Wir vermissen Julchen und Othelo

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Nanni267

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Hallo miteinander!

Ich bin ziemlich neu hier und habe schon viele Eurer aufmunternden Berichte bezüglich vermisster Katzen gelesen. Auch uns quält nun diese unbeschreibliche Unsicherheit und das ist wohl das schlimmste, was einem Katzenbesitzer widerfahren kann. Ich möchte Euch gerne meine Geschichte erzählen und meinem "schweren" Herzen ein wenig Luft machen. Dies ist mein erster Eintrag. Bitte verzeiht mir also Anfängerfehler.

Im Mai letzten Jahres - wir waren im Garten meiner Eltern - kam plötzlich so ein kleines Wesen daherstolziert, unsagbar zart und anschmiegsam, und so selbstverständlich, als gehörte sie schon immer hierher. Wir haben sie gefüttert und es schien, nachdem die Kleine nun öfters zu uns kam, als sei sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Wir beschlossen, das kleine Samtpfötchen, das uns schnell um die kleine Kralle gewickelt hatte, zu adoptieren und tauften sie auf den Namen "Julchen".

Von nun an fuhr ich regelmäßig nach der Arbeit zu meinen Eltern (wohne 1 km entfernt), nahm ein paar Brekkies von unseren beiden Stubentigern mit, und fütterte Julchen. Natürlich gab es anschließend noch lange Streicheleinheiten. An kalten Tag lag Julchen zusammengerollt und im Schutz meiner Jacke auf meinem Schoß und genoß schnurrend, so kam mir vor, den Moment - genau wie ich.
Diese Szenen spielten sich fast jeden Abend unter der Pergola meiner Eltern ab. Ich hätte sie gerne zu mir genommen. Da ich aber zum einen zwei Stubentiger hatte und nicht wußte, wie sie aufeinander reagieren, zum anderen Julchen ihre Outdoor-Aktivitäten hätte aufgeben müssen, hatte ich diesen Gedanken schwermütig abgehakt. Leider konnten meine Eltern Julchen ebenfalls nicht ins Haus nehmen, da mein Vater unter einer Allergie leidet. Also besorgte ich einen Karton, legte eine Decke hinein und hoffte, Julchen wenigstens einen Hauch von Luxus zu geben.

Optimale Lösung nahte: Die Nachbarn meiner Eltern nahmen sich der, wie sich herausstellte, schwangeren Julchen an und kümmerten sich auch um die tierärztliche Versorgung. Pfingstmontag gebar Julchen dann vier Welpen, wobei sie leider einen Welpen bei der Geburt verloren hat, zwei konnten vermittelt werden, Othelo blieb. Von nun an tobten die beiden zusammen durch die Gärten, sie spielten, sie jagten, sie erkundeten ... sie waren einfach lieb anzusehen. Ihre Mahlzeiten konnten sie sich aussuchen, da sie ja nun zwei Zuhause hatten: das der Nachbarn und das meiner Eltern. Zwischenzeitlich hatten Julchen und Othelo meine Eltern auch soweit, daß sie tagsüber oft in deren Wintergarten ihren "Schönheits-schlaf" in dem kleinen Bettchen, das ich besorgt hatte, halten konnten. Leider mußten sie nachts immer raus, denn auch bei den Nachbarn konnten sie nachts nicht bleiben.

Hätte ich gewußt, was noch passiert, ich hätte heute anders gehandelt.

Am 2. August 2007 saßen wir im Gartenhäuschen meiner Eltern. Wir hatten Besuch und feierten in kleiner Runde Wiedersehen. Wir lachten, wir tranken, wir sangen. Julchen schaute kurz vorbei, ging aber schnell wieder, da es ihr wohl zu laut war. Wäre ich ihr doch nachgegangen und hätte sie in den Wintergarten "gesteckt", in Sicherheit ...

Am nächsten Tag kam sie nicht mehr - bis heute nicht. Es stellte sich heraus, daß sich auch Othelo schon einige Tage nicht mehr hat blicken lassen.

