• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

CNI - wie verhalten sich eure Katzen an schlechten Tagen? Und wie verhaltet ihr euch?

  • Autor des Themas KatMa
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K

KatMa

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Hallo zusammen,

Wir kommen gerade aus einer Krise - meine 12 Jahre alte Bengalin hat seit über zwei Jahren chronische Niereninsuffizienz. Bisher sind wir weitesgehend gut durchgekommen nach der Umstellung auf Nierenfutter.

Nun hatte sie in den letzten Wochen eine ganz schwere Zeit durch eine Nierenbeckeninfektion, die wir - so dachte ich - gut in den Griff
bekommen haben. Der Urin ist wieder keimfrei, nach intensiver Infusionsbehandlung konnte der Kreatiningwert auch wieder verbessert werden (natürlich wird der sich wieder verschlechtern, aber die Frage ist, inwieweit...)

Sie hatte wieder gut gefressen - wir haben SUC ausprobiert und ein paar Tage auch Mirataz, danach ging es wieder.
Doch nun habe ich das doofe Gefühl, dass es sich wieder verschlechtert. Das Nierenfutter ist wieder doof, trinken ist das einzig Wahre.

Renes Viscum hatte ich auch ausprobiert - davon hat sie leider gespuckt :confused:

Auch so, sieht sie grummelig aus. Wie verhalten sich eure Katzen? Also, woran merkt ihr, dass es ihnen wiedermal nicht gut geht?

Und wie sieht es bei euch aus, wenn eure Miezen schlechte Tage haben? Wie helft ihr ihnen da wieder raus? Lasst ihr sie komplett in Ruhe? Ich weiß eben nicht, ob ich mich richtig verhalte, da ich schon oft nach ihr sehe, wo sie ist, was sie macht. Ich trage ihr das Futter hinterher... Ist das zu viel?

Freue mich über eure Erfahrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
12.08.2022
#1
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goya

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Das es immer mal schlechte Phasen gibt ist leider normal.

Unser CNIchen hat sich dann oft zurück gezogen und hat nichts mehr gefressen.
Es hat eine Weile gedauert bis wir einen Weg gefunden haben ihr gut durch diese Phasen zu helfen. Ich habe ihr dann immer zwei mal täglich eine Kaspel Lachsöl geöffnet und mit ihren Medikamenten in das Maul gegeben. Durch diese Maßnahme kam sie viel schneller durch diese Phasen als ohne Öl.
Ansonsten habe ich sie im Endstadium fressen lassen was sie wollte, sogar Wiener. Hauptsache sie frisst und ein wenig verwöhnen darf natürlich auch sein. Ansonsten habe ich ihr das Futter nicht nur an ihren Platz getragen, sondern ihr auch noch zwei verschiedene Futter angeboten. Diätfutter haben ich gar nicht gegeben, weil sie dadurch Muskeln abgebaut hatte. Ein Nogo, weil sie eh schon Rückenprobleme hatte.
Da wir auch noch ein Kitten hatten, hat sie auch Kittenfutter bekommen. Das Futter hat mehr Energie als normales Futter, das tat unserem CNIchen gut. Außerdem hat Kittenfutter mehr Kalzium, deshalb habe ich dann den Phosphatblocker reduziert.

Sie bekam neben dem Phosphatbinder noch ein Medikament gegen die Übelkeit und alle vier Tage eine Infusionen. Blutdrucksenker hat sie nicht gebraucht. SUC brachte bei ihr leider nicht den gewünschten Erfolg.

Weil sie immer dünner wurde (von 4,2kg bis zum Schluss unter 2kg) fror sie schnell und hat die Wärme gesucht. Sie bekam eine Heizdecke, die sie selbst im Sommer nutzte.
Insgesamt haben wir vier Jahren gegen die CNI gekämpft. Drei Jahre klappten nur mit Phosphatblocker im Futter, das letzte Jahr war sehr intensiv.
 
