Scheue Ferienkatze mit Diabetes

B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Hallo zusammen

Ich bin neu hier und brauche eure Hilfe! Vorab: Ich bin weder mit Katzen noch Hunden aufgewachsen (meine einzigen Haustiere waren Hamster) und habe auch noch nie Katzen in meinem Haushalt gehabt oder geferiensittet. Ich habe also keinerlei Ahnung von Katzen und ihrem Verhalten oder wie ich mich verhalten soll.

Nun zu meinem Problem: Meine Mitbewohnerin hat einer Freundin angeboten, dass wir auf ihre beiden 14-jährigen Katerbrüder aufpassen, während sie mehrere Wochen ins Spital muss. Sie hat mich zwar vorher schon angefragt und auch gesagt, dass einer der Kater Diabetes hat. Dies sei jedoch kein Problem, da er wisse, dass ihm die Spritzen gut tun. Ich als Katzen-Unkundige habe deshalb zugestimmt. Da meine Mitbewohnerin bei ihren Eltern zu Hause ständig mehrere Katzen hatte und mit ihnen gut umgehen kann, sah ich das nicht als Problem.

Vor einer Woche sind die beiden Kater Scotch (Diabetes-Kater) und Gin also bei uns eingezogen. Am ersten Abend war die Besitzerin natürlich dabei und hat uns auch noch gezeigt, wie das mit der Spritze geht. Scotch hat sofort die Wohnung erkundigt, Gin hat sich verkrochen. Die Besitzerin meinte noch, dass es normalerweise umgekehrt sei, da Scotch sehr scheu sei, ich wiegte mich aber dennoch in trügerischer Sicherheit. Am nächsten Tag sassen die beiden die ganze Zeit unter dem Sofa
und liessen sich nicht herauslocken. Vor allem Scotch fauchte sofort, wenn wir in die Nähe kamen. Am Abend kam deshalb nochmals die Besitzerin vorbei und lockte sie aus dem Wohnzimmer. Meine Mitbewohnerin schloss daraufhin die Türe, damit sie gezwungen waren, sich an uns zu "gewöhnen". Daraufhin versteckten sie sich in ihrem Zimmer (meins ist ständig abgeschlossen, da ich sie nicht in meinem Bett möchte). Wegen dem Coronavirus erhielt meine Mitbewohnerin am dritten Katzen-Tag die Nachricht, dass ihre Firma bis auf Weiteres geschlossen hat. Sie zog daraufhin zurück zu ihrer Mutter, die zwei Dörfer weiter wohnt, um ihr zu helfen und dort die Tiere zu versorgen. Ich war also am dritten Abend mit den Katern alleine. Als ich nach Hause kam, freundete sich Gin zum Glück sofort mit mir an und kam seine Schmuseeinheiten abholen. Scotch hingegen fauchte und knurrte/jaulte mich jedes Mal an, sobald ich in seine Nähe kam. Dummerweise hatte er sich direkt neben der engen Wendeltreppe installiert (unsere Wohnung zieht sich über zwei Etagen, ich muss also gezwungenermassen mehrfach dort vorbei). Zwei Mal wollte er mich sogar kratzen. Das verunsicherte mich sehr. Daran, eine Spritze zu verabreichen, war überhaupt nicht zu denken. Auch Leckerlis richteten nichts aus. Ich setzte mich sogar auf den Boden, las ihm (er sass auf der Treppe) mit ruhiger Stimme etwas vor und gab ihm Leckerlis. Sobald ich aufhörte, war wieder alles beim Alten. Darum habe ich dann wieder die Türe zum Wohnzimmer geöffnet. Mir ist lieber, er verkriecht sich unter dem Sofa, als wenn er dafür seinen Ärger/Verunsicherung an mir ablässt. Das ging dann einigermassen.

