Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere?

Diskutiere Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, da einige Mitglieder der Meinung waren, das dieses Thema in einen eigenen Thread besser aufgehoben wäre, habe ich dieses Thema noch einmal...
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #1
aLuckyGuy

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Hallo,

da einige Mitglieder der Meinung waren, das dieses Thema in einen eigenen Thread besser aufgehoben wäre, habe ich dieses Thema noch einmal aufgegriffen. Achtung - die Einleitung ist etwas länger ausgefallen. Wer also kein Interesse hat, sich inhaltlich mit diesen Thema auseinanderzusetzen sei hiermit vorgewarnt. :wink:

Katzen leben in der freien Natur eigentlich als reine Einzelgänger, wobei mit Natur alle Gebiete gemeint sind, in denen Menschen kaum bis gar keine Rolle spielen. Das ist einfach ein Tatsache die kaum zu widerlegen ist. Allerdings hat das Leben, welches Hauskatzen unter unserer Obhut führen, halt auch nicht viel mit dem natürlichen Verhalten ihrer wilden Artgenossen zu tun. Unsere Katzen brauchen sich keine Gedanken um Dinge wie Revierverteidigung machen. Sie müssen für ihre Ernährung nicht mehr jagen und selbst die Sexualität haben wir ihnen mit der Kastration genommen. Dies trifft vorallen auch auf alle bekannten, grossen Katzengruppen zu, die in diesen Zusammenhang immer genannt werden. Bsw. gibt es in der Stadt Rom sogar eine eigene Katzenbeauftragte in der Stadtverwaltung. Auch die bekannteste Katzengruppe im römischen Koloseum besteht aus ausnahmslos kastrierten Tieren, die regelmässig ärztlich untersucht werden für die es wegen der Touristen sogar feste Fütterungszeiten gibt.

Aber in der echten Natur, wo Katzen wirklich um jeden Happen Futter und jeden Hektar Revier hart kämpfen müssen gibt es eigentlich keine Gruppenbildung. Ich habe jedenfalls noch niemals gehört, das bsw. Europäische Waldwildkatzen gemeinsam in Gruppen leben. Gruppenbildung bei Katzen dürfte also lediglich eine Folge der menschlichen Einflussnahme sein.

Nun werden sich wieder viele fragen, weshalb das überhaupt so wichtig ist. Die Frage ob Katzen von Natur aus eigentlich Einzelgänger sind, hat meiner Meinung nach, entscheidente Bedeutung wie eine artgerechte Haltung bei Katzen eigentlich aussehen sollte. Vorallen Wohnungskatzen leiden bsw. sehr unter Langeweile, da jegliche Aufgaben, die Katzen in der Natur haben, komplett wegfallen. Da bleibt ausser einigen Spielsachen die wir ihnen anbieten nicht mehr viel übrig mit was sie sich beschäftigen können. Das dürfte eigentliche Hauptproblem bei der heutigen Katzenhaltung sein. Genau wie bei Tieren in den zoologischen Gärten.

Mit einer Vergesellschaftung mehrerer Katzen kann man dafür sorgen das sie sich miteinander beschäftigen können und damit der Langeweile Einhalt gebieten. Aber ich denke, je näher die Katzenhaltung am Leben ihrer wilden Verwandten, je sich die Katzen selbst beschäftigen können, bsw. bei Freigänger, desto weniger besteht die Notwendigkeit eines Mehrkatzenhaushaltes.

Ausserdem... und das muss auch mal gesagt werden, schafft ein Mehrkatzenhaushalt natürlich auch mehr Stress für jede einzelne Katze, was zum Teil ja sogar gewollt ist. Aber ganz falsch wäre es meiner Meinung nach, seine Katzen allzu sehr vermenschlichen zu wollen und zu glauben, Katzen wünschten sich einen Partner, genau so wie es bei uns Menschen der Fall ist. Deshalb steht die Frage einer möglichen Vergesellschaftung mit anderen Fragen, bsw. ob eine reine Wohnungshaltung überhaupt als artgerecht bezeichnet werden kann, im unmittelbaren Zusammenhang. Soll heissen... wenn einen wirklich die artgerechte Katzenhaltung am Herzen liegt, ist es meiner Meinung nach wichtig, alle Bereiche der Katzenhaltung mit einzubeziehen.

Interessant wäre es an dieser Stelle vielleicht mal, wenn einige Mitglieder über ihre Erfahrungen berichten würden. Denn gerade weil ich glaube, das Katzen in der Natur Einzelgänger sind, ist es für mich umso erstaunlicher zu beobachten, zu welch geradezu unglaublichen sozialen Bindungen Katzen imstande sind. Bsw. kann ich bei Salem und Floyd regelmässig beobachten, wie sie zusammen jagen, wobei einer die Beute vor sich hertreibt, damit sie der andere Kater nur noch zu schnappen braucht.
 
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  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #2
Hallo Frank,

warst Du schon mal auf einem Bauernhof, bei dem Katzen nur leben um Mäuse zu fangen, also nicht grad eine Bindung zum Menschen haben? Dort leben eben nicht nur eine Katze - mehrere und mehrere Generationen. Sollte Mama gestorben sein, übernimmt die Tante die Pflege und Erziehung, die die Mutter nicht mehr beibringen kann. Dieses Verhalten soll sehr selten sein, kommt aber bei genügend Nahrungsangebot und ohne menschlicher Bindung von selbst.

Desweiteren gibt es in irgendeinem Land (Deutschland oder Irland) bestimmte Katzen (leider ist die Sendung ewig lang her), wo sie im Rudel sogar Beute fangen - wie die Großkatzen "Löwen".

