Lolle - die Sommerkatze

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Laurelia

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Hallo mein Name ist Lolle, ich wollte euch mal ein bisschen aus meinem langen Leben erzählen, soweit ich mich erinnern kann.

Teil 1

Ich war ein schüchternes kleines Kätzchen, dass zusammen mit ihrer Schwester in ein tolles Zuhause zog. Da waren zwei Mädchen die uns sehr lieb hatten. Meine Schwester hat immer auf mich aufgepasst! Dort wo wir wohnten gab es einen großen bösen Kater, der mich immer verprügeln wollte. Dem hat es meine Schwester aber gezeigt. Sie war die mutig von uns beiden, ich war immer sehr zurückhaltend und lieb.

Doch dann kam ein ganz schrecklicher Tag meine Schwester kam nicht nach Hause zum Essen. Ich hab sie überall gesucht und konnte sie nicht finden. Dann kam sie endlich nach hause, aber sie war ganz steif und roch komisch. Eines der
Menschenkinder hatte sie auf dem Arm und weinte bitterlich. Ich hab es erst nicht verstanden. Die Menschen sagten Dinge, wie Auto und überfahren. Warum bewegte sich meine geliebte Schwester nicht? Ich mautze, bekam aber keine Antwort. Dann verstand ich es endlich, sie war tot. Ich hab mich tagelang verkrochen und mochte nicht essen, die Menschen sagten ich sei zickig, weil ich viel fauchte und knurrte. Ich war doch aber nur traurig. Nun war ich ganz alleine und meine Menschen verstanden mich nicht.

Ich fing an ganz viel draußen zu sein und wenn eine andere Katze nur zu sehen war, knurrte und fauchte, manchmal knurr-bellte ich, was das Zeug hielt. Das hielt die meisten fern. Ich wurde unfreundlich genannt von den Menschen und ging gar nicht mehr ins Haus.

Ein paar Jahre vergingen und die Menschenkinder gingen weg und kamen nur noch zu Besuch, so nennen die Menschen das. Ich hatte meine Ruhe, aber es war auch keiner mehr da, der mich streichelte.

Irgendwann hörte ich den Rudelchef der Menschen sagen. “Was soll ich denn noch mit ihr, ihr seid doch aus dem Haus?“ meinte er mich? Nein bestimmt nicht. Er stellte doch immer mein Futter hin.

Irgendwann musste ich dann Autofahren, ich mag keine Box, ich will nicht eingesperrt sein. Eines der Mädchen nahm mich auf den Schoß und kraulte mich das war schön. Ich fing an zu schnurren, ich war doch immer noch lieb.

Wir fuhren aber nicht zum Tierarzt, als das Auto anhielt waren wir in einem schönen Garten, oh war der schön, ganz viele Verstecke, Bäume und Büsche. Was machen wir hier? mauzte ich. Das Mädchen setzte sich mit mir auf dem Schoß ins Gras.

Da standen zwei Menschen, die ich nicht kannte, die aber sehr freundlich aussahen. Die Frau kniete sich hin und streckte die Hand nach mir aus und sie küsste mich (sie schloss die Augen) und sprach mich mit meinem Namen an. Woher kannte sie mich?

Ganz vorsichtig kamen die beiden näher, ich fauchte, ich hatte Angst. “sie ist zickig“ wieder die tiefe Stimme des Rudelführers. Ein mildes Lächeln zeigte sich auf den Gesichtern der beiden neuen Menschen.

Irgendwie ging es dann ganz schnell, ich wurde ins Haus gebracht und in ein Zimmer gesetzt die Tür wurde geschlossen und die Menschen waren weg. Ich hab die Mädchen und den Rudelchef bis heute nie wieder gesehen ...
 
22.07.2022
#1
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Ilvy

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Das ist ja eine ganz berührende Geschichte, die zuversichtlich stimmt,
liebe Lolle,
- bitte erzähl bald weiter- und herzlich willkommen!
 
