Unfall - wie geht es weiter?

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Summer02

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Hallo,
ich suche Rat bei euch. Meine Katze, 8.5 Jahre und Freigängerin wurde an Halloween sehr wahrscheinlich angefahren oder ist schwer gestürzt. Seitdem hat sie die sogenannte Kusshandstellung und will oder kann ihr vorderBein nicht mehr benutzen. Ein Röntgenbild ergab einen Buch der Schulter. Die Zehen vorne spürt sie, aber sind kraftlos. Die Durchblutung ist ebenfalls gestört. Sie hat wochenlang Schmerzmittel bekommen, Cortison und Vitamin B Tabletten. Egal wie hoch oder niedrig die Schmerzmittel dosiert waren, sie lief gleich schlecht. Mittlerweile bekommt sie gar nichts mehr.

Aktuell bin ich mit ihr schon 2x in Physiotherapie gewesen, danach kann sie für eine Minute humpelnd auf 4 Beinen laufen. Sie probiert es auch so
öfters, knickt aber eben ein, weil es wohl Kraftlos ist oder eben weh tut. So genau kann mir das niemand sagen, weil sie auch ein Angsthase ist und sowieso zuckt. Jedenfalls komme ich aktuell nicht mehr weiter....sie liebt die Freiheit sehr und leidet drin. Letzte Woche hat sie mir auch untern Weihnachtsbaum gepisst. Seit Ende der Woche frisst sie abends schlecht. Morgens ist alles gut. Ich denke, sie ist depressiv. Sie liegt ja auch fast nur noch, denn das laufen auf 3 Beinen strengt sie sehr an, sie legt sich nach ein paar Schritten direkt hin. Ich habe jetzt Urlaub, das tut ihr gut, sie ist sehr anhänglich, gäbe es ein Babytragetuch für Katzen, sie würde drin liegen.

Nun aber stellt sich mir die Frage, wie es weiter gehen soll. Lasse ich sie raus, obwohl sie so schlecht zu Fuß ist, befürchte ich, dass sie sehr bald sterben wird. Lasse ich sie drinnen, geht es ihr zumindest körperlich gut, aber seelisch nicht. Hat jemand Erfahrung mit Nervenschädigung? 6 Wochen sind jetzt Rum, sie versucht immer Mal wieder aufzutreten, sackt aber ein, die Krallen kann sie auch nicht ausfahren, aber sie spürt es. Eine Amputation stand auch Mal zur Debatte, aber damit habe ich aktuell auch ein Problem, ein "gesundes" Bein zu entfernen. Mein nächster Gedanke war, ihr vlt Gesellschaft dazu zu holen. Sie war vorher woanders und wurde dort abgegeben, weil sie angeblich die anderen Katzen gemobbt hatte, bei mir ist sie Einzelprinzessin gewesen und auch draußen schien sie sehr dominant. Wenn ich nicht da bin, ist sie einsam, das ist klar, jemanden verprügeln kann sie in aktuellem Zustand jedenfalls nicht. Aber in 4 Wochen muss ich wieder arbeiten, dann wäre sie wieder allein. Vorher kein Problem, da sie fast nur draußen war. Aber ich möchte nicht, dass sie nochmal unsauber wird. Bisher ist es bei dem einen Mal geblieben.


Ich weiß nicht, was die beste Entscheidung ist, aber vlt hat jemand Ähnliches erlebt und kann mir seine Geschichte erzählen oder mir einen Rat geben.

Danke!
 
17.12.2021
#1
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bertiundsine

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Hallo,
die Situation ist ziemlich blöd aber ehrlich gesagt würde ich sie so (noch) nicht rauslassen. Ich würde versuchen sie so viel wie möglich zu beschäftigen und damit auch zur Bewegung zu animieren. Vieleicht hat sie einfach Angst die Pfote zu belasten.
Hättet ihr die Möglichkeit Euer Grundstück ausbruchsicher zu machen?
 
Tinaho

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Die Frage ist ob eine Amputation nicht evtl. doch besser wäre.
Dazu würde ich mir eine zweite Meinung einholen.
So wie ich es verstehe wäre es ja keine gesunde Pfote die entfernt wird, sondern eine Pfote die ihr massive Probleme und Schmerzen verursacht.
 
Eclipse2003

Eclipse2003

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Hallo Summer02,
klingt ganz danach, als sei ein Nerv verletzt. Ich kann nur raten, Physio zu machen! Damit hätte man am besten gleich beginnen sollen... Mein Kater Manitou zeigte auch die Kusshandstellung nach einer Rückenmarksverletzung. Nerven regenerieren in einem Zeitraum bis zu einem Jahr. Amputation stand auch im Raum, ist aber jetzt vom Tisch.
Ich habe jetzt leider keine Zeit, aber schau sonst mal in meinenThread "Kleiner Mann, große Hoffnung". Ich melde mich später gerne nochmal :)
 
Eclipse2003

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Ach so, rauslassen würde ich sie auf gar keinen Fall - sie ist komplett schutzlos in dem Zustand.
 