Deine Ausführung und diese Bespiele zeigen, dass beides vorkommen kann und dass die Katzen in beiden "Welten" glücklich sein können. :)

LG, Dendrit
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #3
warst Du schon mal auf einem Bauernhof, bei dem Katzen nur leben um Mäuse zu fangen, also nicht grad eine Bindung zum Menschen haben? Dort leben eben nicht nur eine Katze - mehrere und mehrere Generationen. Sollte Mama gestorben sein, übernimmt die Tante die Pflege und Erziehung, die die Mutter nicht mehr beibringen kann. Dieses Verhalten soll sehr selten sein, kommt aber bei genügend Nahrungsangebot und ohne menschlicher Bindung von selbst.
Ähm... nun ja, aber auch hier spielt doch letztendlich der Mensch die entscheidene Rolle, selbst wenn er dazu keine aktiven Massnahmen unternimmt. Denn allein das der Bauer genügend Scheunen und Gebäude besitzt in denen sich Katzen niederlassen können, kann man doch als menschliche Einflussnahme werten. Ausserdem dürfte die Anzahl an Ratten und Mäusen in einen gewissen Bereich rund um einen Bauernhof um ein Vielfaches höher sein, als es in der Natur allein der Fall ist.

Wie gesagt, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Zeig mir eine Wildkatze auf der Erde, die ohne jegliche menschliche Beeinflussung in Gruppen oder Rudel lebt.

Deine Ausführung und diese Bespiele zeigen, dass beides vorkommen kann und dass die Katzen in beiden "Welten" glücklich sein können. :)
Ja Moment, das ist ja wieder was anderes. Denn wie ich schon sagte, gerade weil ich glaube, das eine Gruppenbildung von der natürlichen Abstammung der Katze her, eigentlich gar nicht vorkommt, ist es natürlich umso erstaunlicher zu welchen Dingen Katzen tatsächlich in der Lage sind. Nur denke ich, das es lediglich etwas mit der enormen Anpassungsfähigkeit zu tun hat. Das heisst, Katzen spüren offenbar das es unter gewissen Umständen für sie besser ist, wenn sie zusammenarbeiten. Allerdings tun sie das doch hauptsächlich nur, weil sie Vorteile für sich sehen und ganz gewiss nicht weil sie plötzlich die Liebe zu ihren kätzischen Artgenossen für sich entdeckt haben.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #4
Schwieriges Thema... Ich will jetzt nicht anfangen von der Zeit als es die ersten Katzen gab... denn da dürfte es klar sein, dass diese Wildkatzen oder wilden Katzen Einzelgänger waren. Aber in den uns bekannten Gebieten Europas gibt es kaum noch Reviere, die der Größe von damals entsprechen. Wir müssen doch nurmal überschlagen, wie viele Katzen es hier pro Hektar gibt. Die Welt und Natur hat sich geändert, Tiere und Menschen müssen sich den Veränderungen anpassen, alles ist er Entwicklung - wenn ich ganz weit gehen will, Evolution - unterlegen. Deswegen gibt es auf die Frage, Einzeltier ja oder nein, keine deutliche Antwort, sondern, es kommt darauf an.

Nehmen wir eine Katze ohnejeglichen Menschenkontakt. Sie wird sich sicherlich ein Revier geschaffen haben, welches aber niemals so groß sein wird, wie es früher war. Meist müssen sich auch solche Katzen mit anderen Katzen im Revier abfinden. Freundschaften werden dabei sicher nicht entstehen, man geht sich aus dem Weg, duldet sich oder kloppt sich.

Aber solche Katzen gibt es zumindest in unseren Gebieten selten. Alles ist vom Mensch beeinflusst. Seine pure Anwesenheit reicht aus, um das Verhalten einer Katze zu ändern. Katzen können überfahren, vergiftet oder gejagt werden oder sie bekommen leichter Nahrung und sei es nur aus der Mülltonne. Auch Ratten und Mäuse zieht es zu den Vorratskammern, eben da wo Menschen sind.

Katzen passen sich dem an. Da es eigentlich beim Menschen genug Nahrung gibt, verändert sich auch das Revierverhalten. Immer öfter sieht man Katzen in Einigkeit jagen, auch wenn es nur dem eigenen Vorteil dient. Mein früherer Freigängerkater ist in einer richtigen Katerclique mit 4 Nachbarskater durch die Gärten gezogen. Sie haben gespielt gejagt und bei uns am Teich zusammen auf der Bank geschlafen.

Auch alle unsere anderen Katzen zeigten nur ein eingeschränktes Revieverhalten. Es bildete sich fast ein Rudel, der Chef wurde untereinander ausgefochten.

Ich denke die Einzelgänger Wildkatze gibt es in unseren Landen nur sehr selten. Ansonsten vielleicht häufiger in Gegenden, die nicht so dicht besiedelt sind. Sobald der Mensch eingreift ändert sich das Verhalten von Katzen deutlich, sogar bis zu einere gewissen Rudelbildung und ich denke auch, das sich diesen Verhalten genetisch festsetzt.

Von daher kann ich nicht mehr von einem Einzelgänger reden. Einzelne Tiere ja, aber die meisten brauchen Gesellschaft. Vom Ursprung her sind Katzen Einzelgänger. Aber durch die drastischen Veränderungen des Menschen, hat sich das Verhalten von Katzen mitverändert.

DIE artgerechte Haltung, gibt es nicht, es sei den, man wohnt in einem Haus mit rundherum kilometerweit keine anderen Häuser und Straßen, nichts. Schon ein Bauernhof ist eigentlich nicht mehr artgerecht, da es zu viele Einflüsse und Gefahren gibt. Gesicherter Freigang ist wahrscheinlich das artgerechteste, was man einer Katze seit den ganzen Veränderungen durch den Menschen, bieten kann. Wohnungshaltung ist sicherlich nicht artgerecht, wenn man Freigänger einsperrt aber zumindest sicherer als ungeschützter Freigang und Katzen können sich sehr gut den Gegebenheiten anpassen ohne zu verkümmern, insbesondere, wenn sie es von klein auf gewohnt sind. Man muss sich nur bemühen und es so artgerecht ähnlich wie möglich gestalten.