Laurelia

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Teil 2

... Ich war eingesperrt und mauzte bitterlich, ich hörte ein Auto draußen. Dann wurde es still nach einiger Zeit hörte ich Schritte. Die Frau und der Mann kamen ins Zimmer und hatten ein Klo für mich dabei, Essen und Trinken und MEIN Katzenkörbchen, woher hatten die das alles?

Ich war verwirrt und verkroch mich unter das Sofa, doch die Menschen schimpften nicht und sagten auch nicht ich sei zickig. Die beiden saßen nur da und unterhielten sich. “das arme Lolle Mäuschen! Wir müssen behutsam vorgehen, sie ist so unsicher“ sagte die Frau.

Ja genau, nicht zickig, unsicher, ich bin ganz dolle unsicher. Ich steckte mein Köpfchen unter der Couch hervor und weinte fürchterlich. “alles ist fein Lolli, du bist hier zuhause, du musst dich nicht fürchten“ versicherte mir die ruhige tiefe Stimme das Mannes.

Die hatten leicht reden. Ich war bereits 9 Jahre alt da will man nicht umziehen. Ich verließ die nächsten Tag meinen Platz unter dem Sofa kaum nur zum Essen und zum auf's Klo gehen. Ich bin ja schließlich ein braves Mädchen.

Ich schaute immer mal wieder zur Tür da war so ein komisches Gitter und dahinter saß eine KATZE!!!! Hilfe, fauch, zisch, knurr. Das beindruckte die aber gar nicht. Wieso nicht?

Die Frau von der ich mittlerweile wusste, das sie Lia genannt wurde kam zum Gitter. “Lolli das ist Mara. Die wohnt hier auch mit uns.“ Mara strich um Lias Beine und Lia kraulte sie. Das wollte ich eigentlich auch. Aber ich traute mich nicht. Lia ging in die Hocke und streckte mir die Hand aus. Ich ging drei Schritte auf sie zu, bekam aber Angst und huschte wieder unter die Couch.

Keiner schimpfte. Hier wurde ohnehin nicht geschimpft. Ich war schon ein paar Tage hier als diese Mara wieder am Gitter saß, was bildet die sich ein? Ich ging weiter hin und fauchte und knurrte wieder, aber am Gitter stand mein Napf und ich hatte Hunger.

Diese Mara saß einfach auf der anderen Seite und beachtete mich kaum. Ich hab dann einfach allen Mut zusammengenommen und habe dort gegessen mit ein wenig geknurre.

Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann war das Gitter auf und ich ging vorsichtig gucken. Ein großes Haus war das. Schön eigentlich. Aber gab es hier nicht einen Garten, ich erinnere mich doch genau daran! Ich fand aber keinen Weg raus.

Mara war OK, sie war nicht meine Schwester aber sie Tat mir nichts, die meiste Zeit gingen wir uns aus dem Weg und Mara war auch schon nicht mehr die jüngsten, wenn ich mich recht erinnere war sie damals schon 14 Jahre alt. Mara war aber nicht immer da, es musste irgendwie raus gehen.

Mittlerweile war ich etwas sicherer geworden und manchmal durften mich die Menschen auch anfassen, so richtig wohl fühlte ich mich aber nicht. Mein Fell schuppte ich war gestresst, ich wollte raus.

Irgendwann hörte ich die beiden Menschen mit einander reden “sie ist jetzt fast 3 Monate hier, wollen wir sie mal rauslassen?“ ja raus, bitte lasst mich raus.

Da stand ich nun in der Küche, die Tür nach draußen war auf, ich konnte das gleißende Licht sehen. Ich huschte vorsichtig raus und konnte meinen Augen kaum trauen ....
 
Laurelia

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Teil 3

... Der Garten war wunderschön, schöner als ich ihn in Erinnerung hatte. Und er war rießig, das musste ich alles erkunden! Ich rannte los und heute weiß ich, für die Menschen war es ein Schock! Ich fühlte mich so frei und es war Sommer. Für meine neuen Eltern war das aber bestimmt nicht leicht. Ich war nämlich zwei Wochen auf Erkundungstour! In der Zeit fing ich Mäuse und trank aus dem Teich auf dem Grundstück. Ich schlief im hohen Gras. Ich hörte die Menschen wohl rufen, aber ich war nicht bereit meine Freiheit aufzugeben. Ich hatte Angst ich würde wieder eingesperrt werden.