Wir haben gesucht, gesucht wie verrückt: wir haben Suchzettel in Briefkästen geworfen, mit Nachbarn gesprochen, Plakate an Laternen, in Geschäften, Tankstellen großräumig verteilt. Tierärzte, Tierheime, Tierkliniken, Tierschutzverein, Tasso und etliche andere Internet-Suchdienste eingeschaltet. Wir sind die Gegenden mehrfach abgefahren, auch nachts, haben Felder, Büsche und Sträucher durchkämmt. Wir waren bei der Polizei, auf Bauernhöfen, haben mit der Straßenmeisterei gesprochen, mit dem Jäger. Es erschienen große Artikel mit Bildern in zwei großen Lokalzeitungen ... Aber Julchen und Othelo bleiben wie vom Erdboden verschluckt.

Tierfänger will ich ausschließen, da ansonsten mehrere Katzen fehlen würden. Tierhasser? Tja, ehrlich ... das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, mir sind keine gravierenden Nachbarschaftsstreitigkeiten bekannt. Aber merkwürdig ist das ganze schon.

Ich mache mir Vorwürfe, daß ich es nicht zumindest versucht zu habe, Julchen zu uns zu nehmen. Othelo hätte man als reine Wohnungskatze nicht halten können, er hatte immer den Drang nach draußen.

Es vergeht seitdem keine Sekunde, in denen ich nicht an Julchen und Othelo denke und mich frage, was passiert ist. Ich kann dieses beklemmende Gefühl schlecht beschreiben, es ist als funktioniere man nur noch ferngesteuert, jegliche Lebensfreude verloren.

Ich hoffe und bete jeden Tag, daß Julchen und Othelo nur durch einen Zufall beide verschwunden sind und irgendwann wieder vor der Tür stehen ...
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #2
:roll: Dass Freigänger einem enormen Risiko unterliegen, muss doch heute eigentlich jedem Tierhalter bekannt sein.

Sorry, aber ist es nicht besser, sich von vornherein umfassend darüber Gedanken zu machen und sich zu informieren, wie man das verhindern kann?

Falls den Katzen etwas passiert ist, tut es mir für die beiden außerordentlich leid. Ansonsten hält sich mein Verständnis stark in Grenzen.
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #3
@mbberlin

Vielen Dank für die "mitfühlenden" Worte!
Welcher Teil von meiner Geschichte war denn nicht verständlich?!?


@Jojo

Hallo Julia!
Vielen Dank für Deine lieben Worte! Das ist auch meine Hoffnung! Vielleicht liegen Julchen und Othelo tatsächlich irgendwo (wenn auch in verschiedenen Haushalten) auf dem Sofa und lassen es sich gutgehen. Anders hält man diese quälende Ungewißheit wohl kaum aus ...
Drück uns weiter die Daumen, daß unsere Stubentiger irgendwann zurück kommen!

Daß mit der Katze Deiner Oma tut mir sehr leid. Wie lange ist dann denn jetzt her?
Da die Katze ja doch schon einige Jährchen "auf dem Buckel" hatte (ich weiß, Katzen können noch älter werden, sie können aber auch noch früher sterben!), ist es wirklich nicht ganz abwegig, daß sie sich irgendwo hin verkrochen hat, um zu Sterben. Du solltest Dir keine Vorwürfe machen. Ich bin mir sicher, daß sie bei Euch ein schönes Zuhause hatte. Und das ist nicht selbstverständlich! Versuche, die Situation zu akzeptieren und Deine Katze in guter Erinnerung zu behalten. Bitte vergleiche sie auch nicht mit anderen Katzen. Damit tust Du keinem einen Gefallen und das wäre ihren "Nachkömmlingen" gegenüber auch nicht fair. Jede Katze ist einmalig und hat etwas einzigartiges an sich!
Und wer weiß ... vielleicht kommt sie ja doch irgendwann wieder. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...
(Mensch, jetzt habe ich mich wohl wirklich angehört, wie so ne Briefkastenomi :roll: )
Gruß
Sandra
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #4
@mbberlin

Welcher Teil von meiner Geschichte war denn nicht verständlich?!?

Das war textlich durchaus verständlich - inhaltlich aber nicht. Die Tiere können wg. Allergie oder sonstwelchen Gründen nicht ins Haus und Kastration scheint im Übrigen auch ein Fremdwort zu sein.

