Hallo,
warum geht es bei Diskussionen über das richtige Futter immer so heiß her?
Das grenzt ja fast an einen Glaubenskrieg :shock:
Eigentlich sollte jeder Tierhalter von selber darauf kommen können, was für sein Tier die richtige bzw. eine gute Ernährung ist. Wenn man sich einfach mal mit der natürlichen Lebensweise und Beute des Haustieres auseinander setzt.
Ein Beutetier besteht aber nicht zum größten Teil aus Muskelfleisch, auch das sollte uns allen klar sein. Es besteht aus Innereien, Blut, Magen-Darm-Blaseninhalt, aus Fell oder Federn, aus Krallen usw.
Wenn man das alles berücksichtigt und die Inhaltsangaben von Fertigfutter vergleicht, kommt doch sehr schnell selber auf den richtigen Weg und hier müßte sich keiner kloppen. Und dass unsere Katzen in der Natur ganz sicher kein Trockenfutter finden und das auch aufgrund ihres Verdauungsapparates kontraproduktiv ist, wird dann auch klar.
Kitten- und Seniorenmäuse gibt es in der Natur auch nicht.
Wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter einer Katze derzeit bei 13 Jahren liegt und Katzen, die ohne menschliche Hilfe im Schnitt keine drei Jahre alt werden, sagt das doch einiges.
Übrigens lag das Durchschnittsalter von unseren Haustigern vor ca. 4 Jahrzehnten noch bei 16 Jahren (ich sammel alte Katzenbücher und lese die auch). Was jetzt nicht unbedingt für die Futterdiskussionen spricht, denn damals gab es noch kein hochwertiges Katzenfutter.
Natürlich spielten da noch ganz andere Faktoren eine Rolle. Natürlicheres Leben (kaum reine Hauskatzen) und dadurch auch natürlichere Ernährung. Dann gab es auch so Krankheiten wie FiV extrem selten und Krebs bei Katzen war weitesgehend unbekannt. Allergien bei Katzen? Nö, damals nicht.
Also wirken auch die Umweltfaktoren, wie bei uns, massiv auf die Katzen und deren Gesundheit ein.
Bei Rassekatzen wurden viele Krankheiten künstlich herangezüchtet. Ich denke da speziell an Perser und MC. Was waren das ursprünglich schöne und vor allem gesunde Tiere. Aber nein, der Mensch muß Gott spielen und alles zu seinem Wohlgefallen formen. Ausbaden müssen es die Tiere.
Obwohl ich z.B. auf eine gute Ernährung meiner Katzen und vor allem auch auf ihr Gewicht achte, habe ich eine nierenkranke Katze. Allerdings ist es bei ihr nicht auf die Ernährung zurückzuführen. Sie ist chronische Schnupferin und die Viren greifen leider auch die inneren Organe an. In ihrem Fall die Nieren, vor 3 Jahren verlor ich ein Schnupfi wegen des Herzens.
Und genau da setzt das Problem an. Als die Katzen noch gesund älter wurden, gab es keine solche Überpopulation wie heute. Es lebten nicht so viele Katzen auf einem Quadratkilometer. Sie hatten größere Reviere und deshalb war auch eine Krankheitsübertragung nicht so schnell möglich wie heute.
Um nun ALLEN Katzen zu helfen, sollte man, statt sich hier anzugiften, gemeinsam etwas tun, dass die Katzen wieder natürlicher und gesünder leben können. Durch Kastrationsaktionen, durch Einwirken auf andere Katzenhalter, die Tiere kastrieren zu lassen usw.
Ich hoffe, ihr nehmt mir den kleinen Denkanstoß nicht übel, aber ich hatte schon Katzen, da sind die meisten von euch noch in der Suppe geschwommen. Da gab es noch kein industriell hergestelltes Katzenfutter und die Katzen wurden erst sterilisiert, wenn sie einen Wurf hatten. Und an Impfungen gab es auch noch nicht viel.
Wenn man mit einer Katze zum Tierarzt fuhr, wurde man von den Nachbarn ganz schön blöd angeschaut. Verletzte oder kranke Tiere wurden i.d.R. vom Jäger erschossen.