Irgendwann fühlte ich mich aber schuldig, die beiden hatten mir nur Freundlichkeit entgegen gebracht und an ihren Stimmen konnte ich Verzweiflung hören. Meinetwegen? Machen Sie sich wirklich meinetwegen Sorgen?

Also gab ich mir einen Ruck und kam maunzend aus dem hohen Gras. Lia sank weinend zu Boden. Warum bloß weinte sie? Ich war doch die ganze Zeit hier. Manchmal sind Menschen komisch. Ich glaube das liegt daran, dass sie nicht so gut gucken können.

Ich wollte sie beruhigen und erlaubte ihr mich in den Arm zu nehmen, obwohl ich das gar nicht mag. Der Mann, der aus den komischen Menschengründen, nicht möchte dass sein Name in diesem Internet genannt wird, legte seinen Arm um uns und küsste Lias Kopf.

Wieder schimpfte niemand. “Lolli wo warst du bloß! Wir haben uns solche Sorgen gemacht“ seufzte der Mann mit Erleichterung.

Menschen die sich solche Sorgen um mich machen? Das war neu. Seitdem geh ich nicht mehr so lange weg und schau zumindest einmal am Tag vorbei zumindest meistens ...
 
Laurelia

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Teil 4

... Ich fand irgendwann heraus, dass auf dem Grundstück noch zwei weitere Katzen wohnten. Ihre Namen waren Mona und Lisa. Sie waren ungefähr so alt wie Mara, vielleicht etwas jünger, so genau wussten das die Menschen nicht.

Die beiden Damen wohnten da schon als das Haus gekauft wurde, so erzählte mir das Lia. Mona war taub und miaute unfassbar laut. Und Lisa war noch viel schüchterner als ich es war. Ich dachte eigentlich das geht gar nicht, aber man lernt nie aus.

Irgendwann setzten wir Mädels uns mal zusammen und vereinbarten einen Revierplan. Ich bekam die große Wiese und einen Teil des kleinen Waldes und den großen Teich. Mara wollte das Haus, dass konnte sie haben, das wollte ich ohnehin nicht!

Mona und Lisa wollten den kleinen Teich und das dichte Gebüsch hinter dem Haus. Das schien doch schon mal gut zu klappen. So mussten wir ganz wenig miteinander agieren, das war für alle das beste. Die Menschen wollten das eigentlich anders haben, aber das geht hier nicht nach den Menschen.

Mona und Lisa verstanden mich, die beiden wollten auch nicht ins Haus.

So verging mein erster Sommer und es wurde langsam Herbst. Je länger ich draußen war desto gesünder fühlte ich mich, auch Lia sagte das oft. Meine Schuppen gingen schnell weg. Wenn ich meine Menschen sah lief ich ihnen immer mit Abstand hinterher. Aber wenn sie sich umdrehen lauf ich bis heute weg, so bin ich nunmal, aber keiner hat jemals geschimpft.

Als es kälter wurde, fragte Lia oft “Lolle-Bolle willst du nicht rein kommen?“ “Nööö, will ich nicht!“ also bekam ich eine warme Höhle draußen, ich wollte das so. Nicht das die Menschen es nicht versucht hätten. Irgendwann gaben sie meinem Willen nach, ich wollte nicht drinnen sein.

So war das damals. 4 Katzen lebten also da und nur eine ging ins Haus.

Zu der Zeit bekam ich öfter mit, dass hier immer mal wieder Kitten wohnten, die aber immer nicht so lange blieben. Mara erzählte mir mal, dass die Menschen aufpäppeln. Ich konnte damit nicht's anfangen, sie erklärte mir was die Menschen da taten. Ich war bei lieben Menschen gelandet, dachte ich bei mir.

