Neuer Katerkumpel?

Catgard

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Liebe Forendosis,

seit Kurzem denke ich immer mal wieder darüber nach, ob unser Loki vielleicht an einem Kumpel Freude hätte.
Aktuell gibt es in einem nahe gelegenen Tierheim eine späte Jungkatzenschwemme und viele suchen ein neues Heim - vielleicht wäre da ja ein charakterlich passender Kumpel dabei.. 🐱 👀

Ich bin mir aber unsicher, ob er tatsächlich einen Kumpel will/braucht bzw. möchte ich ihn nicht vergraulen oder verprellen, wenn wir ihm plötzlich einen "Freund" dazu setzen. Loki ist Freigänger und etwa 2 Jahre alt (genaues alter unbekannt, da Fundtier aus dem Tierheim). Er lebt hier bei uns seit April 2021. Bei uns im Viertel gibt es viele Freigänger - er wird daher sicher Konktakt zu anderen draußen haben, bzw. es kommen auch immer mal Katzen in unseren Garten, aber ich bin mir nicht so sicher, ob das wirklicher Sozialkontakt ist oder eher "Revierkontakte", die sich dulden.

Ich frage mich:
- ist eine Jungkatze als Zweitkatze mit etwa 4-6 Monaten zu jung? (also ich würde wenn dann eher zu den 6-monatigen tendieren, wenn da ein passendes Katerchen dabei wäre -
dann könnte das Kerlchen nach der ca. 8-wöchigen Eingewöhnung drinnen auch an den Freigang draußen herangeführt werden - wenn bis dahin die Zusammenführung ok läuft)
- wie gestalte ich eine adäquate Zusammenführung trotz Freigang der Erstkatze?
- wie büxt mir die neue Zweitkatze in den ersten 8 Wochen nicht aus, wenn ich die Erstkatze rein- und rauslasse? (gibt es da Erfahrungswerte oder Tips?) Oder lässt man den Ersttiger auch erstmal ein Weilchen drin? (verknüpft er dann den Freiheitsentzug eventuell negativ mit dem neuen Tier?)
- besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Freigänger komplett absetzt, weil ein Konkurrent nun ständig im Haus hockt (falls sie sich nicht direkt richtig gerne haben)?
- würde ihm ein "eigener" Kumpel tatsächlich gut tun oder stresst ihn das nur? Also braucht er das wirklich? (ich persönlich würde mich schon über einen Neuzugang freuen, aber will vor allem dem jetztigen Hausherren gerecht werden)

Hier auch mal eine Charakterbeschreibung von Loki - ich würde entsprechend nach einem charakterlich ähnlichen Kater-Pendant Ausschau halten:
-
Spielverhalten
  • Spielmäusen oder Vögelchen nachjagen – viel Rennen und fangen
  • In Kartons/Spieltunnel lauern und fangen, rauspföteln (dabei kann er auch etwas ruppiger werden, aber auch nicht übermäßig)
  • Er rennt mehr, aber er stürzt sich auch mal auf die Mäuse drauf und hält sich fest und tritt sie / rauft quasi, aber nicht ganz so viel
  • Mit Angeln spielt er auch ganz gerne, aber auch eher, wenn die weggezogen werden mit einem Objekt dran.. Federangeln meist eher nur kurz interessant

Verhalten zu anderen Katzen
  • Neutral-vorsichtig bei neuen Katzen, zumindest bei Größeren als er; dann eher geduckt, beobachtet und verfolgt
  • Bei gleich großen Katzen setzt er auch schon mal hinterher innerhalb seines Reviers (Garten zum Beispiel)
  • Wenig aggressiv, also brummt und schreit eher nicht (zumindest noch nicht vorgekommen)
  • Hält generell immer Ausschau nach anderen Katzen
  • Hat auch schon Nachbarskatzen daheim besucht
  • Aussage Tierheim damals: sozial und aufgeschlossen
  • vorsichtig im Erstkontakt mit anderen Katzen, kein Hau-Drauf (bisher noch nicht beobachtet)

