Hallo Frau X,
Bad Marienberg. Katzen und Kater, besonders frei laufende, sollten jetzt
kastriert werden. Die Bundestierärztekammer, der Tierschutz, ihre Nachbarn
bitten alle Katzenhalter um ihre Hilfe, das Elend vieler Tiere zu
verhindern. Nicht von ungefähr stellten die Ägypter die Göttin der
Fruchtbarkeit in Gestalt einer Katze dar. Schließlich zeugen ein Katzenpaar
und seine Nachkommen in zehn Jahren statistisch gesehen ca. 80.000.000
Nachkommen. Doch so entzückend junge Kätzchen auch sind - bei weitem nicht
alle finden liebevolle und verantwortungsbewußte Besitzer für teils 20
Jahre und länger. Noch immer werden viele Katzenjunge auf brutale Weise
getötet oder einfach ausgesetzt, so wie erst kürzlich wieder, als zwei
Katzenkinder beim Schneegestöber in einem Karton vor dem Kaufland in
Westerburg "entsorgt" wurden. Wieviel Leid könnte den Tieren erspart
bleiben, wenn die Tierhalter auch nur einen Funken Verantwortung zeigen
würden.
Die Überlebenden verwildern, sind meist unterernährt, quälen sich mit
dicken Wurmbäuchen, die Würmer fressen die Darmwände an und die Tiere
verenden oft genug jämmerlich an Infektionskrankheiten wie beispielsweise
der Katzenleukose, Katzenaids oder dem so genannten "Katzenschnupfen".
Viele Tiere werden auch überfahren oder von Jägern erschossen - Gefahren,
denen natürlich jede Katze ausgesetzt ist, die sich frei bewegen darf.
Allerdings streifen paarungsbereite Katzen und Kater deutlich weiter und
ausgiebiger herum als ihre kastrierten Artgenossen. Die Kastration wirkt
außerdem auch direkt lebensverlängernd: Es ist erwiesen, dass bei Tieren
beiderlei Geschlechts viele hormonabhängige Erkrankungen verhindert oder
zumindest drastisch reduziert werden. Dazu gehören Gesäugetumore,
Gebärmutterentzündungen, Prostataerkrankungen oder Hodenkrebs. Die Methode
der medikamentösen Empfängnisverhütung ("Katzenpille") als Alternative zur
Kastration ist dagegen mit Risiken für die Gesundheit verbunden und genaue
wie beim Menschen auch, nicht immer zuverlässig. Zudem ist sie bei Tieren,
die freien Auslauf haben, sehr unsicher. Die Wirksamkeit bei Erbrechen,
Durchfall ist oftmals nichtig.
Als wichtiger zusätzlicher Vorteil der Kastration gilt, dass sich das
Zusammenleben von Katze und Mensch nach der Operation oft erheblich
angenehmer gestaltet. Denn eine Katze wird nicht mehr rollig und
nächtelange Jaulkonzerte gehören der Vergangenheit an. Der Urin kastrierter
Kater verliert seinen abstoßenden Geruch und bis zu 95% der Tiere stellen
nach dem Eingriff das Urinmarkieren ein. Handeln Sie, bevor es zu spät ist.
Bei ursprünglich gezüchteten Rassen, wie z.B. dem Bengale kann eine
Kastration nach der 12. Lebenswoche bereits zu spät sein, oftmals markieren
die Tiere dann lebenslänglich, so die Leiterin der Katzenhilfe-Westerwald
e.V. Aus Erfahrungen von weit über 2.000 Kastrationen konzentriert sich die
Katzenhilfe auf die Frühkastration ab der 10. Lebenswoche. Die morgens
kastrierten Katzenkinder toben abends bereits wieder mit ihren
Geschwistern, die Wundheilung geht erstaunlich schnell, der Minieingriff
bei einem weiblichen Jungtier ist ein knapper Zentimeter, bereits nach
wenigen Tagen ist alles vergessen und man sieht den Eingriff kaum noch. Die
Katzen entwickeln sich prächtig und brauchen sich das Markieren gar nicht
erst anzugewöhnen. Vergessen Sie die wichtige Kennzeichnung ihres
Haustieres nicht, egal ob Wohnungskatze oder Freigänger, der Chip und die
Tätowierung helfen ihrem Tier schnell wieder zu Ihnen zurück gebracht zu
werden. Besonders reine Wohnungskatzen sind auf schnelle Hilfe angewiesen,
denn sie können mit den Gefahren draußen überhaupt nicht umgehen.
Kastration und Kennzeichnung rettet leben! Jeder, der sein Tier unkastriert
und ohne Kennzeichnung in den Freigang entläßt handelt verantwortungslos.
Jährlich landen allein in unserem kleinen Tierheim rund 200 Katzenkinder.
200 süße kleine Kätzchen, die allesamt auf ein verantwortliches Heim
hoffen. Jede unkontrolliert produzierte Hauskatze die im Tierheim landet,
ist eine zuviel! Für sozial schwache Menschen bieten die überwiegenden
Tierschutzvereine Kastrationshilfen an.
Wir appellieren an die Tierhalter, die ihre Tiere unkontrolliert
fortpflanzen lassen, bitte bedenken Sie, dass durch die unweigerlich
vorkommende Abwanderung der Tiere, eine Straftat des Aussetzens auf eigenem
oder fremden Grund und Boden stattfindet, welche mit bis zu 25.000 Euro
Strafe und Freiheitsentzug geahndet wird. Tierschutz geht uns alle etwas
an, daher sind Katzen, die in derartiger Haltung leben und zum Abwandern
genötigt werden auch darauf angewiesen, dass die Nachbarschaft nicht die
Augen vor dem Leid verschließt. Oftmals wird der Nymphensittich, als
Schwarmtier in Einzelhaltung im Kinderzimmer gehalten, dagegen die
Hauskatze als meist typischer Einzelgänger oft in Rudeln von 20, 30 und
mehr Tieren. Unweigerlich wandern Katzen ab in der Hoffnung auf
verantwortliche Tierhalter zu stoßen. Die Tiere irren umher und suchen
Hilfe, die gewölbten Wurmbäuche schmerzen, der Hunger zerrt an ihnen, die
Kraft der Haustiere sinkt. Eine Katze ist nicht in der Lage sich dauerhaft
eigenständig gesund zu erhalten und artgerecht zu leben. Der Mensch hat die
Katze zum Haustier gemacht, er trägt Verantwortung gegenüber seinem
Mitgeschöpf!
Katzenhilfe-Westerwald e.V. Tel. 02661-40982 oder 0177-7889766 oder
[email protected]
Quelle: Rundmail
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