Mein erster Winter war doof, wo war mein schönes Gras hin, nicht das ich das nicht kannte, aber ich fand's trotzdem doof! Rein wollte ich aber partout nicht, da war ich stur. Irgendwann wurde es Frühling Gott sei dank, ich hatte es wieder geschafft.

Doch da war etwas anders, da war ein neuer Geruch im Garten ...
 
Ilvy

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Ist DAS eine großartige Geschichte.. bitte erzähl bald weiter. 😽
 
Tinaho

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Die Geschichte ist wirklich zauberhaft und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. (y) :)
 
Laurelia

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Teil 5

... Dieser Geruch war vertraut und doch anders, dann erkannte ich ihn und bekam Angst, es war ein Kater Geruch. Oh nein kein Kater, ich fürchte mich vor Katern.

Dann fand ich die Quelle des Geruchs. ER saß im Wintergarten, ein kleines schwarz-weißes Katerchen. Ich hatte bis dahin nicht gemerkt dass er da war.

Mittlerweile kam ich mit Mara besser klar und sie erzählte mir das der kleine Bubi heißt und die Menschen ihn schon Anfang des Winters hatten.

Er saß wohl irgendwann einfach im Wintergarten und machte sich dort so klein um ja keine Aufmerksamkeit zu erzeugen. Er suchte eine Bleibe und die Menschen konnten nicht nein zu dem kleinen Kerlchen sagen. Mara rollte mit ihren Augen. Ich glaub der wird nicht wieder ausziehen, mutmaßte Mara.

Na toll, ein Mann im Haus, der wird alles durcheinander bringen. ICH MAG KEINE KATER. Irgendwann kurz darauf fuhren die Menschen mit dem Kater weg, ich hoffte er würde nicht wieder kommen. Mara wusste aber, was die Menschen vorhatten und sagte vergnügt. “Warte ab!“

Als die Menschen wieder kamen waren sie alleine, Mara schien nicht verwirrt, ich war es aber. Später am Tag fuhren sie wieder los und kamen mit einer Box wieder.

Bubi wie sie ihn nannte wurde wieder in den Wintergarten gebracht und ich betrachtete alles von draußen. Mara ging zu ihm und redete ihm gut zu. Der kleine Kerl jammerte furchtbar und klagte Mara sein Leid, nun, er klagte, dass seine Bällchen weg waren.

Nun verstand ich es, die Menschen hatten ihn, wie nennen sie das nochmal schnell .... Kastrieren lassen. Es soll uns helfen, sagen sie. Ich bin auch kastriert, ich kann mich kaum noch daran erinnern, ich war noch sehr klein. Alle Mädchen hier sind kastriert.

Er roch aufjedenfall nicht mehr so streng das beruhigte mich. Bubi war, muss ich gestehen ein ganz süßer Fratz. Ich musste mein Bild über Männern etwas revidieren. Er fügte sich gut in den Mädelshaushalt ein.

Er fing an, den Mann, seinen Papa zu nennen und Lia Mama, vielleicht weil er noch so klein war, als er hier auftauchte. Er fing an, Papa in die Werkstatt zu begleiten die auf dem Grundstück ist. Er liebt Autos auch heute noch. Mir macht die Werkstatt Angst, so viele laute Gerät sind da. Bubi stört das aber nicht.

Ich hab ihm erlaubt auf meiner Wiese zu sein, ich bin eher auf der rechten Seite, er auf der linken Seite. Die Wiese ist sooooo groß. So haben wir beide genug Platz.

Nun waren wir also zu fünft. 4 Mädchen und ein junger Kater. Manchmal rollte ich mich vor dem kleinen Kerl und er schaute mir interessiert zu. Ich bin schließlich auch nur eine Frau ....
 
Tinaho

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Happy_Flocki

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Also hier muss ich doch sofort abonnieren.
So eine tolle Geschichte !
Ich will auf keinen Fall die Fortsetzung verpassen 🍿
 
Laurelia

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Teil 6

... Wo war ich stehen geblieben? Achja die Bedürfnisse einer Frau. Nun wenn der kleine Bubi näher an mich ran kam habe ich natürlich sofort geknurrt und gefaucht. "What you see is what you get - not more" wie eine British Kurzhaar Katzendame mal so treffend sagte.

