Belag in den Ohren
Gerade bei jungen, aber auch bei älteren Katzen findet man häufig Beläge in den Ohren, i.d.R. im Zusammenhang mit einem mehr oder weniger intensiven Kratzen.
Ursache sind v.a. Ohrmilben. Bei Befall mit selbigen findet sich typischerweise ein krümelig-schwarzes Ohrsekret, das meist in großen Mengen die Gehörgänge ausfüllt. Ferner kommen hin und wieder Pilzinfektionen vor, wobei sich das Sekret eher zu braun und schmierig verändert. Mitunter kann dann auch ein unangenehmer, hefeartiger Geruch auffallen. Eher selten sind bakterielle Infektionen mit eitrigem, also gelblich-stinkendem Ausfluss.
Bei allen Veränderungen des Ohrsekretes ist dringend angeraten, einen Tierarzt aufzusuchen; zum einen können Entzündungen durch Milben u.a. durch das Trommelfell zum Mittelohr, im schlimmsten Fall zum Innenohr hin durchbrechen. Zum anderen ist der Juckreiz sehr unangenehm für die Katze; durch anhaltendes Kratzen am Ohr kann sie sich außerdem erhebliche Verletzungen zuführen.
Der Tierarzt wird eine Untersuchung und Reinigung des Ohres vornehmen und eine Salbe oder Tropfen mitgeben, die regelmäßig gegeben werden müssen. Ohrmilben sind sehr hartnäckig, und man muss mit einer mindestens 14-tägigen Behandlung rechnen. Seit einiger Zeit gibt es auch ein wirksames Spot-on gegen diese Parasiten, das vier Wochen vorhält. Eine eingehende Säuberung zu Behandlungsbeginn ist dennoch notwendig.
Achtung, wenn noch andere Tiere im Haushalt leben: Die Milben sind von Katze zu Katze sowie von Katze zu Hund und umgekehrt übertragbar. Deshalb: Auch bei den übrigen tierischen Mitbewohnern auf entsprechende Anzeichen achten.
Vielfach wird versucht, die Ohren selbst zu reinigen. Dies ist durchaus erlaubt, solange es sich um den sichtbaren Teil der Ohrmuscheln handelt. Aber bitte nicht mit Q-Tips o.ä. im Gehörgang herumstochern. Die Gefahr, das Trommelfell zu verletzen, ist nicht groß, solange man nicht am Ohr zieht und damit den abgewinkelten Gehörgang "begradigt". Aber man kann das Ohrsekret dadurch weiter in den Gehörgang hineinschieben. Die daraus resultierende Verstopfung stellt eine willkommene Brutstätte für Bakterien dar.