Ich bin nicht mit dem Aufenthaltsort des Katers vertraut.
Ich weiss weder wo meine Kollegin genau wohnt (ausser, das es etwa 150 km von mir entfernt sein muss) noch war sie gewillt mir das mitzuteilen (weil ich eine Hol-raus-Veranstaltung mit ihr ja bereits geplant hatte, sie sich dann aber zurückgezogen hat).
Das ist es eben, ich konnte nichts tun, weil das einzige, was ich weiss ist, das diese zwei Häuser irgendwo in einem Dorf zwischen Hamburg und Bremen stehen, das ist ein bisschen sehr vage.
Trotzdem mache ich mir Vorwürfe. Auch hätte ich niemals gedacht, das es schon so weit ist, sie hatte ungefähr 4 Wochen nichts mehr über den Kater erzählt, nachdem sie mir nochmal gesagt hatte, sie würde vielleicht Fotos für die Vermittlung über mich machen, und das er schlechter aussehe.
Meine Gedanken gerade Sonntag waren exakt: "Montag sprichst du die Kollegin wegen dem Kater nochmal an, ob sie endlich die Fotos gemacht hat". Die Woche vorher war ich krank, die 2 Wochen davor hatte sie Urlaub.
Ansprechen brauchte ich sie dann nicht mehr, sie kam an und hat mir von seinem Tode berichtet.
Ich weiss es eben nicht, hätte ich mehr tun sollen? Hätte ich in der Firma ihre Adresse ausspionieren sollen? Dazu hätte ich wohl ihre Personalakte klauen müssen, und das in einer 80 Personen- Firma... Da wird alles gut verwahrt und intim gehalten.
Tja, hätte ich es gemacht... Vielleicht wäre ihm Leid erspart geblieben. Vielleicht wäre mir dann jetzt aber auch mein Job erspart.
Das war immer so ein hin und her bei ihr das ganze letzte Jahr. Sie fütterte den Kater, brachte ihn mal zum
Tierarzt, redete auf die Besitzer ein, meinte Erfolge zu sehen, dann der nächste Tiefschlag, die Verschlechterung... Und jetzt der letzte Hammer, das Ende.
In 3 Wochen kann leider viel passieren, und ohne gegenseitige Handnummern o.ä. kein Kontakt.
Ich war schon froh das sie mir soweit vertraute, das sie mir das alles erzählt hat. Ich wollte und konnte da nicht krass rangehen, dann hätte sie nie wieder darüber geredet geschweige denn einen Vermittlungsversuch über mich versucht.
Tja, oder doch? ich werde es nie erfahren.
Was ich überhaupt nicht verstehen konnte... Sie hat das Tier mindestens eine Woche stark leiden sehen, konnte nicht fressen, torkelte nur noch im Schleichgang...
Bis gestern hätte ich sie mit kleinen Einschränkungen als bedachte Tierfreundin ausgezeichnet, aber nach dem, was sie heute erzählt hat...
Nein
Wäre ich an ihrer Stelle gewesen wäre mir schon weit früher völlig egal gewesen, was die denken... Aber in dieser Situation am Ende da hätte ich mir das Tier geschnappt und einschläfern lassen, völlig egal was die gesagt hätten.
Nobody's perfect und ich denke für eine Geschichte wie diese braucht es keinen Katzenverstand. Aber auf Dörfern ticken die Uhren wohl doch immer noch anders.
Ihr könnte mir gerne eine Mitschuld geben

, das tue ich selbst ja auch. Ich bin weder ein Übermensch noch perfekt, das Gegenteil ist der Fall (naja, da ich ein Untermensch bin will ich damit jetzt nicht sagen

).