Nun ist eine Woche vorbei. Meine Mitbewohnerin kommt nur ab und zu vorbei um Scotch seine Spritze zu geben (er müsste 2x am Tag zwei Einheiten erhalten, bekommt sie aber meist nur 1x oder jeden zweiten Tag). Bei mir klappt es immer noch nicht. Mittlerweile kommt er zwar ab und zu um sich eine gaaaanz kurze Streicheleinheit abzuholen oder an meiner Hand zu schnuppern. Ansonsten streicht er durchs Haus und faucht mich plötzlich an, wenn ich ihm begegne. Vor allem, wenn er oben an der Treppe sitzt und ich durch muss, faucht er und will schlagen, wenn ich zu nahe komme. Ich versuche mich langsam zu bewegen, habe aber mittlerweile ständig Angst, wenn er irgendwo auftaucht. Das macht es nicht einfacher. Ich glaube, er merkt das und ich bin nicht sicher, ob er jetzt einfach den Boss raushängt und es geniesst, dass ich mich gleich zurückziehe, wenn er faucht. Momentan habe ich oft ein Spielzeug dabei, um ihn auf der Treppe sofort ablenken zu können. Gestern konnte ich immerhin mal die Haut an seiner Flanke halten, aber bevor ich die Spritze setzen konnte, rannte Scotch schon wieder weg. Heute Morgen wollte ich es beim Fressen probieren, weil er dann etwas abgelenkt ist. Aber er hat sofort losgeknurrt, als ich ihn gestreichelt habe. Ich füttere ihm momentan vermehrt frisches Fleisch, weil die Besitzerin meinte, wenn Scotch nur Fleisch frisst, würde er eigentlich keine Spritze brauchen. Momentan scheint es ihm jedenfalls gut zu gehen. Er ist weder apathisch noch läuft er komisch. Er trinkt und frisst auch normal (soweit ich als Laie das beurteilen kann).

Was kann ich machen? Faucht er vielleicht, weil es ihm wegen der fehlenden Spritzen nicht gut geht? Wie kann ich ihm klar machen, dass ich keine Bedrohung für ihn bin? Ich weiss nicht, ob er wirklich Angst hat und deshalb faucht oder ob er es als "Machtkampf" ums Territorium ansieht. Mich verunsichert diese Mischung aus um die Beine streichen und dann wieder anfauchen sehr. Welche Tricks gibt es noch um Spritzen zu setzen?

Entschuldigt bitte den langen Text. Ich bin gerade ziemlich durch den Wind, weil ich gleichzeitig Angst habe und Scotch dennoch mit der Spritze gesund halten will. Er kann ja nichts dafür.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und liebe Grüsse
eine verzweifelte Bernetta
 