Ach ja, ein Roman.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #5
Von daher kann ich nicht mehr von einem Einzelgänger reden. Einzelne Tiere ja, aber die meisten brauchen Gesellschaft.
Benötigen sie diese Gesellschaft anderer Katzen wirklich, oder nehmen sie diese lediglich billigend in Kauf? Denn ich glaube, das die enorme Verbreitung der Katzen über den gesamten Planeten - inzwischen dürfte es wohl kein Land und keinen Bereich geben wo sich noch keine Katzen angesiedelt haben - durch die vielfältigsten sozialen Kontakte der Katzen überhaupt erst möglich wurden.

Vom Ursprung her sind Katzen Einzelgänger. Aber durch die drastischen Veränderungen des Menschen, hat sich das Verhalten von Katzen mitverändert.
Völlig richtig. Die Frage ist aber nun, hat sich das Verhalten sozusagen genetisch, dauerhaft verändert, oder ist es lediglich eine Veränderung auf Zeit, die bei den kommenden Generationen jederzeit wieder rückgängig gemacht werden kann. Ich hab mal gelesen, das angeblich nur 3 Katzen-Generationen genügen und von Domestikation ist so gut wie nichts mehr übrig. Wenn man sich manche wilden Streuener anschaut, könnte man den Eindruck haben, das dies zu stimmen scheint. Ausserdem kommt es durch Blendlinge ja auch immer wieder zu Einkreuzungen der Europäischen Wildkatzen, die doch gewiss ihren Teil dazu beitragen.

DIE artgerechte Haltung, gibt es nicht, es sei den, man wohnt in einem Haus mit rundherum kilometerweit keine anderen Häuser und Straßen, nichts.
Nun ja, so drastisch würde ich es nicht sagen. Ich würde es mal so ausdrücken. Eine artgerechte Haltung umfasst lediglich die absolut notwendigsten und minimalen Haltungsbedingungen, die ein Tier unbedingt benötigt um gesund zu leben.

Und übrigens... wie ich schon angedeutet habe, Salem und Floyd gehen sich den grössten Teil des Tages komplett aus dem Weg. Ist Salem bsw. im Garten auf Jagd, liegt Floyd im Wohnzimmer und schläft. Legt sich Salem im Wohnzimmer auf den Kratzbaum, geht Floyd ins Gästezimmer und legt sich dort hin. Während der letzten 3 Jahre lagen sie etwa maximal 3 mal gemeinsam in einen Körbchen und auch das nur für höchstens 5-10 Minuten. So weit ich das beurteilen kann, haben sie die gesamte Wohnung und den Garten in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt. So gibt es Bereiche die jeder Kater für sich allein beansprucht und Bereiche die von beiden gemeinsam genutzt werden. Was die Rangordnung angeht, die wird mehrmals täglich immer wieder aufs Neue ausgefochten. Und zwar zum Teil recht heftig. Die Jagd machen beide allein, aber sehr oft auch gemeinsam. Insgesamt betrachtet würde ich sagen, Liebe ist es definitiv nicht. Allenfalls haben sich die beiden miteinander arrangiert.
Ach ja, ein Roman.
Aber ein sehr guter! :)
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #6
... , Salem und Floyd gehen sich den grössten Teil des Tages komplett aus dem Weg.

Hallo,

meine Erfahrung mit meinen beiden Tigern ist eine andere: War Senna die ersten 3 Monate bei uns allein in Wohnungshaltung merkte man kaum dass wir einen Kater hatten - er schlief eigentlich die ganze Zeit - außer zur Fressenszeit und abends zu seiner Spielstunde.
Irgendwann sahen wir im Fernsehen einen Film in dem ein sehr junges Kitten miaute und unser Kater war nicht mehr zu halten - er wäre fast in den Fernseher gesprungen nur um an dieses Miauen zu kommen; und es war keinesfalls aggressiv was er dort aufführte.
1 Woche später waren wir bei der Katzenhilfe, erklärten dort den Charakter unseres Katers und bekamen eine Empfehlung mit: Mikki.
Klar - die beiden liegen jetzt nicht ununterbrochen schmusend und liebend in einem Körbchen (sie haben nämlich gar keins 8) )- aber sie spielen und toben viel zusammen, kloppen sich nach Katerart, fressen einträchtig nebeneinander und liegen auch zusammen in einem Bett oder auf der Couch oder beobachten Vögel, Bienen (und im Frühjahr auch Maikäfer) in ihrem Freigehege...
Keine Ahnung wie das bei anderen so abläuft; aber bei uns kann ich ganz klar sagen: Zusammen unschlagbar (glücklich).
Und: Nie wieder möchte ich Senna so tranfunsig allein daheim sehen...
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #7
Aber in der echten Natur, wo Katzen wirklich um jeden Happen Futter und jeden Hektar Revier hart kämpfen müssen gibt es eigentlich keine Gruppenbildung. Ich habe jedenfalls noch niemals gehört, das bsw. Europäische Waldwildkatzen gemeinsam in Gruppen leben. Gruppenbildung bei Katzen dürfte also lediglich eine Folge der menschlichen Einflussnahme sein.

