Trauer um meine Regenbogenkatze Jazz

Jazz1991

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Hallo,
gestern mussten wir meine Seelenkatze Jazz (10 J.) über die Regenbogenbrücke schicken.

Jazz kam 2011 von einem Sportplatz als Kitten zu uns. Wir haben sie damals als Spielgefährtin für meine Katze Luna geholt. Während Luna die Katze meiner Mama war, so war Jazz die meine. Im Herbst 2019 mussten wir bereits Lund im Alter von 9 Jahren
aufgrund einer zu spät erkannten Krebserkrankung von uns gehen lassen. Auch wenn es damals schwer war, so war doch Jazz da und hat uns allein durch ihre Anwesenheit von dem Schmerz abgelenkt und uns geholfen zu heilen.

Jazz war einfach Pawfect. Sie war frech, kommunikativ, sanft, menschenbezogen und ein kleiner Schisser mit großem Mäulchen. Sie war zuverlässiger als jeder Wecker. Jede Nacht hat sie bei mir geschlafen und ist dann immer irgendwann unter meine Bettdecke gekrochen und hat sich an meine Seite geschmiegt. Wenn sie am Fenster war hatte sie immer alles im Blick und hat den Katzen der Nachbarschaft auch ordentlich gezeigt das sie an ihrem Fenster nicht zu suchen hat. War Besuch da, so hat sie denn kurz beschnuppert und hat diesen dann zum Streicheln abbestellt. Außerdem war sie eine wahre Feinschmeckerin ... sie hat nicht alles gefressen was ihr auf den Tisch kam. Da konnte sie dann auch mal einen Tag in den Hungerstreik gehen, bis wir ihr dann was Angeboten haben was ihrem Gaumen schmeckte.
Jazz 2.1_copy_722x963.jpgJazz 2.1.jpg
 
31.03.2022
#1
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claudiskatzis

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Ich drück dich mal :d038:

deine kleine Jazz ist im Herzen bei dir 🕯
 
Jazz1991

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Im Dezember 2019 fing bei Jazz alles an. Sie hatte immer mal wieder breiigen Durchfall und hat sich fast wöchentlich übergeben. Untersuchung des Stuhls und des Blutes unauffällig. Wurde mehrfach an vers. Tierarztbesuchen untersucht. Unsere damalige Tierärztin meine Futtermittelallergie. Futter wurde umgestellt und es wurde weiterhin schlimmer, bis wir dann Ende März zu einem anderen Tierarzt in den Notdienst sind. Die meinten dann, das man vllt. mal eine Ultraschalluntersuchung machen sollte .... etwas was unsere Tierärztin nie vorgeschlagen hatte. Dort konnte man dann verdickte Darmwände erkennen .... Verdacht Lymphom oder IBD. Hat erstmal eine Kortisondepotspritze bekommen. Damit ging es dann auch gut ... sie hat gefressen, kein Durchfall oder Erbrechen mehr und sie hat zugenommen. Da man so aber nicht ausschließen konnte was es genau war, haben wir den Tierarzt gewechselt und das Kortison ausgeschlichen. Ein Feinnadelbiopsie der Darmwand und eines Lymphknoten hat veränderte Zellen die auf ein Lymphom hin deuten ergeben. Wir haben uns dann dafür entschieden das Lymphom zu bekämpfen .... sie bekam knapp 2 Jahre täglich Kortison, Vitaminkomplexe und alle 2 Tage eine Chemotablette. Sie hat alles super mitgemacht und vertragen. Die Medikamente haben schnell angeschlagen und sie hat ihr Gewicht von 2,3 kg auf 3,7 kg erhöht. Alle Kontrolluntersuchungen inkl. der vor 4 Wochen waren okay. Letzte Woche sind wir nochmal hin, weil sie uns auffällig vorkam ... Ultraschall ergab einen geschwollen Lymphknoten an der Blase ... von der größe her war er nur ein bisschen kleiner als die Blase. Weiterhin konnte man Veränderungen an den beiden Nieren erkennen. Eine Punktion des Lymphknoten zeigte wieder typische Zellen für ein Lymphom.
 
