Thema: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Diskutiere im Katzen Forum über Erfahrungen mit "Zwangshochheben"? im Bereich "Verhalten und Erziehung". Mich würde mal interessieren, ob es hier jemanden gibt, der es tatsächlich geschafft hat seiner Katze beizubringen, daß sie sich hochheben läßt, in dem er es einfach immer wieder gemacht hat. Wenn nötig ...
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Alt 13.07.2018, 00:52   #1
 
Avatar von Dagny
 
 
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Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Mich würde mal interessieren, ob es hier jemanden gibt, der es tatsächlich geschafft hat seiner Katze beizubringen, daß sie sich hochheben läßt, in dem er es einfach immer wieder gemacht hat. Wenn nötig auch mit Zwang.
Kann eine solche Vorgehensweise gerade bei ängstlichen Katzen tatsächlich funktionieren?



Hintergrund: Mir wurde im Rahmen eines Telefonates mit einer der hiesigen Katzenhilfen erzählt, daß ich viele Fehler mit den Katzenmädchen gemacht hätte. Anstatt sie in einem kleinen Zimmer zu halten
und dann nach einer Woche die Tür zum großen Flur zu öffnen, hätte ich sie in einem Kennel halten sollen, und täglich oft anfassen, streicheln, hochheben, etc. bis beide richtig handzahm sind. (Das war eine Vorgehensweise, die mir bis dato ungeläufig war. Ich hatte bei Katzen immer die Philosophie ihnen geduldige, liebevolle Freundlichkeit und Respekt entgegenzubringen, und sie antworten darauf dann ggf. irgendwann mit Vertrauen.)
Meine einzige Möglichkeit jetzt, sie gut händelbar zu machen, sei sie täglich mindestens 5 Mal hochzuheben, im Genickgriff und mit dicken Handschuhen, bis sie verstanden haben, daß "nichts passiert".
Ich bekomme die Logik dahinter nicht in meinen Kopf, weil es passiert doch etwas? Etwas, das den Katzen Angst macht, nämlich daß sie hochgehoben werden, und dann auch noch im Genick. Mit fast 13 Wochen?

Die Tatsache, daß ich Frieda seit 2 Tagen kurz anheben kann, um sie beispielsweise vom Boden auf meinen Schoß, oder vom Boden auf's Bett setze, und sie dabei weiterschnurrt und sofort weiterschmust, zeigt mir, daß auch die geduldige Methode zum Ziel führt.

Nur Floki ist eben noch sehr schüchtern, und läßt sich nur selten streicheln (wenn sie träge ist oder sowieso schon mit ihren Geschwistern kuschelt). Ich habe die Befürchtung, daß sie nach mehrmaligem Hochheben trotz Gegenwehr dann gar niemanden mehr an sich heran läßt.
Bin ich da irgendwie blöd, oder sehe ich was nicht?
Wie ist eure Meinung?
Dagny ist offline  
Alt 13.07.2018, 00:52
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
__________________
Schäppchen für Fellnasen
Alt 13.07.2018, 05:13   #2
 
Avatar von Ilvy
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Hallo, hier melden sich sicher noch Experten zu deinem Thema.
Mein Gefühl sagt mir, dass du es richtig machst. Ich würde niemals die Katzen- außer in einer Notsituation, mit Zwang und so einem Griff hochheben.
Unser Kater Ludwig war total ängstlich, als wir ihn vom TS bekamen.
Nach einer Woche " unter dem Bett wohnen" haben wir da dicht gemacht, dass er sich nicht mehr so weit verkriecht;( 2 Höhlen hatte er natürlich noch )um ihn besser sehen zu können und mit ihm zu spielen. nach 3 Wochen war er zutraulich und heute ist er der größte Schmuser!
Geduld ist wichtig. Alles Gute!
Ilvy ist offline  
Alt 13.07.2018, 07:18   #3
 
Avatar von Patentante
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Gehören die Katzen dem TS? Falls nein würde ich sagen: vergiss einfach was dort gesagt wurde

Meinem Oskar versuche ich tatsächlich seit einer Weile beizubringen, dass auf den Arm genommen werden nicht schlimm ist. Der Hintergrund ist aber ein ganz anderer (und würde jetzt zu weit führen). Er lebt von Geburt an bei mir, ist eigentlich verschmust, nur sehr unsicher. Beim geringsten Anzeichen, dass er runter will setze ich ihn auch wieder runter.
Niemals würde ich eine Katze ohne Not mit Gewalt anfassen . MEIN Gedanke dazu ist, dass sie jedesmal wenn Du das tun würdest lernen würden, es passiert was schlimmes! Denn eine solche Behandlung wäre ja jedesmal ein schlechtes Erlebnis. Wie das zu Vertrauen führen soll ist mir echt nicht nachvollziehbar.