Die Gruppe kam eigentlich richtig gut zurecht und Bubi war ein Papakind wie Lia immer zu sagen pflegt. Jeder hatte seinen Bereich und jeder war zufrieden. Ich glaube es war das Menschenjahr 2014 also mein zweites Jahr hier. Der Sommer war für mich wieder wunderschön. Die Menschen hatten mein Wesen verstanden, das war eine ganz neue Situation. Lia nennt mich manchmal ihre Meckerziege, aber sie meint es nicht böse, dass kann ich an ihren Augen sehen. Bubi wurde von einem kleinen Katerchen zu einer nunja dicken Wurst. Er ist wirklich ein hübscher, aber er isst für sein Leben gerne.

2014 war wirklich ein gutes Jahr für mich, mein erstes wirklich schönes gutes Jahr, so hätte es für immer bleiben können! Aber wie das Leben nunmal so spielt, ist ja nicht immer alles perfekt, und die Menschen sind manchmal komisch. Der Sommer ging langsam zur Neige und nachdem ich mal wieder zwei Tage unterwegs war und unter dem Sternenhimmel auf meiner geliebten Wiese geschlafen habe, schaute ich am Haus vorbei. Nanu die Terrassentür war zu! Das war sie nur, wenn entweder einer Autofahren musste, oder viel schlimmer jemand NEUES hier her kam. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich keine Veränderungen mag, also so gar nicht, wirklich nicht!

Ich schaute durch die Glastür in die Küche und was sah ich da zu meinem Entsetzen!? Wieder ein neuer Mitbewohner ob Mädchen oder Junge konnte ich nicht sagen, aber es war ziemlich klein und grau gemustert. Mara wusste natürlich wie immer Bescheid, sie ging nicht viel raus und liebte das Haus. "Das ist Oma" meinte sie trocken. "Oma?" "Ja die Menschen nennen sie Oma".

Komischer Name dachte ich. Mara erzählte aber ungerührt weiter. "Oma ist verletzt und hat eine tiefe Wunde am Rücken, die Menschen nehmen an, dass sie im Stacheldraht auf einer Bautelle im Ort hängen geblieben ist. Die Bauarbeiter dort haben sie gefunden und suchten jemand, der sie aufnimmt. Ihre Besitzerin ist in ein Menschenheim gekommen."

Oh Gott dachte ich, ich hatte von den schrecklichen Orten gehört, die Menschen Tierheim nennen. Ich wusste nicht, dass es sowas auf für die Zweibeiner gab.

"Meinst du die bleibt hier?" fragte ich Mara nervös. "Davon ist auszugehen, aber sie ist nett. Ein bisschen komisch und stocktaub, aber nett. Außerdem ist sie fast 20 Jahre alt. Die Menschen werden sie bestimmt nicht ins Tierheim bringen." sagte Mara zögerlich. Sie wusste wie sehr ich anderen Katzen gegenüber skeptisch war, aber zum Glück war sie kein Kater, und eine alte Dame setzt man nicht auf die Straße!"

Oma war ziemlich cool, muss ich gestehen. Sie war sehr schnell der Chef im Haus. Sie schlief ab der zweiten Nacht im Bett. Mara amüsierte dass ziemlich. Die Menschen waren begeistert von Oma, sie schien alles zu kennen. Selbst das böse Ding, das so krach macht, ähmm .. wie hieß es noch gleich... Staubsauger ... genau, machte Oma keine Angst sie lief immer hinterher. Mara hatte recht als sie meinte, Oma sei ein bisschen seltsam. Manchmal wachte sie nachts auf und weinte bitterlich, da sie taub war mussten die Menschen sie dann holen und streicheln erst dann entspannte sie sich. Mara gab mir jedesmal ein Update wenn ich am Haus war. mara meinte, dass auch alte Katzen diese Krankheit bekommen können, die sehr alte Menschen haben. D E M E N Z nannte Mara das. Ich konnte damit gar nichts anfangen und hatte auch noch nie davon gehört.

