Hallo zusammen,
ich möchte meine Erfahrung teilen, weil ich gerade sehr damit kämpfe und vielleicht von euren Erfahrungen lernen kann.
Seit Mai war ich mehrfach mit meinem 11 jährigen Kater Dr. Snuggles in der IPraxis, weil er öfter nach dem Essen direkt brechen musste. Erst wurde eine
Gastritis vermutet und entsprechend behandelt – bis heute weiß ich nicht, ob er die überhaupt hatte. Es folgten Blutuntersuchungen, Röntgen und Ultraschall, ohne dass etwas Ernstes festgestellt wurde.
Am 06.08. wurde dann im Ultraschall eine kleine Verdickung der Magenwand festgestellt. Außerdem tastete der Arzt einen 2-3 cm Knubbel in der rechten Flanke, der aber nicht dokumentiert wurde, wie sich später herausstellte. Da er nicht wusste, was genau dahintersteckt, empfahl er eine Kortisonspritze – mit dem Hinweis, dass das bei zwei, drei anderen Katzen die Magenprobleme gelöst habe und man die Behandlung dann monatlich wiederholen könne. Eine Biopsie oder OP wurde nicht empfohlen.
Ich habe bei jedem Termin und auch telefonisch mehrfach ausdrücklich gefragt, ob Risiken oder gar eine Lebensgefahr besteht.Kam mir stellenweise schon selbst blöd vor und jedes Mal erhielt ich erneut Entwarnung, sogar noch kurz vor meinem Urlaub, weswegen ich extra nochmals mit dem Arzt telefoniert hatte. Das war für mich entscheidend – sonst wäre ich niemals weggefahren. Dadurch verlor ich am Ende noch wertvolle 7 Tage mit meinem Bub.
Kurz vor der Einschläferung erfuhr ich auf Nachfrage, wie das Ultraschall Bild innerhalb 3 Wochen so extrem verändert aussehen kann (Vorher Schwarz und jetzt fast komplett grau) ,dann von der Tierärztin, dass die Kortisonspritze ja tükkisch sei und vermutlich Symptome verschleiert hat. Der Tumor wurde erst ganz am Ende festgestellt, als es schon zu spät war. Das hat mich schockiert und lässt mich bis heute mit dem Gefühl zurück, dass da vielleicht zu sorglos vorgegangen wurde…
Das Ganze lief zum Ende dann so ab: Ich kam mittwochs aus dem Urlaub und merkte, er hat weniger Appetit. Direkt am Donnerstag bekam mein Kater die zweite Kortisonspritze. Die erste hatte ja sofort Wirkung gezeigt, und der
Tierarzt sagte, das wäre normal, weil 3–4 Wochen vergangen sind und die Wirkung jetzt nachlässt. Auf meine erneute Frage, ob ich mir Sorgen machen muss, hieß es wieder nein. Nach spätestens 48 Stunden sollte er wieder normal essen – wenn nicht, solle ich nochmal anrufen, obwohl direkt danach das Wochenende anstand.
Schon am nächsten Tag ging es ihm deutlich schlechter, und ich bin sofort wieder hingefahren. Dort wurde dann beim Ultraschall plötzlich ein aggressiver Magentumor mit Streuung festgestellt. Mir wurde direkt gesagt, dass ich ihn wohl nicht mehr mit nach Hause nehmen könne und es das Beste wäre, ihn direkt zu erlösen. Innerhalb weniger Minuten musste ich diese Entscheidung treffen. Ich dachte ja bis kurz davor noch, es wären nur Nebenwirkungen von der Spritze.
Hatte ihm auf der Hinfahrt noch versprochen, dass alles gut wird und wir 2 uns danach einen gemütlichen Männerabend machen
Am schlimmsten für mich ist aber das letzte Bild:
Mein Junge war nie sonderlich verschmust, aber kurz vor der Spritze saß er auf meinem Schoß, sah mir in die Augen, blinzelte ganz langsam, legte seine Pfote auf mein Herz und drückte dann seinen Kopf fest an meine Brust. Da dachte ich wirklich ganz kurz, ich träume nur. Sowas hatte er noch nie gemacht. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber es war irgendwie, als wolle er mir sagen: „Ist schon okay Papa, ich bin doch so müde…“ – um mir wohl noch die Entscheidung und den Abschied zu erleichtern. Dieses Bild werde ich nie mehr vergessen
Er war seit Tag 1 immer so ein herzensguter und dankbarer Junge. Er hat mir nie Ärger gemacht, nie was kaputt gemacht – nicht mal etwas verkratzt. Im Gegenteil: er hat’s immer irgendwie geschafft, mir gute Laune zu machen
Ich will hier auch die Ärzte (es waren 2 verschiedene, aber beide in derselben Praxis) nicht anprangern. Aber es macht mich unsicher und traurig, dass ein Tumor trotz mehrerer Untersuchungen nicht entdeckt wurde – und dass eine Kortisonspritze womöglich entscheidende Hinweise verschleiert hat. In diese Praxis würde ich jedenfalls nie wieder gehen. Ob ich mir jemals wieder ein Tier hole, weiß ich gerade nicht. Im Moment brauche ich erst mal Zeit, um alles zu verarbeiten. Ganz drüber hinweg kommen werde ich wohl nie zu 100 Prozent.
Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben.
Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen mit übersehenen Tumoren oder mit Kortison bei Katzen gemacht?
Er ist jetzt wenigstens wieder bei mir - in seinem zuhause - wo er auch hingehört
Schlaf gut mein tapferer Bub du bleibst für immer meine #1
