Das glückliche Kätzchen, das mindestens drei bis vier Monate bei der Mutter und seinen Geschwistern zubringen durfte, hat kaum Erziehung nötig. Mit autoritärer Strenge, einschließlich vieler kräftiger Backpfeifen, hat die Katzenmama ihm alles beigebracht, was es zu einer guten Kinderstube nötig hat.
.............
Katzen, die lange bei der Mutter bleiben durften, lernen später leichter, sich den Geboten ihres Menschen zu fügen und sind zuverlässiger in deren Einhaltung. Sie haben ja beizeiten erfahren, was Autorität bedeutet! Darüber hinaus sind solche Katzen weniger ängstlich, geschickter im Spiel und psychisch stabiler.
.............
Leider ist die Meinung nicht auszurotten, dass ein Kätzchen mit sechs Wochen alt genug sei, um von Mutter und Geschwistern weggerissen zu werden. Es sind aber eben immer wieder solche Katzenwaisen, die später zu den absonderlichsten "Wohnungsneurosen" neigen. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn selbst der beste Katzenkenner kann nicht die Nestwärme, die mütterliche Liebe und Strenge ersetzen. Noch was sei hier zum Thema "Katzenwaisen" gesagt: Ein Sechswochenkätzchen bleibt zeitlebens anfälliger gegen Infektionskrankheiten, und es stirbt leichter daran. Wer also ernstlich von sich behaupten will, dass er Katzen liebt, sehe davon ab, ein Jungtier zu früh von seiner Familie zu trennen, und sei es noch so "niedlich" und "süß"!