31.03.2020
#1
A

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Scheue Ferienkatze mit Diabetes . Dort wird jeder fündig!
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Hallo Bernetta,
Ich finde es total toll das du die Entscheidung deiner Mitbewohnerin die Katzen ihrer Freundin solange aufzunehmen bis diese wieder auf dem Spital ist , mitträgst. Dennoch finde ich , das deine Mitbewohnerin dich mit dem Problem ( auch wenn ich ihre Gründe verstehe) als Katzenneuling ziemlich sitzen lässt. Die Katze braucht bei Diabetes die regelmäßige Medikamentengabe um leben oder besser überleben zu können. Damit sehe ich das als Pflicht deiner Mitbewohnerin dem auch nachzukommen. Wenn er zwei Einheiten pro Tag benötigt, soll sie das auch bitte Spritzen . Sie kann von dir nicht erwarten, das du das( wenn du gar keine Ahnung hast), tust. Wenigstens dem sollte sie nachkommen, wenn sie diejenige war die die Katzen in Pflege nehmen wollte.
Du solltest dringend mit ihr sprechen- zum Wohle der Katze. Ich denke das es ihm nicht gut geht:
zum einen, weil er die Medikamente nicht regelmäßig bekommt
und
zum anderen , weil auch für die Katzen diese Situation vollkommen fremd und neu ist.
Ausserdem wird er auch merken das du unsicher bist und deine Angst überträgt sich auch auf den Kater.
Bitte, sprech mit deiner Mitbewohnerin.
Sie hat die Verantwortung übernommen und möchte das auch bitte tun und dem Kerlchen seine Lebensnotwendigen Medikamente geben.
Mit Diabetes ist weiß Gott nicht zu spaßen.
Ich hoffe und wünsche Dur und den Katzen das sich noch alles zum Guten wendet.
🍀
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Hallo Bernetta,
Ich finde es total toll das du die Entscheidung deiner Mitbewohnerin die Katzen ihrer Freundin solange aufzunehmen bis diese wieder auf dem Spital ist , mitträgst. Dennoch finde ich , das deine Mitbewohnerin dich mit dem Problem ( auch wenn ich ihre Gründe verstehe) als Katzenneuling ziemlich sitzen lässt. Die Katze braucht bei Diabetes die regelmäßige Medikamentengabe um leben oder besser überleben zu können. Damit sehe ich das als Pflicht deiner Mitbewohnerin dem auch nachzukommen. Wenn er zwei Einheiten pro Tag benötigt, soll sie das auch bitte Spritzen . Sie kann von dir nicht erwarten, das du das( wenn du gar keine Ahnung hast), tust. Wenigstens dem sollte sie nachkommen, wenn sie diejenige war die die Katzen in Pflege nehmen wollte.
Du solltest dringend mit ihr sprechen- zum Wohle der Katze. Ich denke das es ihm nicht gut geht:
zum einen, weil er die Medikamente nicht regelmäßig bekommt
und
zum anderen , weil auch für die Katzen diese Situation vollkommen fremd und neu ist.
Ausserdem wird er auch merken das du unsicher bist und deine Angst überträgt sich auch auf den Kater.
Bitte, sprech mit deiner Mitbewohnerin.
Sie hat die Verantwortung übernommen und möchte das auch bitte tun und dem Kerlchen seine Lebensnotwendigen Medikamente geben.
Mit Diabetes ist weiß Gott nicht zu spaßen.
Ich hoffe und wünsche Dur und den Katzen das sich noch alles zum Guten wendet.
🍀
Liebe claudiskatzis,
Vielen Dank für deine liebe Antwort. Du hast absolut recht. Ich muss mit meiner Mitbewohnerin eine Lösung finden. Auch wenn es heisst, dass sie 2x im Tag in die Wohnung kommen und Scotch die Spritze geben muss. Ich will dem armen Kleinen nicht noch mehr Angst machen. Er scheint sich immerhin ein klitzekleines Bisschen anklimatisiert zu haben, das will ich nicht kaputt machen, indem ich ihn wegen der Spritze bedränge. Mir scheint es schlüssig, dass sich meine Angst auf ihn überträgt. Gleichzeitig mache ich mir selber Vorwürfe, dass ich mich nicht zusammenreissen kann. Scotch und ich sind beide in dieser ungewohnten Lage, aber ich sollte immerhin logisch denken können. Es macht mich schon fertig, dass ich es nicht schaffe, ihm eine Spritze zu geben, weil er mir nicht traut.
Ich werde heute Abend versuchen mit meiner Mitbewohnerin zu reden. Denn wenn ich schon die Kater bei mir zu Hause habe, fühle ich mich auch verantwortlich, dass es ihnen gut geht. Ich habe in dieser vergangenen Woche schon diverse Homepages wegen der Diabetes gelesen und weiss, dass man die Krankheit ernstnehmen muss. Gerade deshalb setze ich mich selbst unter Druck, da ich nicht mal einer Katze eine Spritze geben kann. Für mich ist das Abwägen, wie stark ich Scotch deswege "bedrängen" kann oder ihm besser eine Wohlfühlatmosphäre in der Wohnung vermittle, sehr schwierig. Vielleicht können Scotch und ich wenigstens ruhig nebeneinander leben, wenn meine Mitbewohnerin das Spritzen übernimmt.
Nochmals vielen lieben Dank und drück mir die Daumen!
 
