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Erfahrungswerte nach RJT erbeten - wann normalisiert sich der Blutdruck?

  • Autor des Themas Chang
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C

Chang

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Hallo,
meine Callisto hat im Juni eine Radiojodtherapie in Norderstedt erhalten, die gut angeschlagen hat. Der behandelnde Arzt sagte mir,
dass man frühstens im Oktober/November den Blutdruck kontrollieren solle, dieser bräuchte eine Weile, um sich wieder zu normalisieren (Herzultraschall ebenfalls erforderlich). Erst dann könne man das Amodip reduzieren bzw. irgendwann ganz absetzen.
Wann waren bei euch die Werte wieder im Normbereich und wie genau seid ihr vorgegangen, so dass die Katze nicht Gefahr lief, wieder Bluthochdruck zu bekommen?
 
14.09.2021
#1
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claudiskatzis

claudiskatzis

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Hi, ich habe keine Ahnung. Es würde mich aber sehr interessieren, wie die Therapie durchgeführt wurde. Magst uns was dazu schreiben?
Ach so- herzlich willkommen erstmal :f040:
 
C

Chang

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Klar, das mach ich.
Callisto wurde in Norderstedt behandelt. Im Vorfeld stand ich telefonisch mit dem behandelnden Arzt in Kontakt, der mir sagte, welche Untersuchungen und Werte er vor Beginn der Therapie benötige (Herz- und Bauchultraschall, T4 und Nierenwerte). Die Ultraschalluntersuchungen hätten auch direkt vor Behandlungsbeginn vor Ort gemacht werden können, aber mir war ob der längeren Anfahrt das Risiko zu groß, dass sie vielleicht doch nicht geeignet sei und dann den ganzen Stress umsonst auf sich genommen hätte.
In Norderstedt angekommen wurde zunächst eine Szintigraphie gemacht, um das Ausmaß des überschüssigen Schilddrüsengewebes festzustellen und entsprechend die Menge an radioaktivem Jod anzupassen. Hierbei bestand noch mal eine 2%ige Möglichkeit, dass sie ungeeignet wäre. Als feststand, dass sie die Therapie machen kann bzw. schon gemacht hat (mir wurde gesagt, bei Eignung würde direkt das Jod injiziert) konnte ich wieder nach Hause fahren.
In den folgenden neun Tagen war ich, wie man sich denken kann, sehr nervös und ängstlich. Die Dame, die sich in der TK um Callisto gekümmert hat, rief jedoch in regelmäßigen Abständen bei mir an, um mich über Callistos Zustand zu informieren. Ich war trotzdem heilfroh, als ich sie endlich wieder abholen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits den T4-Wert bestimmt. Sie war bei Blutabnahme elf Tage ohne ihre Schilddrüsenmedikamente; der Wert lag erfreulicherweise im Normbereich und hat sich seither auch nicht mehr verändert.
Nun musste ich mich noch damit auseinandersetzen, dass sie ein wenig strahlte. Körperkontakt sollte zu Beginn deutlich begrenzt werden und ihre Hinterlassenschaften sollte ich zwei Wochen lang sammeln und mindestens sechs Monate aufbewahren. Naja, zwei Wochen sind schnell um, aber ein bisschen gruselig fand ich das trotzdem manchmal.
Die TK hatte zudem noch zwei Wochen nach Behandlungsende erneut Nierenwerte und den T4 haben wollen. Die Nierenwerte bewegten sich im oberen Referenzbereich, waren aber wohl noch gerade ok.
Insgesamt kann ich sagen, dass man mich sehr freundlich behandelt hat und sowohl vor Therapiebeginn als auch nach der Entlassung immer die Zeit gefunden hat, alle meine hasenfüßigen Fragen zu beantworten. Ich habe mich so sehr für Callisto gefreut, dass sie nun nicht mehr auf die Medikamente angewiesen war. Ich würde es wieder tun.

Leider war für Callisto die Geschichte hier nicht zu Ende. Nach einer chronischen Entzündung und der Diagnose Krebs, wurde ihr kürzlich ein Bein amputiert. Das hat wohl nichts mit der RJT zu tun und am Ende war es einfach Pech, dass das auch noch hinzu kam. Nach der OP und den vielen Medikamenten, die sie bekommen hat, sind die Nierenwerte nun auch nicht mehr ok. Naja, aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn du noch Fragen hast, beantworte ich die gerne.
 
claudiskatzis

claudiskatzis

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Das die Therapie erfolgreich ist, freut mich. Um so trauriger macht mich die Krebsdiagnose. Ist das denn soweit gut im Griff und bleiben Aufgrund der Medis die Nierenschädigungen? Wie gehts Callisto denn damit?
Wir drücken natürlich Daumen und Pfoten für euch 🍀🍀🍀
 
C

Chang

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Das ist lieb, danke.
Callisto schlägt sich tapfer, trägt aber nun schon seit neun! Wochen einen Leckschutz (zuerst Kragen, nun Donut, der ihr deutlich mehr Bewegungsfreiheit gibt). Zunächst wurde ein Faden vergessen und sie hat sich dann genau die Stelle wieder aufgeleckt - ansonsten ist die Wunde sehr gut verheilt, aber dieses nicht mal ganz einen Zentimeter lange Hautstück muss noch abheilen. Leider hat sie auch drei Mal auf die Couch uriniert; vermutlich, weil sie den Weg nicht geschafft hätte, denn davor hat sie sich noch an mich geschmiegt und wirkte gar nicht so, als würde ihr etwas nicht passen. Der Donut ist zwar besser, aber behindert sie trotzdem. Naja, daher ist sie zur Zeit in Küche und Windfang untergebracht, bis sie sich endlich wieder ohne Leckschutz bewegen kann und dann gibt's noch zusätzlich eine neue Toilette fürs WZ.
Die Nierenwerte wurden ganz frisch genommen und ich habe heute noch mit der örtlichen Tierklinik gesprochen. Sie soll nun erstmal Nierendiätfutter bekommen (gefällt ihr bisher gar nicht) und nächste Woche wird noch mal ihr Urin untersucht. Man hat mir allerdings wenig Hoffnungen gemacht, dass sich die Nieren wieder regenerieren.

Ich hoffe nun, dass sie gut eingestellt werden kann und dass ihr noch etwas Zeit bleibt. Callisto ist 16,5 Jahre alt und hatte natürlich ihr Leben. Und es war auch ein gutes Leben. Natürlich hätte ich ihr das alles am Ende gerne erspart, aber das liegt wohl nicht immer in unserer Hand. Ich versuche nun noch, das Bestmögliche für sie rauszuholen.
 
C

Chang

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Danke, das liest sich interessant. (y)
Hoffentlich legt sich das mit dem Futter schnell.
 

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