Mit einer Decke in einem Karton ist es nunmal nicht getan.
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #5
@mbberlin
Ok, dann versuche ich, mich inhaltlich mal deutlicher auszudrücken:
Ein kleines Kätzchen tauchte letztes Jahr plötzlich im Garten meinen Eltern auf. Wir haben sie gefüttert und sie kam daraufhin regelmäßig. Das veranlaßte uns, zu vermuten, daß sie scheinbar von einer hier bekannten Familie kam, die sich aus finanziellen Gründen nicht um Julchen, wie wir sie dann nannten, kümmern konnten und scheinbar auch kein Interesse daran hatten. Julchen war scheinbar auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
Natürlich hätte ich Julchen nur zu gern zu mir genommen, habe ich aber deshalb nicht gewagt, weil sie - wie schon erwähnt - zum einen bei uns nur in der Wohnung hätte bleiben müssen und zum anderen ich nicht sicher war, ob sie sich mit meinen anderen beiden Stubentigern verständen hätte. Was wäre denn gewesen oder besser: was hätte ich ihr angetan, wenn das alles schief gegangen wäre?!?
Bei meinen Eltern konnte sie - eben aufgrund der Allergie meines Vaters - leider nur bedingt bleiben, nämlich tagsüber des öfteren im Wintergarten.
Die Nachbarn, die in Katzensachen doch mehr Erfahrung haben als meine Eltern, haben sich um Julchen dann gekümmert, was uns schließlich beruhigte. Leider konnte sie dort nachts (aus welchen Gründen auch immer) auch nicht im Haus bleiben (es sind Katzen aber auch schon bei Tag verschwunden).
Das mindeste, was ich meinte, seinerzeit tun zu können, war, ihr einen Karton mit einer Decke hinzustellen. Klar, jetzt weiß ich es auch besser. Vielleicht hätte ich doch mehr riskieren sollen. Hinterher ist man ja immer schlauer!!

Selbstverständlich waren sowohl Julchen als auch Othelo kastriert!

Ich hatte mir hier eigentlich Trost und keine "Selber-Schuld-Reaktionen" erhofft. Vorwürfe mache ich mir weiß Gott selbst genug!
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #6
@Jojo

Hallo Julia!
Daß Eure Hexe wirklich zum Sterben abgehauen ist, dafür sprechen ja nun einige Faktoren: Wildkatze, unregelmäßige "Gesundheits-Checks" ... und ich vermute mal, daß zur fraglichen Zeit keine weiteren Katzen verschwunden sind, also Tierfänger o.ä. ausgeschlossen werden können?
Vielleicht hat sie sich aber auch ein neues Zuhause gesucht, weil sie eine anstehende Veränderung gespürt hat, was ja nicht heißt, daß es ihr schlecht bei Deinen Großeltern ging. Versuche, positiv zu denken. Ihr geht es bestimmt gut, sei es, daß sie ein anderes liebes Zuhause gefunden hat, sei es, daß sie über die Regenbogenbrücke gegangen ist und sich nun mit Artgenossen vergnügt ...
Wie lange ist das eigentlich her? Ach, und noch ne Frage: Warum sind die Nachbarn "seltsam"? Ich hoffe doch, keine Tierhasser!

Warum war es denn ein Kampf, Deinen Kater Leo am Leben zu erhalten? Wie alt sind Deine Katzen? Sind es Haus- oder Rassekatzen?

Gruß Sandra
 
  • Wir vermissen Julchen und Othelo Beitrag #7
Hallo Julia!
Ich komme einfach nicht drüber hinweg: Nachdem was Du geschrieben hast, bin ich fast davon überzeugt, daß Hexe sich entweder ein neues Zuhause gesucht hat oder ihren letzten Weg angetreten ist. Auch wenn es schwer zu verkraften ist, solltest Du ihre Entscheidung akzeptieren. Die Einstellung der Nachbarn ist nicht in Ordnung, dennoch kann man froh sein, wenn sie tierlieb sind und sich um Hexe, wenn sie denn dort auftauchen würde, kümmern würden. Hast Du bei denen denn mal nachgefragt?