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Wenn deine Mitbewohnerin ihrer Pflicht mit dem Spritzen nachkommt, wird dir eine Menge an Druck genommen , dann hast auch du eine Chance runter zu kommen und dich in aller Ruhe auf die Situation einzulassen. Du darfst halt nicht vergessen, das den Katzen ihr Zuhause und deren Vertrauensperson fehlt. Für sie ist es auch schwer.
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Genau deshalb möchte ich Scotch nicht bedrängen. Sie kennen meine Mitbewohnerin zwar, aber sehen sie auch nur sehr selten, da würde ich in der gleichen Situation auch so reagieren.
Ich habe meine Mitbewohnerin angerufen. Sie kommt zum Mittagessen, so dass wir das Thema besprechen können. Vielleicht kann ich das Spritze geben als fernes Ziel gegen Ende ihres Aufenthaltes bei uns fassen. Die Erwartungen an mich selbst stehen mir halt schon im Weg. Aber Katzen kann man nicht überreden, die haben ihren eigenen Kopf. Deshalb wäre ich doch froh, wenn ich Tipps bekommen könnte, um Scotch langsam an mich zu gewöhnen. Vor allem besteht immer noch das Problem, wenn er auf der Treppe sitzt und ich an ihm vorbei müsste. Wie meistere ich diese Situation anders als ihn mit Spielzeug abzulenken?

Ich konnte gerade das erste Mal etwas länger mit Scotch spielen (mit so einer Katzenangel, damit er sich nicht bedrängt fühlt). Mitten im Spiel hat er begriffen, dass ICH ja neben ihm stehe und hat mich angefaucht. Dann hat er aber weiter gespielt. Ich habe genau beobachtet, er hatte beim Fauchen die Ohren nicht angelegt. Kann es sein, dass er es mittlerweile mehr aus "Gewohnheit" macht?
 
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Er braucht sicher Zeit um vertrauen zu fassen.
Wenn er spielen mag , Versuch es .
Anblinzeln , vorlesen , ruhig bleiben und lass ihn auf dich zukommen.
Ich hoffe das sich noch ein paar Foris melden... und ein paar Tipps geben können
 
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Ich hoffe deine Mitbewohnerin zeigt Einsicht ....
🍀🍀🍀
 
Janine-

Janine-

Beiträge
97
Reaktionen
15
Hallo Bernetta,

finde es einfach klasse das du dich so rührend um die zwei kümmerst.

Bei Diabetes ist es wichtig, dass zweimal Morgens und Abends die Dosis gespritzt wird. Es hat bei mir auch Übung gebraucht, ging dann am 3ten Tag schon ganz gut, allerdings mit meinem eigenen Kater. Bei ner "fremden" Katze ist das natürlich noch mal was anderes. Ich hoffe doch sehr das die Frau jetzt das mit dem Spritzen übernimmt. Ist ja sonst wirklich alles etwas viel für den Anfang.

Denke nicht das Scotch aus "Gewohnheit" faucht. Ist ja für ihn auch noch alles neu. Der Kater muss sich ja auch erstmal an die neue Situation gewöhnen. Ich finde du machst das super.

Wegen der Treppe, würde ich einfach ganz ruhig zu ihm sprechen und dann versuchen vorbei zu gehen. Man darf sich da keinen Druck machen, der Katermann wird spüren dass du es gut meinst und alles gut machst. Man könnte es auch noch mal mit nem zuckerfreien Leckerli probieren, so als "Bestechung" für zwischendurch.

LG
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Hallo ihr Lieben

Tausend Dank für eure Tipps und seelische Unterstützung! Die sind wirklich sehr wertvoll für mich. Ich hoffe, das wisst ihr!

