Hallo,
interessante Frage, aber sicher ziemlich komplex...
es kann natürlich sein, dass sich eine Katze ihrem Besitzer anpasst...
Ich bin aber sicher, dass auch Katzen auf Traumata "borderline-ähnlich" reagieren. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen aus den 50er Jahren, die mit Rhesusaffenbabies zum Thema "emotionale Bindung" durchgeführt wurden. Die Affen wurden traumatisiert, indem man sie von ihrer Mutter getrennt hat und dann auch noch einzeln gehalten hat. Sie haben früh selbstverletzendes Verhalten gezeigt und waren Artgenossen und eigenem Nachwuchs gegenüber aggressiv.
Misshandelte Katzen und Findelbabies zeigen oft ähnliches Verhalten. Katzen werden ja auch sozialisiert. Wenn die Sozialisation schief läuft, z. B. weil die Katze misshandelt wird, zeigt sich das oft in impulsivem Verhalten und auch in Selbstverletzung. Ich hatte gestern so eine Diskussion mit meiner Tierärztin... Wobei ich dieses Verhalten nicht als "Persönlichkeitsstörung" bezeichnen würde, denn diese Diagnose gibts bei Tieren nicht, soweit ich weiß. Aber Verhaltensauffälligkeiten, die den Persönlichkeitsstörungen von Menschen ähneln, gibts schon. Aber es ist ja schwierig, da wirklich Ursachenforschung zu betreiben... Ich weiß nicht, wie gut Du über die multifaktorielle Genese von Borderline Bescheid weißt: man geht ja davon aus, dass Borderline- Patienten an einer emotionalen Regulationsstörung leiden, die viele Ursachen haben kann und nicht zwangsläufig auf einem Trauma beruhen muss. Die wird man bei Katzen schwerlich herausfinden, weil Katzen sich nicht wie wir Menschen äussern können. Und die Frage ist auch, ob die Verhaltensmuster genau so stabil sind wie bei persönlichkeitsgestörten Menschen...
Ich fürchte, wir werden es nicht genau herausfinden..
So jetzt hör ich mal auf, mein psychiatrisches Fachwissen von mir zu geben,
liebe Grüße, Maren (die in der Psychiatrie arbeitet und eigentlich noch Urlaub hat, aber ihren Beruf total liebt :wink: )