Nach nunmehr fast einer Woche hat sich Rudi völlig integriert.
Heute Nacht hat er auf Kopfhöhe neben mir geschlafen, was ich dadurch erfuhr, das er mir mit einer Pfote mehrmals ins Gesicht trat, weil ihm der verfügbare Platz offensichtlich nicht ausreichte. Als ich ihn darauf ansprach, blinzelte er kurz mit dem verbleibenen Auge und sagte leise "Määäh". Dann haben wir weiter gepennt.
Gestern kloppte er sich zudem mit unserer Hündin, was darin endete, dass sie - sich abwechselnd jagend, wie die Wildsäue durch die Wohnung galoppierten. Es war übrigens erstaunlich anzusehen, wie schnell der dreibeinige Katzenmann rennen kann! Später lagen sie dann wieder gemeinsam im Hundekorb, wo übrigens offenbar die Regel "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" gilt.
Ansonsten ist unsere Katzenoma seine feste feline Ansprechpartnerin. Man putzt sich gegenseitig, reibt sehr lange und intensiv die Katzenköppe aneinander und macht das Mittagsschläfchen zumeist Fell an Fell.
Ganz offenbar hat er es ganz besonders mit Frauen. Er kommt zwar auch zu mit zum Schmusen, aber die Damenwelt hat es ihm doch mehr angetan. Wenn meine Mädels da sind, ist er ganz der Bohemian und genießt seine "Groupies".
Die anderen Katzen haben bisher nicht sehr viel mit ihm zu tun, aber es gibt keinerlei Feindseeligkeiten oder Stress. Man frisst gemeinsam, und dann macht jeder wieder sein eigenes Katzending.
Mit seinem besonderen Charakter und seiner relaxten Art und Weise ist er eine absolute Bereicherung in unserem Heim-Zirkus. Und seine Wunden und Behinderungen scheinen ihm überhaupt nichts mehr auszumachen.
Ich weiss nicht warum, aber irgendwie erinnert er mich an Lino Ventura.
