Nasja, die Grenze "Solange nichts blutet ist alles OK" ist bei euch ja nun eindeutig überschritten.
Das wird daran liegen, das euer Altkater nicht kastriert sind.
Potente Kater dulden keine anderen Kater in ihrem Revier, und sie verteidigen das ihre bis aufs Blut.
Darum sehen potente Freigänger nach einigen Jahren auch oft aus, als seien sie in den Häxler gekommen- Jede Menge Revierkampfverletzungen.
1,5 Wochen sind keine lange Zeit, wenn ihr die Möglichkeit zur räumlichen Trennung habt, trennt die beiden und lasst euren Altkater in dieser Zeit kastrieren.
Wenn er sich von der OP erholt hat und auch der neue ein wenig zur Ruhe gekommen ist, versucht es erneut.
Das könnte z.B. so von statten gehen, das ihr in eine Tür ein Gitter oder eine Maschendrahttür einsetzt.
Die Kater können sich so sehen und riechen, einander aber nicht gefährlich werden. So gewöhnen sie sich langsam an die Anwesenheit des anderen.
Wenn sie damit selbstverständlich umgehen, und das kann durchaus Wochen dauern, lasst ihr die Tür mal auf und schaut was passiert.
So kann man sie einander ganz langsam annähern, denn auch nach der Kastration des Altkaters sinkt sein Hormonspiegel nur langsam, zuerst wird er sich nicht anders verhalten als vorher.
Es ist auch extrem wichtig, den Altkater jetzt in jeder Hinsicht zu bevorzugen. Das er in der Küche gewütet hat, weil ihr ihn ausgesperrt habt, um den neuen zu versorgen, ist nicht wirklich verwunderlich.
Er fühlte sich ausgesperrt, zurückgesetzt. Das führt zu Eifersucht und manche Katzen können wirklich sehr nachtragend sein.
Sie tragen es nicht euch nach- sonderen der anderen Katze, sie bekommt die "Rache" ab. Und in seinen Augen als Revierinhaber mit den älteren Rechten hat er selbstverständlich auch das ältere Recht auf euch. DA sieht er es nicht gerne, wenn ihr ihn zurücksetzt und euch stattdessen mit dem neuen beschäftigt.
Also wird der Altkater ab jetzt immer zuerst gefüttert, gestreichelt, bespielt, etc. erst wenn er fertig ist oder keine Lust mehr hat, ist der zweite dran.
Bei so einer extremeren Situation kann es sinnvoll sein, in Anwesenheit des Altkaters den neuen Kater überhaupt nicht zu beachten.
Spielt und beschäftigt euch mit ihm in einem anderen. geschlossenen Raum, während der Altkater schläft.
Stellt auch mehrere Toiletten und getrennte Futter- und Wassernäpfe auf, falls ihr das nicht bereits habt.
Sorgt für möglichst viele Rückzugsmöglichkeiten, also nicht nur der möglichst deckenhohe Kratzbaum, sondern auch Regale, die Oberseiten von Schränken, Fensterbretter, unterm Bett, usw.
Denn je mehr Rückzugsmöglichkeiten es gibt, desto weniger werden sie aneinandergeraten und desto besser und effektiver wird der eine dem anderen aus dem Weg gehen können.
Zu guter letzt- darf ich noch fragen wie alt die beiden Kater sind un d ob sie Wohnungskatzen oder Freigänger sind? Wie gross ist eure Wohnung?
Wie habt ihr euch bisher den KAtzen gegenüber verhalten? (also gleichberechtigt, oder den neuen besonders beschmust, weil er sich ja noch unsicher fühlte o.ä. und ihr ihm die eingewöhnung erleichtern wolltet)
LG
Sandra