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Summer02

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Hallo,
die Situation ist ziemlich blöd aber ehrlich gesagt würde ich sie so (noch) nicht rauslassen. Ich würde versuchen sie so viel wie möglich zu beschäftigen und damit auch zur Bewegung zu animieren. Vieleicht hat sie einfach Angst die Pfote zu belasten.
Hättet ihr die Möglichkeit Euer Grundstück ausbruchsicher zu machen?
Ich wohne in einer Wohnung mit offenem Balkon. Das ist eher schwierig. Zumal es auch so ist, je mehr sie von draußen sieht, desto mehr jammert sie.

Die Frage ist ob eine Amputation nicht evtl. doch besser wäre.
Dazu würde ich mir eine zweite Meinung einholen.
So wie ich es verstehe wäre es ja keine gesunde Pfote die entfernt wird, sondern eine Pfote die ihr massive Probleme und Schmerzen verursacht.
Gesund in dem Sinne, dass sie nicht zerstrümmert ist oder eine Entzündung hat, sondern theoretisch ok ist, wäre der Nerv nicht. Aber ja, schwierig....wenn sie doch nur sprechen könnte. Ich war mit ihr in noch keiner Klinik, aber dort wo ich bin, sind vier Tierärzte und die haben sie alle schon mehrfach gesehen. Sie sagen, ich kann jetzt für teuer Geld auch in eine Klinik fahren und MRT oder CT machen lassen, dann wüsste ich vlt, wo es her kommt, aber machen könnten die da auch nichts. Ob das jetzt stimmt, weiß ich nicht, aber die guten Kliniken sind alle 1h entfernt und Autofahren endet immer in Schreierei.

Ja das mit der Physio ist schwierig, das Schicksal hat immer ein Strich durch die Rechnung gemacht. Zuhause kann ich nicht viel machen, da sie sich nicht gerne anfassen lässt.

Es ist auf jeden Fall so, dass bis zum Ellenbogen alles OK scheint, erst ab da ist es gelähmt. Die Physio sagt auch, dass man dran bleiben soll, sonst versteift es und sie bekommt Arthrose. Aktuell ist es mit meinem Job und Corona von meiner Seite nicht einfach...aber ich bin dran
 
Eclipse2003

Eclipse2003

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Du könntest 3 - 4 Handtuch-Rollen auf den Boden legen, so dass sie immer einen Schritt drüber machen muss.
Die Neurologin hatte uns Clicker-Training empfohlen. Immer clickern und Leckerli geben, wenn das kaputte Bein richtig bewegt wird. Tatsächlich ist mein Manitou aber nicht "verfressen" genug...clickern läuft also leider nicht so bei uns.
Bei der Physio wurde er mit Reizstrom behandelt. Außerdem massieren und dehnen wir immer noch viel, bei ihm ist nämlich leider schon das Ellenbogengelenk versteift - das ging rasend schnell :( Bei der Physio können sie dir bestimmt entsprechende Übungen zeigen.
Bewegung ist mega wichtig, da die Muskeln unheimlich schnell abbauen. Ein Teufelskreis... Wenn du jetzt zu Hause bist, kannst du die Zeit nutzen und Übungen mit ihr machen. Mindestens 6 - 8 kurze Einheiten Muskelaufbau und Massage/Dehnung am Tag. Ich möchte dir ansonsten noch empfehlen, die Katze bei einem Orthopäden vorzustellen.

Hope this helps a little bit :)
 