Jazz1991

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Wie ihr lesen könnt war sie eine Kämpferin. Die Bilder die ich reingestellt habe sind gerade mal 5 Tage alt. Für mich sieht sie halt gar nicht krank aus. Die letzten Tage waren ein Auf und ab. Samstag und Sonntagvormittag war ein guter Tag. Ab Sonntagmittag hat es sich leicht verschlechtert. Am schlimmsten war es von Montag auf Dienstag Nacht. Da hat sie nicht wirklich viel geschlafen. Sie lag zwar bei mir, hat aber immer wieder ihre Stellung gewechselt und hat danach beim Ausatmen "gestöhnt".(weiß nicht genau wie ich das Beschreiben soll. Haben ihr ein Schmerzmittel gegeben Tralieve. Eigentlich sollte dies schläfrig machen ... Jazz war aber im Gegenteil die ganze Zeit wach und hat abwechselnd an vers. Fenstern gesessen. Seit Donnerstag hat sie an vereinzelt Tagen für einen gewissen Zeitraum hingepullter ... meist nur 2-3 Tropfen, nachdem sie das große Pipigeschäft auf dem Katzenklo verrichtet hat. Gefressen hat sie täglich vllt 1/2 bzw. 2/3 einer Tüte Futter. Am Dienstag später Nachmittag hat sie das letzte mal was gefressen und am Mittwoch bis zu dem Zeitpunkt wo sie für immer eingeschlafen ist nichts mehr.
 
Jazz1991

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Neben der unglaublichen Trauer stelle ich mir natürlich selber viele Fragen und zweifle an mir selbst.
Vielleicht habe ich ja über reagiert und viel zu viel in Ihr Verhalten hinein interpretiert ... besonders da laut Infos Nierenersagen oder ein geschwollener Lymphknoten nicht weh tun sollen.
Hätten wir ihr vllt. noch mehr Zeit geben sollen? Hätten wir vllt. noch was anderes ausprobieren sollen?
Besonders nagen die Zweifel an mir wenn ich ihre Bilder anschaue. Die Bilder die ich euch gezeigt habe sind nicht älter als 5 Tage und da sieht sie halt nicht krank aus. Auch war sie am Mittwochvormittag 2 Std. bevor wir zum Tierarzt sind wach und ist in der Wohnung rum gelaufen :cry:
Ich habe das Gefühl ich bin in so einem Gedankenkarusell gefangen und kann nicht aussteigen.
 
Tinaho

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Es tut mir unendlich leid das Jazz über die Regenbogenbrücke gegangen ist und ich weine mit dir.

Weißt du die Fragen die dich gerade beschäftigen stellt sich jeder, der seine Katze auf die letzte Reise geschickt hat.
Man sieht Katzen leider von außen nicht an wie krank sie sind und sie sind Meister darin Schmerzen und Unwohlsein zu verbergen.
Dein Bauchgefühl hat dir gesagt dass es Zeit war sie gehen zu lassen.
Als verantwortungsbewusster Tierhalter hat man die (verdammte) Pflicht sein Tier vor Leid und Qualen zu beschützen. Dieser Verantwortung bist du nachgekommen, auch wenn diese Entscheidung dir im Nachhinein falsch vorkommt und die Trauer unendlich ist.

Jazz ist jetzt eine Sternenkatze, die bestimmt deine Liebe gespürt hat als sie gegangen ist. Sie wird ihren Platz immer in deinem Herzen haben.

Jazz run free!🌈✨
 
WinstonvonWensin

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Vielleicht habe ich ja über reagiert und viel zu viel in Ihr Verhalten hinein interpretiert
Fange nicht so an….was wären 2-3Tage länger quälen denn für ein Preis gewesen, den Jazz bezahlt hätte.
Kein TA macht eine Euthanasie einfach so wenn er beseelt ist….niemand entscheidet lax über das Einschläfern.

Es war richtig und es war der Zeitpunkt….du hast Jazz in die Pfote versprochen, wenn auch ganz leise, wenn es nicht mehr geht für ihn eine Entscheidung zu treffen.
Stelle deine Entscheidung nicht in Frage, die quält dich nur unnötigerweise beim Trauern. Es wird noch anstrengend genug werden.