K

KatMa

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Ich denke auch, dass jeder seinen Weg mit seinen CNIchen finden muss. Bisher ist bei mir noch jeder Tag ein Bangen - frisst sie? Wie ist sie drauf? Was bei uns jetzt die letzten Tage gut geholfen hat, ist Ulmenrinde. Das nimmt sie gut auf und es scheint ihren Magen insoweit zu beruhigen, dass sie wieder etwas mehr fressen mag. Leider ist die Menge noch immer unter dem, was sie eigentlich verputzen sollte... Aber ich freue mich über jeden Happen, den sie frisst. Sie war schon immer sehr mäckelig und das Nierenfutter ist wohl echt nicht der Knaller. Auch das höher stellen, funktioniert ganz gut. Phosphatbinder geht leider gar nicht - das riecht sie sofort und dann rührt sie gar nichts an.

Einen hohen Blutdruck hat sie Gott sei Dank auch noch nicht.

Wir haben auch SUC, das gebe ich ihr so 2 Mal die Woche. Das Renes Viscum hat sie beim ersten Mal kurz danach ausgespuckt. Da habe ich etwas Angst, dass sie es nicht verträgt.

Wann wurde eure Maus denn mit CNI diagnostiziert, also wie alt war sie?
 
goya

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Unsere CNIchen war neun (geschätzt) als die Erkrankung diagnostiziert wurde. Jedoch gab es damals den SDMA- Wert noch nicht.

Ulemrinde ist sehr gut. Wenn es ihr hilft, würde ich es ihr geben. Phosphatblocker gibt es verschiedene, beziehungsweise wenn sie gar nicht gehen, könnte auch Eierschalenpulver genommen werden. Phosphatblocker sind kaum was anderes als Kalzium.

Wenn sie das Nierenfutter nicht frisst, würde ich es ihr nicht geben. Kaum etwas ist schlimmer, als wenn die Katze nicht frisst.

Päppelfutter kannst du auch gerne geben. Energie kann eine kranke Katze gut gebrauchen. Reconvales ist recht bekannt, Hermanns Rind hat viel Kalorien und mir wurde von einer ehemaligen Züchterin Bioserin empfohlen
 
K

KatMa

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Hallo ihr Lieben,

Ich hätte gehofft, dass ich das hier noch nicht jetzt schreiben müsste. Aber meine süße Carry hatte gestern eine erneute Krise, aus heiterem Himmel. Sie hat gespuckt, nur Wasser, da sie den ganzen Tag nichts fressen wollte, nicht mal ihre Naschcreme. Ich bin sofort mit ihr in die Klinik und ihre Nierenwerte sind wieder genauso hoch, wie am Anfang der letzten Krise, die ja nur ein paar Wochen her ist...

Die Nieren sind nun auch vergrößert und man konnte auf dem USG wohl ein paar Steine sehen. Sie hat nun gestern noch etwas Flüssigkeit bekommen und ein starkes Antibiotika, dass für 12 Stunden wirkt (ich soll ihr nochmal eine Dosis geben), aber die TÄ und ich sind der gleichen Meinung, dass wohl nichts mehr wirklich viel bringen wird. :cry:

Wir haben heute Nachmittag nochmal einen Termin, um den Urin zu checken, falls denn welcher in der Blase vorhanden ist, denn gestern hatte sie keinen Urin. Vielleicht ist das aber auch alles nicht mehr nötig... wir haben zusammen auf der Couch geschlafen und bis auf, dass sie sich ein paar Mal umgelegt hat, ist sie kaum aufgestanden. Sie atmet relativ schwer und flach, nur ihre Augen sind noch völlig da.

Nun verstehe ich, was ihr meintet mit: Du wirst wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist... Wenn die TÄ heute zum Einschläfern rät, würdet ihr es sofort in der Klinik machen? Ich scheue mich so sehr es dort zu machen, nicht in ihrer vertrauten Umgebung und ganz in Ruhe. Aber ich hätte auch Angst, dass es sich jetzt doch ganz schnell weiter verschlechtert und sie Schmerzen hat, bis unser TA vielleicht zu uns kommen kann. Wie gerne würde ich ihr noch ein paar wundervolle Tage bieten, aber daraus wird wohl nichts mehr...
 
goya

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Wenn du sie lieber zu Hause erlösen lassen möchtest und sie in der Klinik geistig noch da ist, dann würde ich sie wahrscheinlich nochmal nach Hause nehmen.
Dann hättet ihr nochmal Zeit euch in Ruhe zu verabschieden.