Zusammen mit meiner Mitbewohnerin habe ich heute Mittag eine Trockenübung (Spritze mit Deckel drauf) an Scotch versucht. Das hat eigentlich geklappt. Wenn meine Mitbewohnerin dabei ist, bin ich aber auch entspannter, da sie mir direkt helfen und Hinweise geben kann. Wir haben dann abgemacht, dass ich es heute Abend nochmals versuche. Falls es nicht klappt, würde sie dann täglich zum Spritze geben vorbei kommen.

Das und euer Zuspruch hat den Druck etwas von mir genommen. Am frühen Abend hat Scotch mich mal wieder angefaucht. Ich bin zwar stehen geblieben, bin aber nicht zurückgewichen und habe versucht, ruhige Selbstsicherheit auszustrahlen. Scotch schaute mich etwas überrascht an (so jedenfalls meine Interpretation). Seither hat er nicht mehr gefaucht. Die nächste Treppenbegegnung steht aber noch aus.
Was mich aber noch viel stolzer macht: Ich konnte ihm vorhin tatsächlich die Spritze geben! Er hat zwar kurz miaut, ist aber nicht weggerannt, sondern hat sich eine Armlänge von mir entfernt geputzt. Zum Trost gab es noch Leckerlis. Jetzt bin ich gerade euphorisch, aber auch etwas adrenalin-zittrig. Hoffentlich klappt das am Morgen wieder und Scotch merkt, dass ich ihm nur helfen will.

Ich hoffe, der Erfolg von heute Abend ist ein gutes Zeichen. Drückt mir weiterhin die Daumen!
 
Fussel_69

Fussel_69

Beiträge
4.663
Reaktionen
199
Hallöchen,
Super, das hast du wirklich toll hinbekommen, weiter so, nur Mut!
 
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Oh Mann was freu ich mich für Dich und den Kater!!!!👍
Das schaffst du , auch wenn er zwischendurch immer noch fauchen wird. 🍀
Nichts desto trotz könnte deine Mitbewohnerin dir wenigstens einen Part des Spritzens abnehmen um dir noch mehr Druck zu nehmen.
Halt mich bitte auf dem laufenden wie es klappt
 
mennemaus

mennemaus

Moderator
Beiträge
9.456
Reaktionen
471
Hallo Bernetta!

Toll, dass du Scotch weiterhin eine Chance geben willst, obwohl du ihn dir nicht eingeladen hast und wenig Erfahrung mit Katzen hast. Toll, dass dir heute tatsächlich gelungen ist, ihm die Spritze zu geben. Das wird schon klappen mit euch beiden, und im Notfall weißt du, dass deine Mitbewohnerin kommen kann. Allein schon dieser Gedanke beruhigt, so wäre es nicht ganz so schlimm, wenn es dir nicht immer gelingt. Und wenn der Druck wegfällt, bist du entspannter und dann kann es auch weiterhin klappen.
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Hallo ihr Lieben

Danke, ich freue mich wahnsinnig über euren Zuspruch! Das ist sehr viel wert, denn ich habe tatsächlich schon an mir gezweifelt. Ich konnte jetzt immer morgens und abends die benötigte Spritze setzen, so dass Scotch hoffentlich gesund bleibt. Es geht auch immer etwas schneller, wenn ich mich in seine Nähe setze, bis er zu mir kommt. Gestern Abend und heute Morgen wollte er tatsächlich auch noch (kurze, aber immerhin) Streicheleinheiten. Ich denke wirklich, dass mir der Druck etwas genommen wurde. Dennoch habe ich jeweils vor dem Spritzegeben ziemliches Herzklopfen und bin nervös, ob es auch wieder klappt. Ich denke, mit der Zeit und der Übung wird sich das noch legen.

