Feline Vertuschungsaktionen

Diskutiere Feline Vertuschungsaktionen im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Ungeschicklichkeit kann man Katzen eigentlich kaum vorwerfen, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Vorhin ist eine meiner Kätzinnen in gewohnt...
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #1
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Inge

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Ungeschicklichkeit kann man Katzen eigentlich kaum vorwerfen, aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Vorhin ist eine meiner Kätzinnen in gewohnt eleganter Art durch die Wohnung gelaufen. Dann hat sie scheinbar irgendetwas, was ich nicht sehen konnte entdeckt und fixiert. Kurs und Geschwindigkeit hielt sie jedoch bei, bis sie schliesslich über einen auf den Boden liegenden Karton stolperte und stürzte! Das hat sie selbst für den Bruchteil einer Sekunde zweifelsfrei überrascht. Im nächsten Moment aber hat sie es so "hingedreht", als wäre das alles Teil ihres Vorhaben gewesen. Sie rollte einfach spielerisch etwas hin und her.

Ein in der Nähe sitzender Kater, Augenzeuge, musste das Missgeschick dann ausbaden, denn einen Wimpernschlag später sprang sie auf ihn drauf und verkloppte ihn.

Ähnliches habe ich bereit öfter beobachtet, und nicht nur von ihr. Beispiel: Vom Tisch gefallen - Situation "überspielt" - andere Katze verkloppt.
Irgendwo gegen gelaufen - Situation "überspielt" - andere Katze verkloppt.
Also immer der gleiche Ablauf bis auf die Ursache.

Ich vermute, dass die Katze genau weiss, das es sich jeweils um einen "Fehler" handelte, der in der Natur unter Umständen fatale Folgen haben könnte, da in einem solchen Moment die Verteidigungs- und Fluchtbereitschaft eingeschränkt wäre. Und das das anschliessende Verprügeln eines "unschuldigen Augenzeugen" quasi eine Frustkompensation darstellt. Wie gesagt: Nur eine Vermutung

Mich würde interessieren, ob ihr ähnliches beobachtet habt und ggfs. andere oder erweiternde Erkärungen kennt.
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #2
also, ich habe auch den Eindruck, dass solche Fehler gerne vertuscht werden, also so dargestellt werden als wären sie teil des ursprünglichen vorhabens gewesen. Pöbel berechnet den Sprung feil und fällt vom Tisch, zu beispiel. das wird "vertuscht", und er lässt uns dann alle glauben, er hätte das so vorgehabt.

allerdings habe ich nicht beobchaten können, dass direkt danach eine andere Katze verkloppt wird. nun habe ich nur zwei Katzen, die wahl wen man verkloppen könnte ist nicht so gegebenl. aber die zwei kloppen sich nicht unbedingt nach so einem vertuschten Fehler.

heike
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #3
Das ist bei uns auch nur so, wenn gerade eine andere Katze daneben sitzt, bzw. zugesehen hat.
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #4
Das nennt man Übersprungshandlung. ;)
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #5
So simpel ist es meines Erachtens nicht. Eine klassische Übersprungshandlung bezieht sich auf eine unmittelbare Aktion bzw. Reaktion, beispielsweise das hektische Putzen bei Reizüberflutung, bzw. Entscheidungszweifel. Übersprungshandlungen sind zudem in der Sache, bzw. auf den Auslöser bezogen völlig ineffektiv und reflexartig (Z.B. bei Menschen: Haare aus dem Gesicht streichen, nervöses Zwinkern, kratzen etc.)

Hierbei geht es aber um einen wesentlich komplexeren und "durchdachten" Ablauf.
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #6
Meinste? Ich weiß nicht, irgendwie trau ich meinen Katzis dann doch nicht soviel Schalk zu. 8)
 
  • Feline Vertuschungsaktionen Beitrag #7
Meinste? Ich weiß nicht, irgendwie trau ich meinen Katzis dann doch nicht soviel Schalk zu. 8)

Ich schon und ohne jeden Zweifel. Vermutlich geht es hierbei wirklich darum, dem entsprechenden Zeugen "klar" zu machen, dass es sich um keine Schwäche handelte und er sich keine falschen Hoffnungen in Bezug auf Hierarchie oder Angreifbarkeit machen braucht.

Es gibt eine ganze Menge im kätzischen Alltag, für das ich die alten "Instinkt-Begründungen" absolut nicht für ausreichend halte. Individuelle Intelligenz zeigt sich ja schon durch oftmals individuell sehr unterschiedliche Verhaltensmuster bei vergleichbaren Situationen, da Kreativität und "Auslegungsvermögen" dafür benötigt werden. Wäre alles Instinkt, müssten Katzen "gleichgeschaltet sein. Programmatischer Instinkt lässt keinen Spielraum für Variationen.

Ein schönes Beispiel dafür ist auch folgendes, obwohl es dabei um einen Hund geht.

In einem Gartenlokal habe ich mal eine Frau mit einem Hund beobachtet. Er hatte sich einen Stock mitgebracht und knabberte unter dem Tisch darauf herum. Irgendwann ist er eingeschlafen und wieder erwacht, als sein Frauchen aufbrach. Natürlich hat er sich gefreut und die Beiden zuckelten davon - der Stock lag noch unterdem Tisch. Etwa hundert Meter weiter blieb der Hund einen Moment stehen, drehte sich um und rannte zurück um den Stock zu holen. Das Frauchen hat ihn dazu aber nicht animiert, denn es rief nach ihm, als sie seine "Flucht" bemerkte.

Das beweist eindeutig, dass er darüber nachgedacht haben muss.
 
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