Ich vertrete die Meinung das sie Katze bereit sein sollte zum Gehen und wenn sie noch interessiert schaut, ist sie das vielleicht noch nicht



Ich wünsche dir viel Kraft
 
claudiskatzis

claudiskatzis

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Wenn es machbar ist, nehmt euch Zuhause noch ein wenig Zeit zusammen. Zum kuscheln ( wenn sie mag) und auch zum Verabschieden. Ich würde sie zuhause über die Brücke gehen lassen, wenn der TA zu euch kommen kann.
ich drück euch von Herzen und schicke Kraft 🍀🍀🍀 für diesen schweren Gang
 
K

KatMa

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Ich danke euch.

Sie hat jetzt ganz viel getrunken, hing regelrecht mit dem Kopf im Trinkbrunnen. Danach hat sie ganz kläglich gemauzt - solche Töne kenne ich gar nicht, ich hatte Angst, dass sie jetzt einen Anfall bekommt, aber sie hat sich wieder zu mir auf die Couch gelegt, aber mit Abstand. Ich glaube, dass sie nicht gekuschelt werden will, aber alleine sein möchte sie auch nicht.

Sie hat jetzt gerade auf die Decke uriniert... Ich habe sie gelassen, sie scheint keine Kraft mehr zu haben, um das KaKlo aufzusuchen. 😭

Es bricht mir so das Herz, sie so zu sehen. Der egoistische Teil in mir sagt: Los, wir müssen noch was probieren. Aber im Grunde genommen weiß ich, dass das alles Maßnahmen wären, die sie zusätzlich stressen und dann höchstwahrscheinlich wieder nur von kurzer Dauer sind.

Bis 16 Uhr fühlt sich unendlich lang an, aber mir graut es auch davor. Wenn es geht, nehme ich sie auf jeden Fall mit zurück und werde schauen, dass unser TA dann zeitnah kommt. Ich bin noch nicht bereit...
 
mennemaus

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Ich hoffe für euch, dass der Tierarzt heute Nachmittag doch noch einen Weg findet, um deiner Carry zu helfen. Ich habe diese Phase bei meinem Westi miterleben müssen, die Sorgen, dass er leidet und ihm nicht mehr geholfen werden könnte, waren immer groß, wenn er eine schlechte Phase hatte.

Als es dann am Ende so weit war, wusste ich es, bevor die Tierärztin seine Blutwerte überprüft hatte. Er hat mir deutlich gezeigt, dass er gehen wollte. Wenn du das spürst, wirst du sicherlich im Sinne deiner Carry entscheiden, dass sie sanft einschlafen darf. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit.
 
K

KatMa

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Gestern habe ich mit blutendem Herzen Abschied von meiner wundervollen Carry genommen. Die Nieren waren einfach zu kaputt und die TÄ konnte auch sehen, wie schlecht es ihr

Sie war ganz ruhig und ist friedlich in meinen Armen eingeschlafen.

Die Trauer sitzt so tief, ihr kennt das. In einer Situation wie dieser, war es immer Carry, die mir Trost gespendet hat. Nun muss ich nach 12 Jahren lernen anders mit meinem Schmerz fertig zu werden.

Der Verlust ist so unwirklich. Nur das frische Grab in unserem Garten macht es endgültig.

Der Gedanke, dass ich alles versucht habe und dass sie jetzt keine Schmerzen mehr hat, helfen nur bedingt.

Haben eure hinterbliebenen Katzen etwas bemerkt? Wir haben Penny auch Abschied nehmen lassen, aber sie hat nur kurz geschnüffelt und ist weggelaufen. Letzte Nacht hat sie das Haus abgesucht…

Ich danke euch allen für eure Hilfe.
 
goya

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Nach deiner Beschreibung gestern, hatte ich befürchtet das es an der Zeit ist.
Mein tiefstes Beileid:d038:

Ich weiß das ich nichts schreiben kann was dich tröstet. Leider ist die Trauer der Preis, den wir für die gemeinsame Zeit zahlen müssen.