Frank, ich glaube bei Katzen darf man den Begriff Einzelgänger nicht mit gesellschaftfeindlich gleichstellen.
Einzelgänger sind Katzen heute noch, die meisten von ihnen jagen z.B. noch allein, auch wenn sie im Heim eine Gruppe bilden.
Ich würde sagen sie sind keine ungeselligen Tiere, es gibt einen interessanten Artikel dazu von Leyhausen in einem seiner Bücher. Er spricht die große Vielfalt der Kommunikationsfähigkeiten an, die Katzen besitzen und folgert daraus, dass würden sie andere Tiere meiden, Gesellschaft ablehnen, die Fähigkeiten gar nicht nötig wären, die Natur verteilt aber niemals unnötige Fähigkeiten.
Eigentlich treffen Katzen auch die wilden Vertreter recht oft zusammen, denn die Gebiete der weiblichen Tiere grenzen aneinander oder überlappen sich sogar, besonders wenn Jungtiere sich ein eigenes Revier suchen, das anfangs durchaus in der Nähe oder gar dem Bereich des mütterlichen liegt.
Und die Kater wandern sehr viel, durchqueren viele Reviere, begegnen anderen Kater nicht immer nur im Kampf, und manchmal werden sie sogar bei der Aufzucht der Jungtiere geduldet.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #8
Hm... Kann nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen.
Ich habe mir zu Beginn einen Kater aus dem Tierheim geholt. Habe regelmäßig mit ihm gespielt und ihn ausgepowert...Sogar Klickertraining begonnen (machen wir auch weiterhin) Dennoch, da ich berufstätig bin, hatte ich das Gefühl, dass er sich langweilt.
Nach ein paar Wochen bin ich wiederholt ins Tierheim und habe einen Kumpel mit änhlichem Charakter, ähnlicher Statur und gleichem Alter hinzugeholt! Und: Es ist herrlich zu sehen, wie die beiden miteinander spielen, sich gegenseitig jagen und balgen und anschließend putzen. Klar haben sie immer wieder Momente in denen sie ihre Ruhe voneinander brauchen und halten sich in getrennten Zimmern auf, aber ich habe in keinster Weise den Eindruck, dass sie unter Stress stehen oder lieber allein sein wollen o.ä.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #9
Klar - die beiden liegen jetzt nicht ununterbrochen schmusend und liebend in einem Körbchen (sie haben nämlich gar keins 8) )- aber sie spielen und toben viel zusammen, kloppen sich nach Katerart, fressen einträchtig nebeneinander und liegen auch zusammen in einem Bett oder auf der Couch oder beobachten Vögel, Bienen (und im Frühjahr auch Maikäfer) in ihrem Freigehege...
Ja gut... so in der Art ist es bei Salem und Floyd auch. Wobei ich halt auch sagen muss, das Floyd eben auch ein kleiner Problemkater ist. Dennoch glaube ich, von der Langeweile mal ganz abgesehen, könnten die beiden es bestimmt auch ohne weiteres allein aushalten. Auch wenn es um ihr Revier im Garten geht, haben die beiden eine klare Meinung. Sie vertreiben jeden Artgenossen, der es wagt auch nur in die Nähe des Zaunes zu kommen. Bei unseren Sternenkater Alex habe ich dagegen öfters mal beobachten können, wie er mit einer Nachbarskatze zusammen "abhängt".

Frank, ich glaube bei Katzen darf man den Begriff Einzelgänger nicht mit gesellschaftfeindlich gleichstellen.
Stimmt, genau das meine ich doch.

Ich würde sagen sie sind keine ungeselligen Tiere, es gibt einen interessanten Artikel dazu von Leyhausen in einem seiner Bücher. Er spricht die große Vielfalt der Kommunikationsfähigkeiten an, die Katzen besitzen und folgert daraus, dass würden sie andere Tiere meiden, Gesellschaft ablehnen, die Fähigkeiten gar nicht nötig wären, die Natur verteilt aber niemals unnötige Fähigkeiten.
Hm... macht Sinn.

Eigentlich treffen Katzen auch die wilden Vertreter recht oft zusammen, denn die Gebiete der weiblichen Tiere grenzen aneinander oder überlappen sich sogar, besonders wenn Jungtiere sich ein eigenes Revier suchen, das anfangs durchaus in der Nähe oder gar dem Bereich des mütterlichen liegt.
Und die Kater wandern sehr viel, durchqueren viele Reviere, begegnen anderen Kater nicht immer nur im Kampf, und manchmal werden sie sogar bei der Aufzucht der Jungtiere geduldet.
Unser Sternenkater Alex stammte von einen Bauernhof am Rande des Harzes. Es hat unglaublich lange gedauert ihn auch nur einigermassen zahm zu bekommen. Zwei Tierarzt meinten denn auch, das er mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Blendling wäre, Statur, Gewicht und Fell würden darauf hindeuten, wobei man das aber wohl nur sehr schwer erkennen kann.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #10
Unser Sternenkater Alex stammte von einen Bauernhof am Rande des Harzes. Es hat unglaublich lange gedauert ihn auch nur einigermassen zahm zu bekommen. Zwei Tierarzt meinten denn auch, das er mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Blendling wäre, Statur, Gewicht und Fell würden darauf hindeuten, wobei man das aber wohl nur sehr schwer erkennen kann.

Spricht eigentlich gegen die Erfahrung, denn bei Blendlingen wie Hybriden dominiert der Wildanteil noch sehr stark, und die Nachkommen einer echten Wildkatze zähmt man nur, wenn sie noch Kitten sind, danach ist die Chance gleich Null.
Und Blendlinge sind sehr selten, ein Kuder mag sich mit einer Hauskatze vergnügen, wenn er keine Partnerin findet, eine weibliche Wildkatze ist selbst während der Rolligkeit zu scheu, und inzwischen sind beide viel zu selten geworden.

