Hallo zusammen,
ich wollte nur einmal kurz erzählen, wie ich zu Clooney gekommen bin.
Nachdem ich mich für die Rasse Maine Coon entschieden hatte, durchforstete ich das Internet. Ok, ein Kitten sollte es nicht sein, am besten einen ruhigen Kater, kastriert natürlich, und das Alleinsein gewohnt.
Ich habe auch selbst als Suchend inseriert, wobei ich betont hatte, vorzugsweise Privatpersonen zu antworten, die aus persönlicher Notlage heraus ein neues Plätzchen für ihren Liebling suchten. Ich hatte es nicht eilig.
Alsbald meldeten sich einige Leute. Zu 80 % Züchter, die ihre Kastraten anboten. Notlage war hier, dass sich diese Tiere in der Gruppe nicht mehr wohlfühlten, gemobbt würden und leiden.
Nun ja, so ganz war das nicht meine Zielgruppe. Denn auch für die Kastraten sollte meist ein hoher Preis bezahlt werden. Eine Züchterin hatte jedoch eine Katze, die anscheined wirklich tausend Tode zu sterben schien. Sie wollte ich besuchen.
Dann sah ich die Annonce von Clooney, eine Frau, alleinstehend, berufstätig, die ein neues Zuhause für ihn suchte, da sie bald ins Krankenhaus musste. Zielgruppe! Ihn wollte ich auch besuchen.
So machte ich an einem freien Tag einen Katzen-Besuchs-Ausflug. Etliche Autobahnkilometer lagen vor mir.
Zuerst zu der Züchterin.
Was jetzt kommt, ist mein persönlicher Eindruck und NUR von DIESER Züchterin. Ich möchte niemanden diffamieren. Und es soll sich sonst auch kein Züchter angesprochen fühlen!!!
Die Leute: schluderig. Das Haus: schluderig. Die Katzen im ganzen Haus verteilt. Die schönen Tiere präsentierten sich im Wohnzimmer. Nun holte man die Katze, die abzugeben war. Mit dem Hinweis, sie würde sofort flitzen gehen, wenn die anderen Katzen dazukommen. Daher halte man sie schon geraume Zeit alleine im Schlafzimmer....
Was machen die also? Holen die Katze in den Raum, wo die anderen auch sind, und lassen sie runter. Was macht die Katze? Haut sofort ab untern nächsten Schrank. Toll. Als Kaufinteressent kannst du unter Möbel kriechen, um das Objekt der Begierde anzuschauen. Na ja, es folgte blöder Smalltalk. Dann kam die Katze irgendwann raus, war total zerzauselt, scheinbar krank, und böse. Aufgrund der anderen anwesenden Katzen.
Nun ja, da war mir schon klar: das Tier tut dir wahnsinnig leid, aber mitnehmen wirst du es nicht. Ich wollte als Anfänger nicht gleich einen psychischen Notfall betreuen müssen, dafür waren meine persönlichen Umstände nicht geeignet. Ausserdem war ich sehr schockiert von der Umgebung, in der alle lebten.
Man zeigte mir noch den Rest der Tiere (in der Hoffnung, ich nehme gleich noch eine zweite mit). Oh Mann, in jedem Raum wurde mir schlechter. Ungepflegt, scheue Tiere, volle Katzenklos, einfach schrecklich. Ich wollte dort nur ganz schnell wieder weg. Was ich dann auch getan habe.
Danach zu der Frau mit Clooney. Er war sehr freundlich drauf, sie auch, und letztlich wollte ich ihn sehr gerne mitnehmen. Sie gab mir noch sehr viel Zubehör mit. Ich war glücklich.
Dass ich jetzt im Nachhinein eigentlich ein "Überraschungsei" mitgenommen habe, stört mich wenig.
Ich muss als Fazit sagen: man kann sowohl beim Züchter als auch von Privat Glück - aber auch Pech haben.
Aber jetzt stellt euch vor: jemand wie ich, die noch nie etwas mit Züchtern zu tun gehabt hatte, erlebt gleich beim ersten Mal so etwas Negatives. Was bitte sollte ich da denken? Massenvermehrer, die die Kastraten bloss schnell loswerden wollen, weil sie nur noch Kosten verursachen. Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf. Keine guten, muss ich gestehen.
Aber: ich weiss natürlich, dass das ein Einzelfall war. Und: ja, ich habe entsprechende Stellen informiert, denen mal genauer auf die Finger zu schauen...
Hat auch jemand solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht?
Gruß Blondloewe