Nabend zusammen!
Ich hätte da ein paar Fragen und lch leg gleich mal los, daß heißt ... erst mal eine kleine Vorgeschichte wenn ihr erlaubt. Bin grad in Schreiblaune.
Ostern 2007 entdeckte ich die Katzenwelt wieder für mich, nachdem ich schon als Kind einige hatte. Der erste Versuch (Diego) kam aus dem Tierheim und musste leider nach zwei Wochen wieder dorthin zurück, weil er einfach nicht ohne Zweitkatze konnte und wollte, was er mir unmißverständlich zeigte (Überall hinpieseln und kacken, kratzen, etc.). Die zweite, meine Cosma, kam kurz nach Diego, ebenfalls aus dem Heim und war ein richtiger Streuner. Sie lebte halb draußen/halb drinnen und wir beide waren ein richtig gutes Team. Sie kam natürlich auch mit nach Köln, als ich im Sommer 2008 dort mit meiner Freundin zusammenzog. Wir hatten extra eine Wohnung gesucht, die trotz Stadt eher "ländlich" liegt und viel Platz für Freigang ermöglichte. Auch hier klappte alles super, allerdings war Coma nach drei Monaten verschwunden. Sie tauchte einfach von einem Streifzug nicht wieder auf. Die Trauerphase wollten wir schnell mit einem neuen felligen Mitbewohner überbrücken und lernten in einer Wohnungs-Pflegestelle eines Tierheims Caruso kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick und im Dezember 2008 zog er bei uns ein. Ein Traumkater! Bildschön, absolut nicht schüchtern und verschmust ohne Ende. Er war auch Freigänger, kam allerdings immer etwa nach 2-3 Stunden heim. Deshalb war es auch so untypisch als er im vergangenen April eines Abends nicht heimkam. Einen Tag später fand ich ihn bei meiner Suche ... überfahren auf den Gleisen der Straßenbahn. Obwohl er "nur" vier Monate bei uns gelebt hatte, hatten wir beide echt dran zu knabbern und wollten keine Katze mehr. Vorerst.
Nunja, dieses "Vorerst" hielt bis vorgestern... :wink:
Es ging einfach nicht mehr ohne. Aber eine Wohnungskatze sollte es sein, da wir Freigänger momentan (zumindest in dieser Wohnung) nicht mehr haben wollen. In einem Kölner Tierheim fanden wir einen echt hübschen silber getigerten und etwa drei Jahre alten Kater. Seine Vorgeschichte: Er war dort vor zwei Wochen abgegeben worden, er war eine Abgabe aus Wohnungshaltung in einem Haushalt mit zwei Katzen. Seine Mitkatze landete auch mit ihm im Heim, sie hat ihn permanent terrorisiert und gemobbt, also wurden die beiden getrennt. Im Tierheim präsentierte er sich uns zwar etwas scheu, aber trotzdem sehr anschmiegsam. Die Pfleger bestätigten, dass er ein ganz lieber sei, eben ein wenig schüchtern aber keine Probleme gemacht habe. Kurz: Wir nahmen ihn mit und tauften ihn Loriot.
Vor seinem Einzug bereiteten wir alles vor - Eßplatz, Kratzbaum, Klo ... dann stellten wir die Transportbox in die Mitte des Wohnzimmers, öffneten und verzogen uns auf die Couch. Loriot schlich aus der Box und im gebückten Gang durch alle Zimmer, letztendlich blieb er im Bad unter einem Regal liegen. Nach etwa einer Stunde machte ich erste Annäherungsversuche und hielt ihm hockend meine Faust hin. Er kam auch an und gab Köpfchen, strich mir um die Beine und schnurrte, ließ sich kraulen. War aber schnell wieder unter dem Regal als auch meine Freundin dazukam. Wir nehmen an, dass er sich im Badezimmer sicher fühlte, weil seine Zelle im Tierheim ähnlich groß und auch weiß gefließt war. Wir verzogen uns also wieder still auf die Couch... und nickten ein. Nach dem Mittagsschläfchen fanden wir ihn unter der Couch in der hintersten Ecke. Wir ließen ihn kurz allein, um Freunde zu besuchen und bemerkten bei unserer Rückkehr anhand von Spuren, dass er sein Versteck verlassen hatte und durch die Wohnung gestriffen war. Allerdings lag er wieder unter der Couch. Etwa alle ein zwei Stunden legten wir uns auf den Boden, sprachen fünf Minuten mit ihm, klimperten dabei kräftig mit den Augenlidern und guckten ihn nicht direkt an.
Nachts war er wieder draußen als wir schliefen und benutzte auch brav das Klo (yes!). Gegessen hat er allerdings nur ein paar Krümel Trockenfutter. Morgens lag er wieder in seiner Ecke unter dem Sofa. Wieder legten wir uns abwechselnd alle ein, zwei Stunden kurz auf den Boden um mit ihm zu reden, einmal nahm er sogar ein paar Leckerlis unter dem Sofa an, meistens ignorierte er uns aber.
Jetzt fängt die zweite Nacht an, meine Freundin ist schon im Bett und ich im Arbeitszimmer, der Rest der Wohnung ist dunkel. Als ich gerade was aus dem Wohnzimmer holen möchte, sitzt da doch tatsächlich eine Katze auf dem Sofa und starrt mich an! Ich gehe gleich in die Hocke am anderen Ende der Couch, rede beruhigend und strecke meine Faust aus. Zögerlich kommt er an, reibt sich dran und will sich gerade kraulen lassen, als er von einem heftigen Würgen geschüttelt wird. Er würgt mehrmals hintereinander und schluckt dabei heftig. Das hat ihn anscheinend so verunsichert, dass er sich wieder auf das andere Couchende zurückzog und die Augen schloß. Später besuche ich ihn nochmal kurze und er zeigt sich richtig schmusig, schnurrt mir um den Körper, läßt sich kraulen und streicheln, auch am Bauch.
Heute morgen liegt er allerdings überraschenderweise wieder unter dem Sofa und bewegt sich nicht. Heute Nacht hat er wieder nichts gegessen.
Nun endlich meine Fragen:
1. Entwickelt sich das mit der Kontaktaufnahme so ganz OK, oder sollten wir etwas besser/anders machen? Warum war er letzte Nacht plötzlich schmusig und verteckt sich jetzt wieder? Und warum frißt er nicht?
2. Dieses Würgen ... Wir hörten seit gestern Abend immer mal wieder ein Würgen und Röcheln unter der Couch, alle paar Stunden. Es hört sich so an, wie ich es von meinen anderen Katzen kenne, wenn Sie Haarknäuel quer sitzen haben. Ein bisschen wie eine Espressomaschine... Aber bisher hab ich unterm Sofa noch nicht ausgewürgtes entdeckt und auch eben bei seinem "Anfall" während der Kontaktaufnahme kam nichts raus. Was mich wundert ist, dass er dabei so geschüttelt wird und gleich so verunsichert war, dass er den Kontakt abbrach und sich sichtlich "geschafft" zurückzog. Er wollte auch heute ab Nachmittag und auch eben kein Leckerli annehmen, obwohl er fast nichts gegessen hat seit er hier ist. Meint ihr, dass sind Haarballenprobleme? Will Katze dann nichts essen? Kann man irgendwas tun? Ist es normal, dass ihn das würgen so fertig macht?
Fragen über Fragen, aber ich denke hier bin ich gut aufgehoben. Danke fürs zulesen!