Ich kann mich an einige unserer Freigänger erinnern, die draußen warfen und dann nach ca.4 Wochen mit echten Minitigern ankamen, auch davon waren nicht alle zu zähmen, zumal sie damals ja kaum in die Wohnung durften.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #11
An euren Beiträgen kann man doch eigentlich sehr gut sehen, wie sehr Katzen ihren eigenen Willen nachgehen, nicht mal wirklich Instinkt. Sie suchen sich doch schon ihre Lebensweise aus und machen das an ihrem Verhalten deutlich. Da gibts die seltenen ganz wilden, die wir nie zu Gesicht bekommen, dann die Katzen, die nur ein Alleinleben kennen und wollen, weiterhin gibts die, die nach Tageslaune leben, also entweder sich aus dem Weg gehen oder zusammen aus einem Napf fressen und noch solche Katzen, die ohne Gesellschaft fast verkümmern, da sie es nie anders gewohnt waren (meine beiden z.B.).

Katzen brauchen vom Grundsatz her nicht unbedingt Gesellschaft, sind dieser aber auch keinesfalls grundsätzlich abgeneigt. Eigentlich uns Menschen doch ähnlich, also mir zumindest :mrgreen: Grundsätzlich bin ich Einzelgängerin, trotzdem ziehts mich immer wieder zu meinen Freunden, ich habe einen Lebensgefährten, der bloß nicht kletten soll und trotzdem kann Zweisamkeit oder Gemeinsamkeit sooo schön sein aber nur wenn ich es will :mrgreen:

Genauso glaube ich aber auch, dass Katzen, wenn wir sie wieder komplett zu Wildtieren werden lassen (was aber nicht gehen wird) ohne jegliche Hilfe überleben können auch als Einzeltier. Das Leben wäre nur sehr viel härter und es gäbe eine natürliche Auslese, das, was man z.Z. und den Umständen entsprechend mit Kastrationen auffangen will.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #12
Hallo zusammen!

Ich finde, dass ist ein sehr interessantes Thema! Ich persönliche finde die Definition Einzelgänger und Rudeltier maßgeblich. Wenn man den Aspekt bedenkt, dass ein Rudeltier ohne Rudel psychisch in der Regel langfristig eingeht oder schwere Verhaltensdefizite entwickelt, so würde ich nicht behaupten, dass eine Katze von Natur aus ein Rudeltier wäre. Mein Rudel, nenne ich ungerne Rudel - es ist unsere Horde, die ab und zu - mal mehr mal weniger, mal viel miteinander unternimmt. Wichtig ist, nämlich insbesondere in einem Mehrkatzenhaushalt für natürliche Bedingungen sorgen zu können. Nämlich - "wenn ich dich nicht sehen will und allein was unternehmen mag, dann kann ich das tun." In der freien Natur kommt das nämlich auch so vor. Aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich einige Beispiele, bei denen die Hauskatze oder Hauskater sich mit einem/einer Nachbarsmiezemautz oder Streuner zwischenzeitlich zum Jagen oder für die Entdeckungstour zusammen tat. Das heißt für mich aber noch lange nicht, dass sie dadurch Rudeltiere sind. Soziale Katzentiere... ja das eher. Natürlich gibt es auch Katzen, die komplett auf die Anwesenheit ihrer Artgenossen und nicht selten auch anderer Artgenossen verzichten können und abdrehen, wenn sie auf diese treffen. Kann ich zum Teil gut nachvollziehen. Trotz allem insgesamt würde ich Katzen als soziale Tiere sehen, die den einen Artgenossen mögen, seine Nähe suchen und Schätzen, aber auch dankbar sind - wenn sie nicht eben als Wildfang draußen frei leben -, dass sie sich in ihr Plätzchen/Raum zurückziehen können. Und ich denke auch, dass dies in der freien Wildbahn durchaus vorkommen mag, nur ist dies bis dato kaum richtig untersucht.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #13
Interessant wäre es an dieser Stelle vielleicht mal, wenn einige Mitglieder über ihre Erfahrungen berichten würden. Denn gerade weil ich glaube, das Katzen in der Natur Einzelgänger sind, ist es für mich umso erstaunlicher zu beobachten, zu welch geradezu unglaublichen sozialen Bindungen Katzen imstande sind.

Hallo,

wenn ich mir unsere letzte Katze ansehe, die wir Anfang Juli durch Krebs verloren haben, würde ich sagen, daß es ihr relativ egal war, ob sie Gesellschaft von Artgenossen hatte oder nicht. Sie hat es quasi genommen, wie es kam. So war zumindest mein Eindruck.

Zu uns kam sie nach einem kleinen Unfall in einem Pferdestall, wo sie die ersten 5 Monate ihres Lebens mit einigen Artgenossen verbrachte. Wir haben sie räumlich getrennt von unseren damaligen 2 Katern bei uns zur Beobachtung und zum Päppeln aufgenommen. Für ein paar Tage. So dachten wir (es wurden 15 Jahre). Nachdem wir überzeugt waren, daß mit ihr alles in Ordnung ist, wollten wir sie wieder im Stall aussetzen. Sie hat sich aber strikt geweigert, den Transportkorb zu verlassen. Wir haben sie dann wieder mitgenommen, um zu probieren, ob sie sich bei uns (wohlgemerkt damals als Wohnungskatze) einleben würde. Sie ist in der Wohnung - also gewissermaßen in Unfreiheit - sofort aus dem Korb gestiegen. Wir waren über ihr Verhalten sehr erstaunt. Offensichtlich hat sie sich bei uns wohlgefühlt und Anschluß gesucht. Das Zusammenführen mit den beiden Katern ging (natürlich mit ein paar Anfangsproblemen) recht gut. Sie haben sich mit der Zeit gegenseitig geputzt, gekuschelt, gespielt und auch mal anständig gekloppt.