Sonstiges Verhalten
  • Freigänger, ab Dunkelheit bis es wieder hell ist drinnen; sehr zuverlässig – schaut alle Stunde daheim vorbei und kommt rein (wir arbeiten von daheim aus und es ist idR immer mind. 1 Person daheim --> er hat also auch viel Menschenkontakt)
  • Setzt sich gerne mal bei uns dazu, aber sitzt auch gerne auf seinen Plätzen alleine
  • Sitzt abends gerne am Fenster und schaut raus (hält da viel Ausschau nach anderen Katzen)
  • Zeigt schon etwas Revierverhalten im Garten – also er beobachtet ganz genau wer da ein und aus geht
  • Zutraulich und menschenbezogen; verschmust und aufdringlich, wenn er Lust dazu hat (aber auch nicht 24/7)
  • sehr neugierig
  • seit Anfang an total umproblematisch im Umgang; gab nie Probleme bisher

Aktivitäts/Ruheverhalten
  • Morgens und abends eher aufgedreht und fordert auch seine Spieleinheiten ein (teilw. auch tagsüber, wenn es ihm halt grad in den Kopf kommt)
  • Geht gerne raus, aber kommt auch regelmäßig zurück und ruht auch daheim
  • Er kommt immer wieder und will spielen/fordert Aufmerksamkeit, aber seit er Freigang hat will er auch nicht mehr dauerbespaßt werden
  • Spielt gerne mit Activity Boards/Angelbrettern
  • Wir clickern auch etwas
Wie seine Lebensumstände waren, bevor er als Fundtier ins Tierheim kam, ist unklar. Entsprechend auch unklar, ob er das Zusammenleben mit anderen Katzen kennt. Im Tierheim waren die Katzen einzeln untergebracht und nicht in Gruppen.

Ich würde mich über euren Input sehr freuen! 😺
 
Zuletzt bearbeitet:
30.01.2022
#1
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Geek

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Hi,
das sind sehr viel gute Gedanken die du die im Vorfeld machst.
Kontakte zu anderen Katzen im Freigang sind absolut selten wirkliche soziale Begegnungen, zu 99% ist das wie ein "Guten Morgen" zum Nachbarn und fertig.
Von dem beschriebenen Verhalten zu anderen Katzen kann man nicht wirklich einschätzen, wie sozial dein Kater ist. Für mich klingt das weder schlecht noch besonders sozial, also komplett durchschnittlich.
Mit zwei Jahre ist es recht wahrscheinlich, dass Loki sich über einen Kumpel freuen wird.

Generell würde ich es mit einem etwas älteren Kater (min. 6 Monate) oder zwei jüngeren Katerchen als Gesellschaft probieren.
Von Charkter her soziale Kater und keine Angsthasen.

Da dein Loki Freigänger ist würde ich es einfach mit einer recht schnelle Vergesellschaftung probieren.
Neuankömmling(e) in ein seperates Zimmer, bis sie angekommen sind und sich nicht mehr verstecken.
Dann die Tür einen Spalt auflassen und schauen ob Loki aggressiv reagiert, wenn nicht dann Türen auf und Katzis machen lassen.
Weiterhin würde ich versuchen Loki komplett oder mehr drinnen zu halten bis das Zusammenleben geregelt ist.
 
Catgard

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Danke für die Antworten! Ich denke ich werde morgen mal anrufen und fragen, ob sie ein passendes Kerlchen ab 6+ Monaten da haben. :)
Weiterhin würde ich versuchen Loki komplett oder mehr drinnen zu halten bis das Zusammenleben geregelt ist.
Ab wann würdest du denn als "geregelt" einstufen @Geek :geek: ?
Morgens zum Beispiel will Loki nämlich unbedingt raus..insbesondere auch, weil er bevorzugt seine Geschäfte draußen verrichtet und meist höchstens wenn er mal abends/nachts auf den Topf muss, das Katzenklo nutzt (weil er ja ab Dunkelheit drinnen bleibt - da murrt er auch gar nicht, das hat er offenbar gut akzeptiert).
 
Geek

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Hi,
generell passiert es sehr oft, dass die Altkatzen Angst vor den Neuankömmlingen haben, sogar speziell wenn diese viel kleiner und jünger sind.
Freigänger entziehen sich dann der Vergesellschaftung einfach, dass sie länger draußen bleiben und teilweise so gut wie gar nicht mehr rein kommen.

Wenn Loki seine festen Rituale wie Morgengeschäftchen hat, dann lass das so unbedingt weiter laufen.
Wenn die Zusammenführung dazu führt, dass er nicht mehr rein kommen will, dann dauert es halt entweder sehr lange oder er wird durch Hausarrest dazu gezwungen den Neuen kennenzulernen.
Das musst du einfach sehen, wie sich das entwickelt.

Eine guter Check für "ist geregelt": Die Katzen können direkt nebeneinader futtern.
 