S

Summer02

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Hallo Eclipse2003,
Ich habe deine Story mit Manitou gelesen. Wirklich heftig, aber du hast stetig Fortschritte gesehen. Das ist bei mir leider nicht der Fall....den größten Fortschritt, den man sehen kann bei mir ist der, dass sie besser auf 3 Pfoten unterwegs ist, geübter. Anfang lief sie wie deiner auf dem Ellenbogen, aber kurze Zeit später hielt sie die Pfote einfach hoch. Die Zehen berühren leicht den Boden, dennoch richtig Kraft zum Auftreten ist das nicht. Nach zwei Wochen verschlechterte sich der Zustand sogar, ihre Pfote hat seitdem eine andere Farbe an den Ballen. Seither gibt's eigentlich keine Veränderung. Ja das mit der Physio war eigentlich 2x die Woche angedacht, dann war sie krank, dann ist die Katze bei einem Ausbruchversuch abgestürzt und lief noch sehr viel schlechter, dann endlich konnte ich anfangen, jetzt war ich krank..... Durch Corona alles noch sehr viel Schwieriger, da ich täglich ungeschützten Kontakt zu etwa 70 Haushalten habe und ich dadurch oft kurzzeitig in Quarantäne bin.
Bei der Physio wird sie mit Laser behandelt und einmal lag sie auf einer Magnetfeld Matte. Dazu wird sie immer massiert. Einmal hat sie es auch kurz mit so einer Massage Gun probiert, aber das ging gar nicht. Zuhause ist es wie gesagt sehr schwierig, da Pfoten anfassen ein No Go ist, auch vorher schon. Dafür muss ich sie dann fixieren, das mache ich genau 3x und ich darf sie gar nicht mehr anfassen. Mit clickern ist es wie bei dir, Futter ist egal, und durch nix lockbar.
So was bleibt mir also, ich spiele ab und an mit ihr bzw sie hat Spielmäuse. Denn die Motivation mit mir zu spielen, ist gleich null. Aktuell ist mehr Bewegung drin, da ich nochmal neues gekauft habe.
Muskelabbau hat sie schon lange, aber es ist wohl nicht steif. Sie hat anfangs absolute Bettruhe verschrieben bekommen, natürlich nicht umsetzbar. Dann hat sie eine Woche tagsüber und nachts im Hasenkäfig verbracht, ging dann auch nicht mehr, da sie das Ding auseinander genommen hatte und die Ruhe dann eher Anstrengung war. Seither darf sie sich immer frei bewegen, ihren Kratzbaum habe ich aber weg, wegen der Höhe. Sie springt aber immer, seit Tag 1 aufs Sofa und auch wieder runter, seit ein paar Wochen auch auf Tische und Schränke. Dabei benutzt sie schon die Pfote , versucht es zumindest, knickt aber ein. Sie hängt oft nach außen. Naja, was ich damit sagen will, sie hat die Pfote oft in Benutzung, streckt sie auch, vlt ein Grund, warum es noch nicht steif ist.

Dennoch eben kein Fortschritt, aber tja woher soll er auch kommen....

Du hast ja nun die Erfahrung, was hast der Orthopäde gemacht bei dir? CT ? Oder nur gefühlt? Ich bin wirklich am überlegen, ob ich nicht doch nochmal in eine Klinik fahren soll....allerdings muss ich ihr dann wohl für die 2h Fahrt was beruhigendes besorgen, sofern ich überhaupt zeitnah einen Termin bekomme....und dann wird das sicher teuer , denke mit mehreren hundert Euro muss ich da rechnen....
 
S

Summer02

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Ach aktuell übe ich, ihr ein Geschirr anzulegen, damit wir vlt Mal bissle raus können, ohne, dass sie mir stiften geht. Auch das hasst sie, sie wirft sich dauernd hin und versucht es abzuwälzen. Allerdings scheint ihr das Geschirr Gleichgewichtsstörungen zu versuchen. Sie taumelt sehr, wenn sie laufen will, aber dadurch benutzt sie das Bein, weil sie nicht umfallen will. Das hat ja dann auch was positives. Ich werde es öfters probieren und die Zeit langsam steigern, auch eine Form der "Physio"
 
zorro007

zorro007

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Ach aktuell übe ich, ihr ein Geschirr anzulegen, damit wir vlt Mal bissle raus können, ohne, dass sie mir stiften geht. Auch das hasst sie, sie wirft sich dauernd hin und versucht es abzuwälzen. Allerdings scheint ihr das Geschirr Gleichgewichtsstörungen zu versuchen. Sie taumelt sehr, wenn sie laufen will, aber dadurch benutzt sie das Bein, weil sie nicht umfallen will. Das hat ja dann auch was positives. Ich werde es öfters probieren und die Zeit langsam steigern, auch eine Form der "Physio"
Das hört sich ja nicht so schön an. Mit dem Geschirr ist es relativ normal, das die Katzen zu Anfang eher umfallen, nicht laufen wollen oder eirig laufen. Das gibt sich meist, wenn sie dann draußen Ablenkung haben. Auch wenn die Katze Geschirr gleich rausgehen verstanden hat, waren meine eigentlich immer freiwillig fast selbst ins Geschirr geklettert.

Aus eigener Erfahrung: einer Verletzung am Mittelhandknochen kann ich Dir sagen es dauert......ich konnnte meine Hand nach einer Woche im Gips nicht mehr zu einer Faust machen, nach 6 Wochen war jeder Muskel verschwunden. Ergotherapie habe ich 10 Stunden gehabt. Aber es ist nicht mit diesen Stunden getan. Ich habe 5 Mal täglich 3 Übungen ausgeführt. Gefühlt hatte ich nur noch Handübungen. Nach 10 Wochen hatte ich immer noch keine Kraft aber Gefühl und auch Koordination im Finger. Selbst jetzt fehlt mir noch Kraft und für den betroffenen Finger die Schnelligkeit. Das ganze ist jetzt 9 Monate her.
Ich denke Deine Katze hat noch einen langen Weg vor sich.
Lasse Dir vom Physiotherapeuten Übungen zeigen. Du könntest auch versuchen die Pfote mit verschieden Gegenständen zum Beispiel einer Feder, einen Lappen usw immer wieder zu berühren, Reize setzen.
 

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