Nachdem unser letzter Kater Jahre später verstorben war (inzwischen waren sie Freigänger auf dem Land), hat sie keinerlei Reaktion gezeigt. Null. Nichts, was darauf gedeutet hätte, daß ihr der wohlbekannte Artgenosse gefehlt hätte. Treulose Tomate:mrgreen:. Da bald darauf ein erneuter Umzug anstand, haben wir davon abgesehen, vorerst eine neue Katze hinzuzunehmen. Dieser Zustand hat sich dann aber bis zum Schluß verfestigt, weil wir immer den Eindruck hatten, daß sie so sehr zufrieden ist, wie es ist. Sie konnte als Freigänger und im Haus nach Belieben schalten und walten. Und war für uns nicht nur Staffage. Einen Artgenossen hat sie (man konnte ihr natürlich nicht hinter die Stirn sehen) nach meinem Empfinden überhaupt nicht vermißt. Sie hat nie irgendwelche echten Zicken gemacht und war sehr pflegeleicht. Allerdings war sie eben Freigängerin und bei uns sehr anhänglich.

Gruß
K.Ralle
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #14
Einen Artgenossen hat sie (man konnte ihr natürlich nicht hinter die Stirn sehen) nach meinem Empfinden überhaupt nicht vermißt. Sie hat nie irgendwelche echten Zicken gemacht und war sehr pflegeleicht. Allerdings war sie eben Freigängerin und bei uns sehr anhänglich.
Das ist genau das was ich meine. Freigänger können, wenn sie denn wirklich wollen, recht einfach soziale Kontakte zu Artgenossen aus der Nachbarschaft aufbauen. Ganz im Gegenteil zu reinen Wohnungskatzen, die meiner Meinung nach hauptsächlich das Problem der Langeweile haben. Denn im Freien gibt es doch immer irgend etwas zu beobachten und zu schauen, zu untersuchen und zu erjagen.

Unser Sternenkater Alex war fast 10 Jahre lang ein reiner Einzelkater in Wohnungshaltung. Mit anderen Katzen, hat er sich ohnehin nie gut verstanden. Die letzten 3 Jahre seines Lebens konnte er gesicherten Freigang bei uns im Garten geniessen. Zurückblickend muss ich sagen, es gibt bestimmt genug Fehler die wir begangen haben aber wenn ich überhaupt ein schlechtes Gewissen habe, dann höchstens das wir ihm den Garten nicht schon eher bieten konnten und weit weniger wegen des fehlenden Katzenkumpel. Um ehrlich zu sein, ich werde wohl nie in meinen Leben den Abend vor seinen Tod vergessen, wo er, von uns auf dem Arm getragen da er selbst schon zu schwach war, von seinen geliebten Garten Abschied genommen hat. :cry:
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #15
Normal müsste ich jetzt nach deinem Beitrag, Frank, ein übelst schlechtes Gewissen haben. Aber ich habs nicht, da ich die Wohnungshaltung nicht grundsätzlich als falsch abrede. Ich stimme dir zu, das wir in der Wohnung natürlich nicht das bieten können, was es alles in der Natur zu erleben gibt.

Aber zunächst sind mine 2 von klein auf zusammen und ein Arsch und ein Gesicht. Beide haben gelernt an der Leine zu gehen aber bloß nicht weit weg vor die Wohnungstür. Wir haben ein schönes kleines Wiesenstück, wo sie rumtoben könnten aber jede Gewöhnung daran schlug fehl. Das Geschrei auf dem Weg dahin war riesig. Baghira hat sich auf der Wiese unter meinen Beinen versteckt, zusammengekauert, Schwanz eingeklemmt und wollte immer auf meine Arme springen. Alles hat ihm Angst gemacht. Balou war etwas entspannter aber auch nicht gerade erfreut. Nach mehreren Versuchen hat sich an dem Verhalten nichts geändert, also bleibts bei Wohnung und Balkon. Der Balkon wird dagegen sehr gerne angenommen. Aber sonst beschäftigen wir uns sehr viel mit den beiden, was nicht die Natur ersetzt aber ein eingezäunter Garten ist jetzt auch nicht DAS Jagtrevier. Unsere Katzen wirken wach, verspielt und gesprächig. Tagsüber wird ausgedehnt gedöst und geschlafen, Abends gibts ihre Spielzeiten. Ich kann also nicht grundsätzlich behaupten Wohnungshaltung sein langweilig. Klar, woanders kann es wieder ganz anders aussehen. Auch ein eingezäunter Garten muss was bieten... Ich hab schon Gehege gesehen, naja, war doch eher ein Käfig. Und nicht jeder hat das Glück einen großen Garten sein Eigen nennen zu können. Und ich würde mich nicht so weit herablassen, dass nur Menschen, die einen eingezäunten Garten haben, Katzen halten dürfen. Gesicherter Freigang ist das idealtypische, was ich auch später haben möchte. Aber find erstmal n Haus mit ordentlich Grundstück für passendes Geld... *schnauf... Wir suchen schon 2 Jahre. Bauen wollen wir nicht, wegen der Grundstückspreise, die sind hier voll teuer... Naja, irgendwann *träum
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #16
Das ist genau das was ich meine. Freigänger können, wenn sie denn wirklich wollen, recht einfach soziale Kontakte zu Artgenossen aus der Nachbarschaft aufbauen. Ganz im Gegenteil zu reinen Wohnungskatzen, die meiner Meinung nach hauptsächlich das Problem der Langeweile haben. Denn im Freien gibt es doch immer irgend etwas zu beobachten und zu schauen, zu untersuchen und zu erjagen.

Frank, ich sehe da noch etwas anderes. Freigänger können soziale Kontakte aufbauen, Wohnungskatzen müßen es.
Und das führt nicht selten zu Problemen, denn in freier Natur gehen sich Katzen aus dem Weg, die sich nicht mögen, in der Wohnung werden sie ständig miteinander konfrontiert.

