, wenn er da ist (und er liegt da auch mal gemütlich und döst oder schnuppert und guckt ins Wohnzimmer) und das sieht so aus, als würde sie mit ihm spielen wollen. Zumindest sieht sie so beim Spielen aus...
 
goya

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Ich habe mir zugegeben nicht alles durchgelesen, aber aus eigener Erfahrung weiß ich das es trotzdem klappen kann. Es wird aber sehr viel Zeit, Geduld, Liebe und Einfühlungsvermögen brauchen.
Und vor allem bitte, lasst die beiden nicht mehr unkontrolliert zusammen.
 
Geek

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solange sie ihn nicht mit großen Augen anvisiert. Dann knurrt und faucht er wieder
Große Augen sind ein Signal für einen kurz bevorstehenden Angriff.
Titus zeigt deutlich mit Knurren und fauchen, dass er das nicht will.
Genau dieses Verhalten von Sushi! (auch das Anstarren) musst du in den Griff bekommst und abgewöhnen.
Wenn nicht dann wird Titus entweder eine Verhaltensstörung entwickeln und keiner anderen Katze mehr trauen, oder wenn er größer geworden ist, wird Blut fließen.
 

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