Du hast wirklich alles mögliche getan. Aber die CNI gewinnt irgendwann immer.



Ich bin überzeugt das Tiere viel eher mitbekommen das andere Tiere am Abschied nehmen sind. Meiner Erfahrung nach stecken sie so etwas auch besser wegen als wir Menschen.
Aber wie wir Menschen, gehen auch Tiere individuell mit dem Verlust um.

Komm gut über die Brücke Sonnenschein 🌈

Ich wünsche euch viel Kraft
 
WinstonvonWensin

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@KatMa
Das tut mir sehr leid! Du gehst jetzt durch einen dunklen Tunnel…aber das kleine Licht ganz hinten ist die Gewissheit das Carry nun nicht mehr leiden muss. Bis dahin ist die Trauer noch zu groß um das zu realisieren und einen guten Umgang damit zu finden.

Wenn du gehst,
dann geht nur ein Teil von dir!
und der andere bleibt
bei mir.
(Songtext Peter Maffay)

drücke dich
Verena
 
claudiskatzis

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Es tut mir so leid ….
Run free Süße 🕯
 
mennemaus

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Es tut mir so leid, dass es doch keine andere Hilfe mehr gab für Carry. Es war richtig, dass du gemeinsam mit der Tierärztin entschieden hast, sie nicht unnötig leiden zu lassen und sie liebevoll auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Sie war immer für dich da, wenn du Hilfe brauchtest, jetzt brauchte sie deine Hilfe.

Kleine Carry, komm gut an und gib deinem Frauchen ein Zeichen, dass es dir wieder gut geht. 🌈
 
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KatMa

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Ich danke euch. Es tut so unheimlich weh. Die Welt scheint ein wenig grauer. Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde, aber dass es nun doch so schnell ging… Ich hatte gehofft, uns sei noch ein bisschen mehr Zeit gegönnt. Ich habe wirklich sehr doll damit zu tun.

Das Haus ist leise. Sie hat mich morgens immer kreischend begrüßt. Da ich im Home Office arbeite, war sie immer an meiner Seite, kam zum Kuscheln, meistens genau dann, wenn ich Meetings hatte.

Ich bin dankbar, dass wir 12 gemeinsame Jahre zusammen hatten. Doch jetzt muss ich erst einmal lernen, ohne meine treuste Gefährtin auszukommen. Momentan fühlt es sich nicht so an, als würde ich jemals darüber hinwegkommen.

Habt ihr Tipps, was euch geholfen hat?
 
goya

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Leider kann ich dir keinen wirklichen Tipp geben. Jeder geht auf andere Art mit der Trauer um. Während eine Freundin nach dem Abschied von ihrem Seelenkater viele Fotos geschaut hat, konnte ich drei Jahre überhaupt keine Fotos von meiner Seelenkatze schauen.

Finde deinen eigenen Weg, lebe die Trauer aus und unterdrücke sie nicht. Versuche daran zu denken das ihr eine wunderschöne und kostbare Zeit miteinander hattet und das Carry dich unheimlich liebt und dankbar ist, was du für sie getan hast
 
mennemaus

mennemaus

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Auch wenn man weiß, dass dieser Tag kommen wird und dass es für das Tier eine Erlösung ist, ist es nach dem Abschied immer schwer. Ich habe über meine Trauer geredet oder hier im Forum geschrieben. Dann habe ich das Grab meiner Tiere (mein Westie und mein Kater Minas sind innerhalb von 5 Wochen gestorben) mit Blumen und einem Windlicht geschmückt. Und ich habe mir einen Engel mit einem Hund, einen mit einer Katze und jetzt leider einen weiteren Engel mit einem Stern (für meinen Mann) gekauft, die ich auf dem Sekretär stehen habe.

Was mir am meisten geholfen hat, war dass kurz nach Timmys Tod Finnley eingezogen ist und dass wir (nicht nur für mich, sondern besonders für Peewee) Momo bekommen haben, als Minas gestorben ist.
Diese beiden Wusel haben mich einfach zum Lachen gebracht und getröstet und meine drei Tiere sind auch jetzt mein bester Trost.