Catgard

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Ok, ja so dachte ich mir das auch.
Ich würde es nur echt ungerne sehen, wenn er keine Lust mehr hat reinzukommen :D - ich finde es nämlich gut, dass er zwar auf Ausgang besteht, aber dabei immer in nicht sehr langen Abständen regelmäßig und verlässlich wieder daheim vorbei schaut. Fände es also sehr schade, wenn er sich dann fern hält - aber du hast recht, das sieht man dann, wenn es soweit ist.
 
Catgard

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So, ich habe mal beim Tierheim angerufen und mich erkundigt.
Sie hätten 1 Katerchen (geb. Mai 2021), das wohl sozial wäre ("mit anderen Katzen gar keine Probleme oder Angst"), aber Menschen gegenüber noch eher scheu (lässt sich also eigentlich nicht anfassen; spielen geht, weil er da einfach dem Spielzeug hinterher hechtet, egal ob ein Mensch am anderen Ende des Spielzeugs hängt). Part 1 hört sich ja gut an - bei Part 2 bin ich mir dann wieder etwas unsicher - wenn der kleine Kater vor mir/uns dann noch Angst/Scheu hat, wird auch die Vergesellschaftung mit Loki vermutlich nicht so schnell laufen können, denke ich.. da ja vermutl. erstmal die Scheu vor den Menschen abgelegt werden muss. 🤔
Was meint ihr dazu?

Als ich Loki holte, ist der halt direkt durch die Wohnung spaziert und hatte 0 Scheu und war direkt auf Kontakt aus. So war es auch bei allen anderen Katzentieren, mit denen ich schon zusammengelebt habe. 😺
Irgendwie mache ich mir sorgen, dass mir so ein scheues Kerlchen dann noch eher ausbüxt, solange er Stubenarrest haben muss (und Loki ja auf jeden Fall immer wieder raus muss und will). Und auch, dass es zu Eifersüchteleien ggf. kommt, weil wir ja dann durch die Menschenscheue vermutl. viel mehr Zeit damit verbringen müssten, das kleine Kerlchen einzugewöhnen/an Menschen zu gewöhnen, wobei sich dann der Hausherr vielleicht benachteiligt fühlt?
 
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Hi,
das Katerchen musst du wohl persönlich kennenlernen um zu schauen ob es mit dir klappen könnte, für Loki klingt er gut.

Ich kann dir nur den wichtigen Tipp geben niemals in die Richtung Eifersucht zu denken.
Sobald du zwei Kater hast, sind beide gleichberechtigt.
Niemand hat mehr irgendwelche Sonderrechte oder muss bedauert oder gar getröstet werden.
Diese Denkweise ist immens wichtig für eine erfolgreiche Zusammenführung.
 
iFreyFrey

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Da ich selbst im Tierheim arbeite:
Oftmals ist es so, dass solch scheue Katzen im neuen Heim sehr schnell auftauen. Tierheim ist eine komplett andere Situation.
Wir vermitteln oft solche scheuen Tiere und es dauert nie lange, bis sich die Adoptanten melden und berichten, dass die "scheue" Katze total verschmust wurde. Meist beträgt der Zeitraum so 1-4 Wochen.
Selten dauert es mal länger, aber kommt durchaus vor. Geduld ist bei solchen Katzen das Zauberwort.
Gerade die scheuen orientieren sich viel an ihren Artgenossen und lernen so, dass der Mensch nix böses will.
 
Catgard

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Hi,
das Katerchen musst du wohl persönlich kennenlernen um zu schauen ob es mit dir klappen könnte.

Ich kann dir nur den wichtigen Tipp geben niemals in die Richtung Eifersucht zu denken.
Sobald du zwei Kater hast, sind beide gleichberechtigt.
Niemand hat mehr irgendwelche Sonderrechte oder muss bedauert oder gar getröstet werden.
Diese Denkweise ist immens wichtig für eine erfolgreiche Zusammenführung.
Ja genau - alle sollten gleichberechtigt sein :D! Nur wie soll das neue Tierchen möglichst zügig (ohne ne Erwartungshaltung aufzumachen) Vertrauen fassen, wenn man sich nicht ausgiebig mit ihm befasst? Und dann findet das der Hausherr sicher uncool, weil er sich dann doch irgendwie benachteiligt fühlen könnte?
 
