Geschichten hört man viele. Doch du wirst es auch nicht bestreiten können, dass die tägliche Arbeit in einem Tierheim abstumpft. Das Leid der Tiere in einem Tierheim zu bekämpfen ist keine Mission, es ist ein knochenharter Job. Tierheime betreiben schon lange keine Tierschutz mehr, sondern können das Leid der Tiere lediglich verwalten.
Die Schuld dafür in den Tierheimen zu suchen, halte ich für einen falschen Lösungsansatz. Es gäbe keine überfüllten Tierheime, wenn die Halter verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehen würden. Es gäbe keine überfüllten Tierheime, wenn es nicht immer wieder Züchter gäbe, die ihre Tiere verantwortungslos abgeben, ohne sich mit dem künftigen Halter intensiv auseinanderzusetzen.
Wie oft habe ich es schon gehört, dass man ein Tier beim Züchter sofort mitnehmen kann. Kohle auf den Tisch und her mit dem Tier - Geld gegen Ware. Keine Gewöhnung an das Tier, die Selektion des Tieres erfolgt nach Aussehen und nicht nach Sympathie und dem Züchter ist der Halter egal, Hauptsache die Kohle stimmt.
In einem Monat ist wieder mal Weihnachten und es landen tausende Hunde, Katzen, Hasen, Meerschweine, Hamster, Ratten, Chinchillas und sonstiges Getier unter'm Weihnachtsbaum.
Die Tierheime freuen sich jetzt schon ein Loch in den Bauch, wenn sie an den nächsten Januar denken.
Da fällt dem frisch gebackenen Tierhalter ja ganz plötzlich auf, dass Hasso ja JEDEN TAG Gassi muss - auch wenn's kalt ist und schneit, dass Katzer Moritz wegen dem Stress durch den ganzen Weihnachtstrubel auf den teuren Perserteppich gekackt hat - hat sich auch keiner mit ihm beschäftigt, dass der neue Papagei sich zu einem Schreihals entpuppt, der die Nachbarn stört, und, und und.
Solche armen Geschöpfe landen dann in der Entsorgungsanstalt Tierheim. Einfach inner Kiste vor die Tür gestellt. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sowas ist dort Alltag.
An deiner Stelle wäre ich glücklich darüber, ein Tier aus diesem Loch befreit zu haben.
Deine 90€ machen dort keinen reich, das wird 1:1 in Futter umgesetzt und kommt den Tieren zu gute.
Und wenn dich irgendetwas juckt, dann geh halt nächstes Mal zum Züchter. Dort kostet die Katze dann 600-1200€ und kastrieren lassen musste sie trotzdem noch selber.
Um es nochmal klip und klar zu sagen: Die 90€ sind nicht als Entlohnung für eine erbrachte Leistung zu verstehen. Diese Schutzgebühr soll dafür sorgen, dass du mit dem Tier verantwortungsbewusst umgehst. Tierheime würden ihre Tiere liebend gerne verschenken, allerdings kämen sie dann zu leicht in die Hände von Tierquälern, die sich ein Tier nur mal so zum Spass holen würden um es zu bestialisch töten.
Sieh es als unfreiwillige Spende an das Tierheim. Du hast damit vielen anderen Tieren indirekt geholfen.