Aber Goya hat natürlich recht, dass jeder anders mit seiner Trauer umgeht, jeder muss seinen eigenen Weg finden.

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KatMa

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Vielen Dank an euch alle für eure Anteilnahme!! ❤

Jeder geht auf andere Art mit der Trauer um. Während eine Freundin nach dem Abschied von ihrem Seelenkater viele Fotos geschaut hat, konnte ich drei Jahre überhaupt keine Fotos von meiner Seelenkatze schauen.
Ja, ich muss sagen, ich schaue mir auch jeden Tag die Fotos und Videos an. Ich bin so froh, dass ich auch viele Videos habe, denn dadurch kann ich ihre ganze Natur sehen und hören. Das habe ich schon bei dem Verlust meines Papas im letzten Jahr so getan... Die Trauer kommt in Wellen. Es gibt mal bessere Stunden, dann fällt man wieder in ein tiefes Loch.
Ich mache mir auch zwischendurch immer mal wieder Vorwürfe, ob ich nicht mehr hätte tun sollen und können. Ich weiß, dass jetzt am Ende nicht mehr hätte gemacht werden können, aber ich meine schon davor. Sie hatte ihre letzte Krise, die nur kurz angehalten hatte, im Dezember 2020 (daran habe ich mich erst wieder durch die Fotos erinnert). Es ging ihr schnell wieder gut nach der Behandlung, aber ich habe nichts weiter unternommen, z.B. kein SUC gegeben. Es macht mich fertig zu denken, dass es ihr vielleicht noch gut gehen könnte, hätte ich früher mehr zum Aufhalten der Krankheit getan.

Was mir am meisten geholfen hat, war dass kurz nach Timmys Tod Finnley eingezogen ist und dass wir (nicht nur für mich, sondern besonders für Peewee) Momo bekommen haben, als Minas gestorben ist.
Erst einmal, tut es mir furchtbar leid, dass du neben deinem Hund und deiner Katze, deinen Mann verloren hast. Die Stärke die dir dabei abverlangt wird, ist enorm. Ich kann sehr gut verstehen, dass genau diese Ablenkung sich um ein neues Fellbaby zu kümmern, hilft. Ich habe noch Penny (Russisch Blau) und Balu (Labradorhündin) hier. Balu ist leider wenig Trost - typisch Labrador ;) Aber Penny ist auch traurig. Das sehe ich, sie sucht viel meine Nähe. Ich konzentriere mich jetzt auf sie. Wir haben in zwei Wochen einen großen Kontrolltermin, da sie ja auch grenzwertige Nierenwerte hatte, als Carry diagnostiziert wurde. Wir hatten sie auch damals getestet, aber bisher hatte sie keine Symptome gezeigt, bekommt eben auch nur Nierendiät mit Vitaminzusatz. Ich hoffe, dass mit ihr alles gut ist.

Nichts kann diese Leere, die Carry hinterlässt, füllen. Ich hoffe nur, dass der Schmerz irgendwann nachlässt.
 
Ilvy

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Es tut mir von Herzen leid, dass du von deiner geliebten Carry Abschied nehmen musstest; ich wünsche dir viel Kraft für die kommende traurige Zeit.
Wie tröstlich aber, dass sie so gut und von dir begleitet gehen konnte.
Komm gut an, kleine Carry, du wurdest sehr geliebt! 💫
 
goya

goya

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Vorwürfe sind etwas schlimmes, noch schlimmer wenn sie von einem selbst kommen.
Nur du kannst dich davon überzeugen das die Vorwürfe Blödsinn sind. Du hast alles im besten Wissen und Gewissen getan um Carry zu helfen.
Carry weiß das, du musst dich selbst davon überzeugen.

Niemand weiß was hätte sein können. Niemand kann vorhersagen durch was, oder wann CNI entsteht. Katzen haben leider schwache Nieren
Und Katzen haben ihren eigenen Kopf. Vielleicht hätte Carry das SUC gar nicht angenommen, vielleicht hätte sie es nicht vertragen, oder es wäre vielleicht mit SUC genauso gekommen, wie es jetzt ist.

Ich bin überzeugt das nichts ohne Grund passiert, man sieht ihn nur nicht immer sofort