Dann kam das, was ich jeden Sommer verdängte, es wurde Herbst und es wurde Winter. Der Winter war sehr kalt und Lia konnte nicht zusehen wie ich bei -15 Grad draußen war. Also schnappte sie mich, in einem Moment an dem ich unaufmerksam war, und brachte mich rein. Oh was habe ich mit ihr geschimpft und gemeckert, aber da war nicht dran zu rütteln. Lia sah mich lange an und meinte nur "Ich lass dich nicht erfrieren Fräulein".

Pffffff Frechheit. Mona und Lisa mussten auch nicht rein. Mara warf mir einen amüsierten Blick zu und antwortete in ihrer trockenen Art. "Die beiden sind Waldkatzen, die haben doppelt soviel Fell wie du und Schneeschuhe. Ein kleines Update für dich liebe Lolle, selbst die beiden gehen bei den Temperaturen unten im Keller rein auf ihre Kissen". Hmmm die Schlacht hatte ich wohl verloren .....
 
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mennemaus

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Was für eine schöne Geschichte, ich bin schon gespannt auf den nächsten Teil. 🥰
 
Laurelia

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Teil 7

... Oh liebe Leute, war hier die letzen Tage was los, ihr glaubt es gar nicht, aber dazu ein anderes Mal mehr. Wo waren wir den stehengebleiben, achja der Winter. Lia holte mich immer rein wenn es zu kalt wurde. Jedes Mal meckerte und schimpfte ich mit ihr, aber da war nicht dran zu rütteln. ab einer Temperatur von -5 Grad musste ich rein. Ich bekam dann ein eigenes Zimmer, mit einer Höhle zum Verstecken und einem eignen Klo, damit ich nicht soviel mit den anderen Katzen zusammenkam, weil mich dass immer so sehr stresste. Selbst Mara stresste mich dann. Sie saß ganz oft auf der Treppe und ich wollte runter und traute mich nicht an ihr vorbei, da musste Lia dann kommen und mich runtertragen, das fand ich aber auch nicht so toll ...

Da bin ich nunmal schwierig. Der Winter verging so unfassbar langsam und ich konnte den Frühlich kaum noch abwarten. Als die Nächte nicht mehr unter 0 waren durfte ich wieder komplett raus. Oh was war ich glücklich, endlich wieder frei.

Es war nun also schon das Menschenjahr 2015 und das war für mich ein ganz schlimmes Jahr. Ich galube es war ziemlich am Anfang des Jahres, als hier wieder jemand zu Besuch kam. Mara wusste es wieder als erste und sagte mir mit bedächtigen Worten "Lolle du musst jetzt ganz stark sein, die Menschen nehmen einen jungen Kater ...!" "NEIN, WARUM?!?!?!" Ich meine ich war froh, dass das mit Bubi wirklich gut funktionierte, aber Kater sind böse und gefährlich.

Mara erklärte mir, dass die Menschen anderen Katzen helfen, die es nicht so schön hatten wie wir und das der Kater nur so lange bleiben würde bis er ein Zuahsue hätte und das er ja im Haus wäre und ich ihn gar nicht wirlich sehen würde. Mara hatte Recht, die Pflegekinder wie Lia die Katzengäste nannte waren immer nur solange hier, bis andere Menschen gefunden wurden meistens nur ein paar Monate, dass würde ich schon schaffen.

Und dann passierte es auch ein Peet zog ein. Der ganze Bereich ums Haus stank so fürchterlich nach Kater, Peet konnte nicht kastriert werden zu Anfang da er ganz abgemagert war. Nehmt es mir nicht übel, oder haltet mich nicht für eine schlechte Kazte, aber ich hasste Peet vom ersten Tag an. Ich mied da Haus noch mehr als sonst. Lia machte sich wirklich sorgen, dass ich ausziehen würde, aber den gefallen würde ich Peet nicht machen, das war MEIN Garten und Mein Zuhause, und ja auch MEINE Menschen. Irgendwann war Peet dann schwer genug um ihn kastrieren zu lassen, danach war der Gestank besser und Lia war froh. Peet hatte nämlich im Haus alles zu gepieschert was man sich denken kann und Lia zwei Lederjacken "versaut".