Eine schöne Maus, sie war glücklich bis zum Schluss….das ist wichtig….denn du warst bei ihr….

lg
Verena
 
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Blackmoon

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Es tut mir leid mit deiner Jazz -.-
Aber lass dir eines sagen,sei froh das sie so fit ausgesehen hat und ganz schnell abgebaut hat.
Wir haben im November unseren Momo nach 14 1/2 Jahren gehen lassen müssen. Er sah auch nicht krank aus,es ging innerhalb einer Woche ganz steil bergab,völlig überraschend. Am WE zuvor tobte er sich noch die kleine schwarze Seele aus dem Leib.
Leberversagen vordergründig. Was genau haben wir nicht mehr nachschauen lassen.
Er sollte die Zähne gemacht bekommen und bekam aber kurz vorher eine BSD-Entzündung. Er war dann "akut" quasi 3 Wochen krank.

Ich bin froh das er nur kurz krank war und es letztendlich schnell ging,bis das wir die Entscheidung treffen mussten. Auch wenn es furchbar wehtut,er immer fehlt,aber so war es besser für ihn.

Jazz ging es lange den Umständen nach gut. Und das ist schön.
Deine Zweifel sind verständlich *malInDenArmNehm* Mir geht es zwischendrin nicht anders.
Eine halbe Stunde bevor Momo schlafen gelegt wurde,kam er hier an,das erste Mal an dem Tag (er lag den ganzen Tag unter dem Bett im Körbchen) wollte sein Futter,quängelte wie immer,streifte hier überall lang und schaute ganz wach und munter aus der Wäsche.
Da wollte ich zurückrudern. Tat es aber nicht. Ich wusste das es ihm 10 Minuten später wieder schlechter gehen würde,Leberversagen nicht lustig ist (er zeigte rückblickend deutlich Symptome) und das ich ihm einen Gefallen tue.
Er bekam sein Futter,wurde ganz ganz dolle durchgeknuddelt und geknutscht und dann in die Box gelegt und zugedeckt.

Quäl dich nicht. Es ist alles gut so wie es ist. Jazz war so tapfer und nun hat sie kein blödes Lymphom mehr,sondern ist frei ♥
 
36 Pfoten

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Bitte mache Dir keine Vorwürfe. Jazz hat jetzt keine Schmerzen mehr und schaut glücklich von oben auf ihren geliebten Menschen, der ihr weitere Qual und Schmerzen erspart hat.
Deine Jazz wird für immer in Deinem Herzen sein und das hat sie sich gewünscht.

Mitfühlende Grüße
Petra
 
mennemaus

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Es tut mir sehr leid, dass für deine geliebte Jazz keine andere Hilfe mehr möglich war.

Die Entscheidung, sie sanft einschlafen zu lassen, um ihr weiteres Leiden zu ersparen, hast du dir bestimmt nicht leicht gemacht. Die Verantwortung, ein geliebtes Tier nicht leiden zu lassen, ist eine der wichtigsten und schwierigsten Entscheidungen zugleich. Du hast diese Entscheidung aus Liebe getroffen, obwohl du Jazz so gerne für immer bei dir behalten hättest. Ich wünsche dir jetzt viel Kraft.

Komm gut an, kleine Jazz und gib deinem Frauchen ein Zeichen, dass es dir wieder gut geht. 🌈
 
Jazz1991

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Danke für die lieben Nachrichten.
Ich habe Jazz zu mir geholt in meinem 3ten Ausbildungsjahr und sie hat mich während meinem Bachelor- und Masterstudium begleitet. Aktuell bin ich auf Jobsuche und konnte so die letzten Wochen 24/7 mit Jazz zusammen sein. Im Mai werden wir zusätzlich umziehen. Zuerst dachte ich als wir die Prognose für Jazz letzte Woche Donnerstag bekommen haben und auch als wir die Entscheidung getroffen haben..."Wir ziehen bald um und fangen sozusagen in einer neuen Wohnung neu an. Eine Wohnung in der weder Luna noch Jazz je waren bzw. eine Wohnung in der wir keine Erinnerungen mit den beiden gesammelt haben." Doch heute nach einem Anruf zur Einladung zu einem Bewerbungsgespräch ist mir klar geworden, dass ich einen neuen Lebensabschnitt beginne ... einen Abschnitt in den Jazz mich nicht begleitet. Während meiner gesamten Planung habe ich sie immer fest eingeplant. Das ist mir wie gesagt heute klar geworden und hat mich wie ein Vorschlaghammer getroffen.
 
