Nicht immer klappt es, ich habe 12 Jahre zwei Britten gehabt, die haben nie gekuschelt, sich geputzt oder zusammen geschlafen. Nur Kloppereien gab es, gejagt wurde sich. Das obwohl sie schon als Kitten zusammen kamen.
Als dann Einer von den Beiden über den Regenbogen ging war für mich eigentlich klar, der Kater wird nichts vermissen. Immerhin waren die Beiden sich nie richtig einig.
Innerhalb von 3 Monaten viel der Kater in sich zusammen, nahm deutlich ab, verlor das Interesse an allem, wurde still und stumpfsinnig.
Erst als wieder Katzen im Haus waren, die Zusammenführung war allerdings alles andere wie einfach, lebte er auf. Das Futter schmeckte wieder so das er sein altes Kampfgewicht zurückbekam, sogar hin und wieder gespielt wurde.
Ein wunderbares Beispiel dafür, wie sehr Katzen Artgenossen brauchen auch wenn der Mensch es garnicht so wahr nimmt!
Oft werden die Tiere wohl einfach zu sehr vermenschlicht, so das man dem Glauben nachjagt, das nur Katzen die sich offensichtlich Ihre Liebe zeigen sich auch mögen und brauchen, an Deinem Beispiel sieht man ganz toll, das auch Katzen die sich - wahrscheinlich in Menschen Augen - nur Kloppen und Streiten sehr sehr gern haben können und einander wichtig sind.
Ich würde immer eine zweite Katze wählen, egal wie lang die erste alleine war - es gibt sicher Katzen die wirklich extreme und strikte Einzelgänger sind und keine andere Katze in Ihrem Revier dulden möchten, ich wage aber zu Behaupten dass das seltene Fälle sind - meistens machen die Menschen die Tiere zu Einzelgängern.
Menschen verkorksen die Tiere dermaßen - Katzen die nicht richtig sozialisiert wurden, von Ihrer Mutter zu früh weg mussten und nach der Trennung Ihrer wirklichen Familie nie wieder Gesellschaft haben - die können nur einen Knacks bekommen.
Wenn man solchen Tieren dann nach Jahrelanger Einzelhaltung - in der das Tier wahrlich abstumpft und seine eigene Innerartliche Sprache velernt - einen Artgenossen vorsetzt (so alá "Das ist die Neue, die wohnt nun hier und nun benimm dich!") kann der Schuss einfach nur nach hinten losgehen.
Würde ein Mensch seit seiner Geburt nur unter Katzen leben, wäre er mit der Konfrontation eines anderen Menschen auch gnadenlos überfordert (Stichwort Dschungelbuch - ganz unwahr ist das ja nun nicht) - der "KatzenMensch" könnte seine eigene Sprache nicht mehr sprechen, er musste es ja nie.
Ich hatte bislang nie eine einzelne Katze und werde immer dafür sorgen, dass das auch so bleibt, ich würde selbst dem hartgesottensten Einzeltier einen Partner gönnen da ich aus Erfahrung weíß, wie schön es ist mehrere Katzen miteinander zu sehen, wie sie kuscheln, toben, kämpfen, wie in einem Moment die Fetzen fliegen und wie Sie in einem anderen Moment sich alle zusammen von einer Sache begeistern lassen. Ach, das ist einfach wunderbar!
Grüße,
Susanne
P.S: Diese Diskussion und die hier genannten Erfahrungen finde ich übrigens auch für Anfänger sehr, sehr hilfreich!
Ob man den Thread nicht pinnen besser sollte? (falls nicht schon geschehen)