Nach einiger gefühlten Ewigkeit, ich glaube fast schon Anfang Septemer zog Peet der nun den Beinamen Pischie trug endlich aus. Das war einer meiner glücklichsten Tage. Peet war nämlich irgendwie komisch. Fand ich, er machte mir noch mehr Angst als alle Kater vor ihm. Er war ja aber Gott sei dank weg. Die Menschen brauchten nach der Zeit mit Peet Urlaub, so nennen die es. Also zog eine Freundin der Menschen hier ein um sich um Haus und vorallem uns Katzen zu kümmern. Ich liebe Tante Amelie und sie mag mich ganz besonders gerne.

Die Menschen waren 3 Wochen weg und hier war Ruhe es war ein schönes warmes Jahr. Ich mochte keinen Gedanken an den Winter verschwenden. Als die Menschen wieder kamen hatte Lia was auf dem Arm, als sie aus dem Camper ausstieg, ich konnte es nicht gleich erschnüffeln und es war auch noch so schrecklich klein ....
 
Laurelia

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Teil 8

.... Jetzt hab ich wirklich lange nichts mehr von mir hören lassen, aber es war nicht meine Schuld. Lia arbeitet im Moment so viel an diesem komischen elektronischen Klappding, dass ich kaum mal an die Tasten durfte.

Also wo waren wir? Ja wenn meine Erinnerung mich nicht trübt im Menschenjahr 2015. Da hatte Lia doch tatsächlich als sie aus dem Auto kam ein kleines schwarzes etwas auf dem Arm, es war so unfassbar winzig, dass ich zuerst gar nicht erkannte, das es ein Kätzchen war. Die Menschen hatten im Urlaub an einem Straßenrand ein kleines Baby aufgelesen. Die Mama des kleinen lag etwa 100 Meter weiter überfahren auf der Straße. Zumindest waren sich die Menschen sicher, dass es die Mama war. Weitere kleine Minis konnten selbst nach zwei Stunden suchen nicht ausgemacht werden. Also wurde der kleine miteingepackt.

Ich wohne schon bei sehr lieben Menschen, dass muss ich zugeben. Mein Problem mit dem Kleinen war aber, er war ein Kater, oder er würde ein Kater werden. Das wird schrecklich werden dachte ich mir. Ich konnte aber dieses glückseelige Leuchten in Lias Augen sehen, sie würde den Kleinen für nichts in der Welt hergeben, soviel war sofort klar. *Seufz* vielleicht wird es ja nicht so schlimm. Doch ich hatte mich geirrt, das Jahr 2015 wurde schlimm. Ungefähr 2 Wochen nachdem die Menschen wieder hier waren, verschwand Oma. Zuerst waren die Menschen nicht beunruhig Oma ging gerne zu ihrem alten Zuhause und da sammelten Lia und ihr Mann sie dann meistens wieder ein. Es gab so eine "Telefonkette" so nennen das die Menschen. ich weiß immer noch nicht genau wie das gehen soll und was einem Telefone an einer Kette bringen, aber es klappte.

Ich weiß es noch wie gestern. es war für Herbst noch sehr sehr warm. Lias Telefon klingelte, ich saß auf der Terrase auf meinem Sessel, alle schliefen. Lia ging ran und ich merkte sofort an ihrer Stimme das etwas nicht in Ordnung war. Sie legte das Telefon schnell zur Seite und lief los. Als sie wieder kam hatte sie Oma auf dem Arm und weinte bitterlicht, Lia hat so sehr geweint. Sie legte Oma sofort auf ein weiches Kissen. Oma sah ganz füchterlich aus. Sie maunzte aber nicht, sie hatte ganz schläfrige Augen. Ich verstand es sofort, Oma würde sterben. Lia nahm all ihre Kraft zusammen und rief zuerst den Tierärztin an und dann ihren Mann. Sie sank zusammen und kuschelte sich ganz vorsichtig an Oma. Sie versuchte ihr gut zuzureden. Oma hörte ja aber nichts mehr. Lia weinte und weinte und ich saß nur daneben und wusste nicht was ich machen sollte. Ich wollte helfen, wusste aber nicht wie.