Mein Gott, Deine beiden Stubentiger sind ja süß! Zum verlieben! Mit Leo hast Du ja einiges durchgemacht. Finde ich toll, dass Du Dich so um ihn gekümmert hast. Da hast Du zu ihm sicher ein ganz besonders enges Verhältnis, oder? Hattest Du ihn aufgrund seines Pilzbefalles so früh zu Dir genommen? Normalerweise sollte man Welpen ja nicht vor der 10. Woche von der Mutter trennen. Da Du ja nicht 100%ig weißt, welcher Rasse er angehört, vermute ich auch mal, dass Du ihn aus einem Tierheim oder irgendwo „aufgegabelt“ hast?

Ok, nun ich: Wie ja schon erwähnt, haben wir noch zwei Stubentiger. Sie sind Geschwister, EHK und ca. 2 ½ Jahre alt. Sie heißen Tom & Jerry und sind so unterschiedlich, wie man unterschiedlicher gar nicht sein kann:
Tom ist der Ruhige, der Softi, der Sanfte, der Geduldsame. Schmusen geht nur zu seinen Bedingungen: wo, wann und wie lange bestimmt er. Er ist seeehr geduldsam: vor einer Spielmaus könnte er stundenlang sitzen und sie fixieren. Oder er wirbelt sie einfach nur durch die Lüfte. Seine Ausdauer (auch beim Quängeln) ist beeindruckend und sehr lehrreich. Tom liebt es auf der Heizung zu liegen und die jetzt im Herbst herunterfallenden Blätter zu beobachten. Von seinen täglichen Katzenerlebnissen könnte er Romane erzählen; Tom ist nämlich eine kleine Plaudertasche.
Nur beim Essen ist er sehr heikel: es kann das teuerste und beste Futter „auf dem Tisch“ stehen, wenn er nicht mag (obwohl man meinte, er müsse doch Hunger haben), bleibt schon mal die volle Schüssel stehen. Tom ist eher der „Etappenesser“, der gerne später nochmals zum Napf geht. Stehenlassen ist aber nicht möglich, da sonst Jerry (Allesfresser) dran geht, also wird der kleinen Majestät das Essen später dann noch mal serviert, und wenn es ihm in der ganzen Wohnung hinterher getragen wird (man kann also nicht unbedingt behaupten, unsere Katzen seien verwöhnt oder hätten gar „Starallüren“).

Jerry hingegen ist der Draufgänger, der Rebell, der Macho. Wenn er nicht seinen Willen bekommt, geht er schon mal „die Wände hoch“. Schmusen kann man mit ihm wie wild, nur wenn er genug hat und man das ignoriert, bekommt man schon mal seine kleinen Beißerchen zu spüren. Jerry liebt es, unter der Decke oder in Höhlen zu liegen und in der Badewanne zu Plantschen. Er trinkt gerne aus der laufenden Wasserleitung, bekommt es aber nicht wirklich auf die Reihe, ordentlich Gras zu fressen. Bei Tom ist das umgekehrt. Wasserleitung geht nicht so wirklich, Grasfressen: vorbildlich. Zu „Wort“ meldet sich Jerry nur, wenn man sich erdreistet hat (versehentlich natürlich), die Fütterungszeit nicht pünktlich eingehalten zu haben. Oder wenn man etwas mit energischem „Nein“ verbietet, gibt er schon mal ein paar „Widerworte“.

Mit Vorliebe ertränken beide ihre Spielmäuse o.ä. im Wassernapf. Wobei ich noch nicht dahinter gekommen bin, was das zu bedeuten hat (tot ist das Spielzeug ja schon). Fangenspielen ist natürlich auch lustig, erst recht auf dem frisch gewischten Laminatboden, da lässt es sich ja so schön rutschen.
Ohne Zweifel ist Jerry das Alphatier. Er hat das Sagen und Tom hat manchmal Platz zu machen, wenn Jerry gerade auf genau die Schlafstelle möchte. Aber in der Regel haben beide ihre Schlafplätze. Fremden gegenüber sind sie sehr scheu, wobei Jerry, der sonst immer ´ne große Klappe hat, dann meistens Tom vorschickt, um die „Lage zu checken“.

Ich könnte ja jetzt noch stundenlang schwärmen, aber irgendwann ist gut und ich möchte Dich nicht langweilen.

Lieben Gruß

Sandra
 
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