Dass man Katzen manchmal ein wenig "zu ihrem Glück zwingen" muss stimmt schon. Darunter versteh ich aber eher, dass man im richtigen Moment mal anfasst. Kanns grad schlecht erklären. Aber festhalten ist für Katzen immer Horror.

Geändert von Patentante (13.07.2018 um 07:20 Uhr)
Patentante ist offline  
Alt 13.07.2018, 07:23   #4
 
Avatar von Dagny
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Danke für deine Antwort, Ilvy.

Ja, das sehe ich auch so, mit der Geduld. Wie alt war dein Ludwig denn, als er zu euch kam?

Mich hat dieser Vorschlag total überrascht, gerade von jemandem, der in der Katzenhilfe arbeitet, bzw. eine betreibt. Andererseits bin ich die typische "eigentlich bin ich eher der Hundetyp..."-Frau, die als Hundetrainerin gearbeitet hat und zur ersten Katze gekommen ist wie die Jungfrau zum Kinde. Da gibt es bestimmt viele Aspekte der Katzenhaltung (und besonders der Pflege und Erziehung von Jungtieren), die ich einfach nicht auf dem Schirm habe. Und ich bin nicht zu stolz, um mich belehren zu lassen, wenn ich Fehler mache, und an mir zu arbeiten. Deswegen freue ich mich immer über Erfahrungsberichte und Tipps von Menschen, die mehr Katzenerfahrung haben als ich. Einiges davon kann ich dann vielleicht umsetzen.

Daß sich ein Haustier irgendwann anfassen und hochheben läßt halte ich für wichtig; aber ich bezweifele, daß man das mit Hauruck erreicht.
Ich hätte da Sorge, daß alles an Vertrauen, was bis dato aufgebaut wurde, wieder futsch ist.
Dagny ist offline  
Alt 13.07.2018, 07:27   #5
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Avatar von Andrea64
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Mit Ruhe, Liebe und Geduld erreicht man bei Katzen das meiste. Zwang führt doch nur zum Widerstad oder zum Brechen des Tieres.
Mein Scheuchen Flori wollte sich zu Anfang auch nicht hochheben lassen. Kein Boden mehr unter den Pfoten? Hilfe, Alarm, Panik!
Ich habe es in sehr kleinen Schritten mit ihm eingeübt. Ihn nur kurz angehoben (cm), gleich wieder mit den Pfoten auf den Boden runter = Leckerchen. Das war dann alles überhaupt nicht schlimm und ich konnte die Übungen immer weiter ausbauen. Er schätzt es nicht so besonders, hat jetzt aber keine Angst mehr und ich habe keine Probleme, ihn z.B. In die Transportbox zu setzen.
Andrea64 ist offline  
Alt 13.07.2018, 07:36   #6
 
Avatar von Dagny
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Nein, sie gehören nicht dem TSV. ;)

Richtig, Patentante, da stimme ich dir zu. Es würde die Erwartungshaltung bestätigen.

Und ja, manchmal muß man sie zu ihrem Glück zwingen. Ich habe sie ja auch von Anfang an auf dem Boden sitzend ganz dicht neben mir gefüttert, und dabei gestreichelt. Und das hat auch gut geklappt. Von daher schließe ich nicht aus, daß es auch mit dem Hochnehmen solche Lösungen gibt.
Floki beispielsweise ist sehr verfressen, und ich bin dazu übergegangen, ihr täglich Leckerchen zu füttern. Um dranzukommen muß sie aber auf meinen Schoß klettern (ich sitze da auch auf dem Boden). Sie springt inzwischen auch schonmal hoch, ohne daß es etwas gibt, und schnurrt ein bißchen und tretelt. Nur beim gestreichelt werden ist sie oft noch skeptisch.

Wie kommst Du denn mit Oskar vorran? Und wie übst du mit ihm?
Dagny ist offline  
Alt 13.07.2018, 07:37   #7
 
Avatar von Elvira B.
 
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Zitat:
Zitat von Dagny Beitrag anzeigen
Mich würde mal interessieren, ob es hier jemanden gibt, der es tatsächlich geschafft hat seiner Katze beizubringen, daß sie sich hochheben läßt, in dem er es einfach immer wieder gemacht hat. Wenn nötig auch mit Zwang.
Kann eine solche Vorgehensweise gerade bei ängstlichen Katzen tatsächlich funktionieren?
Ehrlich, ich halte nix von Zwang, das hab ich schon bei meinem Hund nicht gemacht, denn es geht auch anders.

Bei meiner Elli hätte das eh nicht funktioniert, sie ist mir ja zugelaufen und hat sich nur sehr langsam angenähert, wer weiß was sie als Streunerchen alles erlebt hat.

Ich hatte ehrlich gesagt, auch "null" Ahnung von Katzen und so haben wir uns halt langsam Schritt für Schritt auf einander zubewegt. Ich hab nie was versucht, was Elli nich freiwillig sich hat gefallen lassen und nein, ich hebe sie noch immer nicht hoch, ich weiß nicht, ob sie das tolerieren würde und ich wills auch nicht versuchen, sie hat mittlerweile so großes Vertrauen aufgebaut, welches ich mit Zwangsmaßnahmen nicht zerstören werde.

