Hallo Zusammen,
Ich stand gestern vor der schwierigen Entscheidung, meinen Kater zu erlösen. Er hieß Maiki und war nun 16 1/2 Jahre alt.
Es ist so, dass wir die letzten 2 Jahre immer Probleme hatten. 2 Geschwülst (die sich nur als Fettgeschwulst herausstellten) und kaputte Zähnchen, durch die sich Bakterien gebildet haben. Eine diagnostizierte Schilddrüsen Überfunktion. Abgenommen hat er in letzter Zeit auch und ich musste ihn zum fressen animieren, er aß nur noch gekochte Sachen. Kein Katzenfutter. Trank 3 x so viel wie sonst und pinkelte auch 3 x so viel.
Nun ging es vor 4 Tagen Schlag auf Schlag. Er hatte Blut im Stuhl. Sowohl im Badezimmer, als auch im Flur waren überall Bluttropfen. Direkter Weg zum Tierarzt - keine genaue Diagnose. Er gab uns ein Antibiotikum mit und wir sollten die nächsten Tage abwarten. Gleichzeitig machte er mich auf sein Gewicht aufmerksam, stark abgebaut. Und seine Atmung bzw seine Herzgeräusche machten ihm Sorgen. Mit Maiki nach Hause gefahren aß er weiter nichts. Er trank nur andauernd und pinkelte sehr viel. Hatte Schmerzen beim Versuch ein Häufchen ins Klo zu setzen. Am nächsten Tag Durchfall, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Total flüssig und gelb, das ganze Klo war voll. Danach rührte er etwas Hühnchen an und trank Milch, wirkte normal. Nur seine Atmung nicht.
Am Samstag pinkelte er, trank sehr viel. Naschte seine Lieblingssnacks, die ich ihm per Hand fütterte. Abends dann der riesen Schock. Schwere Atmung, 4 Anfälle innerhalb einer halben Stunde. Er beruhigte sich kaum und wenn ich ihn hochheben wollte wurde es schlimmer. Er lag teilnahmslos im Flur. Also bin ich mit ihm zu einer anderen Ärztin in den Notdienst gefahren.
Diese sichtlich schockiert von seinem Zustand. Herzgeräusche, schwere Atmung. Deutlich hörbar Wasser in der Lunge, sagte sie. Seine Zähnchen schlimmer geworden und Verdacht darauf, dass von dort Bakterien auf andere Organe geschlagen haben und diese nun versagen. Er bekam dann eine Cortison Spritze und eine die dabei helfen sollte, das Wasser aus seiner Lunge zu lösen. Zu Hause angekommen dann aber der nächste Anfall. Sein Zustand verschlechterte sich. Er wollte keinen Snack, nichts trinken. Schwere, schnelle Atmung, schneller Herzschlag. Er lag teilnahmslos im Flur, versuchte pinkeln zu gehen. Nach 4 Schritten legte er sich wieder hin, hatte Schwierigkeiten Luft zu bekommen und atmete richtig "über den Berg".
Also Mittags wieder zur Tierärztin. Insgeheim wusste ich, worauf es hinausläuft. Da wir bereits Nachts über Erlösung gesprochen haben. Sie hörte ihn wieder ab. Der Herzschlag war noch schlimmer als Nachts, die Atmung auch. Nach vielen Gesprächen eröffnete sie mir, dass sein weiterer Weg mit viel Leid, Untersuchungen, Spritzen verbunden wäre. Und das für einen Kater in seinem Alter, was nicht zumutbar wäre und seinen Leidensweg nur um ein paar Wochen verlängert, mit viel Glück Monate. Aber darauf stellte sie mir keine besonders guten Aussichten. Da er die ganze Nacht nicht schlief, nach dem Spritzen weitere 8 Stunden um Luft gerungen hat und das Medikament offensichtlich so gar nicht half, entschieden wir uns dazu ihn zu erlösen.
Ich war bei ihm, hielt seine Pfote, saß vor ihm mit meinem Tränen überfluteten Kopf auf ihm, habe mit ihm gesprochen. Ich werde die letzten Minuten nie vergessen, den Anblick auch nicht. Ich stehe unter Schock.
Nun sitze ich hier, einen Tag später. Heule Rotz und Wasser. Und weiß einfach nicht, ob ich zu vorschnell entschieden habe. Ich liebe meinen Kater, hatte ihn nun 16 Jahre. Aber die Angst vor einem Erstickungstod war zu groß. Und einen weiteren Leidensweg wollte ich ihm ersparen. Zumal mir keine großen Chancen auf Erfolg gestellt wurden und man mir zur Erlösung riet, eben weil sich das Wasser aus der Lunge Nachts nicht löste, nichts half und wegen des offensichtlichen Herzfehler, dem unfassbar schnellen Herzschlag.
Ich mache mir große Vorwürfe. Es ging nun alles so schnell, ich dachte immer es geht ihm gut... Atemanfälle hatte er die letzten Monate öfters, aber nie so schlimm und immer nur für ein paar Sekunden. Und der letzte Tierarzt stellte nichts fest.
Ich werde die Schuldgefühle nicht los, dass ich ihn in Stich gelassen und zu voreilig gehandelt habe.