Hypertrophe Kardiomyopathie.
Das ist eine Herzerkrankung, oftmals genetisch bedingt, die dazu führt, dass die Herzwände immer dicker werden (also "nach innen wachsen") und dadurch immer weniger Blut pro Pumpvorgang durch die Herzkammern gelangen kann, weil eben das Volumen der Kammern verkleinert wird. Um die gleiche Leistung zu bringen, muss das Herz mehr arbeiten. Im fortgeschrittenen Stadium schafft es diese Pumpleistungen oft nicht mehr, und es kommt in den Vorhöfen zu Rückstauungen des einströmenden Blutes.
Häufig kommt es in Folge der Herzerkrankung zu Wasser in der Lunge, zu Blutstauungen, Embolien usw.; oft gehen Herzerkrankungen auch mit Nierenerkrankungen einher. Mitunter ist eine Schilddrüsenüberfunktion auch ursächlich für diese Form der Herzerkrankung.
Ähnlich sind die Restriktive Kardiomyopathie, bei der der Herzmuskel zunehmend unbeweglicher wird (er versteift quasi) und die durch Taurinmangel ausgelöste dilatative Kardiomyopathie (durch den Taurinmangel wird das Herz nicht richtig ausgebildet).
Festgestellt werden kann eine Herzerkrankung nur durch einen Herzultraschall mit Farbdoppler. Herzgeräusche beim Abhören können ein Hinweis darauf geben, müssen aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass eine Herzerkrankung vorliegt. Und noch wichtiger umgekehrt: Keine Herzgeräusche bedeuten NICHT, dass man sicher sein kann, dass keine Kardiomyopathie vorliegt.
In der Regel ist eine Überprüfung nach einem halben Jahr notwendig, wenn ein Verdacht besteht (bspw. eine Vergrößerung des Vorhofes).
Erste Anzeichen? Schwierig, da Katzen sich das selten anmerken lassen. Häufig wird das erst in einem späten Zustand überhaupt festgestellt.
Worauf man achten sollte:
- Atmet die Katze eher schnell, ist der Herzschlag kontinuierlich erhöht?
- Hecheln. Oft das einzige Anzeichen einer beginnenden Herzerkrankung, die ein Dosi wahrnimmt.
- Macht die Katze während des Spiels häufiger kurze Pausen, legt sie sich hin (mitunter nur eine halbe Minute?)
- Wie ausdauernd ist die Katze. Wenn sie nach 5 Minuten Rumgerenne platt ist, hat sie entweder keine gute Kondition oder aber eben: Ein Hinweis darauf, dass man vielleicht mal den Arzt aufsuchen sollte. Gerade bei Kitten / jungen Katzen ist das sehr ungewöhnlich.
- Urinabsatz: Setzt die Katze große Mengen an Urin ab, gerade im Verhältnis zu der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge (sehr gut, wenn man eine Zweitkatze zum Vergleich hat!!!) - bei herzkranken Tieren ist es so: Zu viel Flüssigkeit erhöht den Blutdruck, und damit den Druck auf das Herz. Um das auszugleichen, versucht der Körper, diese überschüssige Flüssigkeit wieder loszuwerden.
In einem späteren Stadium: Atemprobleme, ganz schlechte Kondition.
Allerdings ist es so, dass weder das Vorliegen eines dieser Symptome notwendig auf eine Herzerkrankung schließen lässt, noch, dass das Fehlen der Symptome bedeutet, dass da nix ist.
Insofern kann ich selbst eigentlich nur jedem raten, sicherheitshalber einen Herzultraschall durchführen zu lassen, wenn das Tier ungefähr ein bis eineinhalb Jahre alt ist. Je früher man etwas erkennt, desto größer sind die Chancen, durch eine medikamentöse Therapie die Entwicklung zu verzögern. Eine Kardiomyopathie ist nicht heilbar.