Meine Talie ist eine Katze, die als Kitten nicht gelernt hat in guter Gruppe zu leben, sie tauscht zwar mit allen hier Begrüßungsgesten aus, braucht aber Katzen nicht wirklich, denke ich.
Ein freier Natur wäre sie vermutlich sehr scheu geworden, hat aber hier gelernt, das ihr niemand etwas tut, sie ganz unbeschwert mitlaufen kann.
Mäuschen kommt von draußen, gewöhnt sich nur sehr langsam an andere Katzen im Revier, und ich denke ihr wird der Freigang den sie nun bekommt sehr gut tun, obwohl er mir Bauchgrummeln macht
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #17
OMG - ich habe eure Berichte von den letzten Stunden eurer Katzen gelesen und muuusss mich jetzt erstmal zusammen reißen, weil ich gar nicht daran denken will und kann, was sein wird, wenn meine kleine alte Lady Kitty mal nicht mehr ist... unerträglich! Aber sie ist 11 und ich hoffe, dass sie noch viele Jahre vor sich hat und ich kann euch sagen, was ich bei ihr bereue, ist eben, dass ich so lange gewartet habe, bis ich sie mit Artgenossen zusammen geführt habe. Wobei - wie ich selbst finde - sie nicht das Paradebeispiel einer "Wildkatze" ist. Sie hatte es bei ihren Vorbesitzern sehr, sehr, sehr schlecht gehabt. Sie war ängstlich, misstrauisch und hatte alles Recht auf ihrer Seite, denn sie kannte bis sie zu mir kam Schläge, Nahrungsentzug und Qualzucht. Es hat Jahre gedauert, bis Familie und Freunde sie streicheln durften und konnten und nicht mehr der Auffassung waren, dass ich eine Meise habe und ihnen nur von einer eingebildeten Katze erzähle. :roll: Es hat über 1 Jahr gedauert, bis sie sich normal rausgetraut hat, wenn Leute, die mich regelmäßig besuchten, sie zu Gesicht bekamen. Der Tierarzt hatte und hat es bis heute sehr schwer und ohne Betäubung ist in der Regel nichts außer Kratzern und Bissen drin. Mir gegenüber und meinem Mann, ist sie die Schmusekatz. Überall kuscheln, knuddeln - Wonne, Wonne - aber erst nach dem sie so ca. 2 Jahre bei uns war.
Seit dem wir aber unsere kleine Horde aufgebaut haben und sie quasi die Clanführerin ist, hat sie sich richtig gemausert. Keiner würde heute annehmen, dass sie früher beim Schellen an der Türe für mehrere Stunden in der Versenkung abgetaucht ist. Heute knurrt sie vor unserer Eingangstür, wenn die Nachbarin an dieser vorbeigeht oder am Stromkasten steht. Wenn die Kleinen zu viel Tulus machen oder Nunu seine Schwester ärgert, dann geht sie ganz selbstbewusst dazwischen, macht einmal einen Rundumschlag, Mraut wie ein Alien und Ruhe ist. Das hätte ich im Leben nicht für möglich gehalten und Nunu und Luzifer sind mittlerweile viel größer als sie.

Einen ähnlichen Effekt haben wir bei unseren verschüchterten Flummi erzielt. Bachblüten waren zwar gut, aber seit dem Loki und Luzifer da sind, hat die Kleine ihnen gegenüber in jedem Fall die Hose an und auch von Nunu lässt sie sich nicht mehr so leicht einschüchtern. Auch Pinkelalarm ist seither nicht mehr aufgetreten.

Insofern - unter diesen Gesichtspunkten würde ich für die Katzengemeinschaft mich aussprechen. Ob sie sich gegenseitig vermissen würden - das wage ich an der Stelle nicht zu behaupten. Im Übrigen las ich kürzlich in einer Katzenfachzeitschrift, dass es gar nicht soo für die gut funktionierende Katzengemeinschaft sprechen soll, wenn Tiere bei Fernbleiben einer anderen Katze der Gruppe Anzeichen für Vermissen der anderen Katze zeigen. Ich glaube einfach, dass die Gemeinschaft der Katzen anders gestrickt ist, als die Gemeinschaften und Freundschaften zwischen Menschen. An der Stelle, wo wir unsere Katzen vermenschlichen, werden wir ihnen nicht gerecht, können uns gar nicht auf das faszinierende Wesen einer Katze einlassen. Und das wäre verdammt schade!
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #18
Normal müsste ich jetzt nach deinem Beitrag, Frank, ein übelst schlechtes Gewissen haben. Aber ich habs nicht, da ich die Wohnungshaltung nicht grundsätzlich als falsch abrede. Ich stimme dir zu, das wir in der Wohnung natürlich nicht das bieten können, was es alles in der Natur zu erleben gibt.
Nein, bitte entschuldige... so meinte ich das wirklich nicht. Manchmal ist es leider echt schwer etwas richtig auszudrücken. Ich bin eigentlich der Meinung das man Fragen wie Wohnungshaltung oder Freigang nicht verallgemeinern kann. Das kommt zu einen grossen Teil auch auf die jeweilige Katze an. Ich kenne bzw. kannte auch schon Katzen die aus den verschiedensten Gründen heraus, nichts mit Freigang anzufangen wussten. Mich macht es nur manchmal echt wütend, wenn Leute offenbar völlig gedankenlos bei Einzel-Wohnungshaltung von Tierquälerei schreiben, ohne die geringste Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen zu nehmen.

Ich kann also nicht grundsätzlich behaupten Wohnungshaltung sein langweilig.
Nein, natürlich nicht. Aber bei einer Wohnungshaltung muss man sich als Dosi sehr viel mehr einfallen lassen, damit keine Langeweile für die Miezen aufkommt. Selbst bei gesicherten Freigang muss man sich schon Gedanken machen. Ein Stück Wiese allein reicht Katzen auf Dauer auch nicht aus.

Auch ein eingezäunter Garten muss was bieten... Ich hab schon Gehege gesehen, naja, war doch eher ein Käfig.
Jepp... ganz meine Meinung. Deshalb versuche wir ja immer wieder etwas Neues zu bauen.

