*schluck* Tut mir sehr leid, sowas zu lesen.
Ich musste mittlerweile zwei Kater einschläfern lassen.
Wann der richtige Zeitpunkt ist? Hm.
Also bei einem Kater hat sich das sofort entschieden als der Arzt in der Tierklinik sagte, dass er noch eine Woche zwangsernährt werden kann. Die Tortur wollte ich ihm nicht antun, er hatte schon zuviel gelitten.
Der andere Kater hatte einen Unfall, deftig: u.a. Ober- und Unterkieferbruch. Trotz Fixierung wuchs das schief zusammen, sodass er nicht mehr selbständig fressen, saufen und putzen konnte. Das war ein Pfusch der Klinik. Nach ca. zwei weiteren Wochen gingen wir zu unserem
Tierarzt, der bestätigte, dass das schief bleiben würde.
Sein Lieblingsplatz war, besonders wenn er Schutz suchte, auf meinem Schoß unter meinem Pulli, eingerollt wie ein Embryo. Fast 3 ganze Tage schmusten wir und ich "erklärte" ihm, wenn der
Tierarzt die Diagnose bestätigt, dass er erlöst wird. Dass er nicht zuschauen muss, wenn seine Geschwister fressen. Dass er nicht zuschauen muss, wie sie ein Leckerli bekommen. Dass er nicht mehr verzweifelt nach der Fütterung mit der Spritze (die eher eine Schlammschlacht war) putzen muss. Dass er nicht die "Erniedrigung" erleben muss, dass sein Stand als Revierkater zurückgeht. Usw. Und als der Termin beim
Tierarzt war, war ich praktisch darauf vorbereitet. Leicht war der Schritt nicht. Es war keine Gefühls-, sondern Vernunftentscheidung.
Wenn ich das jetzt schreib, laufen die Tränen,
ich denk aber trotzdem, dass es für ihn und für uns das beste war. Ich glaub auch, dass er es wusste, so wie die Einschläferung ablief.
Deswg. möchte ich Dir ans Herz legen, Dich von Deinem Whisky zu verabschieden, egal was andere denken und sagen. Er ist Dir ans Herz gewachsen und wenn jemand einen verlässt, auch noch auf endgültige Weise, wird es eine Lücke und Wunde hinterlassen. Sie ist aber nicht so groß, wenn man sich die Zeit zum Verabschieden gibt und auch ein Trauern hinterher zulässt.
Liebe Grüße und alles Gute
Dendrit