Man geht ja eigentlich davon aus, das die Leute vom Tierschutz Ahnung haben, das scheint wohl doch nich so zu sein, jedenfalls wenn ich das so lese, komme ich zu diesen Schluß.
Elvira B. ist gerade online  
Alt 13.07.2018, 07:44   #8
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Genau, Andrea, das sehe ich auch so. :) Mit Zwang zeigt man ihnen nur ständig, daß wir nicht vetrauenswürdig sind.
Ich finde es auch total wichtig, was Du schreibst: Den Unterschied zwischen Hochheben und Herumschleppen. Ich respektiere das absolut, wenn ein Tier es nicht mag, herumgetragen und gemuckelt zu werden. Aber Haustiere müssen sich meines Erachtens nach prinzipiell anfassen und hochheben lassen.
Es müssen ja nicht gleich so dramatische Situationen sein wie ein Wohnungsbrand, weswegen man eine Katze händeln muß. Allein ein Tierarztbesuch ist realistisch, oder ein Umzug. Wenn dann die Katze mit Decken, Keschern und 8 Personen in Schutzkleidung eingefangen werden muß, ist das ja nicht nur schlimm und super stressig für's Tier.
Das mit dem kurz hochheben und dann ein Leckerchen geben ist eine gute Idee, das werde ich auch so machen, wenn Floki ein bißchen mehr Vertrauen hat. Ich habe Frieda beim streicheln eher beiläufig gelupft, auf den Schoß, auf's Bett, auf den Stuhl, und dabei einfach weitergestreichelt. Vor lauter Schnurren war sie glaube ich einfach zu überrumpelt, um Angst zu haben. ;)

____

Ich weiß es nicht, Elvira. Ich will um Himmels Willen auch gar nicht so weit gehen, daß ich ihr Kompetenz abspreche. Sie wirkte auf jeden Fall sehr engagiert (wenn ich auch das Gefühl hatte, daß sie viel Wert darauf gelegt hat ausgiebig aufzuzeigen, wer alles welche Fehler gemacht hat mit den Kätzchen; von der Vermittlerin über mich bis zu unserem Tierarzt?) und hat so viel und lange geredet, bis der Akku von meinem Telefon leer war.

Vielleicht hat sie ja Erfolg mit dieser Vorgehensweise, wenn es um scheue, wilde Kätzchen geht. Sie war auch dafür, solche Kitten so früh wie möglich von der Mutter wegzuholen und im Kennel aufzuziehen. Vielleicht hat das ja alles bei ihr in der Vergangenheit funktioniert? Deswegen frage ich, ob jemand dabit Erfahrung hat, weil es mich prinzipiell interessiert, nicht weil ich es umsetzen will.
Sie hat ja den Schwerpunkt der Katzenvermittlung, und das ist sicherlich leichter mit schmusigen, händelbaren Katzen.

Bloß gut, daß unsere Samtpfoten im häsulichen Umfeld die Zeit haben, die sie brauchen, und nicht mehr um Interessenten buhlen müssen.

Geändert von Dagny (13.07.2018 um 07:52 Uhr)
Dagny ist offline  
Alt 13.07.2018, 08:57   #9
 
Avatar von Elvira B.
 
 
Ort: Gera
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Gut, Elli ist ja meine Erste Katze und ich hatte gar keine Erfahrung, halte aber schon über 40 Jahre HT und habe die auch fast immer aus Notstationen geholt, von daher weiß ich das es eben Solche und Jene gibt und genau die, die meinen alles perfekt machen zu müssen, schießen oft übers Ziel hinaus.

Egal ob Hund, Katze oder Maus, sie sollen vertrauen aufbauen und nicht gebrochen werden, es sind doch alles kleine Persönlichkeiten, wer will schon ein Tierchen, welches unsicher bleibt.

Geändert von Elvira B. (13.07.2018 um 08:59 Uhr)
Elvira B. ist gerade online  
Alt 13.07.2018, 10:29   #10
Patin
 
Avatar von abvz
 
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AW: Erfahrungen mit "Zwangshochheben"?

Vermutlich gibt es sehr hartnäckige Fälle in denen ein leichter Zwang sinnvoll sein kann, aber die sind dann doch sehr sehr selten?

Die Methodik die dir da vorgeschlagen wurde halte ich für sehr bedenklich, es wird etliche Katzen geben die dadurch nur unsicherer werden oder ganz in sich zusammenfallen.

Gib ihnen Zeit und Liebe, das ist das A und O. Es immer wieder zu versuchen und zu trainieren ist trotzdem wichtig, aber eben mit einer Intensität die einfühlsam ist statt der Holzhammer.
abvz ist offline  
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