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Leider sind diese Moment wohl einfach Teil der Trauerarbeit. Noch nach 3,5 Jahren habe ich - ganz selten mal - urplötzlich Momente wo es mir komplett den Boden wegzieht weil ich realisiere dass ich meine Süße nie wieder sehen werde (nicht in diesem Leben zumindest). Es ist schwer, am Anfang schlicht unerträglich.... aber es wird leichter.
 
Jazz1991

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Die ersten 3 Tage waren bisher am schlimmsten. Ich konnte mich die letzten Tage "recht gut" ablenken bzw. es verdrängen, dadurch das ich noch immer im Wohnzimmer schlafe, Bewerbungen schreibe usw.. Hatte ein richtig schlechtes Gewissen das ich zugelassen habe, dass eine Art Alltag einzug gehalten hat ... habe irgendwie das Gefühl das ich mehr trauern müsste und mich nicht in diese neue Art von Alltag flüchten sollte, das es nicht fair Jazz bzw. ihrem Andenken gegenüber ist.

Wie gesagt die letzten Tage war es "okay". Heute haben wir jedoch die Antwort von der Tierbestattung bekommen, dass Jazz wieder da ist. Das war irgendwie so ein Moment wo mir wieder Tränen in die Augen geschossen sind und die Trauer mit aller Macht zurückgekommen ist. Zu wissen das wir morgen mit einem bisschen Asche nach Hause fahren bzw. das "nur" noch ein bisschen Asche von ihr übrig ist, macht das alles so real.
 
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Auch wenn es sich falsch anfühlt finde ich es absolut wichtig dass man in einen irgendwie "normalen" Alltag zurückfindet. Die Momente, in denen es einem den Boden wegzieht kommen von ganz alleine.
Sie ist in Deinem Herzen, ganz egal was im außen abläuft.
 
Jazz1991

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Jazz ist wieder Zuhause. Irgendwie macht ihre Asche es jetzt noch viel realer:cry: Wir haben sie jetzt neben die Asche von Luna gestellt. Es ist hart, dass nur noch so ein bisschen Asche von einem geliebten Tier übrig ist.:cry:

Willkommen Zuhause Jazz ❤

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mennemaus

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Ja, es ist schwer, wenn die Asche ankommt, aber es ist auch ein Trost, dass sie wieder zuhause ist.
Den Gedenkplatz habt ihr schön gestaltet. 🥰
 
Jazz1991

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Es ist irgendwie beängstigend wie schnell die Zeit vergeht... mittlerweile ist Jazz schon seit über einem Monat nicht mehr bei uns. In den ersten Tagen war es wirklich hart, aber nach einer Zeit schlich sich ein neuer Alltag ein und es wurde einfacher. Ich konnte an sie denken oder mir Bilder anschauen ohne das ich eine tiefe Art von Trauer empfand. Da stellte ich mir dann die Frage: Müsste ich nicht eigentlich mehr trauer empfinden? Für mich war es dann immer so wenn ich mir diese Frage stellte, dass ich Jazz an sich, ihrem Andenken und unserer Beziehung hinsichtlich dem Ausmaß meiner Trauer nicht gerecht werde.

Heute war es so dass ich längere Zeit nicht zu Hause war und als wir mit dem Auto vor gefahren sind ging mein Blick automatisch zu dem Fenster an dem Jazz immer saß wenn sie das Auto hörte. Da kam plötzlich die Trauer wieder. Ich habe für mich festgestellt das wenn ich den ganzen Tag zu Hause bin es für mich "leichter" ist als wenn ich ein paar Stunden aus dem Haus bin und dann wieder nach Hause komme.
 
Tinaho

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Ich habe die Erfahrung gemacht dass die Trauer oft in Wellen kommt, so wie du das gerade empfindest.
Ich drücke dich und wünsche dir viel Kraft.
 

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