Und auf der anderen Seite wird die Landwirtschaft und Landwirtschaftskultur hierzulande via EU systematisch zerstört.
Wie auch die Produkte, die durch die ganze Normierung und Artenregulierung völlig verarmten.
Mein Lieblingsbeispiel sind da immer Tomaten, da wir selber ca. 20 alte Sorten im garten haben, was meine Frau einst eingeführt hat, weil sie jedesmal stinkig war, wenn sie welche eingekauft hat.
Es gibt Hunderte von Sorten mit den wunderbarsten und unterschiedlichesten Geschmacksrichtungen. Man könnte spezielle Tomatenläden mit einer enormen Sortimentsbreite eröffnen, wenn man denn dürfte...
Trotzdem sind für den EU-Handel nur wenige Sorten zugelassen. Wer also selbst keinen Garten hat oder keinen kennt, der ihm welche geben kann, hat ganz einfach die Arschkarte.
Stattdessen finanziert die EU Forscher, die seit Jahren versuchen Tomaten mit Kartoffeln zu kreuzen. Das ist kein Scherz!
Wenn man generell bei Obst und Gemüse die Möglichkeiten nutzen würde, und der Fokus wieder auf Geschmack, Vielfalt, Ursprünglichkeit und Gesundheit läge, statt auf Ertrag, könnte ein atamberaubendes Sortiment auf den Markt geworfen werden, das den Bedarf nach Kiwis, Bananen, Orangen und sonstigen Süd- und Tropenfrüchten, die durchweg alle teuer und umweltbelastend herangeschafft werden müssen, sicherlich deutlich reduzieren würde.
Natürlich müsste man den Bauern in den Herstellerregionen dann anderweitig helfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber auch das geht umweltfreundlich, wie einige Fair Trade-Projekte zeigen.
Zudem sollten Ernährungskunde und Kochen in den Schulen m.E. auch ein primäres Pflichtfach sein, dass z.B. Deutsch und Mathematik völlig gleichwertig ist. Unter dem Strich ist es aus wirtschaftlicher und gesundheitlicher Sicht wesentlich wichtiger als Quantenphysik oder ähnlicher Special Interest-Unsinn, den letztlich nur 1-2 Prozent der Schüler im Leben jemals wieder brauchen, sofern sie es überhaupt jemals kapiert haben.
Ich hoffe auch sehr, dass das Urteil weitreichende Folgen haben wird. Die Wirtschaft, die darunter zunächst zu leiden haben wird, wird sich umgewöhnen. Das hat sie immer gemacht.