Hallo,
da einige Mitglieder der Meinung waren, das dieses Thema in einen eigenen Thread besser aufgehoben wäre, habe ich dieses Thema noch einmal aufgegriffen. Achtung - die Einleitung ist etwas länger ausgefallen. Wer also kein Interesse hat, sich inhaltlich mit diesen Thema auseinanderzusetzen sei hiermit vorgewarnt. :wink:
Katzen leben in der freien Natur eigentlich als reine Einzelgänger, wobei mit Natur alle Gebiete gemeint sind, in denen Menschen kaum bis gar keine Rolle spielen. Das ist einfach ein Tatsache die kaum zu widerlegen ist. Allerdings hat das Leben, welches Hauskatzen unter unserer Obhut führen, halt auch nicht viel mit dem natürlichen Verhalten ihrer wilden Artgenossen zu tun. Unsere Katzen brauchen sich keine Gedanken um Dinge wie Revierverteidigung machen. Sie müssen für ihre Ernährung nicht mehr jagen und selbst die Sexualität haben wir ihnen mit der Kastration genommen. Dies trifft vorallen auch auf alle bekannten, grossen Katzengruppen zu, die in diesen Zusammenhang immer genannt werden. Bsw. gibt es in der Stadt Rom sogar eine eigene Katzenbeauftragte in der Stadtverwaltung. Auch die bekannteste Katzengruppe im römischen Koloseum besteht aus ausnahmslos kastrierten Tieren, die regelmässig ärztlich untersucht werden für die es wegen der Touristen sogar feste Fütterungszeiten gibt.
Aber in der echten Natur, wo Katzen wirklich um jeden Happen Futter und jeden Hektar Revier hart kämpfen müssen gibt es eigentlich keine Gruppenbildung. Ich habe jedenfalls noch niemals gehört, das bsw. Europäische Waldwildkatzen gemeinsam in Gruppen leben. Gruppenbildung bei Katzen dürfte also lediglich eine Folge der menschlichen Einflussnahme sein.
Nun werden sich wieder viele fragen, weshalb das überhaupt so wichtig ist. Die Frage ob Katzen von Natur aus eigentlich Einzelgänger sind, hat meiner Meinung nach, entscheidente Bedeutung wie eine artgerechte Haltung bei Katzen eigentlich aussehen sollte. Vorallen Wohnungskatzen leiden bsw. sehr unter Langeweile, da jegliche Aufgaben, die Katzen in der Natur haben, komplett wegfallen. Da bleibt ausser einigen Spielsachen die wir ihnen anbieten nicht mehr viel übrig mit was sie sich beschäftigen können. Das dürfte eigentliche Hauptproblem bei der heutigen Katzenhaltung sein. Genau wie bei Tieren in den zoologischen Gärten.
Mit einer Vergesellschaftung mehrerer Katzen kann man dafür sorgen das sie sich miteinander beschäftigen können und damit der Langeweile Einhalt gebieten. Aber ich denke, je näher die Katzenhaltung am Leben ihrer wilden Verwandten, je sich die Katzen selbst beschäftigen können, bsw. bei Freigänger, desto weniger besteht die Notwendigkeit eines Mehrkatzenhaushaltes.
Ausserdem... und das muss auch mal gesagt werden, schafft ein Mehrkatzenhaushalt natürlich auch mehr Stress für jede einzelne Katze, was zum Teil ja sogar gewollt ist. Aber ganz falsch wäre es meiner Meinung nach, seine Katzen allzu sehr vermenschlichen zu wollen und zu glauben, Katzen wünschten sich einen Partner, genau so wie es bei uns Menschen der Fall ist. Deshalb steht die Frage einer möglichen Vergesellschaftung mit anderen Fragen, bsw. ob eine reine Wohnungshaltung überhaupt als artgerecht bezeichnet werden kann, im unmittelbaren Zusammenhang. Soll heissen... wenn einen wirklich die artgerechte Katzenhaltung am Herzen liegt, ist es meiner Meinung nach wichtig, alle Bereiche der Katzenhaltung mit einzubeziehen.
Interessant wäre es an dieser Stelle vielleicht mal, wenn einige Mitglieder über ihre Erfahrungen berichten würden. Denn gerade weil ich glaube, das Katzen in der Natur Einzelgänger sind, ist es für mich umso erstaunlicher zu beobachten, zu welch geradezu unglaublichen sozialen Bindungen Katzen imstande sind. Bsw. kann ich bei Salem und Floyd regelmässig beobachten, wie sie zusammen jagen, wobei einer die Beute vor sich hertreibt, damit sie der andere Kater nur noch zu schnappen braucht.