Lias Mann war vor der Tierärtzin hier, auch er weinte. Beide streichelten Oma ganz vorsichtig und sie schnurrte noch ein letztes Mal, dann war es still. Die Tierärtzin konnte nur noch eine tote Oma untersuchen. Sie wurde wahrscheinlich angefahren, meinte die Tierärtzin, das Rückrat scheint mir gebrochen. Ihr hättet nichts mehr machen können.

Lia sprach tagelang kein Wort, sie war so traurig. Der kleine Lucky war ganz viel bei ihr und tröstete seine Mama. Lucky liebt Lia überalles, ich glaube mehr als jeder hier. Sie ist seine Mama, auch wenn sie ihn nicht zur Welt gebracht hat.

Ich war traurig. Oma war toll. Ich hörte Lia mal sagen, wie scheiße ist das? das wirst du 20 Jahre alt und dann überfährt dich ein Auto ...

Wir waren also jetzt wieder 6 Katzen: Mara, Mona, Lisa, Bubi, Lucky und ich

Ich war von Anfang an kein Fan von Lucky, ich konnte sehr früh erkennen, dass er der Chef hier werden würde. Er lies sich schon mit ein paar Moanten von Bubi nichts mehr sagen. Er fauchte nicht und haute auch nicht. Er baute sich schon ein kleiner Kerl vor uns auf und guckte uns direkt in die Augen. Ich verschwand immer gleich. Bubi fing an zu knurren und zu fauchen. Das aber imponierte Lucky kein bisschen. Der hatte Ego.

Sobald es ging kamen bei Lucky die Eierchen ab, aber sein CHEFANSPRUCH blieb. Ich muss ehrlich sagen, Lucky hat mir nie etwas getan, er jagt mich nicht und er ärgert mich nicht, aber ich habe so furchtbaren Respekt vor ihm, dass ich mich nicht in seine Nähe traue.

Der Winter 2015 war mild, ich durfte sehr lange draußen bleiben und musste glaube ich nur 2 Wochen rein, in denen es wirklich kalt war. Das war das einzig Gute für mich an 2015, sonst war es ein trauriges Jahr mit viel Veränderung. Wie alle Katzen HASSE ich Veränderung.

Dieses Mal gibt es, wie nennt ihr das, ah keinen Cliffhanger. Ich schreibe hoffentlich ald über 2016. Ich muss nachdenken und mich erinnern was 2016 passiert ist, meine Erinnerungen werden auch immer blasser.

Bleibt aber bei mir.
Eure Lolle
 
Tinaho

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Danke Lolle für die wunderbare Geschichte.
Ich hoffe du musst nicht allzu lange nachdenken und erinnerst dich bald.
Ich freue mich schon auf 2016.
 
Dextro

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Schon mal überlegt daraus ein Buch zu machen?
 
daviba

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Hallo Lolle, hier ist Balou 👋

Habe mich gerade an Dosis PC geschlichen um mir ein paar nette Katzendamen anzusehen und dabei ganz zufällig deine Geschichte entdeckt.
Ich bin schon jetzt ein riesen Fan von dir (auch wenn du Kater nicht magst 😥😥) und freue mich schon auf viele Fortsetzungen.

Und falls du im Laufe der letzten Jahre - wir sind ja erst bei 2016 - deine Meinung zu uns Katzenmännern revidiert haben solltest: ich bin 15 Jahre alt, gut aussehend, etwas ergraut aber mit akzeptabler Figur und aufgrund meines Alters und Arthrose eher ein ruhiger Zeitgenosse. Schreib doch mal, wenn du magst 😻
Fotos von tollen und unabhängigen, selbstbewussten Katzendamen sehe ich übrigens auch sehr gern ;)
 

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