Soweit ist also alles in Ordnung. Das einzig "Dumme" an der ganzen Sache ist, dass meine Mitbewohnerin nun wahrscheinlich gar nicht mehr heim kommt, weil das Spritzen klappt. Sie muss erst nach Ostern wieder arbeiten und bleibt bis dann lieber bei ihrer Mutter, wo sie den ganzen Tag basteln und heimwerken kann (ihre Mutter hat ein Haus). Sie hat mir auch gesagt, dass ihre Schwester ebenfalls bei der Mutter ist, da ja die Universität geschlossen ist. Also ist ihre Mutter gar nicht "hilflos" zu Hause. Jetzt fühle ich mich ziemlich ausgenützt :-( Die Kater tun mir wirklich leid, sie können echt nichts dafür. Ich versuche mein Bestes, hoffentlich sind wir auf dem aufsteigenden Ast. Meine Mitbewohnerin hat schon davon gesprochen, sich für unsere Wohnung ebenfalls eine eigene Katze anzuschaffen. Da werde ich aber Veto einlegen. Solange sie sich nicht mal für ihre Ferienkatzen interessiert, glaube ich nicht, dass eine Katze bei uns ein gutes Zuhause haben wird.
 
claudiskatzis

claudiskatzis

Beiträge
13.405
Reaktionen
1.454
Das ist ja ne „ feine“ Mitbewohnerin!!!😠
Sie sagt der Besitzerin zu und lässt dich damit allein. Ich glaub, da gibts noch ein paar Wörtchen der Klärung. Bleibst du auch auf den Futter und Medi Kosten hängen? Oder wer zahlt das? Zahlst du es, heb für alles Rechnungen auf. Hast du von der Besitzerin die Telefonnummer, Impfpässe und weißt du welcher TA der Behandelnde ist? Das wäre wichtig, wenn die Besitzerin länger außer Gefecht gesetzt ist.
Und NEIN! Unter solchen Umständen würde ich auch nicht zustimmen das eine ( besser wären immer zwei) Katzen einziehen.
 
Emil

Emil

Beiträge
28.831
Reaktionen
788
Ich schließe mich einfach mal Claudis Worten an ;)
Wenn Deine Mitbewohnerin sich jetzt schon nicht um die ja von ihr angenommenen Pflegekatzen kümmern kann ( will ) würde ich von der Idee eigene Katzen ins Haus zu holen unbedingt Abstand nehmen oder zumindest vorher ganz genau regeln, wer sich wann um die Tiere kümmern soll.
Du machst das übrigens super mit Scotch(y) Ich hoffe seine Dosi weiß das auch zu schätzen und sagt Deiner Mitbewohnerin nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus mal ordentlich die Meinung.
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Danke für den Hinweis, claudiskatzis. Ich habe beide Impfausweise beim Spritzenmaterial gefunden. Die Adresse des TA steht da auch drauf. Die Telefonnummer der Besitzerin habe ich leider nicht, steht auch nicht im Impfausweis. Aber immerhin weiss ich jetzt, wo ich im Notfall hinmuss. Futter, Katzenstreu und Medis muss ich Gott sei dank nicht kaufen. Die Besitzerin hat genügend mitgegeben, so dass es reichen sollte. Und sonst schicke ich meine Mitbewohnerin los.

Ich bin eurer Meinung, dass ich da vehement nein sagen muss, wenn meine Mitbewohnerin nochmals mit dem Thema eigene Katze(n) kommt. Wenn ich irgendwann eigene möchte, dann unter meinen Bedingungen, bei denen ich von Anfang an weiss, worauf ich mich einlasse. Und ich mich vorher auch genügend informieren kann. Ich befürchte, dass die armen Tierchen sonst irgendwann dennoch an mir hängen bleiben. Meine Mitbewohnerin reist nämlich sehr gerne und oft...
Gerade sitze ich mit Gin (der im Gegensatz zu seinem Bruder seeeeehr streichelbedürftig ist) auf der Terrasse und geniesse die Sonne, während Gin wie ein Motörchen schnurrt. Das sind solche Momente, die den ganzen Ärger wieder wettmachen.
 
mennemaus

mennemaus

Moderator
Beiträge
9.456
Reaktionen
471
Deine Mitbewohnerin hat dich wirklich da mit in einer Aufgabe belastet, die sie eigentlich übernehmen wollte. Sie hätte doch die Katzen auch mit zu ihrer Mutter nehmen können...