Catgard

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Da ich selbst im Tierheim arbeite:
Oftmals ist es so, dass solch scheue Katzen im neuen Heim sehr schnell auftauen. Tierheim ist eine komplett andere Situation.
Wir vermitteln oft solche scheuen Tiere und es dauert nie lange, bis sich die Adoptanten melden und berichten, dass die "scheue" Katze total verschmust wurde. Meist beträgt der Zeitraum so 1-4 Wochen.
Selten dauert es mal länger, aber kommt durchaus vor. Geduld ist bei solchen Katzen das Zauberwort.
Gerade die scheuen orientieren sich viel an ihren Artgenossen und lernen so, dass der Mensch nix böses will.
Ja, das wäre toll, wenn es "so schnell" ginge. Der kleine Kater sitzt aber wohl auch schon ein Weilchen dort (auch so ein Kandidat "schwarz, bisschen Augenprobleme und kein Kuscheltier"- die bleiben ja gerne zurück) und war in dieser Zeit nicht für Menschenkontakt zu begeistern.
 
Tinaho

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Und wieder möchte ich Geeks Beitrag unterschreiben.
Ich würde mir den scheuen Kater auch persönlich anschauen und dann entscheiden.
 
iFreyFrey

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Ja, das wäre toll, wenn es "so schnell" ginge. Der kleine Kater sitzt aber wohl auch schon ein Weilchen dort (auch so ein Kandidat "schwarz und kein Kuscheltier"- die bleiben ja gerne zurück) und war in dieser Zeit nicht für Menschenkontakt zu begeistern.
Wie gesagt, es ist normal wenn im Tierheim solche scheuen Tiere nicht rauskommen oder nur bedingt zahm werden.
Es fehlt oftmals einfach die Zeit. Traurig, ist aber leider so.
Es kann eben auch sein, wenn du dich zu ihm ins Zimmer setzt, dass er nicht zu dir kommen wird, weil du eine fremde Person bist.
Aber versuchen würde ichs trotzdem. Denn oft ist auch das Gegenteil der Fall und die ach so scheue Katze kommt auf den Besucher zu - auch schon oft passiert.
 
Catgard

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Ich werde ihn mir mal ansehen (und seine Schwester, die ist auch noch da und würde laut dem Tierheim auch den "Anforderungen" entsprechen bzw. dem Charakter). Eigentlich dachte ich ja schon eher, dass Zweitkater quasi gesetzt ist, nun bin ich unsicher, weil das Tierheim auch das Mädchenpendant anbietet. 🤔 😺
 
Catgard

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Mal so ein Update zwischendurch: Das Tierheim (von oben) spannt mich etwas auf die Folter mit einem Besuchstermin, nach dem wir ein gefühlt ewiges hin & her hatten, was alles vorher eingereicht werden muss (was ich auch direkt gemacht habe). 💤
Derweil hatte ich aber auch nochmal bei einem anderen Tierheim in der Umgebung angefragt, ob bei ihren Jungkatzen und generell Katzen eventuell ein passender Partner dabei wäre - und habe Antwort bekommen, dass sie sogar mehrere Kandidaten haben. Werde dort dann mal am Samstag vorbeischauen und bin sehr gespannt. Habe auch schon öfters von anderen Leuten gehört, dass dieses Tierheim besonders gut im vermitteln von passenden Partnertieren ist. 😺
 
Ilvy

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Das klingt doch auch vielversprechend; ich bin dann mal auch gespannt, wie es bei euch weitergeht! 🍀
 
Tinaho

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Ich setze mich mal dazu und warte auch ganz gespannt.
 
Catgard

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So hier mal Updates:
Nachdem wir jetzt gefühlt Scharen von Jungkatzen (bestimmt 20) in 2 Tierheimen begutachtet haben, hat sich unter Hilfe/Beratung der Tierheimleiterin eines der Tierheime, ein Favorit herauskristallisiert -- aber: es ist tatsächlich wider Erwarten ein Katzenmädchen.
Die Frau hat sich viel Zeit genommen und genau mit uns geprüft wer in Frage kommen könnte und nach zwei weiteren Besuchen von mir, denke ich auch, dass es sicher ein nettes, soziales Kätzchen ist (zwar auch noch etwas scheu, aber das wird schon, hat sich auch schon streicheln lassen und dabei geschnurrt).
Nun klingt mir natürlich trotzdem immer noch euer Rat zu einem Kater in den Ohren 🤔 .

Hier ein Bild vom kleinen Kerlchen
signal-2022-02-08-214142_001.jpeg
 

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