Hallo liebe Leute,
ich entschuldige mich im Vorfeld für den langen Thread.
Um die Sache besser bewerten zu können, gebe ich eine ausführliche Beschreibung unserer Situation.
Vor 10 Jahren haben mein Lebensgefährte und ich uns ein kleines Geschwisterpärchen geholt, Kiara und Spike.
Vor 2 Jahren ist unser heißgeliebter Kater Spike an einer genetisch bedingten Veränderung der Bauchspeicheldrüse, die zu einer schlimmen Entzündung führte, gestorben. Trotz einer sechsstündigen Not-OP, ist er an den Folgen dieser Entzündung gestorben. Wir waren am Boden zerstört. Trotzdem wollten wir unsere süße Kiara nicht alleine lassen. Da sie an einer Atopischen
Dermatitis litt, waren sie und Spike immer Wohnungskatzen.
3 Wochen nach Spikes Tod zog Kitty bei uns ein. Wir haben sie von einer Privatperson, die sie wegen einem Umzug abgeben musste. Leider wurde uns Kitty anders beschrieben, als sie letztendlich bei uns auftrat. Sie sollte ruhig, lieb und eher zurückhaltend wie Kiara und im gleichen Alter wie Kiara (damals 8 Jahre alt) sein. Es stellte sich aber heraus, dass Kitty quirlig, verspielt und recht munter war, außerdem war sie erst 4 Jahre alt. Die alte Besitzerin wollte sie nicht zurück, sondern wollte sie ins Tierheim geben. Also blieb Kitty bei uns. Kiara und sie waren nie verschmust oder beste Freundinnen, aber sie kamen miteinander zurecht. Es gab nie wirklich ärger, nur mal Gefauche und böse Blicke. Der Plan war, dass WENN Kiara mal nicht mehr sein sollte, wäre Kitty trotzdem schon recht alt und wäre in den letzten Lebensjahren vermutlich als Einzelkatze bei uns geblieben.
Nun der Schock vor 2 Wochen. Von heute auf morgen ging es Kiara aufeinmal schlecht. Eine Magen-Darm-Grippe wurde vermutet, da sie immer wieder erbrach. Nach 2 Tagen Behandlung wurde sie immer schlapper. Der
Tierarzt machte sogar ein CT um herauszufinden was los war. Diagnose Lungenkrebs. Da es ihr dramatisch schelchter ging mussten wir sie am Ostersonntag einschläfern lassen
Nun trauern wir sehr, aber Kitty scheinbar noch mehr. Wir haben ihr Kiara nochmal gezeigt, bevor wir sie im Garten neben ihrem Bruder begraben haben. Seit Kiara weg ist, zeigt Kitty eine starke Wesensänderung. Sie ist aufeinmal seeehr anhänglich, miaut ganz viel, sucht Kiara immer wieder, wirkt lethargisch und lustlos. Vorher war Kitty was Futter anging eher der Typ Staubsauger. Nun lässt sie Mahlzeiten aus, frisst nur noch, wenn wir bestimmtes Futter geben, "noch" hält es sich aber in Grenzen. Mal spielt sie auch, dann wirkt sie wieder sehr niedergeschlagen. Wir dürfen sie seit Neuestem auf den Arm nehmen und sie sogar an Pfötchen und Bauch streicheln. Kitty ist seehr fixiert auf meinen Lebensgefährten, wenn er Abends von der Arbeit kommt, wirkt sie glücklicher. Ich habe bis letztes Jahr studiert, arbeite momentan in Teilzeit und bin durch die Corona-Krise (noch) sehr viel Zuhause. Alllerdings werde ich im Laufe des kommenden Monats Mai wieder mehr arbeiten und wechsel meine Arbeitsstelle ab September in Vollzeit. Kitty wird also spätestens ab dem Spätsommer viel Zuhause alleine sein.
Erst hatten wir die Überlegung, Kitty zur Freigängerin zu machen. Allerdings wird bei uns das direkt umliegende Wohnviertel schon seit Jahren und auch für die nächsten ca. 5 Jahre noch komplett umgebaut, sprich alte Häuser werden abgerissen, neue gebaut. Daher haben wir um uns herum mehrere sehr große Baustellen, täglich große LKWs etc. vor der Tür und somit die Angst, dass Kitty als Freigängerin dort zum Opfer fallen könnte. Dazu wohnen wir im 1. OG eines Reihenhauses. Im EG wohnt meine Mutter (Rentnerin) mit Hund. Kitty und der Hund sind sich nicht grün, sie hat große Angst vor ihm. Daher denke ich, dass Kitty als Freigängerin vielleicht aus Angst vor dem Hund nicht wieder kommen würde...
Jetzt stellen wir uns die Frage, ob zu Kittys Wohl eine neue Partnerkatze einziehen soll? Kitty lebte in ihrem frühen Zuhause von klein auf mit einer anderen Katze (mit der sie sich auch nicht sooo gut verstand) zusammen. Sie kennt es also gar nicht alleine zu sein. Meine Mutter im EG ist zwar fast immer im Haus, aber durch den Hund bleibt Kitty lieber in unserer Wohnung. Wenn wir mal unten bei meiner Mutter zu besuch sind, sitzt Kitty weinend auf der Treppe, die zu unserer Wohnung führt und wartet. Es zerreißt einem das Herz
Was denkt ihr so? Was haltet ihr von dem Gedanken an eine neue Partnerkatze? Kitty ist jetzt 7 Jahre alt...
Über Antworten würde ich mich sehr freuen und entschuldigt diese endlos lange Geschichte...
Liebe Grüße
Hoettchen