Ich habe heute ein Buch in die Hände bekommen, wo auch über das Thema „Warum verweigern Katzen manchmal ihr Futter, das sie normalerweise mit Begeisterung verzehrt haben?“ was drinstand.
Die Erklärungen haben wirklich Sinn gemacht. Vielleicht hilft es dem einen oder andern Dosi ja.
Einen eigenen Erfahrungsbericht kann ich nicht liefern, da meine zwei schon genug hin und her gereicht wurden, ehe sie endlich bei mir landeten. Ich gönne meinen zwei Senioren einfach, dass der „Futterwechsel-Mechanismus“ am Werk ist. ;-)
Hier werden jetzt auch bestimmt sofort wieder Stimmen laut mit Sätzen wie „willst du ständig das gleiche essen?“ usw.
Doch darum geht es in dem was ich gelesen habe ja gar nicht.
Es geht darum, warum Katzen wie und warum auf Futter reagieren. Nicht mehr und nicht weniger.
Dass Futterverweigerung mit Krankheit zu tun haben kann, ist uns allen hier klar. Deshalb werde ich die typischen Dinge auch nicht wiedergeben (wie z.B. dass die Katze den Platz nicht mag wo die Futterschale steht, oder Freigänger die sich an andren Stellen sattfuttern), da ich keine drei Seiten eines Buches hier abtippen werde. ;-)
Zusammenfassung:
Wenn eine Katze gesund und das Futter gut ist, kann es für das Verhalten der Katze verschiedene Erklärungen geben:
Eine davon ist, dass Katzen lieber häufiger kleine als einige wenige voluminöse Mahlzeiten zu sich nehmen. In Anbetracht der Größe ihrer natürlichen Beutetiere –kleine Mäuse und Vögel- ist das nicht sonderlich überraschend.
Leider haben die menschlichen Betreuer von Hauskatzen selten die Zeit, diesen Mahlzeiten im Mäuseformat anzubieten.
Wenn Sie die Fleischmenge einer Maus mit dem Futterberg vergleichen, den Sie wahrscheinlich regelmäßig auf den Teller Ihrer Katze füllen, dann werden Sie feststellen, das eine durchschnittliche Katzenmahlzeit dem Äquivalent von etwa fünf Mäusen entspricht. Obwohl diese Menge dem vielbeschäftigten Katzenfreund vielleicht angemessen erscheint, kann das arme Tier solche Quantitäten einfach nicht verkraften, es sei denn, die Katze wäre halb verhungert – was bei unseren verwöhnten Schmusekatzen nur selten der Fall ist.
Im Allgemeinen nimmt die Katze etwa Futter vom Volumen einer Maus zu sich. Dann zieht sie sich zurück, um die Nahrung zu verdauen, kehrt später zurück, um eine weitere derartige Portion zu verspeisen.
Schließlich kann eine Katze, auch wenn alle erwähnten Faktoren keinen Einfluss haben, sich trotzdem immer noch von einem bestimmten Futter abwenden. Da ist dann ein angeborener „Futterwechsel-Mechanismus“ am Werk.
…. dass das Tier nicht völlig abhängig wird von einer bestimmten Futterart, sodass sie, wenn die eine bestimmte Futterart plötzlich ausgeht, nicht zum Verhungern verurteilt sind. Dieser Mechanismus wurde zum ersten mal bei Vögeln beobachtet, die verschiedene Samen zur Verfügung hatten die genug Nährwert hatten …. dass die alte Standart-Diät plötzlich unattraktiv wird und eine neue Sorte Futter verlangt wird.
Sollte die Katze aber einmal aus irgendeinem Grund von ihren ursprünglichen Besitzern getrennt werden, so kommt ihr diese Flexibilität zustatten, da es ihr nun leichter fällt, sich an eine neue Sorte Futter zu gewöhnen, wenn die Umstände sie dazu zwingen.
Wenn eine Katze immer eine absolut eintönige, aber vollwertige Kost vorgesetzt bekommt, tagein, tagaus dieselbe Sorte Fertigfutter etwa, wird sie sich nach einiger Zeit möglicherweise weigern, eine andere Art von Futter anzurühren, egal wie schmackhaft es sein mag.
Wenn einer Katze aber von vornherein eine interessante und abwechslungsreiche Kost geboten wird, mit verschiedenen Sorten Fertigfutter und vielen zusätzlichen Leckerbissen, dann wird sie paradoxerweise von Zeit zu Zeit eine bisher akzeptierte Speise ablehnen.
Auf den ersten Blick ergibt das keinen Sinn. Die Erklärung ist, dass der Futterwechsel-Mechanismus zu funktionieren aufhört, wenn das Tier über einen längeren Zeitraum hinweg eine absolut eintönige Kost erhält. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Katze seit frühester Jugend immer nur eine bestimmte Nahrung erhalten hat.
Schließlich schaltet dieser Mechanismus sich ganz aus. Es entwickelt sich eine so genannte „Neophobie“, eine Furcht vor allem Unbekannten und Neuen. Neue Gerüche und Geschmackssorten wirken nun bedrohlich. Neue Futtersorten werden abgelehnt. Für solche Katzen kann es zu einem echten Problem werden, wenn ihre starre Tagesroutine durchbrochen wird – etwa durch den plötzlichen Tod ihres langjährigen Besitzers. Katzen, die eine sehr abwechslungsreiche Kost erhalten, besitzen dagegen einen voll aktivierten Futterwechsel-Mechanismus, und zwar das ganze Leben hindurch, und werden deshalb auch immer anspruchsvoller und wählerischer.
Mit anderen Worten, wenn man einer Katze keine Wahlmöglichkeit beim Futter gibt, verlangt sie bald nicht mehr danach, bietet man ihr aber viel Abwechslung, verlangt sie immer mehr.