Und ich würde mich nicht so weit herablassen, dass nur Menschen, die einen eingezäunten Garten haben, Katzen halten dürfen.
Nein, das stimmt. Aber solche Äusserungen wirst du von mir auch nicht hören.

Gesicherter Freigang ist das idealtypische, was ich auch später haben möchte. Aber find erstmal n Haus mit ordentlich Grundstück für passendes Geld... *schnauf... Wir suchen schon 2 Jahre. Bauen wollen wir nicht, wegen der Grundstückspreise, die sind hier voll teuer...
Tja, wem sagst du das. Ich meine, es ist ja nun nicht etwa so das uns das Haus und der Garten einfach zugeflogen ist. Ganz im Gegenteil, wir finanzieren hier eine 130 Prozent Hypothek mit einen Einkommen, wofür andere noch nicht mal morgends aus dem Bett aufstehen würden. Ich gebe es ja offen zu das dies auch der Grund ist, der mich in Katzenforen manchmal sauer macht, wenn ich von Leuten lese die ein riesiges Grundstück haben und regelrecht in Geld schwimmen, aber meinen, für sie käme ein gesicherter Freigang nicht in Frage, was sollen denn die Nachbarn denken oder auch... uns gefällt das nicht.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #19
Frank, ich sehe da noch etwas anderes. Freigänger können soziale Kontakte aufbauen, Wohnungskatzen müßen es.
Und das führt nicht selten zu Problemen, denn in freier Natur gehen sich Katzen aus dem Weg, die sich nicht mögen, in der Wohnung werden sie ständig miteinander konfrontiert.
Äh... wer bin ich denn, das ich ausgerechnet dir wiedersprechen würde. :roll: ;-) :mrgreen:
Nein, ich denke das ist wohl ganz gut auf dem Punkt gebracht. Wobei ich mir ehrlich gesagt wünschen würde, das das Thema Vergesellschaftung von Katzen nicht immer so vereinfacht gesehen werden würde. Ich meine, bei manchen Thread wird meiner Meinung etwas zu viel schwarz-weiss-Malerei betrieben. Es reicht oft schon völlig aus, wenn jemand seinen ersten Beitrag über seine Katze schreibt und schon kommt der erste mit dem Ratschlag "hole dir bitte ganz dringend eine zweite Katze, sonst ist das Tierquälerei"... mal etwas zusammengefasst. Manchmal ist es eben doch nicht ganz so einfach.

Meine Talie ist eine Katze, die als Kitten nicht gelernt hat in guter Gruppe zu leben, sie tauscht zwar mit allen hier Begrüßungsgesten aus, braucht aber Katzen nicht wirklich, denke ich.
Ein freier Natur wäre sie vermutlich sehr scheu geworden, hat aber hier gelernt, das ihr niemand etwas tut, sie ganz unbeschwert mitlaufen kann.
Mäuschen kommt von draußen, gewöhnt sich nur sehr langsam an andere Katzen im Revier, und ich denke ihr wird der Freigang den sie nun bekommt sehr gut tun, obwohl er mir Bauchgrummeln macht
Also nehme ich mal stark an, das es zu einen sehr grossen Teil auf die Prägung im Kittenalter ankommt. Bei Salem verlief sie offenbar sehr gut. Ich habe noch nie einen so gutmütigen Kater gesehen. Aber Floyd ist unser Problemkater, wie ich ja schon oft erwähnt habe. Mit wenigen Tagen im Tierheim abgegeben und von einer Pflegefamilie mit der Flasche aufgezogen, hatte er zwar schon frühzeitig Kontakt zu anderen Katzen, aber eine eigene Mutter und dazu noch gleichaltrige Geschwister sind ja doch was anderes. Tja und wir haben ihn dann mit etwa 8 Wochen zu uns genommen. Aber um ehrlich zu sein, so ganz werde ich aus ihm immer noch nicht schlau. Manchmal denke ich das er auch ganz gut alleine klar käme und keine 5 Minuten später sehe ich ihn, wie er Salems Köpfchen abschleckt. Keine 60 Sekunden später kann das ganze schon wieder in Prankenhiebe und Gefauche ausarten.
 
  • Sind Katzen Einzel- oder Rudeltiere? Beitrag #20
Äh... wer bin ich denn, das ich ausgerechnet dir wiedersprechen würde. :roll: ;-) :mrgreen:

huch :shock:, da wärst Du aber auf einsamer Flur:mrgreen: zudem bin ich Widder, ich liebe Widerspruch.

Nein, ich denke das ist wohl ganz gut auf dem Punkt gebracht. Wobei ich mir ehrlich gesagt wünschen würde, das das Thema Vergesellschaftung von Katzen nicht immer so vereinfacht gesehen werden würde. Ich meine, bei manchen Thread wird meiner Meinung etwas zu viel schwarz-weiss-Malerei betrieben. Es reicht oft schon völlig aus, wenn jemand seinen ersten Beitrag über seine Katze schreibt und schon kommt der erste mit dem Ratschlag "hole dir bitte ganz dringend eine zweite Katze, sonst ist das Tierquälerei"... mal etwas zusammengefasst. Manchmal ist es eben doch nicht ganz so einfach.[/quote]
Gewiss ist es das nicht, nimmt mal einmal Jungtiere aus, die wirklich nicht allein sein sollten.
Bei erwachsenen Tieren sollte man schon einiges über ihr Wesen wissen um zu erkennen ob ein Partner nötig ist und auch wie der sein sollte.
Und es wird schwieriger je mehr Tiere man hat, bei mir sind z.B. drei die einen Neuzugang immer freundlich aufgenommen haben, Talie aber auf Grund ihres schwachen Selbstbewußtseins braucht deutlich länger Zeit, und ist die einzige hier die erstmal faucht und meckert.
 
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