Aber trotzdem scheint es ja bei dir und den Katzen gut zu laufen. Die beiden scheinen sich jetzt doch schnell an dich zu gewöhnen und dir zu vertrauen. Vielleicht wirst du ja sogar diejenige sein, die später zwei eigene Katzen haben möchte... :cool::)
 
B

Bernetta

Beiträge
15
Reaktionen
4
Ein Update von mir: Scotch kam gestern Abend sogar zu mir gerannt, als ich mit der Spritze gewunken habe, und hat brav hingehalten. Heute Morgen musste ich zwar wieder zu ihm, aber er hat die Prozedur anstandslos über sich ergehen lassen. Juhuuu! Er ist immer noch die meiste Zeit ein Einzelgänger und spielt nicht so oft wie Gin. Dennoch kam er gestern öfters zum Streicheln vorbei. Begegnen wir uns auf der Treppe, dann lässt er sich ebenfalls kraulen, ohne dass er faucht. Ich habe endlich Hoffnungen, dass die Katzen und ich die Zeit einigermassen überleben :)
Gin hat gestern Abend meine Finger und mein Ohr abgeleckt. Danach hat er zwar versucht, mich in den Finger zu beissen (ich habe ihn nicht gekrault, sonder meine Hand lag flach da). Ich nehme aber an, dass war spielerisch, oder? Er macht sonst gerne Schläfchen neben mir und kuschelt sich an meinen Arm.

@mennemaus: Die Mutter meiner Mitbewohnerin hat selbst mehrere Katzen und zwei Hunde. Das wäre wohl nicht gegangen, vor allem mit Scotch. Ja, wer weiss. Wahrscheinlich werde ich die zwei Fellis nach ihren Ferien trotz allem vermissen. Aber wegen meiner Katzen-Ahnungslosigkeit, ist es doch stressig für mich (ich habe Angst, dass etwas passiert und ich dann nicht weiter weiss). Da brauche ich noch etwas Zeit, um mich von dem "Trauma" zu erholen. Vielleicht irgendwann, wenn ich einen Ort mit Freigang habe... Danke dir aber für die liebe Unterstützung! Zum Glück habe ich euer Forum gefunden. Als ich den ersten Eintrag geschrieben habe, habe ich geheult, weil ich nicht mehr weiter wusste. Das ich mir den Frust von der Seele schreiben konnte und hier Tipps und liebe Worte erhalten habe, hat viel dazu beigetragen, die Situation zu entspannen. So konnten Scotch und ich uns einander annähern und den Stress für beide (hoffentlich) etwas abbauen.
 
WinstonvonWensin

WinstonvonWensin

Beiträge
10.146
Reaktionen
568
@ Bernetta Man wächst mit seinen Aufgaben...... und du hast es wirklich gut gemeistert. Denn eine Katze, die abhängig von Regelmäßigkeit einer Medikation ist , kann man nicht so einfach nebenbei versorgen.
Deine Mitbewohnerin scheint da auch sehr blauäugig gewesen zu sein.

Aber du hast es ja nun gut organisiert und bist auf auf vieles besser vorbereitet und wichtig, du weißt was in einer schwierigen Situation gemacht werden muss.

Ja so kleine Knabbereinlagen sind ein Zeichen von Zuneigung. Gin fühlt sich wohl in deiner Nähe und auch Scotch merkt, dass du gelassener bist und hat er hat sich mit der neuen Situation arrangiert.
Du wirst merken, wenn die zwei wieder bei ihrer Besitzerin sind.... werden sie dir fehlen.

lg
Verena
 

Neueste Beiträge

Ähnliche Themen